Mündliche Kommunikation ist ein zentrales Medium in der Schule, Unterricht ein kommuni-kativer und kooperativer Prozess. Dabei geht eine konstruktive Lernathmosphäre mit einer guten Gesprächskultur einher.
Aber Unterricht ist oft auch gestörte Kommunikation. Gespräche finden eng geführt und mit nur wenigen Schülerinnen und Schülern statt. Oder es ist kommunikative Aktivität der Aktivität wegen, die Schülerinnen und Schüler sprechen, weil sie Anerkennung und Bestätigung suchen. Dann tritt die Beziehungsebene vor die Inhaltsebene.
Meine Arbeit setzt an diesem Punkt – der Entwicklung eines Methodentrainings zur Verbesserung der Gesprächskompetenzen der Schülerinnen und Schüler – an. Dabei wollte ich fächerübergreifend im Deutschunterricht und dem sozialkundlichen Anteil des Unterrichts in Gesellschaftswissenschaften arbeiten.
Ziel dieser Arbeit ist es, an ausgewählten Unterrichtsbeispielen zu zeigen, wie die Erweite-rung der Gesprächskompetenz der Schülerinnen und Schüler gefördert wurde. Dabei geht es einerseits um die Entwicklung einer Gesprächskultur in der Klasse und andererseits um das Erlangen eines individuellen Lernzuwachses bei jeder Schülerin und jedem Schüler.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Fragestellung der Arbeit
2. Grundlagen der Gesprächserziehung und der Entwicklung von Gesprächskompetenz
2.1 Begriffserklärungen
2.1.1 Zum Gespräch im Unterricht
2.1.2 Zur Gesprächserziehung
2.1.3 Zur Gesprächskompetenz
2.2 Anliegen und Ziele der schulischen Gesprächserziehung
2.2.1 Das Gespräch als Werk und Werkzeug
2.2.2 Funktionen der Gesprächserziehung
2.2.3 Ziele der schulischen Gesprächserziehung
2.3 Zur Vorgehensweise bei der schulischen Gesprächserziehung
2.4 Die Entwicklung von Gesprächskompetenz
3. Gesprächskompetenz von Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“
3.1 Förderschwerpunkt „Lernen“
3.2 Die Sprache von Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“
3.3 Aspekte der Kommunikation und Gesprächsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt Lernen
3.4 Konsequenzen für die Förderung der Gesprächskompetenz
4. Bezug zum Rahmenlehrplan
4.1 Allgemeine Aufgaben und Ziele der Erziehung und des Unterrichts
4.2 Fachspezifische Standards in Deutsch und Gesellschaftswissenschaften
5. Beschreibung der Lerngruppe und Entwicklung von individuellen Förderschwerpunkten
5.1 Allgemeine Beschreibung der Lerngruppe
5.2 Individuelle Lernvoraussetzungen und Förderschwerpunkte im Hinblick auf die Förderung der Gesprächskompetenz
6. Planung des Trainingsprogrammes zur Förderung der Gesprächskompetenz
6.1 Begründung der Themenwahl
6.2 Lernziele des Trainingsprogrammes
6.3 Didaktisch-methodische Entscheidungen
6.3.1 Didaktische Reduktion
6.3.2 Didaktische Entscheidungen bezüglich verschiedener Modelle zur Förderung kommunikativer Fähigkeiten
6.3.3 Methodische Entscheidungen/Medien
6.3.4 Differenzierungen
6.4 Übersicht über die Stunden und ihre inhaltlichen Schwerpunkte
7. Darstellung und Analyse ausgewählter Unterrichtsbeispiele
7.1 Erstes Unterrichtsbeispiel: „Als ich einmal Streit hatte...“
7.1.1 Stundenverlauf
7.1.2 Durchführung und Analyse der Stunde
7.2 Zweites Unterrichtsbeispiel: „Andere ausreden lassen“
7.2.1 Stundenverlauf
7.2.2 Durchführung und Analyse der Stunde
7.3 Drittes Unterrichtsbeispiel: „Diskutieren und Debattieren“
7.3.1 Stundenverlauf
7.3.2 Durchführung und Analyse der Stunde
8. Gesamtreflexion
8.1 Zusammenfassung
8.2 Individuelle Gesprächskompetenz nach Durchführung des Trainingsprogrammes
8.3 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, an ausgewählten Unterrichtsbeispielen in einer 7. Klasse aufzuzeigen, wie die Gesprächskompetenz von Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“ durch ein schülerorientiertes Trainingsprogramm gefördert werden kann, um eine konstruktive Gesprächskultur zu etablieren und individuellen Lernzuwachs zu ermöglichen.
- Entwicklung und Implementierung eines Methodentrainings zur Förderung der Gesprächskompetenz
- Analyse der sprachlichen und kommunikativen Voraussetzungen bei Schülern mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“
- Praktische Umsetzung in Unterrichtsbeispielen wie Streitgesprächen, Rollenspielen und Debatten
- Reflexion der pädagogischen Auswirkungen auf die Gesprächsbereitschaft und das Sozialverhalten
- Förderung der Metakommunikation zur Stärkung der Eigenwahrnehmung und Regelbefolgung
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung und Fragestellung der Arbeit
Mündliche Kommunikation ist ein zentrales Medium in der Schule, Unterricht ein kommunikativer und kooperativer Prozess. Dabei geht eine konstruktive Lernathmosphäre mit einer guten Gesprächskultur einher. Aber Unterricht ist oft auch gestörte Kommunikation. Gespräche finden eng geführt und mit nur wenigen Schülerinnen und Schülern statt. Oder es ist kommunikative Aktivität der Aktivität wegen, die Schülerinnen und Schüler sprechen, weil sie Anerkennung und Bestätigung suchen. Dann tritt die Beziehungsebene vor die Inhaltsebene.
Im Laufe der vergangenen Monate, in denen ich die Klasse 7b in den Fächern Deutsch und Gesellschaftswissenschaften unterrichtete, konnte ich bei vielen Schülerinnen und Schülern Probleme im Bereich der Gesprächsbereitschaft und Gesprächsfähigkeit beobachten. Die fehlende Gesprächskultur machte sich durch häufiges lautes Durcheinandersprechen, Nicht-Ausreden-Lassen und ein nur ansatzweise vorhandenes Sich-Melden bemerkbar. Die Unterrichtskommunikation verlief überwiegend über die Lehrkraft, die Schülerinnen und Schüler sprachen nicht miteinander. Ein Eingehen auf Redebeiträge von Mitschülerinnen und Mitschülern fand nur selten statt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Fragestellung der Arbeit: Darstellung der Problemlage in der Lerngruppe hinsichtlich der Gesprächskultur sowie Formulierung der Forschungsfragen zur Wirksamkeit eines Trainingsprogramms.
2. Grundlagen der Gesprächserziehung und der Entwicklung von Gesprächskompetenz: Theoretische Herleitung der Begriffe und Ziele der Gesprächserziehung sowie der Funktionen im schulischen Kontext.
3. Gesprächskompetenz von Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“: Analyse der spezifischen Lernvoraussetzungen sowie der Sprach- und Kommunikationsbarrieren der Zielgruppe.
4. Bezug zum Rahmenlehrplan: Einordnung des Themas in die offiziellen Bildungsstandards und Anforderungen der sozialen Kompetenzentwicklung.
5. Beschreibung der Lerngruppe und Entwicklung von individuellen Förderschwerpunkten: Analyse der Zusammensetzung der Klasse 7b und Ableitung individueller Lernziele basierend auf den beobachteten Kompetenzen.
6. Planung des Trainingsprogrammes zur Förderung der Gesprächskompetenz: Konzeptuelle Entwicklung der methodischen Vorgehensweise, der didaktischen Reduktion und der Stundenplanung.
7. Darstellung und Analyse ausgewählter Unterrichtsbeispiele: Konkrete Anwendung und Evaluation der geplanten Einheiten zu Streitgesprächen, Rollenspielen und Debatten.
8. Gesamtreflexion: Zusammenfassende Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit des Trainings und Ausblick auf notwendige weitere Maßnahmen.
Schlüsselwörter
Gesprächskompetenz, Förderschwerpunkt Lernen, Gesprächserziehung, Unterrichtskommunikation, Methodentraining, Soziale Kompetenz, Rollenspiel, Metakommunikation, Gesprächsregeln, Schülerorientierung, Handlungsorientierung, Sprachgebrauch, Konfliktlösung, Reflexion, Gesprächskultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der systematischen Förderung der Gesprächskompetenz bei Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“ in einer 7. Klasse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Gesprächserziehung, die Analyse kommunikativer Defizite bei der Zielgruppe sowie die Planung und Umsetzung eines schülerorientierten Methodentrainings.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist der Aufbau einer positiven Gesprächskultur, in der Schüler adäquate Sprecher- und Hörerrollen einnehmen und sich an vereinbarte Regeln halten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine handlungsorientierte Methodik unter Einbeziehung von Modellen zur Kommunikationsschulung (z.B. Klippert, Potthoff) und einer begleitenden Förderdiagnostik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die individuelle Lernausgangslage der Klasse beschrieben, das konkrete Trainingskonzept entwickelt und exemplarische Unterrichtsbeispiele (Streitgespräche, Debatten) analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gesprächskompetenz, Methodentraining, soziale Kompetenz, Gesprächskultur und der Förderschwerpunkt Lernen.
Warum wurde die Klasse 7b als Lerngruppe gewählt?
Die Wahl begründet sich in den beobachteten Problemen wie lautem Durcheinandersprechen und fehlender Gesprächsdisziplin, die den Lernprozess in dieser spezifischen Gruppe stark beeinträchtigten.
Welche Rolle spielt die Metakommunikation?
Metakommunikation dient als Werkzeug, um das eigene Sprechverhalten zu reflektieren, Probleme zu benennen und gemeinsam Lösungsstrategien zu entwickeln.
Wie erfolgreich war das Trainingsprogramm laut der Reflexion?
Die Reflexion zeigt deutliche Fortschritte bei vielen Schülern, insbesondere hinsichtlich der gesteigerten Affektkontrolle und der Beteiligung an Gesprächen, auch wenn die Integration einzelner Schüler weiterhin eine Herausforderung bleibt.
- Citar trabajo
- Daniela Engelhardt (Autor), 2006, Förderung der Gesprächskompetenz bei Schülern mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt "Lernen", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64041