Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Archéologie

Oppida - Städte der Vorzeit? Ausführungen am Beispiel der Heuneburg und Manchings

Titre: Oppida - Städte der Vorzeit? Ausführungen am Beispiel der Heuneburg und Manchings

Dossier / Travail de Séminaire , 2004 , 30 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Jana Vogt (Auteur)

Archéologie
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

[...] Um die eingangs gestellte Frage beantworten zu können, muss zunächst sowohl der Begriff Oppidum als auch der Terminus Stadt einer näheren Betrachtung unterzogen werden. Oppidum, aus dem Lateinischen übersetzt, bedeutet Feste, geschützter Ort (Döbler 2000, 216), ebenso kleine Landstadt ohne besonderen Rechtsstatus (Fries-Knoblach 2002, 111). Im archäologischen Sinne bezeichnet dieser Terminus Großsiedlung Merkmalen des 2. und 1. Jh.s v. Chr. (RGA 22, 131ff.), der von den Kelten geprägten Spätlatènezeit. Als klassisches Beispiel gilt Manching, welches aufgrund kontinuierlicher Besiedlungsbedingungen am längsten existierte. Es entstand wie viele andere Oppida im heutigen Bayern durch die Ost- bzw. Südexpansion der Kelten zu Beginn des 4. Jh.s v. Chr. (Sievers 1999, 7; Fries-Knoblach 2002, 106f.). Bisweilen werden auch die hallstattzeitlichen Fürstensitze wie etwa die Heuneburg, die ihre Hauptbesiedlungszeit ab der Mitte des 7. Jh.s v. Chr. bis zum Beginn des 4. Jh.s v. Chr. hatten, unter der Begrifflichkeit Oppidum geführt. Hekataios von Milet berichtet um 550 v. Chr. zum ersten Mal von den „Keltoi“: “Massalia, eine Stadt Liturgiens in der Gegend des Keltenlandes, eine Kolonie der Phönikaier.“ (Éluère 1994, 131) Massalia entspricht dem heutigen Marseille. Herodot schrieb dann in seinen „Historien“ um 450 v. Chr.: “Die Donau entspringt im Keltenlande bei der Stadt Pyrene…die Kelten aber leben außerhalb der Säulen des Herakles 1 , sie grenzen an die Kynesier an, die unter allen Bewohnern im äußersten Westen wohnen.“ (Éluère 1994, 131). Somit beweisen beide griechischen Autoren, dass schon während der späten Hallstattzeit in Baden-Württemberg von Kelten zu sprechen ist (Schußmann 2000, 9). Der Begriff Oppidum, welcher als Synonym für die befestigten Siedlungen der Kelten gilt, lässt sich folglich auf die Fürstensitze anwenden. zumal sie einen identischen Charakter wie latènezeitliche Oppida besaßen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. örtliche Begebenheit

3. soziales Gefüge

4. Bevölkerungsballung

5. Verwaltungszentrum

6. kultisches und sakrales Zentrum

7. Handwerk/Gewerbe

8. Handel

9. Münzwesen

10. Verteidigung

11. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht den Stadtbegriff im Kontext vorgeschichtlicher und frühmittelalterlicher Siedlungen. Ziel ist es, anhand der beiden Fallbeispiele Heuneburg und Manching zu analysieren, inwiefern die Kriterien für eine „Stadt im mittelalterlichen Sinne“ auf hallstattzeitliche Fürstensitze und latènezeitliche Oppida angewendet werden können.

  • Analyse der Siedlungsstrukturen von Heuneburg und Manching
  • Untersuchung von Aspekten wie Bevölkerung, Verwaltung und Verteidigung
  • Vergleich von Handwerk, Handel und Münzwesen als städtische Indikatoren
  • Erarbeitung einer differenzierten Einordnung zwischen "Frühstadt" und Siedlung
  • Kritische Reflexion der Begriffsverwendung von "Oppidum" und "Stadt"

Auszug aus dem Buch

10. Verteidigung

Ob es sich dabei wirklich um die Hauptfunktion eines Oppidi handelte (Collis 1993, 102), will ich doch in Zweifel ziehen.

Sicherlich, die bevorzugte Lage auf Bergrücken, Inseln oder Halbinseln (Collis 1993, 102; Fries-Knoblach 2002, 111) und Plateaus (Moreau 1958, 79) nahe von Flussschlingen schaffte einen natürlichen Schutz von mindestens zwei, meist aber von drei Seiten. Diese wurden neben den ungeschützten Stellen zusätzlich durch eine Mauer oder einen Wall gesichert, womit ein regelrechtes Bollwerk entstand.

Nicht immer fortifizierte man die Oppida sofort. Manching beispielsweise war in den ersten Phasen seines Bestehens keine befestigte Siedlung. Dies holten die Bewohner in der zweiten Hälfte des 2. Jh. v. Chr. nach (Sievers 1999, 16; Schußmann 2000, 161). Dabei handelt es sich bei Manching um keinen Einzelfall, sondern um ein überregionales Phänomen, vielleicht im Zusammenhang mit der Wanderung der Kimbern und Teutonen oder aber mit mediterranen Einflüssen, die durch den Handel ins keltische Gebiet gelangten.

In den meisten dieser Fälle stellte sich die Wehr auch ähnlich Manchings dar: Die Mauer entspricht in der ersten Befestigungsphase dem von Caesar beschriebenen „murus gallicus“ (Abb. 27), wobei Manching das östlichste Oppidum mit dieser Art Umwehrung war (Fries-Knoblach 2002, 112). Die Rekonstruktion erfolgte durch archäologische Befunde ergänzt nach Caesars Beschreibung in seinem „De bello gallico“: „Gerade Bauhölzer werden nebeneinander senkrecht zur Mauerrichtung mit gleichem Zwischenraum von etwa zwei Fuß auf die Erde gelegt. Sie werden nach innen zu verbunden und mit gewaltigen Erdaufschüttungen verkleidet. Die erwähnten Zwischenräume werden nach außen hin mit großen Steinen ausgefüllt. Wenn dies als Grundlage angelegt und festgestampft worden ist, wird eine neue Schicht oben darauf gesetzt,…“(Schußmann 2000, 161).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definition der Begriffe Oppidum und Stadt sowie Einführung in die Problematik ihrer Anwendung auf vorgeschichtliche Siedlungen.

2. örtliche Begebenheit: Untersuchung der geografischen Lage und der natürlichen Schutzbedingungen von Heuneburg und Manching.

3. soziales Gefüge: Analyse der sozialen Differenzierung innerhalb der Siedlungen anhand von Grabinventaren und Hausstrukturen.

4. Bevölkerungsballung: Betrachtung der Siedlungsdichte und der demografischen Voraussetzungen für die Entstehung größerer Siedlungskonzentrationen.

5. Verwaltungszentrum: Diskussion über archäologische Hinweise auf administrative oder repräsentative Gebäude innerhalb der Siedlungsflächen.

6. kultisches und sakrales Zentrum: Untersuchung von Funden und Gebäudegrundrissen, die auf eine religiöse Nutzung hindeuten könnten.

7. Handwerk/Gewerbe: Erläuterung der spezialisierten Handwerkstätigkeiten anhand von Herstellungsresten und produktionstechnischen Befunden.

8. Handel: Analyse von Handelskontakten und Warenströmen basierend auf archäologischen Importen und Infrastruktur.

9. Münzwesen: Darstellung der Entwicklung von Tauschhandel hin zum ausgeprägten Münz- und Geldwesen am Beispiel von Manching.

10. Verteidigung: Untersuchung der verschiedenen Befestigungstechniken und deren Bedeutung für die Sicherheit der Siedlungsbewohner.

11. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Einordnung der Siedlungen als "mitteleuropäische Frühstädte" oder stadtähnliche Gebilde.

Schlüsselwörter

Oppidum, Heuneburg, Manching, Kelten, Frühstadt, Spätlatènezeit, Hallstattzeit, Murus Gallicus, Siedlungsarchäologie, Handwerk, Handel, Münzwesen, Befestigung, Sozialstruktur, Zentrale Orte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob prähistorische Siedlungen wie die Heuneburg und Manching als Städte bezeichnet werden können, indem sie diese anhand definierter städtischer Kriterien analysiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Siedlungsgeografie, soziale Differenzierung, Handwerks- und Handelsstrukturen, das Münzwesen sowie Verteidigungsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist die Klärung, inwiefern die Bezeichnung "Stadt" auf die untersuchten keltischen Siedlungen zutrifft, oder ob der Begriff "mitteleuropäische Frühstadt" passender ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse archäologischer Befunde (Häusergrundrisse, Befestigungstypen, Fundgut) und den Abgleich mit sozio-ökonomischen Kriterien städtischer Zentren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Faktoren (wie Handel, Handwerk, Verteidigung), die jeweils für beide Fallbeispiele detailliert geprüft werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Oppidum, Heuneburg, Manching, keltische Frühstädte und die archäologische Untersuchung von Stadtkriterien bestimmt.

Warum wird die Heuneburg als "Fürstensitz" bezeichnet?

Die Bezeichnung resultiert aus der hallstattzeitlichen Datierung und der differenzierten Siedlungsstruktur, die auf eine soziale Elite und deren Repräsentation hindeutet.

Welche Rolle spielte der "Murus Gallicus" für Manching?

Der Murus Gallicus war eine technologisch bedeutende, von Caesar beschriebene Befestigungsart, die den Schutz der Siedlung und die Integration in überregionale militärische Netzwerke symbolisierte.

Wie unterscheidet sich das Münzwesen in Manching?

Manching zeigt im Gegensatz zur Heuneburg eine weit entwickelte Münzprägung, was auf einen aktiven Geldhandel und eine ökonomische Zentralfunktion hindeutet.

Fin de l'extrait de 30 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Oppida - Städte der Vorzeit? Ausführungen am Beispiel der Heuneburg und Manchings
Université
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Historisches Institut)
Cours
Stadtarchäologie
Note
1,7
Auteur
Jana Vogt (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
30
N° de catalogue
V64135
ISBN (ebook)
9783638570220
ISBN (Livre)
9783656276593
Langue
allemand
mots-clé
Oppida Städte Vorzeit Ausführungen Beispiel Heuneburg Manchings Stadtarchäologie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jana Vogt (Auteur), 2004, Oppida - Städte der Vorzeit? Ausführungen am Beispiel der Heuneburg und Manchings, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64135
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  30  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint