Körperliche Fremdheit und Körperkult


Hausarbeit, 2005

15 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Deckblatt

1 Einleitung

2 Körperliche Fremdheit in der Gesellschaft

3 Körperkult

4 Aspekte und verschiedene Gesichter des Bodybuildings
4.1 Bodybuilding als Arbeit
4.2 Bodybuilding im Sport
4.3 Bodybuilding als Kunst
4.4 Bodybuilding und Anthropologische Sichtweisen
4.5 Strukturen im Bodybuilding

5 Der Körper als Gesellschaftszentrum

6 Diskussion und Zusammenfassung

7 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Der Körper ist heutzutage Gegenstand vieler Diskussionen und öffentlicher Kontroverse. So werden häufig Fragen, ob wir mit unserem Körper richtig umgehen versucht zu beantworten, aber es werden auch Themen wie der Prozess der Körperverdrängung behandelt, wie zum Beispiel eine Verdrängung durch Maschineneinsatz im Alltag. Ein weiteres Problem stellt der Verlust der Körpersprache dar, etwa durch elektronische Kommunikation, geht so die Sprache bzw. die Körpersprache verloren, wird sich dadurch „nichts mehr gemerkt“, geht der Memorierungseffekt verloren? Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Problem der Körperlichen Fremdheit, der moderne Mensch kann ohne körperliche Anwesenheit kommunizieren, es muss keine Interaktion mehr stattfinden, keine gemeinsame physische Anwesenheit. Der Körper tritt immer mehr in den Hintergrund, er muss nicht mehr zum Handeln eingesetzt werden, er wird nicht mehr gefordert durch Modernisierung. Welche Funktion erfüllt hierbei der Sport, dient er als funktionale Äquivalenz beispielsweise zur Schmerzempfindung durch Training als Beweis dass man noch „lebt“?

Diese Hausarbeit wird im Folgenden systematische Befunde kontrastieren und vergleichen und aus dem Sport das Beispiel des Bodybuildings im Zusammenhang mit körperlicher Fremdheit detailliert untersuchen.

2 Körperlicher Fremdheit in der Gesellschaft

Die Geschichte des europäischen Zivilisationsprozesses wird als eine Geschichte von zunehmender Körperdistanzierung verstanden. Es ist die Rede von einem „Schwinden der Sinne“, so Bette, das wirft die Frage nach dem Verbleib des Körpers auf. Im Folgenden soll ein differenzierteres Bild von Körper zur Gesellschaft untersucht werden.

Die Spezifizierung des Körpers als Sonderthema von Kommunikation beginnt im 18.\19. Jahrhundert, indem sowohl die Genese von Tanz, Sport, Spiel und Gymnastik stattfand, als auch die der neueren Körpermoden, diese Geschichte belegt, dass es keine reine Körperdistanzierung gewesen ist. Beobachtet man die jüngste Entwicklung wird sogar von einer „Wiederkehr des Körpers“ gesprochen. Bette (1992) führt weiter aus, dass der Bedeutungszuwachs des Körpers darauf zurückzuführen ist, dass das Idealbild der Gesellschaft im Zusammenhang mit Jugendlichkeit und dadurch auch eines jungen Körpers eine wesentliche Rolle spielt. Durch die Modernisierung ist es möglich geworden, dass Informationen hochverdichtet übermittelt werden können und zwar beschleunigt und in Abstraktion von langen Kommunikationsketten, die Informationen müssen also nicht mehr durch psychische Strukturen oder soziale Prozesse geschleust werden mit dem Ziel, das Zeit gespart wird. Somit kommt es aber auch zu einer Institutionalisierung von Indifferenz gegenüber dem Körper als Instanz von Kommunikation.

Ein weiterer Punkt hierbei bietet unter anderem das Wirtschaftssystem. Die Verselbstständigung des Geldmechanismus hat eine Unabhängigkeit des wirtschaftlichen Handelns von Person und Körper zur Folge. Explizit ausgedrückt bedeutet dies, da wo Märkte entstehen treten Menschen als Individuen in den Hintergrund, der Körper wird als Bezugspunkt irrelevant.

Die staatliche Zentralisierung der Macht, um ein weiteres Beispiel auszuführen, nahm dem Einzelnen die Legitimationsbasis für körperfundierte Drohung und Gewaltanwendung, denn Recht vor Gericht kann auch jemand bekommen, der einen kleinen Bizeps hat (Bette 1992, S.39).

Durch Technisierung und Modernisierung, wie wir im Folgenden noch an dem Beispiel des Bodybuildings ausführlich sehen werden, wird der Bezug von Körper und Arbeit in gesteigertem Maße entkoppelt. Maschinen und A.I. „Artificial Intelligence“, die künstliche Intelligenz, haben dafür gesorgt, dass der Mensch bereits an vielen Stellen erfolgreich ausgetauscht wurde. Durch diese Prozesse wird der Körper immer mehr verdrängt.

Der Körper, so Bette, bleibt aber als Sicherheitsbasis für Sozialsysteme weiterhin vorhanden, da es notwendig ist, dass die physisch organische Umwelt ein Feedback bekommt. Der Körper bleibt weiterhin aufgrund seiner Fähigkeiten unverzichtbar für Wahrnehmung und Kommunikation. Um ein Beispiel zu nennen, erzwingt der kranke Körper Aufmerksamkeit und wird so ein Auslöser für gesellschaftliche Kommunikation. Der Körper taucht als Kommunikationsthema in Bereichen auf, in denen er vorher nicht anzutreffen war, dafür verantwortlich zeichnen sich die Massenmedien, mit deren Hilfe es möglich ist über Körperlichkeit trotz physischer Nichtanwesenheit zu sprechen.

Ein wichtiger Aspekt für die Einbeziehung dieser körperbezogenen Themen ist das Bewusstsein der Zeit. Die erneute Aktualisierung des Körpers durch Therapie, Sport, Jugend- und Alternativkultur steht in direktem Zusammenhang mit den personalen Systemen, welche durch die Zeitstrukturen der Moderne überfordert werden. Je mehr Tempo entsteht, je mehr sich die Gesellschaft beschleunigt, desto mehr werden Sozialbereiche ausdifferenziert. Laut Bette (1992) besteht das Ergebnis in einer zunehmenden Inkongruenz zwischen dominanter Zeitstruktur und der individuellen Verarbeitungsfähigkeit.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Körperliche Fremdheit und Körperkult
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (IFS)
Veranstaltung
Pädagogikseminar: Interkulturelle Begegnungen im Sport
Note
2,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
15
Katalognummer
V64147
ISBN (eBook)
9783638570329
ISBN (Buch)
9783638947039
Dateigröße
474 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Körperliche, Fremdheit, Körperkult, Pädagogikseminar, Interkulturelle, Begegnungen, Sport
Arbeit zitieren
Peter Franken (Autor), 2005, Körperliche Fremdheit und Körperkult, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64147

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