Im Kampf gegen Krebs versuchen Wissenschaftler immer wieder gänzlich neue Methoden zu entwickeln z.B. bei Gebärmutterkarzinomen präventiv zu impfen oder Krebszellen in frühen Stadien auszuhungern. Andererseits ist auch die Suche und Isolation von antikanzerogenen Stoffen aus Pflanzen weit fortgeschritten. Asiatische Forscher, die sich mit Inhaltsstoffen von Pilzen befassen, suchen eine Lösung in Wirkstoffen, die schon Jahrhunderte in der traditionellen chinesischen Medizin Anwendung finden. Hierbei ist von besonderem Interesse der ungenießbare glänzende Lackporling (Ganoderma lucidum), der Shiitake (Lentinus edodes) und der "Affenkopfpilz" (Hericium erinaceus). In der vorliegenden Arbeit werden einerseits frühere Studien an Zellkulturen mit diesen Pilzen zusammengefasst. Eigene Versuche mit Hericium-Extrakte werden vorgestellt und gemeinsam mit der früheren Literatur diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Literaturübersicht
2.1 Inhaltsstoffe von Pilzen
2.1.1 Ernährungsphysiologisch wichtige Inhaltsstoffe
2.1.1.1 Protein
2.1.1.2 Aminosäuren
2.1.1.3 Vitamine
2.1.1.4 Mineralstoffe
2.1.1.5 Spurenelemente
2.1.1.6 Aromastoffe
2.1.2 Pharmakologisch wichtige Inhaltsstoffe
2.1.2.1 Antitumor-Polysaccharide
2.1.2.2 Zytotoxische Substanzen
2.1.2.3 Antimikrobielle Substanzen
2.2 Beispiele
2.2.1 Hericium erinaceus
2.2.2 Lentinus edodes
2.2.3 Ganoderma lucidum
2.3 HeLa-Zellen
2.4 Problemstellung und Ziel der Arbeit
3 Eigene Untersuchungen
3.1 Material und Methoden
3.1.1 Verwendetes Untersuchungsmaterial
3.1.2 Extraktherstellung
3.1.3 Zellkultivierung
3.1.3.1 Herstellung des Zellkulturmediums
3.1.3.2 Passagieren der Zellen mit Trypsin
3.1.4 Ermittlung der Zellzahl mittels Hämocytometer für die Erstellung des Wachstumsverlaufs von Hela-Zellen
3.1.5 MTT-Test
3.1.5.1 Zelleinsaat
3.1.5.2 Extraktzugabe
3.1.5.3 Mikroskopische und photometrische Auswertung
3.2 Ergebnisse
3.2.1 Wachstumsverlauf von HeLa-Zellen
3.2.2 Ergebnisse der Extraktherstellung
3.2.3 Statistische Auswertung
3.2.4 Vergleich von Hericium erinaceus-Fruchtkörpern aus Holland mit -Fruchtkörpern aus chinesischen Provinzen und Ganoderma lucidum hinsichtlich ihrer Wirkung auf HeLa-Zellen
3.2.4.1 Vergleich der Wasserextrakte
3.2.4.2 Vergleich der Ethanolextrakte
3.2.4.3 Vergleich der Pentanextrakte
3.2.4.4 Vergleich des Wasserextrakts mit dem Preßsaft von Hericium erinaceus aus Holland
3.2.5 Dosis-Wirkungskurven und mikroskopische Auswertung der einzelnen Extrakte
3.2.5.1 Hericium aus Holland
3.2.5.2 Hericium aus China
3.2.5.3 Ganoderma
3.2.6 Zusammenfassender Vergleich der Ergebnisse
4 Diskussion
4.1 Bewertung der Methode
4.1.1 HeLa-Zellen
4.1.2 MTT-Test
4.2 Beurteilung der Ergebnisse
4.2.1 Wachstumsverlauf der HeLa-Zellen
4.2.2 Extraktherstellung
4.2.3 MTT-Tests
4.3 Hericium als Heilmittel gegen Krebs
4.4 Ausblick
5 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Wirkung verschiedener Pilzextrakte von Hericium erinaceus und Ganoderma lucidum auf die Zytotoxizität von HeLa-Krebszellen zu untersuchen und bisherige Forschungsergebnisse vergleichend zusammenzufassen.
- Pharmazeutische Bedeutung asiatischer Speisepilze in der Krebsbekämpfung
- Einfluss von Anbaumethoden und Herkunft auf die Inhaltsstoffe
- Methodik der Zytotoxizitätsprüfung mittels MTT-Test
- Vergleichende Analyse der Wirksamkeit verschiedener Extraktarten (Wasser, Ethanol, Pentan)
- Immunmodulatorische Mechanismen von Pilzinhaltsstoffen
Auszug aus dem Buch
2.1.2.1 Antitumor-Polysaccharide
Ein interessanter Weg bei der Bekämpfung von Tumorerkrankungen kann die gezielte Stimulation des Immunsystems darstellen. Darauf baut eine neue Therapieform, die "Immuntherapie" auf, bei der verabreichte Botenstoffe des Immunsystems (Cytokine) oder genetisch identische Antikörper dem Organismus helfen sollen, Krebszellen zu bekämpfen. Denn Krebs kann mit den körpereigenen Abwehrkräften besiegt werden, wenn es gelingt, diese zu aktivieren (OLD 1996).
Eine Möglichkeit die Abwehrkräfte zu aktivieren, sind große Zuckermoleküle (Polysaccharide) aus Pilzen, die im folgenden besprochen werden:
Als 1968 IKEKAWA ET AL. (zit. in CHIHARA 1978) herausfanden, daß Wasserextrakte von Fruchtkörpern einiger Basidiomyceten (Polyporaceae und Mucronoporaceae) bei Mäusen mit implantiertem Bindegewebstumor (Sarkoma 180) starke Wirkungen zeigten, begannen viele Forscher die aktiven Substanzen zu isolieren. Es zeigte sich, daß es sich um Polysaccharide, ß-D-Glucane, handelte (MIZUNO ET AL. 1995a). Später wurden auch Heteropolysaccharide, Glycoproteine, Ballaststoffe, Nukleinsäuren und Lectine identifiziert, die ebenfalls immunstimulatorische Wirkungen zeigten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Stellt den Forschungsansatz zur Nutzung von Pilzinhaltsstoffen in der traditionellen chinesischen Medizin zur Krebsbekämpfung dar.
2 Literaturübersicht: Bietet einen umfassenden Überblick über ernährungsphysiologische und pharmakologische Inhaltsstoffe in Basidiomyceten und stellt die untersuchten Pilze vor.
3 Eigene Untersuchungen: Dokumentiert die methodische Herangehensweise der Extraktherstellung, Zellkultivierung und der Zytotoxizitätstests an HeLa-Zellen.
4 Diskussion: Bewertet die gewählten Untersuchungsmethoden und interpretiert die erzielten Ergebnisse im Kontext der medizinischen Anwendung.
5 Zusammenfassung: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse zur zytotoxischen Wirksamkeit der untersuchten Pilzextrakte zusammen.
Schlüsselwörter
Hericium erinaceus, Ganoderma lucidum, Lentinus edodes, HeLa-Zellen, Krebsbekämpfung, Zytotoxizität, MTT-Test, Antitumor-Polysaccharide, Immuntherapie, Pilzextrakte, Pharmakologie, Zellkultur, Wirkstoffisolierung, Tumorinhibition, Naturmedizin
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung chinesischer Speisepilze, insbesondere Hericium erinaceus, für die Krebsbekämpfung durch Analyse ihrer zytotoxischen Wirkung auf HeLa-Zellen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Inhaltsstoffe von Pilzen, deren pharmakologische Eigenschaften, die Immunmodulation bei Krebserkrankungen sowie die Kultivierung und Extraktion dieser Wirkstoffe.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die vergleichende Zusammenfassung bisheriger Untersuchungen und die Durchführung eigener Versuche zur Zytotoxizität von Pilzextrakten aus verschiedenen Stämmen auf HeLa-Krebszellen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Zur Bestimmung der Zytotoxizität wurde der MTT-Test eingesetzt, ein photometrisches Verfahren zur Messung der Zellspaltungsaktivität nach Extraktzugabe.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Beschreibung der Materialen und Methoden der Extraktherstellung sowie der ausführlichen Präsentation der experimentellen Ergebnisse und deren statistischer Auswertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Hericium erinaceus, Ganoderma lucidum, HeLa-Zellen, Antitumor-Polysaccharide, Zytotoxizität und Immuntherapie.
Gab es Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen den Pilzstämmen?
Ja, die Arbeit zeigt signifikante Unterschiede in der zytotoxischen Wirksamkeit zwischen gezüchteten Stämmen aus Holland und wild gesammelten Stämmen aus China.
Welche Rolle spielt die Wahl des Lösungsmittels bei der Extraktherstellung?
Die Wahl des Lösungsmittels (Wasser, Ethanol oder Pentan) beeinflusst maßgeblich, welche Stoffgruppen extrahiert werden – von wasserlöslichen Polysacchariden bis hin zu lipophilen Fettsäuren.
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- Dipl. oec. troph. Kathrin Burger (Author), 1999, Die Bedeutung von chinesischen Speisepilzen für die Krebsbekämpfung am Beispiel "Hericium erinaceus" und seine Wirkung auf HeLa-Zellen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64150