Der historische Verlauf des Begriffes Lebenslanges Lernen und die heutige Umsetzung an Hochschulen


Seminararbeit, 2001
12 Seiten, Note: 5.5 (bei 6 als Höchstnote)

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Der Faure-Bericht: Entstehung des Begriffes „lebenslanges Lernen“
2.1 Entstehung des Berichtes
2.2 Inhalt
2.2.1 Globalisierung vs. Regionalisierung – Homogene Weltgemeinschaft oder kulturelle Identität?
2.2.2 Erbe und Entwicklung – Schwierigkeit traditionelle Werte und Fortschritt zu verbinden
2.2.3 Lebenslanges Lernen – leben lernen: Ein humanistisches Konzept zur vollen Entfaltung des Menschen
2.2.4 Horizontale und vertikale Integration von Lernkomponenten als Schlüsselstrategie des lebenslangen Lernens
2.2.5 Demokratisierung und Technologie – Methode und Mittel zur Verwirklichung des lebenslangen Lernens

3 Folgen und Entwicklungen im Zusammenhang mit lebenslangem Lernen
3.1 1973 OECD „recurrent education“
3.2 1976 UNESCO „Recommendation on the developpment of adult education
3.3 1996 OECD „Lifelong Learning for All“
3.4 1996 Confintea V: 5. Bildungskonferenz der

4 Lebenslanges Lernen an Hochschulen: Heute und Morgen
4.1 Ausschnitte aus dem Symposium „Aufbruch an deutschen Hochschulen“
4.2 Projekte zum verstärkten Praxisbezug der Hochschule
4.3 Die virtuelle Hochschule

5 Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Lifelong learning“, Wissensmanagement und die Wissensgesellschaft; Begriffe mit denen wir in den Medien mehr und mehr konfrontiert werden. Unsere schnelllebige Zeit zwingt uns, sich dauernd den neuen Gegebenheiten in Job, Gesellschaft und Familie anzupassen. Technologischer Fortschritt und moderne Kommunikation zwingen die Menschen sich damit auseinanderzusetzen. Die Konfrontation mit dem rasanten Fortschritt ist unausweichlich und verpflichtet zu einer lebenslangen Wissens- und Erfahrungserweiterung.

Nach dem 2.Weltkrieg hat sich verstärkt die Bedeutung von Bildung herauskristallisiert. „Lebenslanges Lernen“ ist das Schlüsselwort, welches zu Beginn der 70er Jahre geprägt wurde und unser heutiges Leben bestimmt und vor allem unabdingbar sein wird für unsere Zukunft. Dieser Text wird dem historischen Verlauf des „lebenslangen Lernens folgen und zu den heutigen Bedürfnissen führen. Der Faure-Bericht bildet den Auftakt des historischen Exkurses; Projekte der UNESCO und OECD prägen den weiteren Verlauf und Umsetzung an Hochschulen zeigen die heutige Entwicklung. Die Forderungen der Berichte zusammengefasst, lassen die Bedürfnisse der Gesellschaft im Bildungsbereich erkennen. Diese Auswertung dient dann zur Umsetzung an Institutionen, wie hier in diesem Beispiel, an Hochschulen.

2 Der Faure-Bericht: Entstehung des Begriffes „lebenslanges Lernen“

2.1 Entstehung des Berichtes

1972 wurde von der UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) ein Bericht unter dem Titel “Learning to be. The world of education today and tomorrow.” veröffentlicht.

“Die Erziehung des modernen Menschen wird in vielen Ländern als ein ausserordentlich schwieriges Problem und ausnahmslos als eine Aufgabe von höchster Bedeutung angesehen. Sie ist ein universell wichtiges Thema für alle, die sich bemühen, die Welt von heute zu verbessern und die von morgen vorzubereiten.“[1]

Nach seinem Hauptverfasser Edgar Faure ist der Bericht auch unter der kürzeren Bezeichnung „Faure-Bericht“ bekannt. Dieser Bericht wurde sogleich zu einem Thema der wissenschaftlichen Diskussion.

Im Vorfeld dieses Berichtes wurde im Jahre 1967 an einer Konferenz von Bildungsforschern und Bildungsplanern eine Analyse von P.H. Coombs unter dem Titel „The World Educational Crisis“ veröffentlicht. Diese Analyse zeigte die Notwendigkeit von Veränderungen in der Bildung auf und enthielt Fakten zu den Anforderungen an einen modernen Menschen. Das Hauptproblem sah Coombs in der mangelnden und nachhinkenden Anpassung der Bildungssysteme an die rasante Entwicklung der Umwelt. Die explosionsartige Zunahme der Bevölkerung nach dem 2. Weltkrieg liess die Nachfrage nach Bildung steigen. In seiner Analyse sah Coombs die vier Faktoren: quantitativ höhere Nachfrage nach Bildung, Ressourcenmangel, Systemträgheit und gesellschaftliche Trägheit als Hauptursachen der weltweiten Bildungskrise.

1971 wurde unter dem damaligen Generaldirektor der UNESCO René Maheu eine internationale Erziehungskommission gebildet, mit dem Ziel die globalen gesellschaftlichen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Veränderungen zu erfassen und Lösungen für neue Bildungssysteme zu suchen. Innerhalb eines Jahres wurden 23 Länder bereist und die Kommissionsmitglieder nahmen zum Wissensaustausch an internationalen Bildungskonferenzen teil. Schliesslich wurde 1972 ein Bericht mit der Bezeichnung „Faure-Bericht“ verfasst und dem Generaldirektor der UNESCO vorgelegt.

2.2 Inhalt des Faure-Berichtes

Der Faure-Bericht gliedert sich in 3 Hauptteile:

- Gegenwärtige Lage (Analyse von 1972) der Bildungssysteme und historischer Verlauf der Bildungsphilosophien
- Prognose zukünftiger Entwicklungen
- Konstruktion von Lösungsstrategien zur Verwirklichung der angestrebten Ideale

Der neue Erziehungsgedanke stützt sich auf die zunehmende Verstrickung der Erziehung mit der Gesellschaft und fordert eine vorausschauende aktive Erziehung. Der Mensch soll sich besser an Veränderungen anpassen. Die Situation zeigt wesentliche geographische Unterschiede doch als Gemeinsamkeit wird die weltweit steigende Nachfrage nach Bildung gepriesen. Gemäss dem Faure-Report sind Technologie und Wissenschaft Hauptbestandteile des heutigen Lebens:

„Wissenschaft und Technik müssen wesentliche Elemente jedes Erziehungsprozesses werden; sie müssen in alle Erziehungsaktivitäten, die sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene richten, einbezogen werden [...] schliesslich muss die Erziehung den Menschen bei der Internalisierung des wissenschaftlichen Denkens unterstützen, so dass er die Wissenschaften weiterentwickeln kann ohne ihr Sklave zu werde.“[2]

Die Prognose nimmt Bezug auf die biologische Unvollkommenheit des Menschen: Seine Instinkte genügen nicht um in der Umwelt zu überleben. Er muss dauernd Erfahrungen in der Umwelt sammeln und Techniken erlernen, welche es ihm ermöglichen, sich an Veränderungen anzupassen.

Der dritte Teil fasst die Kernpunkte den vorherigen zusammen und sucht Reformmöglichkeiten im Bildungswesen. Ein globales Konzept wird jedoch mit lokalen Traditionen, Normen und Ideologien konfrontiert, deshalb wurden zur Unterstützung individueller Reformen allgemeine Leitlinien und Gedankengänge einbezogen. Im folgenden werden die nach Gerlach[3] wesentlichen Lösungsstrategien des Faure-Berichtes dargestellt.

[...]


[1] Einleitungssatz von Edgar Faure aus dem Vorwort des Faure-Report: Faure, E. et al.: Wie wir leben lernen. Der UNESCO-Bericht über Ziele und Zukunft unserer Erziehungsprogramme, Hamburg 1973.

[2] Faure et al. 150.

[3] Christiane Gerlach, Lebenslanges Lernen: Konzepte und Entwicklungen 1972 bis 1997 (Köln: Böhlau 2000) 43ff.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Der historische Verlauf des Begriffes Lebenslanges Lernen und die heutige Umsetzung an Hochschulen
Hochschule
Universität St. Gallen  (Organisation Assessmentstufe)
Veranstaltung
Wissenschaftliches Arbeiten
Note
5.5 (bei 6 als Höchstnote)
Autor
Jahr
2001
Seiten
12
Katalognummer
V6430
ISBN (eBook)
9783638139984
Dateigröße
533 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Entspricht Note 1,5 in Deutschland. 156 KB
Schlagworte
Verlauf, Begriffes, Lebenslanges, Lernen, Umsetzung, Hochschulen, Wissenschaftliches, Arbeiten
Arbeit zitieren
Thomas Gasienica (Autor), 2001, Der historische Verlauf des Begriffes Lebenslanges Lernen und die heutige Umsetzung an Hochschulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6430

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