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Vlad Tepes und Bram Stokers Dracula. Vom Fürsten der Walachei zum König der Vampire.

Titre: Vlad Tepes und Bram Stokers Dracula. Vom Fürsten der Walachei zum König der Vampire.

Dossier / Travail de Séminaire , 2006 , 21 Pages , Note: 2,5

Autor:in: Gunnar Norda (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Spätestens durch die zahllosen Filmversionen kennt ihn (fast) jeder: Dracula, den König der Vampire, der seit Erscheinen des Romans von Bram Stoker eine besondere Erfolgsgeschichte für sich verbuchen kann. Ob der Roman tatsächlich nach der Bibel in den angelsächsischen Ländern das meistgelesene Buch ist, mag sehr fraglich sein. Unzweifelhaft ist aber, dass Bram Stoker den erfolgreichsten Vampirroman weltweit geschrieben und damit seinen Helden zum Synonym des Vampirs schlechthin gemacht hat. Denn ohne die Existenz eines Grafen Dracula kann man sicher davon ausgehen, dass das Vampirbild Mittel- und Westeuropas ganz anders geprägt gewesen wäre.
Weniger bekannt ist die Tatsache, dass für die Figur des Grafen Dracula eine historische Person Pate gestanden hat: Vlad Tepes, Fürst der Walachei, der für seine Grausamkeiten bekannt und schon kurz nach seinem Tod zur Legende wurde. Im 19. Jahrhundert für den rumänischen Nationalismus als idealer und gerechter Herrscher ideologisiert und politisch instrumentalisiert und später von dem rumänischen Diktator Ceausescu verehrt, wird Vlad Tepes bis heute im postkommunistischen Rumänien größtenteils positiv charakterisiert.
Entsprechend wird sich der erste Teil meiner Arbeit mit der historischen Person Dracula beschäftigen. Dabei soll auf wichtige Ereignisse und Stationen seines Lebens, hauptsächlich auf historisch Belegbarem beruhend, eingegangen werden, um sich ein authentisches Bild vom „wahren“ Dracula machen zu können.
Im zweiten Schwerpunkt meiner Arbeit wird dann der Frage nachgegangen, wieso gerade diese historische Person zum Vampir werden konnte. Denn interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Vlad Tepes in allen uns bekannten Quellen und Überlieferungen nicht ein einziges Mal mit dem Vampirglauben in Verbindung gebracht wird. Entsprechend sollen die Einflüsse näher erläutert werden, die in Verknüpfung den „Anfang von Dracula“ realisierten bzw. in erheblichen Maße ihren Teil zur Genese des klassischen Draculamotivs beitrugen.
Der letzte Teil meiner Arbeit soll den Bogen vom historischen zum literarisierten Dracula des Bram Stoker spannen. Unter welchen Umständen entstand der Roman und was wurde aus Vlad Tepes gemacht? Diese und andere Fragen sollen abschließend diskutiert werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der historische Dracula: Das Leben des Vlad Tepes

1.1 „Vlad“, „Dracula“ und „Tepes“

1.2 Von der Kindheit bis zur ersten Regierung

1.3 Draculas zweite und wichtigste Regierungszeit

1.4 Dritte Thronübernahme und Tod des Vlad Tepes

1.5 Fazit

2. Die Genese des Draculamotivs

2.1 Dracula-Erzählungen

2.2 Blutdurst-Metaphorik

2.3 Vampirglaube

2.4 Fazit

3. Der Dracula des Bram Stoker

3.1 Der Autor und die Entstehung des Romans

3.2 Dracula, der Vampir

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Transformation des walachischen Fürsten Vlad Tepes in den literarischen Vampir Dracula. Ziel ist es aufzuzeigen, wie aus einer realen, historisch belegten Person durch narrative Überlieferungen und kulturelle Mythenbildung ein weltweit bekanntes übernatürliches Schreckenssymbol wurde.

  • Historische Biografie des Vlad Tepes und seine Regierungszeiten.
  • Analyse der Entstehung von Dracula-Erzählungen und propagandistischen Schriften.
  • Untersuchung der Bedeutung von Blutdurst-Metaphorik und Vampirglaube für die Mythenbildung.
  • Einfluss von Bram Stokers Biografie und Recherchen auf die Romanfigur.
  • Wissenschaftliche Betrachtung der Transformation vom Tyrannen zum Vampirfürsten.

Auszug aus dem Buch

3.2 Dracula, der Vampir

Dahinter stand ein großer alter Mann, sauber rasiert bis auf einen langen weißen Schnurrbart und von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet, ohne auch nur das allergeringste Anzeichen irgendwelcher Farbe irgendwo an ihm. In der Hand hielt er eine schon antike silberne Lampe, in der ohne Docht und Abzug eine Flamme brannte, die lange, zitternde Schatten warf, als sie im Zug der offen stehenden Tür zu flackern begann. Der alte Mann winkte mich mit einer freundlichen Geste seiner Rechten hinein, wobei er in exzellentem Englisch, aber mit einem fremdartigen Akzent sagte: „Willkommen in meinem Haus“! Treten Sie aus eigenem freien Willen ein!“96

So wird der Graf vorerst noch recht harmlos in die Erzählung eingeführt. Doch spätestens als Jonathan Harker die Gelegenheit bekommt, sich Dracula eingehender zu betrachten, wird deutlich, dass es sich bei diesem um keinen gewöhnlichen Grafen handelt.

Sein Gesicht erinnerte stark – sehr stark – an einen Adler mit dem scharfen Bogen seiner dünnen Nase und den markant gebogenen Nasenflügeln, der hohen, gewölbten Stirn, dem um die Schläfen herum schütteren, ansonsten aber üppig sprießenden Haar. Die Augenbrauen waren sehr dicht und buschig und vereinten sich fast über der Nasenwurzel. Sein Mund war [...] fest geschlossen, was ihm ein ausgesprochen grausames Aussehen verlieh, wozu die extrem scharfen, weißen Zähne noch besonders beitrugen; diese ragten sogar über die Lippen hinaus, deren bemerkenswert frische, rote Farbe auf eine für einen Mann seines Alters erstaunliche Vitalität hindeutete. Im Übrigen waren seine Ohren sehr groß und liefen oben extrem spitz aus; das Kinn war breit und kräftig, die Wangen fest, obwohl erkennbar dünn. Der allgemeine Eindruck war der einer außerordentlichen Blässe.97

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der historische Dracula: Das Leben des Vlad Tepes: Dieses Kapitel zeichnet die Lebensstationen von Vlad Tepes nach, beleuchtet seine Regierungszeiten und thematisiert seine Grausamkeit sowie die politische Instrumentalisierung seiner Person.

2. Die Genese des Draculamotivs: Hier wird untersucht, wie zeitgenössische Erzählungen, blutrünstige Metaphorik und der existierende Vampirglaube dazu beitrugen, die historische Figur allmählich in den Kontext eines Blutsaugers zu rücken.

3. Der Dracula des Bram Stoker: Das Kapitel analysiert den Hintergrund des Autors Bram Stoker, seine Recherchen für den Roman sowie die spezifische literarische Ausgestaltung des Vampirgrafen.

Schlüsselwörter

Vlad Tepes, Dracula, Bram Stoker, Vampir, Walachei, Vampirglaube, Literaturgeschichte, Transsylvanien, historische Person, Mythenbildung, Phantastik, Gothic Novel, Blutdurst, Propaganda, Regierungszeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Transformationsprozess, bei dem die historische Figur des Vlad Tepes durch Mythenbildung und literarische Adaption, insbesondere durch Bram Stoker, in den populärkulturellen "König der Vampire" verwandelt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die Biografie des historischen Vlad Tepes, die Entstehungsgeschichte der Dracula-Erzählungen, die Rolle des Vampirglaubens auf dem Balkan sowie die Einflüsse auf den Roman von Bram Stoker.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, den Bogen von der historischen Person zum literarisierten Mythos zu spannen und die Umstände aufzuzeigen, unter denen der "wahre" Dracula zum Vampir wurde.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer chronologischen Aufarbeitung historischer Fakten, einer Analyse von zeitgenössischen Erzählungen und Dokumenten sowie der literaturwissenschaftlichen Untersuchung des Romans von Bram Stoker.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Lebensstationen des historischen Vlad Tepes beleuchtet, anschließend die Entstehung des Draculamotivs durch Propaganda und Aberglauben erläutert und abschließend die Entstehungsgeschichte und Charakterisierung in Bram Stokers Roman analysiert.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Vlad Tepes, Dracula, Vampirglaube, Literaturgeschichte, Mythenbildung und historische Transformation charakterisieren.

Welche Rolle spielte Vlad Tepes' Name bei der Mythenbildung?

Die Doppeldeutigkeit des Namens "Dracul", der sowohl "Drache" als auch "Teufel" bedeuten kann, sowie der Beiname "Tepes" (der Pfähler) trugen wesentlich zur Dämonisierung und späteren Assoziation mit dem Vampirismus bei.

Wie beeinflusste Bram Stokers Arbeit die moderne Dracula-Figur?

Bram Stoker legte durch seine Recherchen und die Einbettung in den damaligen Zeitgeist der "Gothic Novels" die spezifischen Attribute des Vampirs fest und fixierte die Figur in der Rolle des unsterblichen Königs der Vampire.

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Résumé des informations

Titre
Vlad Tepes und Bram Stokers Dracula. Vom Fürsten der Walachei zum König der Vampire.
Université
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Note
2,5
Auteur
Gunnar Norda (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
21
N° de catalogue
V64318
ISBN (ebook)
9783638571685
ISBN (Livre)
9783638793247
Langue
allemand
mots-clé
Fürsten Walachei König Vampire Vlad Tepes Bram Stokers Dracula Blutsauger Horror Horrorfilm
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Gunnar Norda (Auteur), 2006, Vlad Tepes und Bram Stokers Dracula. Vom Fürsten der Walachei zum König der Vampire., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64318
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Extrait de  21  pages
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