Das Verhältniss von Ausbildung und Arbeit im internationalen Vergleich. Positionierung und Strukturierung beruflicher Bildung in Grossbritannien


Hausarbeit, 2006

20 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Problemstellung

2. Historische Rahmenbedingungen

3. Berufliche Erstausbildung in Großbritannien
3.1 Youth Training
3.2 Modern Apprenticeship Scheme
3.3 National Vocational Qualifications
3.4 General National Vocational Qualifications

4. Vergleichende Darstellung der deutschen und britischen Berufsausbildung
4.1 Einflussnahme in die Berufsausbildung
4.2 Dauer der Ausbildungsgänge
4.3 Akzeptanz der Abschlüsse seitens der Wirtschaft

5. Mein Resümee

Literaturverzeichnis

1. Einleitung und Problemstellung

Im Rahmen des Proseminars „Ausbildung und Beruf“ habe ich mich in der vorliegenden Arbeit mit den „Regulationsformen des Verhältnisses von Ausbildung und Arbeit im internationalen Vergleich: Zur Andersartigkeit der Positionierung und Strukturierung beruflicher Bildung in Großbritannien“ beschäftigt. In dieser Arbeit wird das auf einer langen Tradition fußende Berufbildungssystem Deutschlands mit dem neu entwickelten modularen System Großbritanniens verglichen.

Diese Hausarbeit gliedert sich nach diesem Einleitungskapitel in drei Inhaltskapitel.

Im Ersten findet sich die historische Entwicklung des britischen Berufsbildungssystems, wobei hierbei aufgrund der Kürze dieser Arbeit nur grob eingeführt wird, da dies bei voller Ausführung sicherlich einer zusätzlichen Arbeit bedarf. Das zweite Kapitel stellt das britische Ausbildungssystem dar und beschreibt dessen aktuelle Struktur. Der eigentliche Vergleich der beiden Systeme bleibt dem Abschlusskapitel vorbehalten, wobei sich jener an folgenden Kriterien orientiert:

1.) Einflussnahme des Staates.
2.) Dauer der Ausbildungsgänge.
3.) Akzeptanz der Abschlüsse seitens der Wirtschaft.

Abschließend folgt ein Resümee.

Die einzelnen Gliederungspunkte halte ich für wichtig, um eine Überblick über das britische Berufsbildungssystem zu bekommen. Die Eingrenzung im Abschlusskapitel habe ich gewählt, da es meiner Meinung nach im Vergleich wichtige Inhaltspunkte der britischen und deutschen Berufsausbildung sind. Sicherlich müssten in diesem Vergleich noch weitere Inhalte berücksichtigt und genannt werden, was aber aufgrund der Kürze dieser Arbeit den Rahmen deutlich sprengen würde.

Auch die geschichtliche Entwicklung der Berufsausbildung im Vereinten Königreich ist erwähnenswert, da durch historische Weiterentwicklungen in der Regel eine immer größer werdende Professionalität der Ausbildung erreicht wird und negative Aspekte in der Regel abgestellt werden.

Außerdem halte ich es für unverzichtbar, Berufsbildungssysteme außerhalb von Deutschland kennen zu lernen, da ein Blick über den Tellerrand hinaus weiterbildend und fördernd für das Studium der Wirtschaftspädagogik ist. Aufgrund der aufkommenden Modularisierungsdebatte in Deutschland ist auch die Aktualität gegeben.

Diese dargestellten Schwerpunkte werde ich durch die Analyse verschiedener Fachliteratur herausarbeiten.

Das System der beruflichen Bildung ist in Großbritannien (England/Wales, Schottland, Nordirland) unterschiedlich geregelt. Die folgende Arbeit bezieht sich lediglich auf England und Wales.

2. Historische Rahmenbedingungen

Im nun folgenden ersten Inhaltskapitel werde ich die wichtigsten historischen Entwicklungsstufen der Berufsausbildung anhand einer historisch-vergleichenden Studie von Wolf-Dietrich Greinert vornehmen. Die in diesem Kapitel verwendeten Daten beziehen sich größtenteils auf diese Studie.

Deißinger führt hierzu aus: „Der größte Landesteil [...]verfügt über eine weit zurückreichende Lehrtradition, die allerdings im Zuge der Industrialisierung in ihrer überkommenden Form einen Niedergang erlebte [...]“ (Deißinger,2003,S.170).

Mit dem 1563 erlassenen Statute of Apprentices wurde das britische Lehrlingswesen erstmals einheitlich geregelt. Die Lehrzeit wurde für alle, die ein traditionelles Gewerbe erlernten, auf sieben Jahre festgelegt. Die Überwachung des Gesetzes unterlag den Friedensrichtern. Dieses Gesetz stabilisierte einerseits das Zunftwesen hatte jedoch zur Folge, dass etwa drei Viertel der Bevölkerung, hauptsächlich vom Land stammend, von einer Berufsausbildung ausgeschlossen wurden.

Um diese Mehrheit zu integrieren sah sich das Parlament genötigt, 40 Jahre später ein „Armengesetz“ (Old Poor Law) zu verabschieden. Dieses Gesetz definierte sogenannte Gemeindelehrlinge, die zwangsweise in nicht-zünftigen Produktionsbereichen arbeiten mussten (Greinert,1999,S.28).

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, „auf dem Scheitelpunkt der Industriellen Revolution“, fand die alte Produktions- und Berufsordnung ihr Ende. Durch das Factory Law von 1802 und dem Statut vom 18. Juli 1814 war es möglich ohne durchlaufene Lehre einen Beruf auszuüben was dazu führte, dass 1835 die letzten Privilegien der Zünfte durch Parlamentsbeschluss abgeschafft wurden. Des Weiteren fehlte es an Vorschriften hinsichtlich der Befugnis wer ausbilden darf und formalrechtliche Unterscheidungskriterien zwischen Lehr- und Arbeitsverhältnis wurden aufgehoben. Der Funktionalisierung des Lehrlings als billige Arbeitskraft stand somit nichts mehr im Wege und der Weg der für die industrielle Kinderarbeit wurde geebnet.

Folgende Studie verdeutlicht welch großes Ausmaß diese beiden Gesetze hatte. In Manchester waren 1870 41 % der 12jährigen, 60 % der 13jährigen und 76 % der 14jährigen arbeitstätig (ebenda,S.30).

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Das Verhältniss von Ausbildung und Arbeit im internationalen Vergleich. Positionierung und Strukturierung beruflicher Bildung in Grossbritannien
Hochschule
Universität Konstanz  (Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik)
Veranstaltung
Ausbildung und Beruf: Systematische, historische und bildungspolitische Aspekte einer spannungsvollen Beziehung
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V64333
ISBN (eBook)
9783638571791
Dateigröße
525 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In dieser Arbeit wird die Berufsausbildung in Großbritannien aufgezeigt
Schlagworte
Regulationsformen, Verhältnisses, Ausbildung, Arbeit, Vergleich, Andersartigkeit, Positionierung, Strukturierung, Bildung, Grossbritannien, Beruf, Systematische, Aspekte, Beziehung
Arbeit zitieren
Thomas Rauchfuß (Autor), 2006, Das Verhältniss von Ausbildung und Arbeit im internationalen Vergleich. Positionierung und Strukturierung beruflicher Bildung in Grossbritannien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64333

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Das Verhältniss von Ausbildung und Arbeit im internationalen Vergleich. Positionierung und Strukturierung beruflicher Bildung in Grossbritannien



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden