Im folgenden versuche ich im ersten Teil meiner Arbeit eine Definition zum Thema Sexueller Missbrauch zu entwickeln, gefolgt von Einblicken in Ausmaß und Dunkelfeld, Täterbeschreibungen, sowie einem Erklärungsversuch, welcher Faktoren und Ursachen zur Entstehung eines sexuellen Missbrauchs beleuchtet. Im zweiten Teil konzentriere ich mich eingangs auf die Definition des Pädophiliebegriffs. Hintangestellt folgt eine Kategorisierung verschiedener Typen der Pädophilie, um daran anschließend die Frage zu stellen, ob Pädophilie eine Krankheit ist und was es mit dem Begriff der Perversion auf sich hat. Wieso sagt man, man empfindet etwas als pervers? Des weiteren führe ich die diagnostische Sichtweise der Pädophilie auf Basis des ICD und DSM an. Danach erläutere ich Rechtfertigungsstrukturen und Strategien pädophiler Täter und ende mit einem Einblick in die alltägliche Problematik eines echten Pädophilen, sowie einem Ausblick auf ein weltweit einmaliges Präventionsprojekt für problembewusste und freiwillig therapiebereite potenzielle Täter im Dunkelfeld des sexuellen Missbrauchs.
Gliederung
1. Einleitung
2. Sexueller Missbrauch - Versuch einer Definition und rechtlicher Rahmen
2.1 Definitionsversuch
2.2 Ausmaß und Dunkelfeld
2.3 Täter und Täterinnen, Merkmale des Missbrauchs
2.4 Erklärungsversuch des sexuellen Missbrauchs
3. Sonderfall Pädophilie / Pädosexualität
3.1 Ein Definitionsversuch
3.2 Typologie pädophiler Menschen nach Groth und Simkins
3.2.1 Der fixierte Typ
3.2.2 Der regressive Typ
3.2.3 Der soziopathische Typ
3.3 Pädophilie / Pädosexualität – Perversion oder Krankheit?
3.3.1 Eine Begriffserläuterung und geschichtlicher Rückblick
3.4 Pädophil? – Ein diagnostische Profil
3.5 Strategien und Rechtfertigungen pädosexueller Täter
4. Pädophil sein heißt nicht, Kindsmissbraucher zu sein!
4.1 Lebensalltag pädophiler Menschen und eigene Bewätligungs- strategien und Maßnahmen, um Kinder schützen zu können
4.2 Kein Täter werden – Erste weltweit professionelle Präventionsmaßnahme zur Unterstützung pädophil veranlagter Menschen
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Fundierung der These, dass pädophile Veranlagung nicht automatisch mit strafbarem Kindsmissbrauch gleichzusetzen ist. Ziel ist es, das Phänomen Pädophilie von kriminellen Handlungen abzugrenzen, die Mechanismen der Täterabwehr zu analysieren und Möglichkeiten der Prävention durch professionelle Unterstützung für Betroffene aufzuzeigen.
- Definition und rechtliche Einordnung des sexuellen Missbrauchs
- Differenzierung zwischen pädophilen Neigungen und kriminellem Verhalten
- Typologien pädophiler Täter und deren Rechtfertigungsstrategien
- Die Rolle der psychologischen Diagnose (ICD/DSM)
- Präventionsansätze wie das Projekt "Kein Täter werden"
Auszug aus dem Buch
3.2 Typologie pädophiler Menschen nach Groth und Simkins
Aus der Fachliteratur lässt sich entnehmen, dass pädophil nicht gleich pädophil bedeutet. Es ist von einer sogenannten „Heterogenität in der Gruppe der pädosexuellen Menschen“16 die Rede, weshalb eine Kategorisierung in verschiedene Typen vorgenommen worden ist. Im folgenden möchte ich kurz drei dieser Typen vorstellen, den fixierten, den regressiven und den soziopathischen (Täter-)Typ auf Grundlage von Groth und Simkins.
3.2.1 Der fixierte Typ
Hauptmerkmal des sogenannten fixierten Typs ist laut Groth die Gegebenheit, dass er sich bereits zu Beginn der Adoleszenz und somit über seinen gesamten sexuellen Reifungsprozess hinweg ausschließlich für Kinder interessiert und seine sexuellen Phantasien allein auf diese projiziert. Zwar ist es der Fall, dass jene Personen, meist Männer, in einer peer-group-adäquaten Beziehung oder Ehe gebunden sind, jedoch haben diese i.d.R. nur eine zweckmäßige Bedeutung. Eigentlich werden Partnerschaften mit Gleichaltrigen eher gemieden.
Eine weitere Eigenschaft die man dem fixierten Typ zuschreiben kann, ist die Tatsache, dass sich diese Pädosexuellen mit dem Kind/den Kindern identifizieren und ihr Verhalten dementsprechend kindgerecht anpassen. Ihre eigene Persönlichkeit gilt zudem als unreif. Sollte es zu Übergriffen kommen, so werden Jungen aufgrund einer noch höheren Identifikationsmöglichkeit als Opfer bevorzugt. Des weiteren ist anzuführen, dass eine sog. fixierte Person weder durch ihre sexuellen Wünsche beunruhigt wird, noch Schuldgefühle auftreten, sondern Befriedigung durch ihr Handeln empfindet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Motivation und Anlass für die Auseinandersetzung mit dem Tabuthema Pädophilie durch einen Artikel im Neon-Magazin.
2. Sexueller Missbrauch - Versuch einer Definition und rechtlicher Rahmen: Erörterung der Schwierigkeiten bei der Definition sexuellen Missbrauchs sowie Darstellung von Ausmaß, Dunkelfeld und Täterstrukturen.
3. Sonderfall Pädophilie / Pädosexualität: Kategorisierung pädophiler Persönlichkeitstypen und kritische Betrachtung des Pädophilie-Begriffs im Kontext von Krankheit und Perversion.
4. Pädophil sein heißt nicht, Kindsmissbraucher zu sein!: Analyse des Alltags von Pädophilen und Vorstellung präventiver Ansätze wie das Projekt "Kein Täter werden".
5. Schluss: Reflexion über die persönliche Wandlung im Umgang mit dem Thema und die Bedeutung wissenschaftlicher Rahmenbedingungen für die Prävention.
Schlüsselwörter
Pädophilie, Pädosexualität, sexueller Missbrauch, Dunkelfeld, Täterprofil, Prävention, "Kein Täter werden", Triebkontrolle, Störung der Sexualpräferenz, Paraphilie, Opferprävention, psychologische Therapie, Täterstrategien, gesellschaftliche Anerkennung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen pädophiler Veranlagung und der tatsächlichen Begehung von sexuellem Kindesmissbrauch.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen Definitionen von sexuellem Missbrauch, Tätertypologien, die psychologische Diagnostik von Pädophilie sowie Methoden der Prävention.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die wissenschaftlich fundierte Klärung, ob pädophile Neigung zwangsläufig zur Täterschaft führt und wie Präventionsmaßnahmen Betroffenen helfen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die fachwissenschaftliche Theorien, klinische Ansätze und aktuelle Forschungsergebnisse zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Täterstrategien, die Abwehrsysteme von Tätern, die psychologische Einordnung von Pädophilie und spezifische Präventionsprojekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Pädophilie, Täterprofil, Prävention, Dunkelfeld und Triebkontrolle.
Was unterscheidet den "fixierten" vom "regressiven" Typ?
Der fixierte Typ interessiert sich seit der Adoleszenz ausschließlich für Kinder, während der regressive Typ erst im Erwachsenenalter aufgrund von Beziehungskrisen eine Verlagerung des sexuellen Interesses auf Kinder entwickelt.
Warum ist das Projekt "Kein Täter werden" so besonders?
Es ist die weltweit erste professionelle therapeutische Präventionsmaßnahme, die sich gezielt an Menschen aus dem Dunkelfeld wendet, die pädophile Phantasien haben, bevor es zu Übergriffen kommt.
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- Alexander Hässler (Autor), 2006, Pädophil sein heißt nicht, Kindsmissbraucher zu sein?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64338