Adipositas im Kindes und Jugendalter unter besonderer Berücksichtigung der Aufgabe der Schule


Hausarbeit, 2005
21 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Problemaufriss:
1. Einleitung der Hausarbeit: Adipositas im Kindes- und Jugendalter unter besonderer Berücksichtigung der Aufgabe der Schule
2. Was ist Adipositas?
3. Häufigkeit, Ursachen und Entwicklung der Adipositas
3.1 Energieaufnahme und Energieverbrauch
3.2 Genetik
4. Psychosoziale Folgen
5. Psychologische Aspekte und Verhaltenstherapie
6. Prävention und Therapie (Behandlungsstrategien) 11

II. Handlungsmöglichkeiten
7. Schulung zum Thema gesunde Ernährung und Anleitung zur Änderung der Ernährungsgewohnheiten
8. Sport und körperliche Aktivität
9. Welche Zielsetzungen können für die Schule realistisch sein?
9.1 „essen- bewegen – wohl fühlen“ Ein Pilotprojekt zur Prävention von gestörtem Essverhalten in der Grundschule
9.2 „Power Kids“ Ein praktikables Therapiekonzept bei kindlichem Übergewicht
9.3 „Kinderleicht - Besser essen. Mehr bewegen“
9.4 „Happy Kids“
10. Zusammenfassung und Ausblick

Verzeichnis benutzter Literatur
Literatur
Zeitschriften
Internetseiten

I. Problemaufriss:

1. Einleitung der Hausarbeit: Adipositas im Kindes- und Jugendalter unter besonderer Berücksichtigung der Aufgabe der Schule

Adipositas bei Kinder und Jugendlichen ist momentan ein sehr aktuelles Thema im Gesundheitssektor. In vielen Zeitschriften findet man Artikel mit Überschriften wie zum Beispiel: „Hilfe mein Kind ist zu dick“ oder „Unsere Kinder essen zu viel“. Bisher wird dem Thema Adipositas bzw. Übergewicht in der Schule noch nicht so viel Bedeutung beigemessen, obwohl es im Schulalltag mit vielen betroffenen Kindern und Jugendlichen Berührungspunkte gibt. Dieses war der Anlass mich mit dem Thema Adipositas im Kindes- und Jugendalter in Form einer Hausarbeit auseinanderzusetzen, da ich denke, dass die Schule auch einen Beitrag hierzu leisten könnte. In meinem späteren Beruf als Lehrerin werde ich wahrscheinlich des Öfteren mit diesem Thema konfrontiert werden.

Zu Beginn meiner Hausarbeit gebe ich grundlegende Informationen über die Adipositas, wie die Definition, die Häufigkeit und Ursachen der Adipositas, die psychosozialen Folgen und psychologischen Aspekte, sowie Behandlungsstrategien und Therapiemöglichkeiten. Im weiteren Schritt gehe ich auf Handlungsmöglichkeiten ein. Diese beinhalten unter anderem eine Schulung zum Thema gesunde Ernährung und Anleitung zur Änderung der Ernährungsgewohnheiten, Sport und körperliche Aktivität, Projekte und Programme, die für die Schule interessant sein können.

2. Was ist Adipositas?

Adipositas ist eine chronische Krankheit und kann auch als Obesitas (engl. obesity) oder Fettleibigkeit bezeichnet werden. Es handelt sich dabei um eine übermäßige Vermehrung oder Bildung von Fettgewebe. Fälschlicherweise wird in diesem Zusammenhang auch der Begriff „Fettsucht“ benutzt, Adipositas hat jedoch in den meisten Fällen nichts mit einer Sucht zu tun, erst recht nicht mit einer Sucht nach Fett.[1]

Eine Adipositas liegt dann vor, wenn der Anteil des Körperfettes an der Körpermasse erhöht ist. Im Unterschied zum Übergewicht, von dem man spricht, wenn das Körpergewicht, beurteilt nach Gewicht- Längen- Indiz erhöht ist, ist daher die Adipositas über die Körperfettmasse definiert.[2] In der Literatur werden die Begriffe „Übergewicht“, „Adipositas“ und „Fettsucht“ häufig auch synonym verwendet, es gibt jedoch keine einheitliche Verwendung der Begrifflichkeiten. Somit ist Adipositas auch Übergewicht, jedoch ist Übergewicht nicht notwendigerweise Adipositas. Da jedoch in der Literatur die Begriffe oft synonym verwendet werden, werde ich dies in meiner Hausarbeit auch tun.

Das einheitlich angewendete Kriterium zur Ermittlung von Adipositas ist der Body-Mass-Index (BMI). Auch wenn er kein optimales Instrument zur Bestimmung von Adipositas im Kindes- und Jugendalter ist, da man es besser bei Erwachsenen anwenden kann, bietet es dennoch eine Reihe von Vorteilen. Der BMI errechnet sich nach der Formel: Gewicht durch das Quadrat der Körpergröße.

Beispiel:

Eine Person, die 70 kg wiegt und 1,70m groß ist, rechnet: 70: (1,70 x 1,70) = 24,22.

Allerdings weist der BMI im Kindesalter beträchtliche alters- und geschlechtsabhängige physiologische Schwankungen auf, die eine Beurteilung unter Berücksichtung des Geschlechts und des Alters notwendig machen.[3]

3. Häufigkeit, Ursachen und Entwicklung der Adipositas

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Adipositas bei Kinder und Jugendlichen ähnlich wie bei Erwachsenen nicht nur in den entwickelten Ländern epidemische Ausmaße erreicht. Zehn bis zwanzig Prozent der Schulkinder und Jugendlichen sind zu dick und werden auch noch im Erwachsenenalter übergewichtig bleiben. In den vergangenen Jahrzehnten belegen Studien aus Jena und Hamburg in Deutschland einen drastischen Anstieg des Körpergewichts. Seit 1985 hat sich der Anteil an übergewichtigen Jungen mehr als verdoppelt, und zwar auf knapp 26 Prozent. Bei den Mädchen ist der Zuwachs noch gravierender. Jedes dritte Mädchen ist zu schwer. Mitte der 80er Jahre war es kaum jede neunte. Außerdem nehmen die Extremformen zu: Im schlimmsten Fall hatten Jugendliche früher ein Gewicht von 160 Kilogramm, jetzt sind es 180 Kilogramm und darüber.[4] Adipositas ist eine sehr komplexe Erkrankung, die eine Vielzahl von Einflussfaktoren aus unterschiedlichen Bereichen haben kann. Genetisch-metabolische Einflüsse, Lebensstil und Ernährungsverhalten, aber auch soziale Faktoren und Umweltvariablen spielen dabei eine Rolle.

3.1 Energieaufnahme und Energieverbrauch

„Adipositas und Übergewicht als Resultat einer positiven Energiebilanz können auf eine einfache physiologische Gleichung reduziert werden:
Energie gespeichert = Energieaufnahme – Energieverbrauch“

Man nahm an, dass es Unterschiede im Energieverbrauch und in der Energieaufnahme zwischen Normalgewichtigen und Adipösen gibt. Die zahlreichen Untersuchungen ergaben jedoch unterschiedliche Ergebnisse, denn bereits minimale Bilanzunterschiede von 1 bis 2% können Adipositas oder Übergewicht verursachen. Diese minimalen Unterschiede kann man über längere Zeiträume mit den derzeit gängigen Untersuchungsmethoden kaum nachweisen. Es ist erstaunlich, dass es sehr wenige Hinweise auf Unterschiede in der Energieaufnahme, welches mittels Ernährungsprotokollen gemessen wird, zwischen übergewichtigen, zu Übergewicht neigenden und normalgewichtigen Kindern gibt.

Auf der anderen Seite wurde bei adipösen Kindern eine erhöhte Außenreizabhängigkeit beschrieben. Innerhalb von Familien ist die Gesamtenergiezufuhr und Nährstoffzusammensetzung der aufgenommenen Nahrung sehr ähnlich; im Gegensatz dazu existieren große Unterschiede zwischen verschiedenen Familien bei relativ geringen Unterschieden zwischen den einzelnen Familienmitgliedern.

Es gibt andererseits zahlreiche Hinweise darauf, dass der Energieverbrauch von Adipösen niedriger ist als der von Normalgewichtigen. Eine zukunftsorientierte Langzeituntersuchung von Susan B. Roberts konnte zeigen, dass möglicherweise ein verminderter Energieverbrauch von Säuglingen bei der Entstehung des Übergewichts eine wesentliche Rolle spielt: Die Säuglinge wurden im Alter von zwölf Monaten adipös, die im Alter von drei Monaten den geringsten Energieverbrauch aufwiesen, welches weitgehend unabhängig vom Körpergewicht der Mutter und vom Geburtsgewicht ist. In einer weiteren Studie wurde der Energiestoffwechsel von 4- bis 5jährigen Kindern von normal- und übergewichtigen Eltern untersucht. Zu Beginn der Studie wurden keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf Körpergewicht und Körperzusammensetzung gefunden. Die Kinder der übergewichtigen Eltern wiesen allerdings einen deutlich geringeren Gesamtenergieverbrauch, der im Durchschnitt um 22% niedriger war, und Grundumsatz auf. Als die Kinder zwischen 15 und 16 Jahre alt waren, fand eine Nachuntersuchung statt. Man stellte fest, dass die Kinder adipöser Eltern deutlich mehr an Gewicht zugenommen hatten als die Kinder der normalgewichtigen Eltern. Für diese unterschiedliche Gewichtsentwicklung könnte der unterschiedliche Energieverbrauch zwischen normal- und übergewichtigen Familien verantwortlich gemacht werden. Damit dürfte ein niedriger Energieverbrauch ein isolierter Risikofaktor für die Entstehung von Übergewicht im Säuglings- und Kindesalter sein. Ein niedriges Aktivitätsniveau und Inaktivität dürften die Entstehung von Übergewicht im Kindesalter begünstigen. In einer anderen Untersuchung konnte gezeigt werden, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Ausmaß des Fernsehens und dem erhöhten Auftreten von Übergewicht. Man schätzt, dass 60% des erhöhten Auftretens des Übergewichts auf exzessives Fernsehen zurückzuführen ist.[5] Dies ist sicher ein indirekter Effekt, bedingt durch Bewegungsmangel und Zwischenmahlzeiten.

[...]


[1] http://www.redworks.info/adipositasonline/index.php?tid=2&10=2&lng=de

[2] Wirth, Alfred: „Adipositas: Epidemiologie; Ätiologie; Folgekrankheiten; Therapie“ Springer-Verlag, Berlin 2000, S.6- 7

[3] Wechsler, Johannes G.: „Adipositas: Ursachen und Therapie“ Blackwell-Verlag GmbH, Berlin und Wien 2003, S. 213-214

[4] http://www.redworks.info/...

[5] Wechsler, Johannes G.: „Adipositas: Ursachen und Therapie…S. 117 - 118

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Details

Titel
Adipositas im Kindes und Jugendalter unter besonderer Berücksichtigung der Aufgabe der Schule
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Veranstaltung
Seminar „Theorie und Praxis der Gesundheitsbildung“ im Sommersemester 2005
Autor
Jahr
2005
Seiten
21
Katalognummer
V64339
ISBN (eBook)
9783638571838
Dateigröße
525 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Adipositas, Kindes, Jugendalter, Berücksichtigung, Aufgabe, Schule, Seminar, Praxis, Gesundheitsbildung“, Sommersemester
Arbeit zitieren
Annika Früh (Autor), 2005, Adipositas im Kindes und Jugendalter unter besonderer Berücksichtigung der Aufgabe der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64339

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