Adipositas bei Kinder und Jugendlichen ist momentan ein sehr aktuelles Thema im Gesundheitssektor. In vielen Zeitschriften findet man Artikel mit Überschriften wie zum Beispiel: „Hilfe mein Kind ist zu dick“ oder „Unsere Kinder essen zu viel“. Bisher wird dem Thema Adipositas bzw. Übergewicht in der Schule noch nicht so viel Bedeutung beigemessen, obwohl es im Schulalltag mit vielen betroffenen Kindern und Jugendlichen Berührungspunkte gibt. Dieses war der Anlass mich mit dem Thema Adipositas im Kindes-und Jugendalter in Form einer Hausarbeit auseinanderzusetzen, da ich denke, dass die Schule auch einen Beitrag hierzu leisten könnte. In meinem späteren Beruf als Lehrerin werde ich wahrscheinlich des Öfteren mit diesem Thema konfrontiert werden. Zu Beginn meiner Hausarbeit gebe ich grundlegende Informationen über die Adipositas, wie die Definition, die Häufigkeit und Ursachen der Adipositas, die psychosozialen Folgen und psychologischen Aspekte, sowie Behandlungsstrategien und Therapiemöglichkeiten. Im weiteren Schritt gehe ich auf Handlungsmöglichkeiten ein. Diese beinhalten unter anderem eine Schulung zum Thema gesunde Ernährung und Anleitung zur Änderung der Ernährungsgewohnheiten, Sport und körperliche Aktivität, Projekte und Programme, die für die Schule interessant sein können.
Inhaltsverzeichnis
I. Problemaufriss:
1. Einleitung der Hausarbeit: Adipositas im Kindes- und Jugendalter unter besonderer Berücksichtigung der Aufgabe der Schule
2. Was ist Adipositas?
3. Häufigkeit, Ursachen und Entwicklung der Adipositas
3.1 Energieaufnahme und Energieverbrauch
3.2 Genetik
4. Psychosoziale Folgen
5. Psychologische Aspekte und Verhaltenstherapie
6. Prävention und Therapie (Behandlungsstrategien)
II. Handlungsmöglichkeiten
7. Schulung zum Thema gesunde Ernährung und Anleitung zur Änderung der Ernährungsgewohnheiten
8. Sport und körperliche Aktivität
9. Welche Zielsetzungen können für die Schule realistisch sein?
9.1 „essen- bewegen – wohl fühlen“ Ein Pilotprojekt zur Prävention von gestörtem Essverhalten in der Grundschule
9.2 „Power Kids“ Ein praktikables Therapiekonzept bei kindlichem Übergewicht
9.3 „Kinderleicht - Besser essen. Mehr bewegen“
9.4 „Happy Kids“
10. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit untersucht das zunehmend kritische Phänomen der Adipositas im Kindes- und Jugendalter und beleuchtet die Rolle, die Bildungseinrichtungen bei der Prävention und Bewältigung dieser gesundheitlichen Herausforderung spielen können. Ziel ist es, neben den Ursachen und Folgen ein Verständnis für praktische Handlungsmöglichkeiten im schulischen Kontext zu entwickeln, um langfristig zu einer gesünderen Lebensweise beizutragen.
- Grundlagen zur Definition, Häufigkeit und Ursachen der Adipositas
- Analyse der psychosozialen Folgen und psychologischen Aspekte
- Diskussion von Präventions- und Therapiestrategien
- Konkrete Ansätze für gesunde Ernährung und Bewegungsförderung in der Schule
- Vorstellung von Praxisprogrammen und Pilotprojekten
Auszug aus dem Buch
4. Psychosoziale Folgen
Kinder und Jugendliche leiden aufgrund ihres vermehrten Gewichtes vor allem in der Schule unter psychosozialen Folgen durch Hänseleien, einem Abgleiten in eine Außenseiterrolle, Störungen des Selbstwertgefühls und vielfältige Konflikte, die aus dem Übergewicht resultieren, innerhalb und außerhalb der Familie.
Betrachtet man das Problem im Allgemeinen, also bezieht man sich nicht nur auf Kinder und Jugendliche, sondern auch auf Erwachsene, so ist das gesellschaftliche Image der Adipösen erheblich gesunken und soziale Diskriminierung im Gegensatz dazu angestiegen. 1980 wurden im Ernährungsbericht die Daten einer repräsentativen Erhebung mitgeteilt, wo man erkannte, dass 1971 nur 40% der Bevölkerung einen übergewichtigen Menschen als Freund akzeptierten. 1979 war dieser Prozentsatz bereits auf nur 3% gefallen. Bis heute ist diese Darstellung des Ernährungsberichts aktuell.
Man kann sagen, dass häufig psychosoziale Probleme entstehen, da Adipositas nicht als Krankheit, sondern als schuldhaft selbst verursachter Zustand bewertet wird. Der Überzeugungsdruck der Öffentlichkeit ist so groß geworden, dass immer mehr adipöse Menschen sich selbst schuldig fühlen. Dem Adipösen wird also unterstellt, „selbst daran schuld zu sein“. Der psychosoziale Leidensdruck der Adipösen ist ganz wesentlich eine Reflexion der gesellschaftlichen und medizinischen Bewertung der Pathogenese der Adipositas. Die Adipositas ist nicht der Grund für den psychischen Leidensdruck, vielmehr ist es die gesellschaftliche Bewertung des individuellen Versagens, welches angeblich bei Tisch sofort zur Adipositas führt. Es ist deshalb sehr wichtig über die Ursachen von Adipositas vielmehr aufzuklären, denn besonders Kinder leiden unter diesen psychosozialen Folgen. Sie gelten schnell Außenseiter und werden in der Schule gehänselt. Meiner Meinung nach könnten Lehrer dem vorbeugen, in dem sie über Adipositas aufklären.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung der Hausarbeit: Adipositas im Kindes- und Jugendalter unter besonderer Berücksichtigung der Aufgabe der Schule: Die Autorin begründet die Relevanz der Thematik für den Lehrerberuf und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Was ist Adipositas?: Dieses Kapitel definiert Adipositas als chronische Krankheit und erläutert die Problematik der Begriffsbildung sowie die Anwendung des Body-Mass-Index (BMI).
3. Häufigkeit, Ursachen und Entwicklung der Adipositas: Es wird die Zunahme der Fallzahlen bei Kindern und Jugendlichen beleuchtet sowie der Einfluss von Energiebilanz und genetischen Faktoren diskutiert.
4. Psychosoziale Folgen: Dieses Kapitel thematisiert den sozialen Druck, die Diskriminierung und den daraus resultierenden psychischen Leidensdruck bei betroffenen Kindern und Erwachsenen.
5. Psychologische Aspekte und Verhaltenstherapie: Es werden Prinzipien der Verhaltenstherapie wie Selbstbeobachtung, Stimuluskontrolle und die Bedeutung realistischer Ziele für Kinder erläutert.
6. Prävention und Therapie (Behandlungsstrategien): Das Kapitel beschreibt therapeutische Ansätze, wobei der Fokus auf langfristiger Stabilisierung statt kurzfristiger Gewichtsreduktion und der Einbindung des sozialen Umfelds liegt.
7. Schulung zum Thema gesunde Ernährung und Anleitung zur Änderung der Ernährungsgewohnheiten: Hier wird die Rolle der Schule bei der Elternarbeit und der Gestaltung eines gesunden Schulfrühstücks erörtert.
8. Sport und körperliche Aktivität: Die Bedeutung körperlicher Aktivität zur Gewichtsstabilisierung wird unterstrichen und Konzepte für eine bewegungsfreundliche Schule aufgezeigt.
9. Welche Zielsetzungen können für die Schule realistisch sein?: Es werden spezifische Pilotprojekte wie „Power Kids“ oder „essen- bewegen – wohl fühlen“ vorgestellt, die das Ziel haben, das Ess- und Bewegungsverhalten präventiv zu beeinflussen.
10. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Notwendigkeit von Kooperationen zwischen Schulen, Krankenkassen und medizinischen Fachkräften zusammen, um die Adipositas-Prävention im Schulalltag zu verankern.
Schlüsselwörter
Adipositas, Übergewicht, Kindesalter, Jugendalter, Schule, Gesundheitserziehung, Ernährung, Bewegung, Verhaltenstherapie, Prävention, Energiebilanz, BMI, soziale Diskriminierung, psychosoziale Folgen, Pilotprojekte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das zunehmende gesundheitliche Problem der Adipositas bei Kindern und Jugendlichen und untersucht, inwieweit Schulen einen Beitrag zu Prävention und Therapie leisten können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Ursachen der Adipositas, die psychosozialen Auswirkungen auf Betroffene sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten im schulischen Alltag durch Ernährung und Sport.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Adipositas nicht nur ein medizinisches, sondern ein gesellschaftliches Problem ist, bei dem die Schule durch Aufklärung und gezielte Programme als Präventionsort fungieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Studien, Berichte und etablierter Therapiekonzepte, um daraus Empfehlungen für den pädagogischen Alltag abzuleiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Adipositas (Ursachen, Folgen, Therapieprinzipien) und einen praktischen Teil, der Handlungsmöglichkeiten für Lehrer und konkrete Pilotprojekte vorstellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Adipositas-Prävention, Ernährungsbildung, Bewegungsförderung im Schulalltag, Gruppentherapie und den Zusammenhang von Lebensstil und Übergewicht beschreiben.
Welche Rolle spielt die Familie bei den vorgestellten Therapiekonzepten?
Die Einbindung der Eltern ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor, da die Familie die täglichen Rahmenbedingungen für die Ernährung und Bewegung der Kinder maßgeblich beeinflusst.
Warum wird das Programm „Power Kids“ in der Arbeit hervorgehoben?
Es wird als besonders praktikables, verhaltenstherapeutisch orientiertes Konzept für 8- bis 12-Jährige gelobt, das ohne Verbote arbeitet und eine hohe Erfolgsrate von 84 % aufweist.
Welche Empfehlung gibt die Autorin für die Schule als Lernort?
Die Autorin empfiehlt Schulen, sich bewegungsfreundlich zu gestalten, den Sportunterricht nicht zu kürzen und eng mit externen Partnern wie Krankenkassen oder Ärzten zu kooperieren.
- Quote paper
- Annika Früh (Author), 2005, Adipositas im Kindes und Jugendalter unter besonderer Berücksichtigung der Aufgabe der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64339