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Die Anfänge der Eisenbahn in Magdeburg

Title: Die Anfänge der Eisenbahn in Magdeburg

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 24 Pages , Grade: 2

Autor:in: Tobias Jantz (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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„Ortsveränderungen mittels irgendeiner Art von Dampfmaschinen sollte im Interesse der öffentlichen Gesundheit verboten sein. Die raschen Bewegungen können nicht verfehlen, bei den Passagieren die geistige Unruhe, ,delirium furiosum‘ genannt, hervorzurufen. Selbst zugegeben, daß Reisende sich freiwillig der Gefahr aussetzen, muß der Staat wenigstens die Zuschauer beschützen, denn der Anblick einer Lokomotive, die in voller Schnelligkeit dahinrast, genügt, diese schreckliche Krankheit zu erzeugen.“1
So schätzten Ärzte im Jahre 1835 die Gefahren ein, die von der Eisenbahn ausgingen. Trotz seiner „fatalen“ Nebenwirkungen hat sich dieses „gefährliche“ Fortbewegungsmittel durchgesetzt und ist zum Sinnbild der Industrialisierung geworden, nach dem ein ganzes Zeitalter benannt wird. Die Eisenbahn begann ihren Siegeszug in England, wo 1825 die erste öffentliche Linie zwischen Darlington und Stockton eröffnet wurde. Das Eisenbahnfieber erreichte das europäische Festland und nicht zuletzt auch Deutschland - die 1835 eröffnete Ludwigsbahn von Nürnberg nach Fürth gilt als erste deutsche Eisenbahn. Vermutlich hat jedes Land, sogar jede Stadt seine eigene, ganz spezifische Eisenbahngeschichte. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Anfängen der Eisenbahn in Magdeburg. Bevor das „Eisenbahnzeitalter“ einsetzte, war die Festung Magdeburg an das preußische Chausseenetz angeschlossen und sie verfügte über den bedeutendsten Elbhafen Mitteldeutschlands. Gerade dieser förderte den Transit- und Speditionshandel und sorgte im 18. und im beginnenden 19. Jahrhundert für einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung.
Aus dieser bedeutenden Position heraus musste entschieden werden, ob, wann und wie das neue Transportmittel Einzug erhalten sollte. Im Folgenden soll gezeigt werden, warum sich die Magdeburger zunächst gegen, dann jedoch für die Eisenbahn aussprachen und welche Folgen der Anschluss an das Eisenbahnnetz für den Handel der Stadt hatte. Es soll weiterhin dargestellt werden, wie sich die Festungssituation auf die Bahn, insbesondere auf die Anlage der Bahnhöfe auswirkte. Letztlich wird der Verlauf der Entstehung des Eisenbahnverkehrs in der Elbestadt skizziert. Dieser beginnt im Jahre 1829, in dem erstmals ein Eisenbahnprojekt an die Stadt herangetragen wurde, und er schließt im großen und ganzen zur Mitte der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit war der Eisenbahnbau in Magdeburg vorläufig abgeschlossen und das Verkehrsmittel hatte sich weitgehend etabliert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DAS ERSTE KONZEPT EINER EISENBAHNLINIE VON LEIPZIG NACH MAGDEBURG UND DIE GRÜNDE SEINES SCHEITERNS

3 DIE ERSTE MAGDEBURGER EISENBAHN – DIE STRECKE MAGDEBURG-LEIPZIG

3.1 DER MEINUNGSWANDEL DER MAGDEBURGER KAUFMANNSCHAFT

3.2 DIE PLANUNG UND DER BAU DER ERSTEN MAGDEBURGER EISENBAHN

3.3 DIE ERÖFFNUNG DER EISENBAHNSTRECKE UND DIE SICH DARAUS ERGEBENDEN FOLGEN

4 DIE ENTSTEHUNG WEITERER EISENBAHNSTRECKEN

5 DAS PROBLEM DER MAGDEBURGER BAHNHÖFE

6 SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anfänge der Eisenbahngeschichte in Magdeburg im 19. Jahrhundert, mit dem Ziel aufzuzeigen, warum die lokale Kaufmannschaft das neue Transportmittel zunächst ablehnte, welche Faktoren zu einem Stimmungsumschwung führten und wie die Festungssituation die städtebauliche Integration der Bahnhöfe prägte.

  • Wirtschaftliche Ausgangslage Magdeburgs als traditioneller Umschlagplatz
  • Prozess des Meinungswandels der Magdeburger Kaufmannschaft zur Eisenbahn
  • Planung und Bau der ersten Eisenbahnverbindung Magdeburg-Leipzig
  • Strategien zur Anbindung weiterer Eisenbahnstrecken
  • Herausforderungen der Bahnhofsanlage in der preußischen Festungsstadt

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Planung und der Bau der ersten Magdeburger Eisenbahn

Nach der ersten, eher privaten, Kontaktaufnahme vom Mai 1835 wurde das Eisenbahnprojekt auch offiziell ins Rollen gebracht. Zunächst bildete Carl Schultze, der Erste Vorsteher der Magdeburger Kaufmannschaft, nach einem Beschluss der Ältesten der Kaufmannschaft ein provisorisches Eisenbahnkomitee. Dieses bekundete dann am 20. Mai 1835 offizielles Interesse bei dem Leipziger Komitee an einer Verlängerung der Leipzig-Dresdener Eisenbahn nach Magdeburg und hob die besonderen Vorzüge dieser Strecke gegenüber anderen von Leipzig ausgehenden Routen – ebenes Gelände, entlang einer bedeutenden Handelsstraße – hervor. Die Leipziger antworteten binnen nur vier Tagen und erklärten, das Vorhaben tatkräftig zu unterstützen.

Am 29. Juni 1835 trat das endgültige Magdeburger Eisenbahnkomitee zusammen. Es bestand aus 16 Mitgliedern unter dem Vorsitz Franckes und seinem Stellvertreter Schultze. Stadtrat Costenoble wurde zum Sekretär ernannt und Kaufmann Pfeiffer war sein Stellvertreter. Als beratendes Ehrenmitglied lud man u.a. den Ingenieur Hauptmann Abraham Louis Gruson ein, der auf Allerhöchsten Befehl „zum Studium der Eisenbahnfragen“ in die deutschen Staaten, das westliche Ausland und nach Amerika entsandt wurde. Auch andere Komiteemitglieder, wie der Kaufmann Zuckschwerdt oder Francke selbst, reisten im Sommer und Herbst 1835 im Sinne des Eisenbahnprojektes durch deutsche und andere europäische Staaten, um auch noch so geringfügig anmutende Einzelheiten zu erkunden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die anfängliche Skepsis gegenüber der Eisenbahn und stellt die Ausgangslage Magdeburgs als bedeutender Handelsstandort sowie die Forschungsfragen der Arbeit dar.

2 DAS ERSTE KONZEPT EINER EISENBAHNLINIE VON LEIPZIG NACH MAGDEBURG UND DIE GRÜNDE SEINES SCHEITERNS: Dieses Kapitel beschreibt die ersten Bestrebungen der Leipziger Kaufleute und die ablehnende Haltung der Magdeburger Kaufmannschaft, die ihre wirtschaftlichen Interessen im Schifffahrtssektor gefährdet sah.

3 DIE ERSTE MAGDEBURGER EISENBAHN – DIE STRECKE MAGDEBURG-LEIPZIG: Es wird der Wandel der Magdeburger Haltung, die erfolgreiche Planung unter Beteiligung von August Wilhelm Francke und die feierliche Eröffnung der ersten Strecke sowie deren wirtschaftliche Folgen analysiert.

4 DIE ENTSTEHUNG WEITERER EISENBAHNSTRECKEN: Dieses Kapitel widmet sich der systematischen Erweiterung des Schienennetzes, insbesondere den Verbindungen nach Halberstadt und Berlin/Potsdam.

5 DAS PROBLEM DER MAGDEBURGER BAHNHÖFE: Die Problematik der städtebaulichen Integration der Bahnhöfe in die befestigte Stadt Magdeburg und der hohe technische Aufwand bei deren Errichtung bilden den Schwerpunkt.

6 SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Schlussbetrachtung würdigt die Rolle der Eisenbahnpioniere und resümiert den schnellen Aufstieg Magdeburgs zum wichtigen Eisenbahnknotenpunkt trotz anfänglicher Hemmnisse.

Schlüsselwörter

Eisenbahn, Magdeburg, Industrialisierung, Eisenbahnkomitee, August Wilhelm Francke, Festungsstadt, Elbschifffahrt, Eisenbahngesellschaft, Leipzig-Magdeburger Eisenbahn, Schienenverkehr, Bahnhöfe, Handelsplatz, Transportmittel, Infrastruktur, 19. Jahrhundert

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung des Eisenbahnwesens in der preußischen Stadt Magdeburg im 19. Jahrhundert, von der anfänglichen Ablehnung bis zur Etablierung als zentraler Eisenbahnknotenpunkt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die wirtschaftlichen Interessen der Kaufmannschaft, die Planung und Umsetzung von Bahngesellschaften sowie die baulichen Herausforderungen innerhalb einer Festungsstadt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Gründe für den Meinungswandel der Magdeburger Akteure gegenüber der Eisenbahn sowie die Auswirkungen der Eisenbahn auf den Handel und die städtische Struktur darzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine historische Analyse unter Auswertung von zeitgenössischer Literatur, Korrespondenzen und einschlägigen Aktenbeständen des Stadtarchivs Magdeburg.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der ursprünglichen Ablehnung, den Prozess der Projektinitiierung, die Umsetzung der ersten Strecke nach Leipzig sowie die nachfolgenden Erweiterungen und die besonderen Schwierigkeiten beim Bahnhofsbau.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Eisenbahngeschichte, Magdeburg, August Wilhelm Francke, Industrialisierung und Festungssituation.

Warum lehnte die Magdeburger Kaufmannschaft das Projekt 1829 ab?

Die Kaufleute sahen ihren florierenden Eigenhandel und die Schiffsreedereien durch ein neues, risikoreiches Transportmittel gefährdet und setzten weiterhin auf die bewährten Handelswege der Elbe und der Chausseen.

Welche Rolle spielte die Festung Magdeburg beim Bahnhofsbau?

Die strengen militärischen Auflagen für die Festungsstadt zwangen die Bahngesellschaften dazu, Bahnhöfe entweder außerhalb des Rayons zu errichten oder aufwendige bauliche Maßnahmen wie Eisenbahntore und Tunnel zur Durchquerung der Wallanlagen vorzunehmen.

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Details

Title
Die Anfänge der Eisenbahn in Magdeburg
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Geschichte)
Grade
2
Author
Tobias Jantz (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V64359
ISBN (eBook)
9783638572019
ISBN (Book)
9783656782872
Language
German
Tags
Anfänge Eisenbahn Magdeburg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Jantz (Author), 2006, Die Anfänge der Eisenbahn in Magdeburg , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64359
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