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Entwicklungspolitik als Katalysator der europäisch-afrikanischen Beziehungen.

Title: Entwicklungspolitik als Katalysator der europäisch-afrikanischen Beziehungen.

Scientific Essay , 2006 , 11 Pages

Autor:in: PD Dr. Dr. Jacob Emmanuel Mabe (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Katalysator bezeichnet allgemein einen Stoff, der durch seine Präsenz chemische Reaktionen beschleunigt oder verzögert, ohne sich selbst zu verändern. Diese Definition deutet gleichwohl auf die Möglichkeit der Übertragung des Begriffs auf andere Bereiche hin. Katalysator wird hier deshalb auf die internationale Ethik und in Analogie zur Entwicklungspolitik angewandt. Letztere wird in diesem Kontext als ein politisches Gebiet aufgefasst, dessen ideologischer Charakter sich durch Stereotype, negative Einstellungen und Ressentiments ausdrückt, während sie selbst auf ein völlig anderes Prinzip aufbaut, nämlich die Zusammenarbeit zwischen Ländern und Völkern zu fördern. Diese Ideologie steht nicht nur im krassen Widerspruch zum ethischen und humanistischen Ideal der Entwicklungspolitik, sondern führt auch dazu, dass letztere die internationalen und interkulturellen Beziehungen, insbesondere zwischen Europa und Afrika negativ beeinflusst und trotz aller Kritiken und Widerstände sich nicht von ihrer Ideologie löst.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklungspolitik im Spannungsfeld von Gerechtigkeit und Handel

3. Entwicklungspolitik als neokoloniale Idologie

V. Entwicklungspolitik und die Armutsfrage

Schluß

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Entwicklungspolitik als Katalysator in den europäisch-afrikanischen Beziehungen und hinterfragt kritisch, inwieweit diese die soziale und wirtschaftliche Ungleichheit eher vertieft als abbaut. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, warum die bisherige Entwicklungshilfe trotz vielfältiger Bemühungen am Ziel der gleichberechtigten Partnerschaft und Gerechtigkeit scheitert und welche Rolle dabei ideologische Vorurteile sowie der Neokolonialismus spielen.

  • Kritische Analyse der Gerechtigkeitsproblematik im internationalen Handel zwischen Europa und Afrika.
  • Untersuchung des Verhältnisses von Entwicklungspolitik und neokolonialen Strukturen.
  • Hinterfragung der westlich geprägten Modernisierungslogik und deren Auswirkungen auf afrikanische Gesellschaften.
  • Reflexion über die Armutssituation unter Berücksichtigung kultureller und politischer Differenzen.
  • Plädoyer für eine neue Ethik des Dialogs und die Überwindung intellektueller Lethargie in den zwischenkontinentalen Beziehungen.

Auszug aus dem Buch

3. Entwicklungspolitik als neokoloniale Idologie

Als Ideologie unterscheidet sich ‚Entwicklungspolitik’ kaum von ‚Neokolonialismus’, wenngleich letzterer Ausdruck eine argumentative Attacke gegen den Westen beinhaltet, dem insbesondere afrikanische Intellektuelle vorwerfen, seinen Ausbeutungsgeist auch nach der Kolonialzeit zu hegen, um die souveränen Staaten Afrikas wirtschaftlich, technologisch und wissenschaftlich von ihm abhängig zu machen. Sowohl im Neokolonialismus als auch in der Entwicklungspolitik herrscht das Dogma vor, dass Afrikaner nicht einmal über ihr Schicksal selbst entscheiden dürfen. In der Entwicklungspolitik räumt man ihnen deshalb nicht das Recht ein, ihre Projekte eigenständig zu konzipieren und durchzuführen. Daraus erhellt, dass die europäische Afrikapolitik fast nur eigenen Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen dient. Gleichwohl geht die Entwicklungspolitik Hand in Hand mit der Einbindung des afrikanischen Kontinents in die neoliberale Weltordnung.

Bei aller Anerkennung der Hilfeleistungen der Europäer und Nordamerikaner darf man nicht übersehen, dass sie ihre weltweite Dominanz auf allen politischen und kulturellen Bereichen der Entwicklungspolitik verdanken. Mittels dieser Politik gelingt es derzeit dem Westen, seine wirtschaftliche Präponderanz in der globalisierten Welt zu stabilisieren und somit seinen technologischen Vorsprung insbesondere gegenüber Afrika stärker auszubauen. Daher stärkt Entwicklungspolitik keineswegs die Position der afrikanischen Länder in der Globalisierung, sondern schwächt sie sogar gegenüber den zunehmend global vernetzten Kapitalmächten.

Sehr beschränkt in ihren konzeptionellen und instrumentellen Kapazitäten, ist die Entwicklungspolitik obendrein selbst immer noch von archaischen Vorurteilen geprägt, mit denen man im globalen Zeitalter nichts anfangen kann. Kein Vorurteil ist doch lächerlicher, als Afrikaner heute noch als bedürftige Menschen anzusehen, die ständig Hilfe von Außen erwarten, weil sie nicht aus eigener Kraft überleben könnten. Welche Konsequenz haben afrikanische Gelehrte aus dieser billigen Aussage für ihr Denken und Handeln bislang gezogen? Sie reagieren folgendermaßen:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Der Autor führt den Begriff des Katalysators ein, um die paradoxe Wirkung der Entwicklungspolitik auf die Beziehungen zwischen Europa und Afrika zu beschreiben, die ideologische Vorurteile statt echten Dialogs fördert.

2. Entwicklungspolitik im Spannungsfeld von Gerechtigkeit und Handel: Dieses Kapitel erörtert die Diskrepanz zwischen ethischen Forderungen nach Gerechtigkeit und den machtpolitischen sowie ökonomischen Realitäten im internationalen Handel, die eine echte Partnerschaft verhindern.

3. Entwicklungspolitik als neokoloniale Idologie: Hier wird aufgezeigt, wie die Entwicklungspolitik als Instrument zur Aufrechterhaltung wirtschaftlicher Abhängigkeiten fungiert und durch eurozentrische Vorurteile die afrikanische Selbstbestimmung untergräbt.

V. Entwicklungspolitik und die Armutsfrage: Der Autor analysiert die Armutsproblematik als künstliche Dramatisierung durch den Westen und kritisiert, dass standardisierte Modernisierungsprogramme die realen Bedürfnisse der afrikanischen Bevölkerung ignorieren.

Schluß: Zusammenfassend wird gefordert, den Entwicklungsbegriff um moralische und spirituelle Dimensionen zu erweitern, um eine neue Ethik des Dialogs auf Augenhöhe zu etablieren.

Schlüsselwörter

Entwicklungspolitik, Afrika, Europa, Gerechtigkeit, Neokolonialismus, Handel, Abhängigkeit, Moderne, Modernisierung, Armutsfrage, Ethik, Dialog, Interkulturelle Beziehungen, Globalisierung, Selbstbestimmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch die Wirksamkeit und die ideologischen Grundlagen der heutigen Entwicklungspolitik in Bezug auf die Beziehungen zwischen Europa und Afrika.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Spannungsfeldern zwischen Entwicklungspolitik und Handel, dem Vorwurf des Neokolonialismus, der Armutsproblematik sowie der Frage nach einer neuen Ethik in den zwischenkontinentalen Beziehungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, warum die derzeitige Entwicklungshilfe ihr Ziel einer gleichberechtigten Partnerschaft verfehlt, und Wege zu einer neuen, dialogorientierten Zusammenarbeit aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor wendet eine diskursive und kritische Analyse an, die philosophische Prinzipien der Gerechtigkeit mit sozioökonomischen Realitäten verknüpft, um ideologische Strukturen aufzudecken.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse von Handelsmechanismen, der neokolonialen Ideologie der Entwicklungspolitik sowie der kritischen Hinterfragung westlich definierter Armutskriterien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Entwicklungspolitik, Neokolonialismus, Gerechtigkeit, Afrika, Selbstbestimmung und interkultureller Dialog.

Warum bezeichnet der Autor die Entwicklungspolitik als "Katalysator"?

Der Autor nutzt die Metapher, um zu verdeutlichen, dass die Politik zwar Reaktionen beschleunigt, dabei aber oft feindliche Konkurrenz und wirtschaftlichen Neid schürt, anstatt den eigentlich angestrebten Dialog zu fördern.

Welche Rolle spielen afrikanische Intellektuelle laut dem Autor?

Sie werden als unverzichtbare Diskussionspartner gesehen, die gefordert sind, eurozentrische Vorurteile zu überwinden und eine neue Streitkultur zu etablieren, um die Abhängigkeitsverhältnisse aufzubrechen.

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Details

Title
Entwicklungspolitik als Katalysator der europäisch-afrikanischen Beziehungen.
Author
PD Dr. Dr. Jacob Emmanuel Mabe (Author)
Publication Year
2006
Pages
11
Catalog Number
V64376
ISBN (eBook)
9783638572125
ISBN (Book)
9783638793216
Language
German
Tags
Entwicklungspolitik Katalysator Beziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
PD Dr. Dr. Jacob Emmanuel Mabe (Author), 2006, Entwicklungspolitik als Katalysator der europäisch-afrikanischen Beziehungen., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64376
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