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Sicherheit in der afrikanischen Philosophie und Geistesgeschichte

Title: Sicherheit in der afrikanischen Philosophie und Geistesgeschichte

Scientific Essay , 2005 , 12 Pages

Autor:in: PD Dr. Dr. Jacob Emmanuel Mabe (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Kaum ein anderes Thema erhält in den Gesellschaften Afrikas einen so großen Raum wie das der Sicherheit. Letztere wird insbesondere in mündlichen Traditionen meist als Gefühl hoher Qualität, d.h. lebensnotwendiges Bedürfnis aufgefasst, das man allerdings weniger mit materiellen Gütern als mit spiritueller Energie befriedigen kann, die negativen Eingriffen in das menschliche Leben entgegenwirkt. Diese Energie, die auch als Lebenskraft bezeichnet wird, verkörpert zudem alle im Menschen ständig wirkenden immateriellen Kräfte, die nicht nur gute Gesundheit, Ausgeglichenheit, Zufriedenheit und damit Sicherheit verschaffen, sondern auch das innere Vertrauen vermitteln, dass man nichts zu fürchten hat. Es gibt tatsächlich Menschen in Afrika, die an die Existenz solcher Kräfte glauben, die vor unnatürlichem Tod und unheilbaren Krankheiten schützen sowie gegen Hexerei und magische Angriffe, welche seelisches und leibliches Leiden verursachen können, immun machen. Doch mit dem Glauben an die positive Wirkung der Lebenskraft geht eine nahezu maßlose Dominanz des Spirituellen über den Besitz von materiellen Gütern (Geld, Vermögen, Nahrung, Wohnen, Kleidung etc.) einher. Haben sich alle afrikanischen Großgelehrten mit allgemeinen Existenzproblemen auseinandergesetzt, konnten sich allerdings nur wenige der Sicherheitsfrage im Hinblick auf die politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Anforderungen ihres jeweiligen Zeitalters zuwenden. Zu den meist diskutierten Sicherheitsfragen der letzten Jahrhunderte gehören u.a. die Sklaverei und der Sklavenhandel, die koloniale Eroberung und Gewalt, die politischen Emanzipationsbewegungen, die neue Staatenbildung sowie die allgemeinen Entwicklungsprobleme.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Lebenskraft und Sicherheit in der oralen Tradition

2. Sicherheit in der antiken Philosophie

a) Introduction

b) Sicherheit und Staat in der altägyptischen Philosophie

c) Sicherheit und Gottesglaube im afrikanischen Mittelalter

3. Sicherheit in der modernen Philosophie und Geistesgeschichte

a) Sicherheit und Selbsterhaltung in der Aufklärungsphilosophie

b) Sicherheit und Staat in der zeitgenössischen afrikanischen Philosophie

c) Sicherheit in der Ethnophilosophie

e) Sicherheit und Lebenseinheit

f) Sicherheit und Wohlsein

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Begriff der Sicherheit im Kontext der afrikanischen Philosophie und Geistesgeschichte, wobei sie den Bogen von oralen Traditionen über die altägyptische Antike bis hin zur modernen Philosophie spannt und die Transformation von Sicherheitskonzepten analysiert.

  • Die Rolle der Lebenskraft in oralen Traditionen als spirituelle Energie.
  • Die Entwicklung staatlicher Sicherheitskonzepte seit der altägyptischen Philosophie.
  • Der Einfluss von Religion (Christentum und Islam) auf das Verständnis von Tod und Sicherheit.
  • Die Herausforderungen moderner afrikanischer Staatlichkeit und der Verlust traditioneller Autoritäten.
  • Philosophische Debatten über Wohlsein, Selbsterhaltung und ethische Neuanfänge.

Auszug aus dem Buch

Sicherheit und Staat in der altägyptischen Philosophie

Wie in anderen Sprach- und Denktraditionen werden auch in Afrika unterschiedliche Begriffe für Sicherheit verwendet: Schutz, Aufbewahrung, Schonung, Verteidigung etc. Ungeachtet ihrer Hochschätzung der Metaphysik sind sich die afrikanischen Denker jedoch bewusst, dass das Prinzip des natürlichen Rhythmus oder der Befolgung göttlicher Stimmen nicht immer unmittelbar auf das soziale Leben wirkt. In der Konsequenz dieser Erkenntnis befürworten sie die Schaffung von künstlichen Mitteln, um das gemeinsame Überleben der Menschen zu sichern. Im Mittelpunkt des afrikanischen Sicherheitsdenkens steht sodann die Frage: Wie sind die jeweiligen Gesellschaften Afrikas politisch und ökonomisch so zu gestalten, dass alle dort lebenden Menschen (alte und junge, kranke und gesunde, schwache und starke, große und kleine etc.) ihre elementarsten Bedürfnisse nach Sicherheit (gesunde Wohnung, Nahrung und Kleidung etc.) befriedigen können?

Ungeachtet ihrer divergenten Ansätze ist den afrikanischen Denkern seit der Antike gemeinsam, dass sie die Sicherung der menschlichen Existenz nicht als eine Aufgabe Gottes, der Natur, der Dorfgemeinschaft oder der Familie allein, sondern auch des Staates betrachten. Bereits in der ägyptischen Antike machten sich die Denker Gedanken um theoretische Erklärung sowie praktische Umsetzung der Maât, die sie als politische Lebens- und Ordnungsform, Weisheit, Wahrheit und Gerechtigkeit auffassten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Lebenskraft und Sicherheit in der oralen Tradition: Dieses Kapitel erläutert, wie Sicherheit in mündlichen Traditionen primär als spirituelle Energie (Lebenskraft) verstanden wurde, die den Menschen gegen negative Einflüsse schützt.

2. Sicherheit in der antiken Philosophie: Die Untersuchung beleuchtet die schriftliche Geistesgeschichte Afrikas, beginnend bei den Ägyptern, und analysiert das Verhältnis von Staat, Religion und ethischen Lebensregeln wie der Maât.

3. Sicherheit in der modernen Philosophie und Geistesgeschichte: Hier werden die Transformationen des Sicherheitsbegriffs durch koloniale Einflüsse, postkoloniale Politik und zeitgenössische philosophische Ansätze bis hin zu Wohlsein und Selbsterhaltung diskutiert.

Schlüsselwörter

Lebenskraft, Sicherheit, afrikanische Philosophie, Oraltradition, Maât, Staatstheorie, Spiritualität, Ahnenkult, Wohlsein, Selbsterhaltung, Ethik, Postkolonialismus, Religion, Metaphysik, Existenzsicherung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Wandel des Sicherheitsbegriffs innerhalb der afrikanischen Philosophie, von spirituellen oralen Konzepten bis hin zu modernen politischen und staatstheoretischen Überlegungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Lebenskraft, der Einfluss von Religion auf Sicherheitsverständnisse, die Rolle des Staates, das Konzept der Maât und die philosophische Auseinandersetzung mit Armut und Wohlsein.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die tiefgreifenden philosophischen Grundlagen des afrikanischen Sicherheitsdenkens aufzuzeigen und zu verstehen, wie diese Konzepte trotz gesellschaftlicher Umbrüche relevant bleiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen geistesgeschichtlichen und philosophischen Ansatz, der Mythen, Traditionen sowie die Schriften klassischer und moderner afrikanischer Denker analysiert und interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung oraler Traditionen, der antiken Philosophie (insb. Ägypten) und der modernen Philosophie, wobei jeweils spezifische Denker und Strömungen beleuchtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Lebenskraft, Sicherheit, Ethnophilosophie, Maât, Staatlichkeit und ethischer Neuanfang.

Wie definiert Ptahhotep den Zusammenhang zwischen Maât und Sicherheit?

Ptahhotep sieht in der Befolgung der Maât als ewiger Lebensregel den einzigen Weg zur Sicherheit, da sie für Harmonie mit sich selbst und dem Universum sorgt.

Welche Rolle spielen moderne Philosophen wie Njoh-Mouelle?

Njoh-Mouelle erweitert den Sicherheitsbegriff um das Konzept des "Wohlseins" und kritisiert die einseitige Fixierung auf materiellen Wohlstand in der postkolonialen Entwicklungspolitik.

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Details

Title
Sicherheit in der afrikanischen Philosophie und Geistesgeschichte
Author
PD Dr. Dr. Jacob Emmanuel Mabe (Author)
Publication Year
2005
Pages
12
Catalog Number
V64377
ISBN (eBook)
9783638572132
ISBN (Book)
9783638793223
Language
German
Tags
Sicherheit Philosophie Geistesgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
PD Dr. Dr. Jacob Emmanuel Mabe (Author), 2005, Sicherheit in der afrikanischen Philosophie und Geistesgeschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64377
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