Das Erlernen von Bewegungen ist meist ein komplizierter Prozess. Zu beachten ist dabei auch, dass die Voraussetzungen zum Lernen immer unterschiedlich sind. So gibt es die äußeren Voraussetzungen, wie z.B. die gesellschaftliche Umwelt, oder auch die Sprache und innere Voraussetzungen, wie z.B. die Lernfähigkeit und Motivation, oder das motorische Ausgangsniveau. Aufgrund dieser Gegebenheiten ist eine differenzierte Betrachtung des Lernprozesses notwendig. Wenn im weiteren Verlauf von einem qualitativen Bewegungslernen gesprochen wird, so möchte ich darauf hinweisen, dass es sich um ein qualitativ hohes Bewegungslernen handelt, wir also eine hohe Qualität erreichen möchten. Außerdem müssen wir uns ein wenig von dem rein „theoretischen“ motorischen Lernen lösen, denn qualitatives Bewegungslernen ist noch mehr. Wenn wir wirklich von einem qualitativen Bewegungslernen sprechen wollen, so müssen wir auch Bewegungen qualitativ „erleben“.
Inhaltsverzeichnis
1. Grundlagen des motorischen Lernens
2. Phasen des Bewegungslernens
2.1. Entwicklung der Grobkoordination
2.2. Feinkoordination
2.3. Phase der Feinstkoordination und der Variablen Verfügbarkeit
3. Qualitatives Bewegungslernen
4. Qualitatives Bewegungslernen am Beispiel Fußball
4.1. Ballannahme mit dem Fuß
4.2. Ballabgabe mit dem Fuß
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, das Konzept des qualitativen Bewegungslernens theoretisch zu fundieren und dessen praktische Anwendung im Fußballtraining, insbesondere bei der Ballannahme und Ballabgabe, zu beleuchten. Dabei steht nicht die bloße Quantität der Wiederholungen im Vordergrund, sondern das bewusste Erleben und die kognitive Durchdringung der sportlichen Bewegung.
- Grundlagen des motorischen Lernens und seiner Phasen
- Differenzierung zwischen Grob-, Fein- und Feinstkoordination
- Kognitive Aspekte und bewusste Wahrnehmung im Bewegungslernen
- Praktische Trainingsmethodik zur Verbesserung der Balltechnik
- Bedeutung von Feedback und bewusster Bewegungsausführung
Auszug aus dem Buch
4. Qualitatives Bewegungslernen am Beispiel Fußball
Qualitatives Bewegungslernen im Fußball beinhaltet fast ausschließlich die Behandlung des Balles mit verschiedenen Körperteilen. Aber auch das Laufen kann als zentrales Thema für qualitatives Bewegungslernen im Fußball genutzt werden. So erzeugen verschiedene Spieluntergründe, wie z.B. Rasen, Hallenboden oder Sand ganz unterschiedliche Laufempfindungen. So sind sie entweder federnd oder hart und unangenehm beim Laufen. Verschiedene Spieluntergründe haben auch Einfluss auf das Verhalten des Balles. So wird der Ball auf einem Rasenplatz beim Führen schneller gebremst, wenn der Sportler ihn sich vorlegt, wobei er auf Hallenboden schneller außer Kontrolle gerät, da er durch das ebene und glatte Parkett nicht gebremst wird.
Im Folgenden möchte ich mich auf das qualitative Bewegungslernen mit dem Ball konzentrieren. Dazu gehört die Ballbehandlung mit dem Fuß, insbesondere die Ballannahme, sowie die Ballabgabe mit dem Fuß. Diesen Bewegungshandlungen kommt im wettkampfnahen Fußballspiel eine besondere Bedeutung zu. Sie müssen mit einer hohen Präzision und Stabilität ausgeführt werden, um Erfolg im Spiel zu haben. Das Training sollte nicht im ermüdeten Zustand durchgeführt werden, da dies negative Einflüsse auf die Konzentration des Sportlers hat, wodurch man keinen positiven Lernerfolg erzielen kann, da die koordinative Leistungsfähigkeit gestört ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Grundlagen des motorischen Lernens: Dieses Kapitel definiert motorisches Lernen als lebenslangen Prozess der Persönlichkeitsentwicklung und betont die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung von äußeren und inneren Lernvoraussetzungen.
2. Phasen des Bewegungslernens: Die Arbeit unterteilt den Lernprozess in die drei Phasen der Grobkoordination, Feinkoordination sowie die Phase der Feinstkoordination und variablen Verfügbarkeit.
3. Qualitatives Bewegungslernen: Hier wird der Fokus auf das bewusste Erleben und Verarbeiten von Sinneseindrücken gelegt, um ein tieferes Verständnis für Bewegungsabläufe zu entwickeln und das "Wie" und "Warum" einer Handlung zu begreifen.
4. Qualitatives Bewegungslernen am Beispiel Fußball: Das Kapitel überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf spezifische Fußballtechniken wie die Ballannahme und Ballabgabe und unterstreicht die Wichtigkeit von Qualität vor Quantität im Training.
Schlüsselwörter
Qualitatives Bewegungslernen, Motorisches Lernen, Fußball, Ballannahme, Ballabgabe, Grobkoordination, Feinkoordination, Bewegungsgefühl, Sporttechnik, Trainingsmethodik, Wahrnehmung, Differenzierungsfähigkeit, Feedback, Bewegungsabläufe, Sportmotorik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Einordnung und praktischen Anwendung des qualitativen Bewegungslernens im Kontext des Fußballsports.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Phasen des motorischen Lernens, die kognitive Komponente beim Bewegungslernen sowie die konkrete Anwendung bei Fußball-Techniken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch bewusstes Bewegungserleben und qualitativ hochwertige Trainingseinheiten die fußballerische Leistungsfähigkeit gesteigert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine sportwissenschaftliche Ausarbeitung, die auf einer Literaturanalyse motorischer Lernphasen basiert und diese auf fußballspezifische Bewegungsabläufe anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Phasen des Bewegungslernens, definiert den Begriff des "qualitativen Lernens" und erläutert praxisnahe Übungen für die Ballbehandlung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Qualitatives Bewegungslernen, Motorik, Ballkontrolle, Koordination und sportliche Technikschulung.
Warum ist das Training der Ballannahme so entscheidend für das qualitative Lernen?
Weil die Ballannahme ein hohes Maß an Feinkoordination und kinästhetischer Wahrnehmung erfordert, um den Ball unter verschiedenen Ausgangsbedingungen präzise zu kontrollieren.
Welche Rolle spielt der Trainer im qualitativen Lernprozess?
Der Trainer fungiert als Vermittler, der durch gezieltes Feedback und die Gestaltung von Bedingungen das bewusste "Erleben" der Bewegung beim Spieler anregen muss.
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- Mathias Herbst (Author), 2004, Qualitatives Bewegungslernen im Fußball, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64627