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Die Rolle der Arbeitswertlehre, des Marx'schen Wertbegriffs und der Methodik der logischen Deduktion, Abstraktion und Dialektik für Marx' "Kritik der politischen Ökonomie"

Title: Die Rolle der Arbeitswertlehre, des Marx'schen Wertbegriffs und der Methodik der logischen Deduktion, Abstraktion und Dialektik für Marx' "Kritik der politischen Ökonomie"

Term Paper , 2003 , 32 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Anne-Christin Sievers (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Summary Excerpt Details

Die folgende Abhandlung über die Kritik der Politischen Ökonomie von Karl Marx beschäftigt sich sowohl mit der Analyse ihrer Prämissen und Methoden als auch mit deren Verflechtung und soll als Aufforderung zur kritischen Reflexion über diese verstanden werden.
Dabei wird die Funktion von Methoden und Prämissen als elementar für jede Theorie im allgemeinen und für die Marxsche Theorie im besonderen angesehen, da sie Fundament und Metatext einer jeden Theorie bilden, stets mit einem spezifischen Wissenschaftsverständnis verbunden sind und auf ein bestimmtes Paradigma, eine bestimmte ideologische Grundhaltung hinweisen. Die Methoden- und Prämissenreflektion ist somit für die Weiterentwicklung jeder Theorie essenziell. Gerade in dieser Hinsicht scheint die Marxsche Theorie jedoch ein Defizit aufzuzeigen. Dies hat zur Folge, dass eine Weiterentwicklung der Theorie erschwert wird, diese anstatt dessen eher beständig um sich selbst kreist und unter sich bleibt.
Will man also das Verständnis der Marxschen Theorie erhöhen und ihre Funktionsweise offen legen, so muss man sowohl die Herkunft, die Motivation und die unterschiedlichen Interpretationen der Arbeitswertlehre und des Wertbegriffs als auch die Implikationen der Marxschen Methodik und die Kritik an derselben betrachten. Erst im Kontext, im Gegensatz, in der Differenz wird das Untersuchungsobjekt erkennbar, begreifbar und abgrenzbar. Daher soll durch diese Arbeit eine dialektische, dialogische Form verwirklicht werden, indem sowohl Argumentationsmuster und Argumentationsstrategien der Marxschen Theorie in Hinblick auf die Funktion der Prämissen und Methoden für die Theorie aufgezeigt werden als auch die Kritik an der Marxschen Methodik als Absicherungsmechanismus diesen entgegen gestellt wird. Durch die Reflexion über die Annahmen einer Theorie kann ein Erkenntniszuwachs über diese und eine Relativierung ihrer Gültigkeit abgeleitet werden. Des Weiteren stellt die Kenntnis der impliziten Annahmen und Konnotationen der Begriffe die Voraussetzung für die Vermittlung zwischen Theorien und für jede interdisziplinäre Tätigkeit dar.
Zunächst soll im ersten Teil der Arbeit die Arbeitswertlehre der klassischen politischen Ökonomie von Aristoteles über Smith bis hin zu Ricardo anhand ihrer historischen Entwicklung und Veränderung entfaltet und aus dieser die grundlegende Prämisse der Kritik der politischen Ökonomie, die Arbeitswertlehre von Marx, hergeleitet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Grundprämissen der Arbeitswertlehre und des daraus entwickelten Wertbegriffs der Kritik der Politischen Ökonomie

2.1 Ursprung und historische Entwicklung der Arbeitswertlehre

2.2 Die Arbeitswertlehre und der Wertbegriff bei Karl Marx

2.3 Bedeutung und Funktion der Arbeitswertlehre und des Wertbegriffs für die Kritik der Politischen Ökonomie

3 Die Bedeutung der Methoden Dialektik, logische Deduktion und Abstraktion für die Kritik der Politischen Ökonomie

3.1 Dialektik

3.2 Abstraktion

3.3 Logische Deduktion

4 Schlussbemerkung

5 Bibliographische Angaben

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die grundlegenden Prämissen und Methoden innerhalb von Karl Marx’ "Kritik der Politischen Ökonomie", insbesondere die Arbeitswertlehre und den Wertbegriff, um deren Funktion für das theoretische Gesamtsystem und deren Widerstandsfähigkeit gegenüber Kritik zu untersuchen.

  • Analyse der Arbeitswertlehre und des Marxschen Wertbegriffs
  • Untersuchung der methodischen Instrumente: Dialektik, Abstraktion und logische Deduktion
  • Reflexion der Marxschen Theorie als in sich geschlossenes, immunisiertes System
  • Kritische Gegenüberstellung von Marx’ Methodenverständnis und Kritikermeinungen
  • Diskussion der Möglichkeiten einer Weiterentwicklung ökonomischer Theorien

Auszug aus dem Buch

3.1 Dialektik

Zunächst muss die Definition der dialektischen Methode und ihre unterschiedliche Interpretation durch Hegel und Marx kurz umrissen werden.

Die Theorie der Dialektik im Hegelschen Sinne stellt die Behauptung auf, dass die Entwicklung des menschlichen Denkens durch die sogenannte dialektische Triade charakterisiert ist. Einer Idee, der Thesis, wird eine Gegenidee, die Antithesis, entgegengestellt, wodurch die auf einer höheren Erkenntnisebene liegende Synthesis entsteht, die als widersprüchliche Einheit aus Thesis und Antithesis gedacht werden muss. Die dialektische Triade beinhaltet laut Hegel die „Erkenntnis des logischen Satzes, daß das Negative ebensosehr positiv ist oder daß das sich Widersprechende sich nicht in Null, in das abstrakte Nichts auflöst“. Die durch den Widerspruch entstehende bestimmte Negation des Positiven „ist ein neuer Begriff, aber der höhere reichere Begriff als der vorhergehende; denn sie ist um dessen Negation oder Entgegengesetztes reicher geworden, enthält ihn also, aber auch mehr als ihn, und ist die Einheit seiner und seines Entgegengesetzten“. Hegel ist dabei Anhänger des Idealismus, also der Annahme, dass Geist und Idee das Primäre und das letztlich die Wirklichkeit und das Materielle bestimmende Prinzip darstellen.

Marx hingegen vertritt die Position des Materialismus, dem zufolge das Denken und alles Ideelle an die Materie als Primäres gebunden ist und sich die materielle Beschaffenheit im Ideellen widerspiegelt. Daher übernimmt er die dialektische Methode und den Gedanken der Entwicklung durch den Konflikt entgegengesetzter Kräfte von Hegel, modifiziert sie jedoch in Hinblick auf den von ihm favorisierten Materialismus: „Meine dialektische Methode ist der Grundlage nach von der Hegelschen nicht nur verschieden, sondern ihr direktes Gegenteil. Für Hegel ist der Denkprozeß [...] der Demiurg des Wirklichen, das nur seine äußere Erscheinung bildet. Bei mir ist umgekehrt das Ideelle nichts anderes als das im Menschenkopf umgesetzte und übersetzte Materielle.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel dar, die Prämissen und Methoden der Marxschen Theorie kritisch zu reflektieren, um deren Funktionsweise besser zu verstehen.

2 Die Grundprämissen der Arbeitswertlehre und des daraus entwickelten Wertbegriffs der Kritik der Politischen Ökonomie: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Arbeitswertlehre nach und analysiert Marx' Interpretation sowie deren zentrale Rolle für sein ökonomisches System.

2.1 Ursprung und historische Entwicklung der Arbeitswertlehre: Der Abschnitt grenzt objektive und subjektive Wertlehren voneinander ab und beleuchtet die Vorläufer der Arbeitswertlehre von Aristoteles bis zu den Klassikern.

2.2 Die Arbeitswertlehre und der Wertbegriff bei Karl Marx: Hier wird untersucht, wie Marx die Arbeitswertlehre weiterentwickelt und die Ware als Einheit von Gebrauchswert und Wert bestimmt.

2.3 Bedeutung und Funktion der Arbeitswertlehre und des Wertbegriffs für die Kritik der Politischen Ökonomie: Das Kapitel verdeutlicht die zentrale, fundamentale Funktion des Wertbegriffs als Keimzelle für das gesamte Argumentationssystem von Marx.

3 Die Bedeutung der Methoden Dialektik, logische Deduktion und Abstraktion für die Kritik der Politischen Ökonomie: Es wird analysiert, wie die Methoden mit den Prämissen verwoben sind und durch ihre Anwendung das System gegen externe Kritik absichern.

3.1 Dialektik: Dieser Abschnitt vergleicht die Hegelsche und Marxsche Dialektik und erörtert deren Rolle als Methode für die Erkenntnis der gesellschaftlichen Entwicklung.

3.2 Abstraktion: Hier wird das Marxsche Abstraktionsverfahren erläutert, das zur Isolierung ökonomischer Gesetzmäßigkeiten dient, aber auch Anlass für methodische Kritik bietet.

3.3 Logische Deduktion: Das Kapitel behandelt die Ableitung von Kategorien aus Axiomen und die damit verbundene Immunisierungsstrategie der Marxschen Theorie gegenüber empirischer Überprüfung.

4 Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Ergebnisse zusammen und regt an, die Marxsche Methodik im interdisziplinären Dialog mit modernen Wirtschaftswissenschaften kritisch zu prüfen.

5 Bibliographische Angaben: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Politische Ökonomie, Marxsche Theorie, Arbeitswertlehre, Wertbegriff, Dialektik, Abstraktion, logische Deduktion, Mehrwert, Gebrauchswert, Tauschwert, Methodik, Materialismus, Kapital, Klassenantagonismus, Ökonomische Theorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und methodischen Ansätze von Karl Marx in seiner "Kritik der Politischen Ökonomie", um deren interne Struktur und die Funktion dieser Theorien innerhalb seines Gesamtsystems zu analysieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Arbeitswertlehre, der Marxsche Wertbegriff sowie die methodischen Verfahren der Dialektik, Abstraktion und logischen Deduktion.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Verflechtung von Prämissen und Methoden bei Marx offenzulegen und kritisch zu reflektieren, wie diese das System einerseits theoretisch begründen und andererseits gegenüber Kritik absichern.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit selbst verwendet eine vergleichende und kritisch-analytische Methode, indem sie Marx’ Argumentationsmuster mit den Ansichten seiner Kritiker (wie z.B. Becker oder Burchardt) gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Grundprämissen der Arbeitswertlehre und die Untersuchung der methodischen Basis (Dialektik, Abstraktion, Deduktion) sowie deren jeweilige Vor- und Nachteile.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Begriffen gehören die Marxsche Kritik der Politischen Ökonomie, Arbeitswertlehre, methodische Reflexion, dialektischer Wertbegriff und die wissenschaftliche Absicherung durch Deduktion.

Warum ist laut der Arbeit eine Kritik an Marx’ Wertbegriff so schwierig?

Die Arbeit argumentiert, dass Marx’ Wertbegriff als Axiom fungiert, welches durch die deduktive Methode immunisiert ist, da jede Kritik von Marx sofort als Ausdruck eines bürgerlichen, "verkehrten" Bewusstseins abgewiesen werden kann.

Wie bewertet die Autorin die Anwendung der materialistischen Dialektik?

Die Autorin erkennt den Wert der Dialektik für die kritische Erkenntnis an, kritisiert jedoch deren Anwendung als "einzig mögliche" Methode, da dies die Theorie gegenüber weiterer Weiterentwicklung und externer Kritik verschließe.

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Details

Title
Die Rolle der Arbeitswertlehre, des Marx'schen Wertbegriffs und der Methodik der logischen Deduktion, Abstraktion und Dialektik für Marx' "Kritik der politischen Ökonomie"
College
University of Tubingen  (Institut für Soziologie)
Course
Einführung in die Politische Ökonomie Karl Marx'
Grade
1,5
Author
Anne-Christin Sievers (Author)
Publication Year
2003
Pages
32
Catalog Number
V64890
ISBN (eBook)
9783638575867
ISBN (Book)
9783656784555
Language
German
Tags
Bedeutung Grundprämissen Arbeitswertlehre Marxschen Wertbegriffs Methodik Deduktion Abstraktion Dialektik Kritik Einführung Politische Ökonomie Karl Marx Marx
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne-Christin Sievers (Author), 2003, Die Rolle der Arbeitswertlehre, des Marx'schen Wertbegriffs und der Methodik der logischen Deduktion, Abstraktion und Dialektik für Marx' "Kritik der politischen Ökonomie", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64890
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