Abgrenzung regionaler Wohnungsmärkte


Diplomarbeit, 2006

143 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis:

Tabellenverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis:

1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau und Methodik der Arbeit
1.3 Datenquellen

2 Die Stadt-Umland-Region und Modelle zur Abgrenzung
2.1 Begriff und Abgrenzung der Region
2.2 Modelle der Stadtregionen
2.2.1 Boustedt-Stadtregionen
2.2.2 BIK-Stadtregionen
2.2.3 Bewertung der Regionsabgrenzungsmodelle

3 Die Wohnungsmarktregion - Begriffsbestimmung, Prozesse und Methoden zur Abgrenzung
3.1 Sachliche Eingrenzung und Definition des Wohnungsmarktes
3.2 Aktuelle Trends der Siedlungsentwicklung
3.3 Aktuelle Ansätze zur Abgrenzung regionaler Wohnungsmärkte
3.4 Regionaler Wohnungsmarkt versus Stadtregion

4 Die räumliche Abgrenzung von Wohnungsmarktregionen mit Hilfe von Klassifizierungsverfahren
4.1 Verfahren der Raumklassifizierung
4.2 Vorstellung und räumliche Abgrenzung der Untersuchungsregionen
4.2.1 Die Untersuchungsregion Dresden
4.2.2 Die Untersuchungsregion Stuttgart
4.2.3 Die Untersuchungsregion München
4.3 Determinanten zur Abgrenzung von Wohnungsmarktregionen
4.3.1 Einführung
4.3.2 Verflechtungsindikatoren
4.3.2.1 Pendlerverflechtungen
4.3.2.2 Kleinräumige Migration
4.3.3 Strukturindikatoren
4.3.3.1 Größe und Dichte
4.3.3.2 Arbeitsmarkt
4.3.3.3 Mobilität und Erreichbarkeit
4.3.3.4 Demographie
4.3.3.5 Dynamik
4.4 Datenanalyse
4.4.1 Datenaufbereitung und Normierung
4.4.2 Ausreißeranalyse
4.4.3 Untersuchung der Variablenstruktur
4.4.4 Multivariate Clusteranalyse
4.5 Ergebnis und Darstellung der Clusteranalyse
4.6 Qualitätsüberprüfung
4.6.1 Validierung des statistischen Modells
4.6.2 Vergleich der Modellergebnisse mit bestehenden Stadt-Umland- Abgrenzungen
4.6.2.1 Stadtregion
4.6.2.2 BIK-Region
4.6.2.3 Weitere Abgrenzungen

5 Ergebnisdiskussion und Bewertung
5.1 Einflussfaktoren auf die Validität des Abgrenzungsmodells
5.2 Raumstruktur, Stadtgröße und Wohnungsmarktlage

6 Schlussbetrachtung

Literatur- und Quellenverzeichnis:

Anlagenverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis:

Abb. 1: Schematische Darstellung der Stadtregionen von Boustedt

Abb. 2: Bevölkerungsveränderung differenziert nach BIK-Strukturtyp

Abb. 3: Ablaufplan der Untersuchung

Abb. 4: Bevölkerungsentwicklung im Zeitraum 1990 bis 2004 unterteilt nach Entfernungszonen und Untersuchungsgebiet

Abb. 5: Potentielles Variablensystem zur Wohnungsmarktabgrenzung

Abb. 7: Siedlungsdichte der Untersuchungsgemeinden nach Reisezeitklassen

Abb. 8: Ausschnitt aus dem Dendogramm für das UG-Dresden

Abb. 9: Ablauf eines agglomerativen hierarchischen Clusterverfahren

Abb. 10: Elbow-Kriterium zur Bestimmung der optimalen Clusteranzahl am Beispiel der Einpendlergemeinden des UG-Dresden

Abb. 11: Ergebnisdarstellung Clustervarianten

Abb. 14: Zuzugsanteil aus der Kernstadt

Abb. 15: Bevölkerungsdichte

Abb. 16: Arbeitsplatzausstattung

Abb. 17: Überdeckungsgrad Wohnungsmarktregion und normative Region

Tabellenverzeichnis:

Tabelle 1: Abgrenzungsmerkmale der Boustedt-Stadtregionen 1950 und 1961

Tabelle 2: Merkmale und Schwellenwerte für die Abgrenzung der Stadtregion 1950 und 1961

Tabelle 3: durchschnittliche Reisegeschwindigkeit

Tabelle 4: Charakterisierung der Untersuchungsgebiete

Tabelle 5: ausgeschlossene Gemeinden nach Extremwertanalyse

Tabelle 6: Korrelationsmatrix zwischen Reisezeit und Einzelindikatoren

Tabelle 7: MSA-Werte der Ausgangsvariablen für Faktoranalyse

Tabelle 8: Rotierte Komponentenmatrix - Variomax Methode

Tabelle 9: Indikatorenauswahl (X) und Gewichtung der Clusteranalysevarianten

Tabelle 10: Auswertung Wohnungsmarktregion

Tabelle 11: Diskriminanzkoeffizienten

Tabelle 12: Zuordnungsergebnisse versus tatsächliche Zugehörigkeit

Tabelle 13: Standardisierte kanonische Diskriminanzkoeffizienten

Abkürzungsverzeichnis:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

„Ohne Dinge im Raum ist der Raum gar nichts“ A. Einstein.1

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Regionsabgrenzung und Regionstypisierung als taxonomisches Problem sind klassische geographische Forschungsfelder und wurden besonders intensiv in den 1960er und 1970er Jahren bearbeitet. Die aktuellen Entwicklungen ver- deutlichen aber, dass die bisherigen Ansätze nicht geeignet sind, um die tat- sächlichen funktionalen Verflechtungen darzustellen. Wachsende Mobilität, Globalisierungstendenzen und veränderte Interaktionsmuster führen zu einer Diskussion über bestehende Raumgliederungen. Dennoch wurde das Thema der Regionsabgrenzung in der aktuellen Forschung stark vernachlässigt und nur wenige Arbeiten haben sich in der Neuzeit mit dieser Problematik beschäf- tigt. Ursache dafür ist die zunehmend heterogene Siedlungsstruktur und die Verwischung klarer Raumgrenzen durch die Auflösung des Stadt-Land- Gegensatzes, die eine Raumgliederung erschweren.

Gerade auf den großstädtischen Wohnungsmärkten erfährt die Regionalisie- rung jedoch eine wachsende Bedeutung, da immer differenziertere Prozesse aufgrund des demographischen Wandels stattfinden und eine zunehmende Un- übersichtlichkeit und Unsicherheit über die Situation der Wohnungsmärkte herrscht.

Schrumpfende und wachsende Regionen grenzen direkt aneinander und eine genauere Betrachtung der Wohnungsmarktlage auf der Ebene der Stadtregio- nen ist notwendig geworden. Gerade auf dieser Ebene spielen sich die relevan- ten Wohnungsmarktprozesse ab, denn wohnungssuchende Haushalte orientie- ren sich nicht an Gemeindegrenzen, sondern agieren regional. Für diesen Be- trachtungsmaßstab existieren bisher nur wenige Ansätze zur Abgrenzung zweckmäßiger Räume, die sich ausschließlich auf eine Beispielregion be- schränken und aufgrund ihrer Methodik nicht universell auf verschiedene Ge- biete angewendet werden können. Auf der anderen Seite sind bestehende bun- desweit einheitliche Modelle zur Bestimmung von Stadt-Umland-Bereichen nicht geeignet, um regionale Wohnungsmärkte zu definieren. Nur eine funktional abgegrenzte Wohnungsmarktregion, deren Verlauf sich an den tatsächlichen Aktionsräumen und Verflechtungsstrukturen auf stadtregionaler Ebene orientiert, bildet die Grundlage für eine Akzeptanz der kommunalen Entscheidungsträger zu einer stärkeren Dezentralisierung der Verantwortlichkeiten. Es sollen daher im Rahmen dieser Arbeit Kriterien und methodische Lösungsmöglichkeiten für die Abgrenzung von regionalen Wohnungsmärkten anhand der drei Beispielregionen Dresden, Stuttgart und München entwickelt werden, deren Zuschnitt die räumliche Basis für eine regionalisierte Wohnungspolitik und eine effiziente Wohnungsmarktbeobachtung bilden.

1.2 Aufbau und Methodik der Arbeit

Aufbau

Der Gliederungsrahmen der vorliegenden Arbeit wird durch vier Hauptkomplexe gebildet. Zur Themenhinführung dienen zwei theoretische Grundlagenkomplexe, die sich wie folgt aufteilen.

In einem ersten Schritt (Kapitel 2.1) wird der Begriff der Region genauer definiert und die wichtigsten Regionalisierungsverfahren kurz erläutert. Nachfolgend werden im zweiten Abschnitt (Kapitel 2.2) zwei Grundlagenmodelle für die Abgrenzung von Stadt-Umland-Bereichen vorgestellt und bewertet.

Im zweiten theoretischen Grundlagenkomplex (Kapitel 3) wird der Begriff des Wohnungsmarktes näher betrachtet. Zusätzlich wird die Frage geklärt, welche Prozesse zur Herausbildung von regionalen Wohnungsmärkten führen und wel- che aktuellen Ansätze zur Bestimmung regionaler Wohnungsmärkte existieren.

Der dritte Untersuchungskomplex (Kapitel 4) konzentriert sich anhand der ge- wählten Beispielregionen auf folgende Fragestellung, deren Beantwortung den Aufbau leitet:

- Welche Klassifizierungsmethode kann für die Bestimmung von regiona- len Wohnungsmärkten angewendet werden?
- Welche Indikatoren eignen sich für eine Abgrenzung von regionalen Wohnungsmärkten bei einer Beschränkung auf ausschließlich sekundär
- statistisches Datenmaterial und mittels welcher Kriterien kann über die Qualität der Indikatoren geurteilt werden?
- Inwiefern kann die unterschiedliche Eignungsgüte der Eingangsgrößen in ein Abgrenzungsmodell integriert werden?
- Welche Umlandgemeinden sind Teil der Wohnungsmarktregionen in den Untersuchungsgebieten?
- Mittels welcher Methodik ist eine Ergebniskontrolle möglich?

In einem ersten Teil werden nach der Vorstellung der wichtigsten Verfahren zur Raumklassifizierung die drei Beispielregionen kurz vorgestellt und anschließend die vermuteten Indikatoren zur Abgrenzung von regionalen Wohnungsmärkten analysiert. Daran schließt sich die Datenanalyse an. Ihr folgt die Ergebnisdar- stellung der Klassifizierung und eine detaillierte Validitätsüberprüfung der ermit- telten Wohnungsmarktregionen mittels statistischer und sachlogischer Kontroll- kriterien.

Der letzte Komplex der Arbeit (Kapitel 5) dient einer ausführlichen Ergebnisdiskussion, die sich unter anderem mit der Frage beschäftigt, welche Faktoren die räumliche Ausprägung der Wohnungsmarktregion beeinflussen. Abschließend erfolgt eine zusammenfassende Darstellung der gewonnen Erkenntnisse, Hinweise auf notwendige, tiefer gehende Analysen und des zukünftigen Forschungsbedarfes, sowie eine Benennung der Aspekte, die im Rahmen dieser Arbeit nur ansatzweise untersucht werden konnten.

Methodik

Die Heterogenität des Untersuchungsgegenstandes bedingt eine Verwendung von mehreren Merkmalen für die Beschreibung und Abgrenzung einer Wohnungsmarktregion. Daher kann als Untersuchungsmethode neben einführenden uni- und bivariaten Analysen nur ein multivariates Verfahren in Betracht kommen. Wie für viele andere regionalwissenschaftliche Anwendungen eignet sich besonders die Clusteranalyse für diese Problematik.

Ziel der Clusteranalyse ist die Analyse der Struktur der Untersuchungsobjekte, welche in der vorliegenden Arbeit durch die Gemeinden symbolisiert sind, an- hand von abgrenzungsrelevanten Merkmalen. Darauf aufbauend kann eine Ein- teilung der Untersuchungsobjekte so vorgenommen werden, dass Homogenität innerhalb der Gruppen und Heterogenität zwischen den Gruppen bezüglich der Merkmale vorliegt.

Da neben den Eigenschaften der Untersuchungsgemeinden auch die Struktur der verwendeten Merkmale von hohem Interesse ist, werden der eigentlichen Klassifizierung eine bivariate Korrelation und eine Faktorenanalyse vorgeschaltet. Mit Hilfe dieser Verfahren ist es möglich, Aussagen über die Eignungsgüte der Indikatoren für das Abgrenzungsmodell zu erhalten und eine Auswahl bezüglich der zu verwendenden Merkmale zu treffen.

Zur statistischen Kontrolle der ermittelten Clusterergebnisse wird zusätzlich zu einer sachlogischen Überprüfung eine Diskriminanzanalyse durchgeführt. Da- durch ist ein statistischer Test zur Validität des Abgrenzungsmodells möglich. Des Weiteren bietet die Integration einer GIS-basierten Analysetechnik die Ge- nerierung des zusätzlichen Merkmals PKW-Reisezeit, welches neben den se- kundärstatistischen Daten zur Klassifizierung der Untersuchungsgemeinden verwendet wird.

Die Datenerhebung und die Datenanalyse werden anhand von drei Beispielregionen vorgenommen, deren unterschiedliche siedlungsstrukturellen und siedlungshistorischen Eigenschaften als Kontrollgrößen für die Stabilität des Klassifikationsmodells dienen.

1.3 Datenquellen

Die Arbeit basiert auf einem gemeindestatistischen Analyseansatz, zu dessen Zweck eine Vielzahl von Querschnittsdaten auf Gemeindeebene mit einem ge- meinsamen zeitlichen Bezugspunkt für das Jahr 2002 zusammengestellt wur- den (siehe Anlage 1). Aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit bilden die beschreibenden Daten zur Dynamik verschiedene Zeiträume innerhalb des Be- zugsrahmens von 1990 bis 2004 ab. Um eine Verzerrung der Ergebnisse durch kurzfristig schwankende Indikatoren zu vermeiden, wurden für diese Fälle Mit- telwertbildungen aus einem längerem Betrachtungszeitraum vorgenommen2.

Die Datenauswahl ist maßgeblich von drei Kriterien bestimmt, die Zugänglich- keit, die Verfügbarkeit der Daten und die inhaltliche Relevanz für die Thematik (siehe Kapitel 4.3). Die Durchführung einer eigenen Primärstatistik zur Erhe- bung weiterer Daten konnte aufgrund des damit verbundenen Aufwandes nicht durchgeführt werden.

Die Berufspendlerdaten und Daten zur Beschäftigtenstruktur von der Bundes- anstalt für Arbeit, sowie Angaben zum Kfz-Bestand vom Kraftfahrt-Bundesamt lagen am Institut für ökologische Raumentwicklung bereits vor und konnten für diese Arbeit verwendet werden. Die Wanderungsverflechtungsdaten wurden vom Forschungsdatenzentrum der Länder mittels einer Ferndatenabfrage zur Verfügung gestellt. Weitere Zahlen zum Wohnungsbestand und zu dessen Struktur, zur Wohnbaufertigstellung, zur Flächennutzung, zum Bevölkerungs- stand und zur natürlichen Bevölkerungsbewegung wurden aus dem Programm Statistik-lokal der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder bezogen.

Um einen Vergleich der ermittelten Wohnungsmarktregionen mit bestehenden Stadt-Umland-Abgrenzungen durchführen zu können, wurden zusätzlich die aktuelle Zuordnung der Gemeinden in die Stadtregionen vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung und die Gemeindeeinteilung in die BIK- Systematik von der Firma Aschpurwis und Behrens angefordert. Die Berechnung der PKW-Reisezeit erforderte überdies die Verwendung von digitalen Daten zur Bodenbedeckung und Landnutzung auf Basis des CORINE Land Cover Projektes und die Einbindung von Angaben zum Straßennetz und den Gemeindegrenzen.

2 Die Stadt-Umland-Region und Modelle zur Abgrenzung

Was verstehen wir unter dem Begriff der Region und welche Verfahren und Modelle existieren für die Bestimmung des räumlichen Zuschnittes? Die Beant- wortung dieser Fragestellung steht am Anfang dieser Arbeit und liefert neben Kapitel 3 die methodischen Grundlagen für die nachfolgenden eigenen Unter- suchungen.

Nach einer kurzen theoretischen Einführung in die Problematik der Regionsbil- dung stehen im folgenden Teil zwei Basiskonzepte im Vordergrund, die häufig in der stadtvergleichenden Forschung angewendet werden und das konzeptio- nelle Grundgerüst für den empirischen Teil der Arbeit bilden. Die Auswahl der zwei Modelle stellt zwar nur einen kleinen Teil der theoretischer Ansätze für die Regionsabgrenzung dar, resultiert jedoch aus ihrer breiten Anwendung. Eine kritische Betrachtung der analysierten Stadt-Umland-Modelle wird im letzten Teil dieses Kapitels vorgenommen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse be- gründen neben den Ausführungen in Kapitel 3.4 die Entwicklung eines eigenen Modells im empirischen Teil der Arbeit.

2.1 Begriff und Abgrenzung der Region

Wie für den Begriff des Raumes existieren auch für den Begriff der Region (lat. „Richtung, Gegend, Gebiet“) eine Vielzahl von unterschiedlichen Definitionen, deren Ursache in den verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen liegt, die diesen Terminus verwenden. Ein kleiner Einblick in die Vielschichtigkeit soll eine Auswahl von Begriffserklärungen liefern, die Boustedt benennt.3

- „Eine Region ist ein geographisch bestimmbarer Raum mittlerer Größen- ordnung, der als zusammengehörig angesehen wird.“4
- „Die Region ist als ein strukturell und entwicklungsmäßig eng aufeinan der bezogenes, in sich unterschiedlich ausgeprägtes Siedlungsgefüge aufzufassen, das vom Regionalzentrum bis zur letzten Kleinsiedlung an der Peripherie reicht.“5

Die Stadt-Umland-Region und Modelle zur Abgrenzung

- „Die Region ist ein Mischbegriff aus Raum und Kultur, der auf einem hohen Verallgemeinerungsniveau liegt. Die Region entsteht aus der ge- schichtlichen Wechselwirkung zwischen der Tendenz zur Entstehung neuer Kulturzonen und der universalistischen Tendenz zur Integration solcher Zonen.“6
- „The region is an area in wich accordant areal relations produce some form of cohesion. It is defined by specific criteria and is homogeneons only in terms of these criteria.”7
- „Strukturell sind Regionen damit als ein in sozioökonomischen Prozess- abläufen entstehendes Gefüge aufeinander bezogene Action-Settings auf einer Mesoebene zu verstehen, die sich im Zeitverlauf relativ ändern können.“8

Diese Auswahl der Definitionen zum Terminus “Region” lässt erkennen, dass keine allgemein gültige und umfassende Begriffsbestimmung existiert - gleichwohl wird aber deutlich, worin die Bedeutung einer Region liegt. Im Unterschied zum Raum besteht die Region aus Teilräumen, die anhand gewisser Abgrenzungseigenschaften, bestimmt durch ein oder mehrere Merkmale, als Einheiten aufgefasst werden können.9 Es sind somit zweckgebundene Raumabstraktionen auf der Ebene zwischen Stadt und Staat.

Auch in der aktuellen Diskussion wird der konstruktivistische Charakter der Regionen betont. Nicht mehr real vorhandene geographisch-räumliche Einheiten mittlerer Größenordnung, sondern auf spezifische Anwendungsfälle bezogene Raummodelle bilden Regionen.10

Die Regionsbildung ist methodisch gesehen eine Variante der Klassifizierung, bei der im Gegensatz zur Regionstypisierung die Bedingung zu erfüllen ist, dass die Raumelemente räumlich kontingent sind.11 Die Forderung nach Kontingenz bedeutet, dass die einzelnen Raumelemente benachbart und nicht räumlich isoliert sind. Der methodische Prozess zur Bestimmung und Abgrenzung von Regionen wird als Regionalisierung bezeichnet.12

Sowohl die Abgrenzung als auch die Typisierung erfolgt entweder nach dem Ähnlichkeitsprinzip oder dem Verflochtenheitsprinzip. Einige Autoren benennen daneben auch die Möglichkeit, Regionen mittels administrativer oder normativer Merkmale abzugrenzen. Dieser Variante der Regionalisierung liegen jedoch nicht deskriptive empirische Abgrenzungskriterien zugrunde, sondern es sind institutionell bestimmte Regionen mit der Aufgabe, ein möglichst hohes Maß an Praktikabilität bei der Umsetzung von Maßnahmen in der Planungspraxis zu erreichen.13

Bei der Anwendung des Ähnlichkeitsprinzips, auch als synthetische Regionali- sierung bezeichnet, werden diskrete räumliche Grundeinheiten (z.B. Gemein- den) zusammengefasst, die hinsichtlich eines Merkmals oder eines Merkmal- sets möglichst homogen sind. Ziel der synthetischen Regionalisierung ist die Zusammenfassung der Grundeinheiten über die Typenbildung. Erst durch die Typisierung anhand strukturbestimmender Merkmale ist es möglich, unter- schiedliche Räume miteinander zu vergleichen und darauf aufbauend abzu- grenzen.14

Die Verwendung des Verflochtenheitsprinzips führt zu funktionalen Raumeinhei- ten. Wichtigstes Abgrenzungskriterium sind die räumlichen Verflechtungsbezie- hungen zwischen den Systemelementen des betrachteten Raumes. Sie können sich zum Beispiel in Pendlerströme als sichtbare Erscheinung dieser Interaktio- nen manifestieren. Typisch für Funktionalräume ist die Betrachtung von Bezie- hungen ausgehend von einem Kern bzw. einem Knoten. Deshalb bezeichnet man in diesem Fall die Region auch als Nodalregion. Interaktionen finden häu- fig bilateral zwischen einem Gravitationsschwerpunkt und den umgebenden Raumeinheiten mit abnehmender Intensität zur Peripherie hin statt. Beispiele hierfür sind die Stadt-Umland-Regionen und die Arbeitsmarktregionen.15

In der Praxis der Regionsabgrenzungen werden häufig das Ähnlichkeitsprinzip und das Verflochtenheitsprinzip miteinander kombiniert.16 Raumeinheiten mit einem intensiven Interaktionsmuster weisen oftmals homogene Merkmalsaus- prägungen auf oder die strukturelle Homogenität ist Bedingung für die Abgren Die Stadt-Umland-Region und Modelle zur Abgrenzung zung funktionaler Regionen.17 So erfolgt nach Lauschmann die Bestimmung und Abgrenzung von Nodalregionen in zwei Schritten. Der Gravitationsschwer- punkt wird mit Hilfe von Strukturmerkmalen definiert, die beispielsweise Aussa- gen über das Maß der Zentralität treffen und die Abgrenzung der umliegenden Region wird mit Verflechtungsmerkmalen vorgenommen. Die Stärke der Ver- flechtungsintensität zwischen Gravitationsschwerpunkt und umgebenden Raumelementen bestimmt dann die Zuordnung zur Nodalregion.18

Problematisch ist die objektive und lineare Begrenzung der Region, denn „…die Identität bzw. Individualität der Region mindert sich kontinuierlich bzw. diskonti- nuierlich von einem Kernraum zu einem Peripherieraum.“19 Erschwert wird die eindeutige Grenzziehung bei der Verwendung mehrerer Merkmale, die ver- schiedene Sachgebiete beschreiben und den Grenzverlauf unterschiedlich be- einflussen. Gerade bei der Abgrenzung von stadtgeographischen Einheiten sind natürliche Zensuren in Form von Flüssen, Gebirgszügen, Seen oder Staats- grenzen eher selten und viel häufiger hat man es mit fließenden Raumübergän- gen zu tun. Andererseits benötigen zum Beispiel statistische Untersuchungen eine eindeutige Zuordnung von Raumelementen zu einer Region, die auch über längere Zeiträume konstant bleibt. Eine Möglichkeit besteht darin, die Anzahl der „Grenzfälle“ mit Hilfe geeigneter Verfahren zu minimieren und gegebenen- falls die Zuordnung empirisch zu prüfen.20 Denkbar wäre aber auch eine Mehr- fachzuordnung, wenn eine eindeutige Zuordnung zu einer Region oder zu ei- nem Gravitationsschwerpunkt nicht vertretbar ist. In diesem Fall würde man von nicht-disjunkten (sich überlappenden) Raumelementen sprechen.

Wurde früher die Meinung vertreten, dass die so genannte „Universalregion“ als Untersuchungsraum für verschiedene Analyse- und Handlungszwecke existiert, ist man heute der Auffassung, dass Raumgliederungen immer abhängig von der Forschungsfrage sind. Es gibt somit „…keine richtigen oder falschen Raum- gliederungen, sondern nur zweckmäßige und unzweckmäßige.“21 Entscheiden- den Einfluss auf die Zweckmäßigkeit haben dabei die Auswahl des Merkmals bzw. des Merkmalsets, die Auswahl der räumlichen Grundeinheit und die An wendung eines geeigneten Klassifizierungsverfahren. Eine genauere Betrachtung dieser Frage wird in Kapitel 4 vorgenommen.

2.2 Modelle der Stadtregionen

Städtische Agglomerationsräume bzw. metropolitane Gebiete sind funktional zusammenhängende Regionen, die über die administrativen Grenzen der Kern- stadt22 hinausreichen und ein Produkt von Suburbanisierung und Desurbanisie- rung sind. Sie bilden einen Wirtschafts- und Lebensraum mit engen Verflech- tungen zwischen Stadt und Umland.23 Modellhaft gesehen weisen diese Räume die typischen Eigenschaften einer Nodalregion auf. Sie bestehen aus mindes- tens einem Kern und einer bestimmten Anzahl umgebender Raumelemente, die aufgrund von funktionalen Austauschbeziehungen mit dem Kern und unterein- ander verbunden sind.

Die Stadtregion ist eine sozioökonomisch-funktionale Raumeinheit und wird wie folgt definiert: „Zum Agglomerationsraum einer Stadtregion wird derjenige Um- landbereich gerechnet, dessen Einwohner überwiegend städtische, d.h. nicht- landwirtschaftliche Berufe ausüben und von denen der überwiegende oder zu- mindest ein erheblicher Teil seine Existenzgrundlage in den Arbeitsstätten der Kernstadt hat.“24 Dabei ist nicht nur „Suburbia“ als Zone der modernen Vorstäd- te, sondern auch die Pendlerzone ein Teil der Stadtregion. Diese Zone erfuhr in den letzten Jahrzehnten einen umfassenden Transformationsprozess, der mit den Begriffen der Suburbanisierung und Desurbanisierung beschrieben wird und im Kapitel 3.2 näher betrachtet wird.25

Schon 1912 versuchte der Statistiker Schott durch einfache Radiusbildung städ- tische Agglomerationen in Deutschland abzugrenzen. Ziel war die Erstellung eines Abgrenzungsmodells unabhängig von Verwaltungsgrenzen, um verglei- chende Analysen der Stadtforschung durchführen zu können.26 Denn erst durch eine einheitliche Bestimmung von Stadtregionen bzw. Agglomerationsräumen können Entwicklungsprozesse im gesamten urbanen System untersucht und gesteuert werden.

In den 1950er Jahren entwickelte Boustedt in Anlehnung an das amerikanische Modell der „Standard Metropolitan Areas“ (SMA) das deutsche Stadtregions- modell. Das Konzept von Boustedt diente zum Zeitpunkt der Volkszählungen 1950, 1961 und 1970 zur amtlichen Abgrenzung von Stadtregionen, ist aber heute als Instrument der Raumordnung und Raumbeobachtung aufgrund der nach 1970 nicht erfolgten Modifizierung überholt. Alle neueren Ansätze zur Be- stimmung und Abgrenzung von Stadtregionen bauen jedoch auf Boustedts Mo- dell auf, weshalb es als Basismodell in Kapitel 2.2.1 näher betrachtet wird.

Die intensiven und dynamischen Strukturveränderungen, die sich seit den 1960er Jahren als großräumliche Dekonzentrationsprozesse bemerkbar mach- ten, erforderten eine Revision der Stadtregionen. Regionale Stadt-Umland- Ausbreitungseffekte und Wachstumsverlagerungen hin zu ländlich geprägten Gemeinden im weiteren Umland von Mittel- und Großstädten führten zu deutli- chen Verschiebungen in der Siedlungsstruktur der damaligen Bundesrepublik. Diese Veränderungen, verschärft durch gravierende Umgestaltungen der admi- nistrativen Gebietszuschnitte, konnten durch die zuletzt 1970 abgegrenzten Stadtregionen nicht mehr adäquat abgebildet werden. In Vorbereitung zur Volkszählung von 1987 wurde daher von der Akademie für Raumforschung und Landesplanung in Hannover (ARL) der Versuch einer Neuauflage der Stadtre- gionen gemacht.

Unter der Leitung von Neller wurde ein Arbeitskreis zur „Abgrenzung von Ag- glomerationsräumen“ eingerichtet mit der Zielstellung, die theoretischen und methodischen Grundlagen zu überprüfen und zu überarbeiten. Die Arbeiten kamen aber aufgrund der erheblichen Komplexitätszunahme des Modells und der zeitlichen Verschiebung der Volkszählung nicht über die konzeptionelle Phase und Indikatorenvorschläge hinaus und fanden keine praktische Anwen- dung. Andere Abgrenzungsmodelle konnten sich bundesweit nicht durchsetzten oder waren entweder nur für bestimmte Regionen entwickelt oder an bestimmte Anwendungszwecke gebunden.27 So erfolgt die Bestimmung von „Verdich- tungsräumen“ durch die Ministerkonferenz für Raumordnung nur anhand von Strukturmerkmalen. Verflechtungsmerkmale werden nicht berücksichtigt28, was eine Bestimmung von Stadtregionen nicht ermöglicht.

Auf Grundlage der Mikrozensusdaten von 1987 und aufbauend auf die Boustedt-Stadtregionen entwickelte das Institut BIK Aschpurwis+Behrens die BIK-Stadtregionen mit dem Anspruch, die aktuellen Verflechtungen von Siedlungsräumen abzubilden.29

Aufgrund der Allgemeingültigkeit und der breiten Anwendung der BIKSystematik in den Sozialwissenschaften, im kommerziellen Bereich und bei den nicht amtlichen Gliederungen des Statistischen Bundesamt wird dieses Modell in Kapitel 2.2.2 genauer erläutert.

Neben den BIK-Stadtregionen existiert seit 1994 von der BfLR eine Neuabgrenzung der Stadtregionen.30 Im Jahr 2000 wurde das Modell erneut modifiziert und die Neuen Bundesländer mit in die Berechnungen einbezogen.31 Konzeptionell folgt das Modell den Kriterien von Boustedt und wird daher im Rahmen dieser Arbeit erst in Kapitel 4.6.2.1 als Vergleichsgrundlage für die ermittelten Wohnungsmarktregionen genauer betrachtet.

2.2.1 Boustedt-Stadtregionen

Auf Grundlage der Zensusdaten von 1950 und nach dem Vorbild der „Standard Metropolitan Areas“ (SMA) entwickelte Olaf Boustedt ein deutsches Modell der Stadtregionen. Im Gegensatz zum amerikanischen Modell, welches lediglich eine Unterteilung nach Kernstadtkreis und Umlandkreis vorsah, differenzierte Boustedt das Umland in Ergänzungsgebiet, verstädterte Zone und Randzone.32 Die Methodik der Regionalisierung entspricht einer Kombination aus dem Ähn- lichkeits- und Verflochtenheitsprinzip.33 Dabei stand nicht die Abgrenzung von Planungsregionen im Vordergrund sondern die räumliche Bestimmung von Stadt-Umland-Verflechtungen mit Hilfe von sozioökonomischen und funktiona- len Abgrenzungskriterien. Das ursprüngliche Modell stützt sich auf einen Ver- flechtungsindikator (Auspendlerquote aus der Kernstadt), einen Dichteindikator (Bevölkerungsdichte) und einen Erwerbsstrukturindikator (Agraerwerbsquote) zur inneren und äußeren Differenzierung (siehe Tabelle 1 und Tabelle 2). Zusätzlich wurde anhand von empirischen Untersuchungen zur Bestimmung von Stadtregionen eine Einwohnerzahl von 80.000 im Einzugsbereich als Mindestmaß festgelegt. Die Kernstadt sollte mindestens 40.000 Einwohner zählen.34 Die Gemeinde stellt die kleinste Raumeinheit dar, die als Datenbasis zur Aggregation der Stadtregion dient.

Tabelle 1: Abgrenzungsmerkmale der Boustedt-Stadtregionen 1950 und 1961

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Boustedt 1975b: 343.

Tabelle 2: Merkmale und Schwellenwerte für die Abgrenzung der Stadtregion 1950 und 1961

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die intraregionale Differenzierung der Stadtregion ist in der Abbildung 1 darge- stellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Schematische Darstellung der Stadtregionen von Boustedt (Quelle: In Anlehnung an Boustedt 1966: 1919)

Das administrative Verwaltungsgebiet der zentralen Stadtgemeinde(n) bildet die ‚Kernstadt’. Diese Zone wird vom ‚Ergänzungsgebiet’ umschlossen, welches jene angrenzenden Gemeinden umfasst, die kernstadtähnliche Eigenschaften im Hinblick auf Siedlungscharakter, Struktur und Funktion aufweisen. Unter dem Gesichtspunkt der geplanten Abgrenzung von Wohnungsmarktregionen ist besonders die Zusammenlegung von Kernstadt und Ergänzungsgebiet zum sogenannten ‚Kerngebiet’ von Interesse. Die Zielpendleranalyse aus den Um- landgemeinden umfasst somit neben der Kernstadt auch die Gemeinden des Ergänzungsgebiets. Dies wird mit der Verlagerung von Betrieben aus der Kern- stadt in das direkte Umland begründet, die betrieblich und organisatorisch aber noch ein Teil des kernstädtischen Wirtschaftskomplexes sind. Würde man nur die Umlandpendler mit der Kernstadt als Ziel betrachten, „...erhält man ein nicht zutreffendes Bild der tatsächlichen wirtschaftlichen Zusammenhänge in diesem Raum.“35

Die ‚Verstädterte Zone’ ist geprägt durch eine geringere Siedlungsdichte und einer gewerblichen Erwerbstruktur der Bevölkerung mit starker Kerngebietsorientierung. Die restlichen Umlandgemeinden bilden die ‚Randzone’. Dazu zählen die Gemeinden mit einem höheren Anteil an Beschäftigten in der Landwirtschaft, aber auch deutlichen Pendlerströmen Richtung Kerngebiet, ausgelöst durch gewerbliche Arbeitskräfte.36

Zur Volkszählung 1970 wurde das Stadtregionsmodell an die geänderten Rah- menbedingungen, ausgelöst durch die Bevölkerungssuburbanisierung, ange- passt. So wurde beispielsweise die „Einwohner-Arbeitsplatz-Dichte“ anstatt der Bevölkerungsdichte als Merkmal zur Bestimmung von Kernstadt und Ergän- zungsgebiet verwendet und die Pendlerschwellenwerte geändert. Eine grund- sätzliche Überarbeitung des Modells fand aus Gründen der Vergleichbarkeit aber nicht statt.

In den Stadtregionen vollzogen und vollziehen sich umfassende Transformationsprozesse, die einer weiteren Anwendung des Stadtregionsmodells entgegenstanden. Sie sollen an dieser Stelle jedoch nur kurz angedeutet werden (zur genaueren Erläuterung siehe Kapitel 3.2):

- Die Stadt-Umland-Wanderung der Bevölkerung, der Industrie und der Dienstleistungen,
- der deutlicher Rückgang der Beschäftigten im landwirtschaftlichen Sek- tor,
- die Gemeinde- und Kreisreformen und Eingemeindungen und
- die Wiedervereinigung 1990 mit der damit verbundenen Bestimmung von ostdeutschen Agglomerationsräumen.37

2.2.2 BIK-Stadtregionen

Die BIK-Stadtregionen stellen eine Revision der Boustedt-Regionen dar und sind 1990 durch das Institut BIK Aschpurwis+Behrens entwickelt worden. Bis zur Modellneukonzeption im Jahr 2000 bildeten die Zensusdaten von 1987 für den westdeutschen Raum und vergleichbare Strukturdaten der damaligen DDR für den ostdeutschen Raum die Datengrundlage für die BIK-Stadtregionen. Verwendung findet die Systematik im ADM-Stichprobensystem und in der Marktund Mediaforschung.38 Nach 10-jähriger Nutzung erfolgte 2000 eine Neukonzeption des Modells, begründet durch:

- die unterschiedliche Datenbasis für Ost- und Westdeutschland,
- die geänderte Siedlungsstruktur durch anhaltende Suburbanisierung und
- das veränderte Pendlerverhalten.39

Die BIK-Regionen (vor 2000 als BIK-Stadtregion bezeichnet) gliedern die Ein- zugsbereiche bis auf die Ebene der Unterzentren gemeindescharf und ermögli- chen einen uneingeschränkten Ost-West-Vergleich durch die Verwendung einer einheitlichen Datenbasis. Die Abgrenzungsmethodik lehnt sich an das Modell von Boustedt an und verwendet als Basisdaten die „Pendlerdatei“ der Bundes- anstalt für Arbeit (sozialversicherungspflichtig Beschäftigte nach Arbeits- und Wohnort) und die Bevölkerung am Ort des Hauptwohnsitzes. Die bis zum Jahr 2000 verwendeten Strukturdaten Tagesbevölkerungsdichte, durchschnittliche Wohnfläche pro Wohnung, Anteil der Eigentümerwohnungen und Anteil der Einpersonenhaushalte zur inneren Differenzierung der Stadtregionen konnten wegen der nicht erfolgten Neuauflage der Volkszählung nicht mehr verwendet werden.

Als Kriterium für die äußere Abgrenzung der Einzugsbereiche gilt eine Aus- pendlerquote in Richtung der durch Schwellenwerte (siehe unten) bestimmten Kernstadt von mindestens 7%, die durch eine Zielpendleranalyse auf Gemein- debasis ermittelt wird. Bei einer Ausrichtung der Pendlerströme auf mehr als eine Kernstadt gilt der anteilsmäßig größte Pendlerstrom (auch als Pendlerprio- rität bezeichnet) als Merkmal für die Zuordnung der Gemeinde zu einer Kern- stadt. Die Klärung des so genannten „Verkettungsproblems“, welches beson- ders in Regionen mit einer Multikernstruktur auftritt wird nach folgendem Muster gelöst.

Sollte eine Umlandgemeinde aufgrund der Pendlerpriorität zu einem Subzent- rum gehören und die Pendlerströme aus dem Subzentrum selbst sind auf die hierarchisch höher geordnete Kernstadt ausgerichtet, dann erfolgt die Zuordnung der entsprechenden Umlandgemeinden zu der Kernstadt. Als Beispiel im Dresdener Raum würden die Umlandgemeinden, die aufgrund der Pendlerverflechtungen auf das Subzentrum Pirna ausgerichtet sind, dann der Kernstadt Dresden zugeordnet werden, falls Pirna primär Richtung Kernstadt orientiert ist. Neben den Berufspendlerverflechtungen gelten folgende Schwellenwerte für die Ausweisung einer BIK-Region:

- eine Einwohnerzahl der Kernstadt (mit einer oder mehreren Umlandge- meinden) von mindestens 5.000,
- eine Gesamteinwohnerzahl der BIK-Region von mindestens 6.000 und
- eine Einwohnerzahl von mindestens 15.000 für Solitärstädte40.41

Zur inneren Gliederung der BIK-Region wird lediglich das Merkmal der Einwohner-, Arbeitsplatzdichte verwendet:42

Bevölkerung + sv.-pflichtig Beschäftigte am Arbeitsort Fläche (in km2 ).

2.2.3 Bewertung der Regionsabgrenzungsmodelle

Das Modell der Stadtregionen auf Grundlage von Boustedt und die Weiterentwicklung der Firma BIK trägt bis heute entscheidend zu einem allgemeinen Verständnis stadtregionaler Entwicklungsprozesse bei. Nur durch eine bundesweit einheitliche Abgrenzungssystematik sind stadtvergleichende Untersuchungen möglich und deren Ergebnisse interpretierbar.

Die Stärken liegen in der Verwendung gleichartiger Merkmale und der Redukti- on auf die aussagekräftigsten Indikatoren zur Abgrenzung und inneren Diffe- renzierung einer Stadtregion. Sowie in der einfachen und daher transparenten Schwellenwertmethode, in der Vergleichbarkeit zu anderen international ver- wendeten Methoden zur Abgrenzung von urbanen Räumen und in der Fähigkeit des Modells, intraregional differenzierte Struktur- und Prozessanalysen durch- führen zu können.43 Ein weiterer Vorteil liegt in der tiefen regionalen Gliederung der Modelle durch die Verwendung der Gemeinde als kleinste Raumeinheit.

Seit Anfang der 1990er Jahre wird aber zunehmend Kritik an den klassischen Stadtregionsmodellen hinsichtlich ihrer Konzeption laut. So entsprechen ein konzentrisches Ringmodell und die Unterscheidung zwischen Stadt und Um- land nicht mehr den aktuellen Gegebenheiten. „Die zumindest für monozentri- sche Verdichtungsräume lange dominierenden eindimensionalen und stark hie- rarchisch geprägten Kernstadt-Umland-Beziehungen sind abgelöst worden durch ein differenziertes System unterschiedlich ‚begabter’ und sich tendenziell spezialisierenden Kommunen bzw. Teilräume mit einer Vielzahl unterschiedli- cher Verflechtungsbeziehungen.“44

Die ausschließliche Betrachtung von radialen und zentripetalen Interaktions- mustern in den Stadtregionsmodellen vernachlässigt die enorme funktionale Aufwertung der Umlandgemeinden in den letzten Jahrzehnten, die zu einem Anwachsen diffuser tangentialer Beziehungen45 zwischen den suburbanen Siedlungsbereichen geführt hat und insbesondere für polyzentrische Agglome- rationsräume eher dem Bild einer Netzwerkstruktur entspricht. Der Mitte des 20. Jahrhunderts noch postulierte Stadt-Land-Gegensatz hat sich zu einem Stadt- Land-Kontinuum gewandelt. Suburbane Strukturen sind von postsuburbanen Strukturen abgelöst worden, die auch mit dem Begriff der „Zwischenstadt“ be- zeichnet werden.

Aktuelle Untersuchungen bestätigen jedoch trotz der Vielfältigkeit stadtregionaler Strukturen eine bleibende Dominanz der Kernstädte gegenüber den Umlandgemeinden. So besitzen die Kernstädte eine weiterhin hohe Anziehungskraft auf die Umlandgemeinden. Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2003 stellte fest, das die großen Städte deutliche Beschäftigungsgewinne zu verzeichnen hatten. „Die Kernstädte sind nicht in einer diffusen stadtregionalen Polyzentralität untergegangen...“46, sondern das Stadt-Umland-Modell hat immer noch seine Gültigkeit.47

Einen weiteren Kritikpunkt betrifft die Verwendung der Indikatoren zur Abgren- zung und inneren Differenzierung von Stadtregionen. Im Fall des Modells von Boustedt kritisiert T ö nnies die fehlende theoretische und empirische Überprü- fung der Merkmale welche die Validität stark einschränkt. Die Festlegung bestimmter Schwellenwerte erfolgte intuitiv und entsprach dem im damaligen Forschungsausschuss konzentrierten Expertenwissen.48 Auch die Beschränkung auf Berufspendlerdaten und Bevölkerungszahlen im Fall der BIK-Regionen kann die zunehmende Komplexität des Wirkungsgefüges einer Stadtregion nicht mehr adäquat abbilden.

Des Weiteren erscheint die unreflektierte Übertragung der Abgrenzungssyste- matik auf die ostdeutschen Agglomerationsräume im Zusammenhang mit der historisch bedingten unterschiedlichen siedlungsstrukturellen Entwicklung eben- falls fragwürdig.

Ziel der klassischen Stadtregionsmodelle ist die vergleichende Stadtforschung. Gerade durch die häufig modifizierte Abgrenzungskonzeption sind jedoch Veränderungen über einen längeren Zeitraum nur schwer darstellbar, da diese nur bei unveränderten Gebietsabgrenzungen oder durch Umrechnungen auf einen einheitlichen Gebietstand erfasst werden können.49

Die benannten Kritikpunkte erklären die Verwendung neuer Abgrenzungsmo- delle bei stadtvergleichenden Untersuchungen. Dies betrifft zum Beispiel das Ring-Sektoren-Modell von Simon 50 oder die Beschränkung auf ein einfaches Pufferzonenmodell bei der Untersuchung siedlungsstruktureller Veränderungen im Umland der Agglomerationsräume durch das Institut für ökologische Raum- entwicklung.51

3 Die Wohnungsmarktregion - Begriffsbestimmung, Prozesse und Methoden zur Abgrenzung

Im folgenden Kapitel wird einführend der Begriff des Wohnungsmarktes genauer bestimmt. Notwendig ist eine tiefer gehende Untersuchung aufgrund der großen Heterogenität des Wohnungsmarktes und der fehlenden einheitlichen Begriffsdefinition in der Literatur und Praxis.

Eine Folge der Vielfalt von sektoralen und räumlichen Wohnungsteilmärkten und der aktuellen Umwälzungsprozesse ist die Entwicklung von Wohnungs- marktbeobachtungssystemen. Eine kurze Betrachtung dieser Thematik im zwei- ten Teil des nachfolgenden Kapitels und die Beschreibung der aktuellen Trends in der Siedlungsentwicklung im Kapitel 3.2 bildet die Begründung für eine stär- kere regionale Ausrichtung der Wohnungspolitik und der Wohnungsmarktbeo- bachtung.

Inhalt des Kapitels 3.3 ist die Analyse bisheriger Ansätze zur Abgrenzung von Wohnungsmarktregionen. Neben den bereits untersuchten Stadt-Umland- Modellen (siehe Kapitel 2.2.1 und 2.2.2) dienen die vorgestellten Verfahren ebenfalls als Grundlage für den empirischen Teil dieser Arbeit. Eine Diskussion über Stadtregionen und Wohnungsmarktregionen bildet den Anschluss des theoretischen Teils dieser Arbeit. Dabei erfolgt eine inhaltliche Begründung für die Nichteignung der bestehenden Modelle zur Abgrenzung von regionalen Wohnungsmärkten nach einer bundesweit einheitlichen Methodik.

3.1 Sachliche Eingrenzung und Definition des Wohnungs- marktes

Der Terminus des Wohnungsmarktes wird in der Literatur und in der Praxis nicht einheitlich verwendet. Zum einen wird darunter das gesamte Wohnungs- angebot und die Wohnungsnachfrage verstanden und zum anderen beschränkt sich der Begriff nur auf sektorale bzw. regionale Teilmärkte.52 Dabei versteht man unter einem Markt einen ‚gedachten’ Ort für den Austausch von Angebot und Nachfrage eines Gutes in einem bestimmten Zeitintervall, wodurch ökono- mische Beziehungen zwischen Anbieter und Nachfrager entstehen.53

Die Besonderheit des Wohnungsmarktes ist die Standortgebundenheit des Gu- tes Wohnung, seine lange Produktionsdauer und Langlebigkeit, die Heterogeni- tät und die mangelnde Substituierbarkeit.54 Die Immobilität des Gutes Woh- nung55 führt zu regionalen Teilmärkten, die durch unterschiedliche Preise für Wohnungen ähnlicher Größe und Ausstattung geprägt sind und deren räumli- che Ausdehnung durch die Bedingungen der Erreichbarkeit auf der mobilen Nachfragerseite begrenzt ist.56 Diese Erreichbarkeit definiert sich aus der ma- ximal zumutbaren Distanz zwischen Arbeitsplatz, Ausbildungsplatz, Versor- gungseinrichtungen und der Wohnung für die Wohnnutzenden. Dabei ist die maximal zumutbare Distanz weniger durch die Entfernung, sondern durch die Reisezeit bestimmt. Dieses entscheidende Kriterium wird daher im empirischen Teil der Arbeit als ein Indikator für die Abgrenzung regionaler Wohnungsmärkte verwendet.

Die Zuordnung einer Wohnung zu einem regionalen Teilmarkt erfolgt durch die räumliche Orientierung seiner Nutzer57, die durch Pendler- und Wanderungsströme als Ausdruck funktionaler Verflechtungsbeziehungen deutlich wird und ebenfalls im Indikatorenset berücksichtigt wird.

Eine genauere Betrachtung der Indikatoren Pendler- und Wanderungsströme erfolgt im Kapitel 4.3.2.

Die räumliche Aufsplitterung der Wohnungsmärkte bedingt, dass selbst im Fall eines landesweiten Ausgleichs von Wohnungsangebot und Wohnungsnachfrage, regionale Teilmärkte mit Wohnungsüberschuss neben Wohnungsmärkten mit Wohnungsmangel liegen können.58

Neben der räumlichen Aufspaltung des Wohnungsmarktes führen die unter- schiedlichen Gebäude- und Wohnungstypen, die verschiedenen Eigentumsfor- men und die Differenzierung nach Neubau- und Gebrauchtwohnung zu einer Aufteilung des Wohnungsmarktes in sektorale Teilmärkte. Sektorale und regio- nale Teilmärkte stehen in enger Beziehung zueinander, weshalb eine isolierte Betrachtung nicht ausreicht, um einen Überblick über das Marktgeschehen zu bekommen.

Des Weiteren existieren die so genannten sozialökonomischen Teilmärkte, die sich aufgrund der Zugangsbarrieren (z.B. durch das Haushaltseinkommen) des Marktes und persönlicher Präferenzen der Anbieter für bestimmte Nachfragergruppen innerhalb von Städten herausbilden. Dadurch können auch innerhalb eines regionalen Wohnungsmarktes sozialökonomische Teilmärkte mit hohem Nachfragedruck und geringer Nachfrage nebeneinander liegen.59

Die Vielzahl räumlicher und sektoraler Wohnungsteilmärkte und die unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen (Mietpreisbildung und Marktzugang) führen zu einem sehr heterogen Markt mit einer stark begrenzten Transparenz für Anbieter und Nachfrager. Eine Einschätzung über die Marktsituation wird den Marktteilnehmern erschwert und es können sich somit erhebliche Preisunterschiede für äquivalente Wohnungen ergeben.60

Wohnungsmarktbeobachtung

Neben der beschriebenen systembedingten Heterogenität des Wohnungsmark- tes führt der aktuelle Wandel vom Anbieter- zum Nachfragermarkt, die zuneh- mende Überalterung und Schrumpfung der Bevölkerung, die sozialräumliche Segregation, die Pluralisierung der Lebensstile und die Expansion der Aktions- und Lebensräume zu einer zusätzlichen Verringerung der Wohnungsmarkt- transparenz. Gerade öffentliche und private Entscheidungsträger benötigen je- doch eine genaue Informationsgrundlage für eine zukunftsträchtige Wohnungs- und Siedlungsflächenpolitik.61

Basis dafür bieten die Wohnungsmarktbeobachtungssysteme, die 1992 erstma- lig in Nordrhein-Westfalen eingesetzt wurden.62 Ihre Aufgabe ist die Beschrei- bung der aktuellen Wohnungsmarktlage und der Versorgungssituation der Be- völkerung, sowie die Darstellung von Strukturveränderungen und langfristigen Trends, die maßgeblichen Einfluss auf die Wohnungsmärkte ausüben.63

Bis jetzt beschränken sich die Wohnungsmarktbeobachtungssysteme jedoch auf die kommunale Ebene64 oder auf die Ebene der Bundesländer. Teilweise erfolgt eine Differenzierung auf der Kreisebene65 oder nach Siedlungstypen66. Diese Betrachtungsebene spiegelt aber nicht den tatsächlichen Zuschnitt eines räumlichen Wohnungsteilmarktes wieder, sondern die Abgrenzung erfolgte nach normativen Gesichtspunkten.

Für die Wohnungsmarktbeobachtung ist die Region auf der Ebene zwischen Gemeinde und Kreis der entscheidende Betrachtungsmaßstab für die Einschät- zung der Wohnungsmarktsituation und für die Prognose zukünftiger Entwick- lungen. Die Beschränkung einiger neuer Projekte zur Wohnungsmarktbeobach- tung auf die kommunale Ebene entspricht nicht der Entscheidungswahl woh- nungssuchender Haushalte, deren Suchradien durch Gemeindegrenzen nicht beeinflusst werden.67 Auch der Alltag der Bewohner ist nicht an eine Gemeinde gebunden, sondern spielt sich in der gesamten Stadtregion ab (siehe auch Ka- pitel 3.2).

Eine Betrachtung auf der administrativen Ebene der Kreise führt aber wiederum zu einer Aggregation der einzelnen regionalen Wohnungsmärkte, wodurch es im Extremfall zu einem globalen Marktausgleich trotz Wohnungsmangel und Wohnungsüberschuss innerhalb eines Kreises kommen kann.

Bisher ist die Wohnungsmarktregion immer noch ein „weißer Fleck auf der Landkarte“.68 Hauptursache ist die fehlende Motivation zu einer interkommunalen Kooperation im Bereich des Wohnungsmarkt- und Siedlungswesen. Zu sehr stehen die Gemeinden vor dem Hintergrund der einwohnerabhängigen Gemeindefinanzen69 und dem aktuellen oder potenziellen Rückgang der Einwohnerzahl in Konkurrenz zueinander.70

Doch die interkommunalen Verteilungswettkämpfe um Einwohner führen zu einer Schwächung der gesamten Region. In der heutigen Zeit stehen nicht mehr einzelne Städte oder Gemeinden im Wettbewerb zueinander, sondern in Folge der Globalisierung kommt es zu einer Maßstabserweiterung auf die regionale Ebene. Im globalen Wettbewerb wird die Region und nicht die einzelne Gemeinde wahrgenommen71 und die internationale Konkurrenzfähigkeit der Region ist zum einen von einer starken Kernstadt und zum anderen von einer überall gegebenen hohen Wohn- und Lebensqualität abhängig.72 Ein weiterer Grund für den ‚weißen Fleck auf der Landkarte’ ist der Umstand, dass sich bisher noch keine Methode zur Bestimmung von Wohnungsmarktre- gionen in der Fachöffentlichkeit durchsetzen konnte. In Kapitel 3.3 werden da- her die aktuellen Modelle zur Abgrenzung von Wohnungsmarktregionen genau- er untersucht. Der Darstellung geht eine Betrachtung der Prozesse voraus, die zur Entstehung von regionalen Wohnungsmärkten geführt haben.

3.2 Aktuelle Trends der Siedlungsentwicklung

Inhalt dieses Kapitels ist die Beschreibung der wichtigsten Entwicklungstrends, die entscheidenden Einfluss auf die Wohnungs- und Siedlungsmärkte in Deutschland in den letzten Jahrzehnten ausübten. Im ersten Teil erfolgt eine genauere Darlegung der Bevölkerungssuburbanisierung, die bis 1990 nur für den westdeutschen Raum relevant war und erst ab 1990 auch im ostdeutschen Raum einen maßgeblichen Entwicklungstrend darstellte. Anschließend erfahren weitere Aspekte, wie die Zusammensetzung und die Aktionsräume suburbaner Haushalte, eine genauere Betrachtung.

Dominierendes Merkmal in Westdeutschland ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war die zunehmende Randwanderung der Bevölkerung und nach- folgend der Arbeitsplätze aus den Kernstädten in das Umland. Dieser Prozess wird als Suburbanisierung bezeichnet, die laut Definition eine “... Zunahme des Umlandanteils bzw. Abnahme des Kernstadtanteils der Bevölkerung und Be- schäftigung in städtischen Räumen bei gleichzeitiger Veränderung der Sied- lungs-, der Wirtschafts-, der Bevölkerungs- und Sozialstruktur in Kernstadt und Umland...“73 darstellt. Entscheidend ist dabei die Verschiebung des Schwer- punkts der räumlichen Verteilung von Bevölkerung und Arbeitsplätzen aus der Kernstadt in das Umland. Diese Verschiebung erfolgt nicht unabhängig vonein- ander und führt trotz struktureller Unterschiede zwischen Kernstadt und Umlandzu einem eng durch Mobilität, Verkehr und Kommunikation verflochtenen Gesamtraum - zu einer Stadtregion.74

Allerdings ist die relative Zunahme des Umlands an Bevölkerung nicht nur auf die intraregionalen Wanderungsströme zurückzuführen, sondern auch Produkt einer unterschiedlichen internationalen und interregionalen Wanderungsverteilung und Differenzen in der natürlichen Bevölkerungsentwicklung.

Im Folgenden wird hauptsächlich die Stadt-Umland-Wanderung und die Tan- gential- und Randwanderung betrachtet, also Wanderungsprozesse, die sich innerhalb der Stadtregion zwischen Kernstadt und Umland oder zwischen Um- landgemeinden abspielen. Im Gegensatz zu den Fernwanderungen, welche die Grenzen einer Stadtregion überschreiten und oftmals Folge eines Arbeitsplatz- wechsels sind und damit auch eine vollständige Neuausrichtung des Aktions- raumes beinhalten, ist die Nahwanderung lediglich eine Verlagerung des Wohn- orts. Dabei werden häufig die Standorte der sonstigen räumlichen Aktivitäten (Arbeitsort, Bildung etc.) beibehalten.75

Ursachen und Ablauf der Wohnsuburbanisierung

Waren zunächst nur Siedlungsflächen entlang der radial verlaufenden Ver- kehrsachsen vom Wachstum betroffen, schuf die Wohlstandsentwicklung nach dem zweiten Weltkrieg und die damit verbundene Massenmotorisierung die Voraussetzung zur Erschließung der Achsenzwischenräume.76 Motor dieser Entwicklung war zum einen das Bevölkerungswachstum und zum anderen die gestiegenen Wohnansprüche. So stieg der Wohnflächenkonsum, ermöglicht durch die hohen Einkommenszuwächse, von 15 m2 pro Einwohner im Jahr 1950 auf 41,6 m2 im Jahr 2002.77 Verwirklichung fanden die Wohnbedürfnisse in Form der klassischen Ein- und Zweifamilienhäuser am Stadtrand. Zum einen wurden dadurch die Nachteile einer dichten städtischen Bebauung gemindert und zum anderen lagen die benötigten städtischen Infrastruktureinrichtungen noch in einer erreichbaren Entfernung. Die Verfügbarkeit eines Autos war dabei Grundvoraussetzung für die räumliche Trennung von Wohnen und Arbeiten.78 Der damit einhergehende ansteigende Siedlungsflächenbedarf ist aber aucheine Konsequenz aus der zunehmenden Haushaltsverkleinerung, bedingt durch die Singularisierung und die Alterung der Gesellschaft.

Eine weitere wesentliche Ursache für den Prozess der Suburbanisierung liegt in dem Bodenpreisgefälle zwischen Kernstadt und Umland. Besonders Haushalte, die Eigentum bilden wollen, reagieren sehr sensibel auf Preisunterschiede und nehmen längere Fahrzeiten für günstigere Bodenpreise in Kauf. Wohnungssu- chende Haushalte und Unternehmen „rutschen“ entlang der Dichtekostenkurve von der Kernstadt in die Peripherie, bis das Investitions- und Haushaltsbudget und die Präferenzordnung mit dem Standortangebot übereinstimmen. Die dabei entstehenden Mobilitätskosten werden nur unzureichend in die Wanderungs- entscheidung mit einbezogen. Häufig werden nur die Benzinkosten für die Auto- fahrt zur Arbeit berechnet, aber die Anschaffungs- und Unterhaltskosten für ei- nen Zweit- oder Drittwagen nicht berücksichtigt.79

Zwar erfuhren schon im Zuge der Industrialisierung die Städte ein flächenhaftes Wachstum, aber erst ab den 1960er Jahren spricht man in der Bundesrepublik vom Einsetzen des Suburbanisierungsprozesses. Das Bevölkerungswachstum in den Umlandgemeinden war relativ gesehen höher als in den Kernstädten und hatte seinen ersten Höhepunkt Ende der 1960er bis Ende der 1970er Jahre. Im Gegenzug verringerte sich seit Mitte der 1970er Jahre die Einwohnerzahl der Kernstädte. Antwort auf diese Entwicklung waren umfangreiche Eingemeindungen, die zu einer Angleichung der Siedlungsstruktur und zu einer kurzfristigen Abnahme von Stadt-Umland-Wanderungen führten.80

In den neunziger Jahren gab es einen erneuten Anstieg der Stadt-Umland- Wanderungen. Diese wurden durch die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er Jahre ausgelöst, die in die Familien- und Eigentumsbildungsphase eintraten. Verstärkt wurde dieser Prozess durch die unerwartete Anspannung der Woh- nungsmärkte in Folge der Wiedervereinigung und der Zuwanderung aus den osteuropäischen Ländern.81

Dekonzentrationsprozesse in Ostdeutschland begannen erst nach der politi- schen Wende 1990 die Siedlungsstruktur nachhaltig zu ändern. Viele Autoren sprachen von einer ‚nachholenden’ Suburbanisierung, da sich in der Bevölkerung ein enormer Nachfragedruck nach suburbanen Wohnen aufgebaut hatte, der in der DDR nicht befriedigt werden konnte. Auch die intensive staatliche Subventionierung des Wohnungsbaus ohne räumliche Steuerung führte zur Forcierung der Wohnsuburbanisierung.82

Die Abfolge der klassischen Suburbanisierung, beginnend mit der Wohnsuburbanisierung, gefolgt von der Suburbanisierung der Dienstleistungen und abschließend von Gewerbe, Industrie und Freizeiteinrichtungen, ließ sich in den neuen Bundesländern nicht bestätigen. Vielerorts entstanden gleichzeitig zur Wohnsuburbanisierung auf der ‚grünen Wiese’ vor den Städten großflächige Einzelhandelseinrichtungen, als Konsequenz aus den ungeklärten Eigentumsverhältnisse in den Innenstädten, einer erst im Aufbau befindlichen Stadt- und Regionalplanung und extrem günstigen Bodenpreisen.

Insgesamt lässt sich konstatieren, dass die Suburbanisierung in Westdeutsch- land wesentlich weiter vorangeschritten ist als im ostdeutschen Raum. Das Siedlungsmuster im engeren und weiteren Umland der Großstädte zeigt patch- workartige Strukturen auf, geprägt durch ein nebeneinander von Frei- und Ackerflächen, alten Dorfkernen, neuen Wohnkomplexen in Ein- und Zweifamili- enbauweise und Zeilenbauweise, sowie von Gewerbe-, Industrie- und Einzel- handelseinrichtungen.83

Städtische Strukturen sind weit in die Peripherie vorgedrungen und haben mitt- lerweile den zweiten und teilweise auch dritten und vierten Suburbanisierungs- ring erreicht.84 Suburbanes Wohnen in einer Entfernung von mehr als 30 Kilo- meter vom Stadtzentrum ist keine Seltenheit mehr. Die Gründe hierfür sind in der fast ubiquitären Verfügbarkeit ehemals städtischer Dienstleistungsangebo- te, in dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur und in den gestiegenen Bodenprei- sen im engeren suburbanen Raum zu suchen. Die ehemals als reine „Schlaf- städte“ bezeichneten suburbanen Kommunen sind heute „funktional vollständi- ger“ geworden.85 Neben der Bevölkerungssuburbanisierung führte besonders die Suburbanisierung des Einzelhandels, der Gewerbe- und Industriebetriebe und Freizeiteinrichtungen zu einer funktionalen Anreicherung und Aufwertung der Umlandkommunen. Umschrieben wird das Ergebnis dieses Prozesses von Sieverts mit dem Begriff der „Zwischenstadt“.86

Infolge der relativ kurzen Suburbanisierungsphase ist in Ostdeutschland dage- gen lediglich das direkte Umland der großen Städte durch die Stadt-Umland- Wanderung geprägt und nur ein schmaler suburbaner Gürtel umschließt die Kernstädte. Die peripheren ländlichen Räume sind eher von Abwanderung, als von Wanderungsgewinne durch Stadt-Umland-Wanderung gekennzeichnet.87 Auch lässt sich feststellen, dass das Ausmaß der Nahwanderungsverluste von der Angespanntheit der städtischen Wohnungsmärkte abhängt. In Märkten mit hohen Nachfrageüberhängen wandern mehr Personen ins Umland, als in Märk- ten mit ausreichend Möglichkeiten zur Verwirklichung der Wohnvorstellungen zu angemessenen Preisen. Dies betrifft besonders die ostdeutschen Woh- nungsmärkte mit hohen innerstädtischen Leerständen88.89

Interessant ist auch der Umstand des wesentlich höheren Pendleraufkommens in Ostdeutschland. Ursache dafür ist die ausgeprägte Dominanz der Kernstädte als Arbeitsmarktzentren, verstärkt durch die im Vergleich zu Westdeutschland geringere Suburbanisierung der Arbeitsplätze. In westdeutschen Stadtregionen haben die suburbanen Beschäftigungsmärkte gegenüber der Kernstadt eine gewisse Emanzipation erlangt.90 Von einer Abkopplung der suburbanen Räume zu sprechen wäre aber sicherlich noch verfrüht.

Aktuell ist deutschlandweit ein Rückgang der Suburbanisierung zu beobachten. Teilweise spricht man sogar von Reurbanisierungserscheinungen, da die Kernstädte seit 1998 wieder vermehrt Einwohnerzuwächse gegenüber dem Umland zu verzeichnen haben ( siehe Abbildung 2). Begründet wird dies mit der zunehmenden Attraktivität des Wohnens in der Stadt.

Rückgang der Wohnungsnachfrage durch Stagnation und Schrumpfung der Bevölkerung, die eine Reduktion der Mieten und eine Entspannung der Woh- nungsmärkte verursachte, qualitative Aufwertung städtischer Standorte und Ausbau der innerstädtischen Wohnungsangebote lässt das urbane Wohnen wieder in den Mittelpunkt rücken und führt zu einer verminderten Stadt-Umland-

Wanderung und zu einer signifikanten Rückwanderung aus dem Umland in die Kernstadt.

Auch die Beschäftigungssuburbanisierung hat sich abgeschwächt als Folge des Wachstums überregionaler Dienstleistungsanbieter, wie Finanz- und Bera- tungsdienste, die traditionell eine hohe Bindung an städtische Standorte auf- weisen.91

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Bevölkerungsveränderung differenziert nach BIK-Strukturtyp (Quelle: eigene Berechnung nach Daten der statistischen Landesämter und BIK Aschpurwis und Behrens GmbH)

Struktur und aktionsräumliches Verhalten suburbaner Haushalte

Gerade für die Bestimmung regionaler Wohnungsmärkte sind neben den Kenntnissen über die aktuelle Siedlungsentwicklung auch Informationen über die Struktur der Stadt-Umland-Wanderer und über die räumliche Ausrichtung suburbaner Haushalte relevant.

Als Reaktion auf die finanziellen Zuweisungsverluste durch die Abwanderung und der zunehmenden Belastung der städtischen Haushalte aufgrund der sozialräumlichen Segregation haben viele Städte in der Neuzeit die Fragestellung untersucht, welche Haushaltstypen die tragenden Säulen der Suburbanisation sind und was die Beweggründe für ihre Stadtflucht sind.

Anhand von ca. zehn westdeutschen empirischen Wanderungsstudien92, deren Kernaussagen zusammengefasst wurden93, sollen allgemeine Angaben über die Zusammensetzung suburbaner Haushalte gemacht werden. Die Verteilung der Haushaltsgröße erfordert eine Revidierung der vorherr- schenden Meinung, dass größtenteils Familien mit Kindern ins Umland ziehen. Die Umfragen haben ergeben, dass zwischen 55% und 85% der Stadt-Umland- Wanderer der Gruppe der Single- und Zweipersonenhaushalten angehören. Trotzdem ist eine gewisse “demographische Selektion“ erkennbar.94 So ist zum Beispiel der Kinderanteil unter den Münchner Fortzugshaushalten dreimal so hoch wie in der Stadt selbst.95

Auch der Anteil der eigentumsbildenden Abwanderungshaushalte ist mit unter 50% geringer als erwartet.96 Trotzdem ist gegenüber der Kernstadt eine bis zu viermal höhere Eigentumsquote auch Resultat der Eigentumsbildung der abgewanderten Haushalte.

Bei der Einkommenszusammensetzung lässt sich erkennen, dass besonders die so genannten „Schwellenhaushalte“ aufgrund ihrer erhöhten Preissensibili- tät ins Umland ziehen. Es ziehen hauptsächlich Haushalte mit einem mittleren Einkommen zwischen 3.000 und 5.000 DM97 in die suburbanen Vororte um.

[...]


1 Boesch 1989: 41.

2 siehe z.B. Indikator Wanderungsvolumen und Zuwanderung

3 Vgl. Boustedt 1975a: 83.

4 Lange 1970: Sp. 2705.

5 Isbary 1968: 13.

6 Brede und Ossorio 1967: 3 nach Odum 1951: 408.

7 Boustedt 1975a: 85 nach Whittlesey 1954: 32.

8 Weichhart 1996: 40f.

9 Vgl. Landwehr 1975: 56.

10 Vgl. Wiechmann 2000: 173f.

11 Vgl. Bahrenberg 1988: 2.

12 Vgl. Fischer 1982: 36.

13 Vgl. Landwehr 1975: 66f.

14 Vgl. Hoffmeyer-Zlotnik 2000: 39f.

15 Vgl. Sinz 1995: 807.

16 Vgl. z.B. Wixforth, J. u.a. 2005: Abgrenzung der Stadtregionen Hamburg und Berlin- Potsdam auf Basis von Pendlerverflechtungen.

17 Vgl. Sinz 1995: 807.

18 Vgl. Lauschmann 1973: 29.

19 Heiland 1968: 659.

20 Vgl. Boustedt 1975a: 161ff.

21 Bahrenberg 1988: 2.

22 Nach der Definition des BBR sind Kernstädte kreisfreie Städte mit mehr als 80.000 Einwohnern. Sie bilden in der Regel das Oberzentrum einer Region (vgl. Webseite BBR).

23 Vgl. Hoffmeyer-Zlotnik 2000: 82f.

24 Boustedt 1970: 17.

25 Vgl. Hoffmeyer-Zlotnik 2000: 83.

26 Vgl. Gaebe 1987: 177.

27 Vgl. Tönnies 1988: 14.

28 Vgl. Gaebe 1987: 177.

29 Vgl. Hoffmeyer-Zlotnik 2000: 83f.

30 Das BBR definiert heute Städte über 80.000 Einwohner als Kernstädte einer Stadtregion. Über den Ansatz der Berufspendlerverflechtungen wird diese Stadtregion in ein Kerngebiet sowie in einen inneren und äußeren Pendlereinzugsbereich unterteilt. Aktuell wurden vom BBR 62 Stadtregionen mit insgesamt 117 Kernstädten in Deutschland abgegrenzt. (vgl. Webseite BBR)

31 Vgl. Göddecke-Stellmann u.a. 2000: 2.

32 Vgl. Boustedt 1960: 10.

33 Vgl. Tönnies 1988: 12f.

34 Vgl. Hoffmeyer-Zlotnik 2000: 84.

35 Boustedt 1975b: 343f.

36 Vgl. Boustedt 1975b: 343f.

37 Vgl. Hoffmeyer-Zlotnik 2000: 87f.

38 Vgl. Hoffmeyer-Zlotnik 2000: 91.

39 Vgl. BIK Aschpurwis+Behrens GmbH 2001: 2.

40 Als Solitärstädte gelten alle Siedlungen ohne angebundene Gemeinde.

41 Vgl. BIK Aschpurwis+Behrens GmbH 2001: 3.

42 Vgl. BIK Aschpurwis+Behrens GmbH 2001: 7.

43 Vgl. Tönnies 1988: 14.

44 Priebs 2004: 24.

45 Vgl. Motzkus 2001: 197.

46 Adam 2005: 503.

47 Vgl. Adam 2005: 503.

48 Vgl. Tönnies 1988: 14.

49 Vgl. Gaebe 2005: 70.

50 Siehe Simon, M. 1990: Das Ring-Sektoren-Modell – Ein Erfassungsinstrument für demographische und sozio-ökonomische Merkmale und Pendlerbewegungen in gleichartig definierten Stadt-Umland-Gebieten. Bern: Geographisches Institut Bern.

51 Siehe Siedentop, S., Kausch, S., Einig, K., Gössel, J. 2003: Siedlungsstrukturelle Veränderungen im Umland der Agglomerationsräume. Forschungen, Band 114. Bonn: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung.

52 Vgl. Kühne-Büning u.a. 1994: 3.

53 Vgl. Kofner 2004: 19.

54 Vgl. Hämmerlein 1996: 21.

55 „Als Wohnung gelten Wohneinheiten in Gebäuden nur dann, wenn sie mit Küche bzw. Kochnische ausgestattet sind.“ Quelle: Statistisches Bundesamt 2004a: 3.

56 Vgl. Krätke 1995: 198.

57 Vgl. Kühne-Büning u.a. 1994: 59f.

58 Als Beispiel können hier der Wohnungsmarkt der Region Görlitz mit hohem Leerstand und geringer Nachfrage und der Wohnungsmarkt der Region München mit einer hohen Wohnungsnachfrage genannt werden.

59 Vgl. Krätke 1995: 198.

60 Vgl. Kofner 2004: 23.

61 Vgl. Rohr-Zänker 2002: 175.

62 mittlerweile auch in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Sachsen und

Rheinland-Pfalz

63 Vgl. Heusener u.a. 1999: 72.

64 z.B. Dortmund

65 bisher in Niedersachsen und Schleswig-Holstein

66 bisher in Nordrhein-Westfalen

67 Vgl. Kreibich 1999: 133.

68 Vgl. Kreibich 1999: 127.

69 Kommunaler Anteil an Einkommenssteuer und Höhe der Schlüsselzuweisung im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs ist abhängig von der Zahl der Einwohner.

70 Vgl. Mönnich 2005: 33.

71 Vgl. Priebs 2004: 20.

72 Vgl. Rohr-Zänker 2002: 177.

73 Gaebe 2005: 63.

74 Vgl. Gaebe 2005: 63.

75 Vgl. Kuls u.a. 2000: 232f.

76 Vgl. Gans 2005: 10.

77 Vgl. BBR 2005: 138.

78 Vgl. Zehner 2001: 137.

79 Vgl. Aring 1999b: 21.

80 Vgl. Zehner 2001: 137.

81 Vgl. Aring u.a. 2001: 46.

82 Vgl. Herfert 2002: 335.

83 Vgl. BBR 2005: 194.

84 Vgl. Aring 1999: 3:

85 Vgl. Bracke u.a. 2001: 7.

86 Vgl. Sieverts 1999.

87 Vgl. Siedentop u.a. 2003: 62.

88 Leerstandsquote in Dresden bei 13,6% im Jahr 2003; (Quelle: Killisch 2004: 19).

89 Vgl. Waltersbacher 2002: o.S.

90 Vgl. BBR 2005: 197.

91 Vgl. BBR 2005: 198 und Gaebe 2004: 154.

92 Bremen, Dortmund, Essen, Frankfurt, Hagen, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Münster, Stuttgart

93 Z.B. Heitkamp, T. 2002: Motive und Strukturen der Stadt-Umland-Wanderungen im interkommunalen Vergleich. und Ismaier F. 2003: Strukturen und Motive der Stadt-Umland- Wanderung – Aktuelle Trends in westdeutschen Verdichtungsräumen.

94 Vgl. Hallenberg 2002: 136.

95 Vgl. Stadt München 2002: 11f.

96 Vgl. Heitkamp 2002: 12.

97 entspricht: 1.533 und 2.556 €

Ende der Leseprobe aus 143 Seiten

Details

Titel
Abgrenzung regionaler Wohnungsmärkte
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für ökologische Raumentwicklung)
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
143
Katalognummer
V64896
ISBN (eBook)
9783638575928
Dateigröße
3473 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Abgrenzung, Wohnungsmärkte
Arbeit zitieren
Falk Wiedemann (Autor), 2006, Abgrenzung regionaler Wohnungsmärkte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64896

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Titel: Abgrenzung regionaler Wohnungsmärkte



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