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Frauen und Rechtsextremismus - Warum immer mehr Frauen rechtsextremistische Einstellungen annehmen

Title: Frauen und Rechtsextremismus - Warum immer mehr Frauen rechtsextremistische Einstellungen annehmen

Essay , 2004 , 7 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Melanie Lüdtke (Author)

History - Basics
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Nach wie vor wird die rechtsextremistische Szene in Deutschland von Männern dominiert, dennoch hat die Beteiligung von Frauen und Mädchen in den vergangen Jahren zugenommen. Im Bereich der organisierten rechtsextremen Gruppierungen, Kameradschaften und Cliquen wird der derzeitige Frauenanteil auf bis zu 30% geschätzt. Statistisch belegt ist dagegen die Beteiligung von Frauen und Mädchen an Gewalttaten mit rechtsextremistischer Motivation. Diese lag seit 1980 unter 5%. Seit geraumer Zeit wird in diesem Bereich eine Steigerung von bis zu 10% verzeichnet. Ebenfalls zugenommen in den letzten Jahren hat der Frauenanteil in rechtextremistischen Parteien. Mitte der 90er Jahre betrug der Anteil von Frauen im Durchschnitt 14%, während im Jahre 2001 fast 20% weibliche Mitglieder in rechtsextremen Parteien zu verzeichnen waren. (Vgl. Grumke / Wagner: 2002: 87ff)
Betrachtet man das Alter der in der rechtsextremistischen Szene aktiven Frauen, so stellt sich heraus, dass sie im Durchschnitt jünger sind als Männer. Nach einer Studie von 1997 sind fast 50% der Frauen unterhalb der Volljährigkeitsgrenze. Bei der Untersuchung der Herkunft von Frauen, die im Zusammenhang mit Gewalttaten auffällig wurden, ergab sich eine überraschend gleiche Verteilung in West- und Ostdeutschland. Zu bedenken ist jedoch, dass im Osten ein weitaus geringerer Teil der Bevölkerung ansässig ist und somit der Anteil insgesamt höher als im Westen ist. (Vgl. Wahl: 2001: 27ff) Trotz des Ansteigens rechtsextremer Orientierungen bei Frauen und Mädchen in der Bundesrepublik gibt es bis heute relativ wenig Studien und Publikationen, in denen Rechtsextremismus geschlechtsspezifisch untersucht wird. Nur wenige Studien setzen sich damit auseinander, wie und warum rechtsextremistische Orientierungen bei Mädchen und Frauen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Das Essay beschäftigt sich mit diesen Fragen. Es will über die Entstehungsursachen von rechtsextremistischen Einstellungen bei Frauen und Mädchen Auskunft geben. Hierbei werden mehrere Erklärungsansätze dargestellt, die versuchen dem Phänomen des ansteigenden Frauenanteils in der rechtsextremistischen Szene auf den Grund gehen.
Eine Untersuchung von Ursula Birsl (1994: 188) ergab, dass weibliche Jugendliche mit niedrigem Schulabschluss und aus der sozialen Schicht der Facharbeiter oder Arbeiterfamilien stammen häufiger zum Rechtsextremismus neigen als Mädchen und Frauen mit höher qualifizierten Schulabschlüssen und aus Familien leitender Angestellter.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Handlungsspielraum

2. Lebensgestaltungsspielraum

3. Spielraum zur Verwirklichung von Aspirationen

4. Spielraum zur sozialen Partizipation, d.h. Teilhabe

5. Spielraum zur politischen Partizipation

Zielsetzung und Themen

Das Essay untersucht die Gründe für die zunehmende Hinwendung von Mädchen und jungen Frauen zu rechtsextremistischen Einstellungen. Dabei werden verschiedene wissenschaftliche Erklärungsansätze diskutiert, um das Phänomen des wachsenden Frauenanteils in der rechtsextremistischen Szene und die zugrundeliegenden psychosozialen sowie sozioökonomischen Faktoren zu verstehen.

  • Statistische Entwicklung der Frauenbeteiligung in rechtsextremen Strukturen.
  • Erklärungsansätze zu Desorientierung und mangelnden beruflichen Perspektiven.
  • Die Rolle der "doppelten Vergesellschaftung" als Konfliktursache.
  • Projektion gesellschaftlicher Missstände auf Fremde und Immigranten.
  • Psychosoziale Motive für den Beitritt in rechtsextremistische Gruppierungen.

Auszug aus dem Buch

1. Handlungsspielraum

Dieser Spielraum umfasst die Frauenrolle und Familienplanung. Auffällig ist die ausgeprägte Familienzentrierung, welcher sich der Berufsplanung unterordnet. Die Berufsausbildung nimmt nur einen sehr geringen Stellenwert im Lebenskonzept dieser Gruppe ein. Begründet wird das Desinteresse an der Ausbildung durch die Unzufriedenheit mit den Ausbildungsbedingungen und dessen Inhalten. Das Frauenbild ist geprägt durch die traditionelle Frauenrolle, bei der sich die Frau um die Erziehung der Kinder und den Haushalt kümmert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Handlungsspielraum: Dieses Kapitel thematisiert die starke Familienzentrierung bei rechtsextrem orientierten Frauen, bei der berufliche Interessen hinter die traditionelle Rolle als Hausfrau und Mutter zurücktreten.

2. Lebensgestaltungsspielraum: Hier wird analysiert, wie eine frühe, geschlechtsspezifische Sozialisation und mangelnde berufliche Orientierung Mädchen dazu führen, sich primär auf die Familie zu fokussieren.

3. Spielraum zur Verwirklichung von Aspirationen: Der Text beschreibt die Unzufriedenheit von Frauen mit ihrer Ausbildung, die aus fehlenden eigenen Berufsvorstellungen und einer Überforderung resultiert, was wiederum das traditionelle Frauenbild verstärkt.

4. Spielraum zur sozialen Partizipation, d.h. Teilhabe: Es wird dargelegt, dass diese Gruppe ein distanziertes Verhältnis zu kollektiver Interessenvertretung aufweist, da sie bisher kaum positive Erfahrungen mit der Vertretung eigener Interessen gemacht hat.

5. Spielraum zur politischen Partizipation: Dieser Abschnitt beleuchtet das unausgewogene politische Interesse und führt den Rückzug in die Familie auf einen Mangel an sozialer Teilhabe und fehlende Möglichkeiten der Interessenentfaltung zurück.

Schlüsselwörter

Rechtsextremismus, Frauen, Mädchen, Sozialisation, traditionelle Frauenrolle, Berufsorientierung, Arbeitslosigkeit, Desorientierung, doppelte Vergesellschaftung, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremistische Parteien, Politische Partizipation, Migrationspolitik, Identität, Geschlechterspezifische Forschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Essay primär?

Der Essay befasst sich mit der steigenden Attraktivität rechtsextremistischer Einstellungen und Gruppierungen bei Mädchen und Frauen in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen sind die sozialen und psychologischen Hintergründe, wie etwa berufliche Desorientierung, die "doppelte Vergesellschaftung" und die Projektion eigener Probleme auf Immigranten.

Was ist das Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, verschiedene Erklärungsansätze darzustellen, warum Frauen sich zunehmend rechtsextremen Orientierungen zuwenden.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener soziologischer Studien und Konzepte, unter anderem von Ursula Birsl, Birgit Meyer und Renate Bitzan.

Was bildet den inhaltlichen Kern des Hauptteils?

Im Hauptteil werden fünf spezifische "Spielräume" erläutert, die die Lebenswirklichkeit und die daraus resultierenden politischen Orientierungen junger Frauen beschreiben.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Schlagworten gehören Rechtsextremismus, Sozialisation, Arbeitslosigkeit, Geschlechterspezifik und Identitätsbildung.

Welche Rolle spielt die „doppelte Vergesellschaftung“ laut Bitzan?

Bitzan beschreibt damit die doppelte Belastung von Frauen in Beruf und Familie, die zu Konflikten führt, welche häufig auf Fremde projiziert werden.

Wie unterscheidet sich die Theorie von Bitzan von der von Birsl oder Meyer?

Bitzan sieht weniger Arbeitslosigkeit oder bloße Desorientierung als Hauptgrund, sondern betont die psychologische Verarbeitung von Konfliktlagen und die individuelle Biografie.

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Details

Title
Frauen und Rechtsextremismus - Warum immer mehr Frauen rechtsextremistische Einstellungen annehmen
College
European University Viadrina Frankfurt (Oder)
Grade
2,0
Author
Melanie Lüdtke (Author)
Publication Year
2004
Pages
7
Catalog Number
V64912
ISBN (eBook)
9783638576048
ISBN (Book)
9783656811329
Language
German
Tags
Frauen Rechtsextremismus Warum Frauen Einstellungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Lüdtke (Author), 2004, Frauen und Rechtsextremismus - Warum immer mehr Frauen rechtsextremistische Einstellungen annehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64912
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