Seemännischen Gebrauchsknoten kommt auch in der modernen Seefahrt eine herausragende Bedeutung zu. Auf jedem Wasserfahrzeug ist ihre sichere Anwendung für jeden Seemann fundamental. Gebrauchsknoten werden bei diversen Manövern, unter anderem beim An- und Ablegen, beim Übergeben von Leinen, aber auch zur Sicherung von Mensch und Material verwendet. Richtig geschlagene Knoten sind Garant für die eigene Sicherheit, wie auch der Sicherheit der Besatzung, der Gäste und des Wasserfahrzeugs.
Die Auszubildenden sollen deshalb schon frühzeitig das Knoten schlagen erlernen, um diese Fähigkeiten und Fertigkeiten, jederzeit im weiteren Verlauf der Ausbildung und ihrer späteren Tätigkeit anwenden zu können.
Im Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Hafenschiffer/zur Hafenschifferin vom 20. Januar 2006, ist die Ausbildung seemännischer Gebrauchsknoten unter der Lfd.Nr.11, Pflege, Wartung und Instandhaltung, seemännische Arbeiten (§4 Nr.11), Punkt c) aufgeführt. Für den Gesamtabschnitt sind innerhalb der ersten 18 Monate 12 Wochen als Richtwert gegeben.
Dieses Werk ist gemäß den Anforderungen an eine Praktische Unterweisung geschrieben. Es eignet sich hervorragend als Basis für die Praktische Ausbildereignungsprüfung nach Ausbildereignungsverordnung (AEVO). Die Arbeit führt in das Thema ein, beschreibt das Berufsbild des Hafenschiffers und gibt detailiert Informationen zur Unterweisung. Dabei werden Lernziele genannt, der Ausbildungsort beschrieben und eine vollständige Ablaufplanung inklusive Erfolgskontrolle aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis der Unterweisung
1 Fachliche Einordnung des Themas
1.1 Ausbildungsberufsbild
1.2 Wert des Themas
1.3 Der Auszubildende
2 Unterweisung
2.1 Lernziele
2.1.1 Richtlernziel
2.1.2 Groblernziel
2.1.3 Operationalisiete Feinlernziele
2.2 Ausbildungsmethode & bereits gelehrte/gelernte Knoten
2.3 Ausbildungsmittel/ Medien
2.4 Ausbildungsort
2.5 Lernzielkontrolle
2.6 Unfallverhütungsvorschriften(UVV)
2.7 Ausbildungszeit
2.8 Verlaufsplanung
2.9 Auszug aus dem Ausbildungsrahmenplan
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die strukturierte Planung und Durchführung einer praktischen Unterweisung für den Ausbildungsberuf Hafenschiffer. Im Fokus steht dabei die Vermittlung der Knotenkunde, insbesondere des Fassschlags, unter Berücksichtigung methodischer, didaktischer und sicherheitstechnischer Vorgaben gemäß dem Ausbildungsrahmenplan.
- Grundlagen der Hafenschiffer-Ausbildung und Einordnung der Knotenkunde
- Methodische Gestaltung der Unterweisung nach der Vier-Stufen-Methode
- Sicherheitsaspekte und Unfallverhütungsvorschriften im praktischen Bordbetrieb
- Praktische Anwendung von seemännischen Gebrauchsknoten zum Heben von Lasten
- Detaillierte Verlaufsplanung zur Kompetenzentwicklung des Auszubildenden
Auszug aus dem Buch
1.1 Ausbildungsberufsbild
Hafenschiffer arbeiten in See- und Binnenhäfen sowie im Personen- und Ladungsverkehr auf Wasserfahrzeugen. An Bord sind sie in allen Bereichen des Schiffes tätig, an Deck und im Maschinenraum genauso wie im Frachtraum oder im Führerstand. Außerdem reinigen Hafenschiffer die Schiffe, kontrollieren ihre Motoren und führen Reparaturen durch. Auch das Entrosten und Lackieren des Schiffsrumpfes gehört zu ihren Aufgaben. In der Personenbeförderung kassieren sie das Fahrgeld und sorgen für die Sicherheit der Fahrgäste.
Gut aufgehoben in diesem Beruf sind Jugendliche, die eine praktisch zupackende Tätigkeit ausüben wollen und die gern im Freien arbeiten. Da rund um die Uhr Schiffe einlaufen, die versorgt werden müssen, arbeiten die Hafenschiffer im Schichtdienst, also auch nachts und an Sonn- und Feiertagen. Für die Ausbildung sind handwerkliches Geschick und technisches Verständnis sowie eine verantwortungsbewusste, selbstständige Arbeitsweise von Vorteil. In der betrieblichen Ausbildung lernen die angehenden Hafenschiffer unter anderem, welche Fahrwasserverhältnisse es gibt, wie die elektrische Bordanlage zu bedienen ist und was man über das Radar, die Wetterkunde sowie die Sturmwarndienste wissen muss. Die Ausbildungsdauer beträgt 3 Jahre.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Fachliche Einordnung des Themas: Dieses Kapitel erläutert das Berufsbild des Hafenschiffers, die Bedeutung der Knotenkunde für die tägliche Arbeit an Bord sowie die persönlichen Voraussetzungen des Auszubildenden.
2 Unterweisung: Hier wird das konkrete Unterweisungskonzept inklusive Lernzielen, der gewählten Vier-Stufen-Methode, den benötigten Mitteln sowie einer detaillierten Verlaufsplanung für die Vermittlung des Fassschlags dargestellt.
Schlüsselwörter
Hafenschiffer, Knotenkunde, Fassschlag, Vier-Stufen-Methode, Unterweisung, Ausbildung, Seemannschaft, Arbeitssicherheit, UVV, Bordpraktikum, Hafentechnik, seemännische Gebrauchsknoten, Lernzielkontrolle, Lastenheben, berufliche Ausbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der detaillierten Planung einer praktischen Unterweisung für Auszubildende im Beruf Hafenschiffer/in.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Vermittlung seemännischer Gebrauchsknoten, die Unfallverhütung am Arbeitsplatz sowie die didaktische Strukturierung eines Ausbildungsvorgangs.
Was ist das primäre Ziel der Unterweisung?
Das Ziel ist, dass der Auszubildende den Fassschlag fachgerecht erlernt, um damit sicher Lasten an Bord heben zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Ausbildung verwendet?
Für die praktische Vermittlung wird die bewährte Vier-Stufen-Methode angewandt, die sich besonders für psychomotorische Lernziele eignet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die fachliche Einordnung des Berufsbildes, die Lernzieldefinitionen, die Ressourcenplanung und eine präzise zeitliche Verlaufsplanung der Unterweisung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Hafenschiffer, Knotenkunde, Arbeitssicherheit, praktische Ausbildung und Vier-Stufen-Methode definiert.
Warum wird als Lerninhalt speziell der Fassschlag gewählt?
Aufgrund seiner Komplexität und praktischen Relevanz beim Heben von unhandlichen Lasten ist der Fassschlag ein zentraler Bestandteil der seemännischen Ausbildung.
Welche Bedeutung haben die Unfallverhütungsvorschriften in diesem Kontext?
Sie sind essentiell, da das Heben von Lasten mit Kranen spezifische Gefahren birgt, wie etwa die Gefahr durch schwebende Lasten, die strikte Schutzmaßnahmen erfordern.
Warum wird das Forschungsschiff als Ausbildungsort bevorzugt?
Es bietet realistische Bordbedingungen, die den Auszubildenden ideal auf die Arbeit auf engem Raum vorbereiten, während die Lage im Hafen kontrollierbare Sicherheitsbedingungen gewährleistet.
- Citation du texte
- Markus Beer (Auteur), 2006, Seemännische Gebrauchsknoten (Unterweisung Hafenschiffer / -in), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64950