Das Ziel dieser Arbeit liegt darin, die besonderen Anforderungen des Controllings in Netzwerken darzustellen und die Möglichkeiten und Grenzen des Netzwerkcontrollings als Führungsinstrument aufzuzeigen. Das zweite Kapitel konzentriert sich zunächst auf die Grundlagen. Dabei sollen verschiedene Controlling-Konzeptionen vorgestellt werden. Hierbei werden die spezifischen Merkmale herausgearbeitet, die schließlich die Basis für die organisatorische Gestaltung im darauf folgenden Kapitel sind. Weiterhin soll der Begriff der betriebswirtschaftlichen Netzwerkorganisation eingegrenzt und die Ziele dieser Organisationsform erläutert werden.
Das Kapitel 3 beschäftigt sich daraufhin mit der Ausgestaltung des Controllingsystems in Netzwerkorganisationen. Nachdem auf die spezifischen Anforderungen des Netzwerkcontrollings eingegangen wurde, sollen diverse Möglichkeiten der Institutionalisierung und der ablauforganisatorischen Implementierung des Controllings in Netzwerken dargestellt werden. Zum Abschluss soll das Kapitel 4 eine kritische Reflexion und einen Ausblick auf die Entwicklung des Controllings in Netzwerkorganisationen leisten.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen und Begriffsbestimmungen
2.1. Das Unternehmenscontrolling
2.1.1. Controlling-Konzeptionen
2.1.2. Aufgaben und Ziele des Unternehmenscontrollings
2.2. Betriebswirtschaftliche Netzwerkorganisationen
2.2.1. Begriff der betriebswirtschaftlichen Netzwerkorganisation
2.2.2. Zielsetzungen von betriebwirtschaftlichen Netzwerkorganisationen
3. Ausgestaltung eines Controllingsystems für Netzwerkorganisationen
3.1. Notwendigkeit eines Controllingsystems in Netzwerkorganisationen
3.1.1. Ziele des Netzwerkcontrolling
3.1.2. Aufgaben und Anforderungen des Netzwerkcontrollings
3.2. Implementierung eines netzwerkbezogenen Controllingsystems
3.2.1. aufbauorganisatorische Integrationsmöglichkeiten eines Controllingsystems in die Netzwerkorganisation
3.2.2. ablauforganisatorische Ausgestaltung eines Controlling Systems in Netzwerkorganisationen
3.3. Erfolgsaussichten und Grenzen des Controllings in Netzwerkorganisationen
4. Kritische Würdigung und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die besonderen Anforderungen des Controllings in Netzwerkorganisationen darzustellen und die Möglichkeiten sowie Grenzen des Netzwerkcontrollings als Führungsinstrument kritisch zu beleuchten.
- Theoretische Fundierung von Controlling-Konzeptionen im Unternehmenskontext.
- Definition und Zielsetzung von betriebswirtschaftlichen Netzwerkorganisationen.
- Analyse der Notwendigkeit und der Aufgaben von Controllingsystemen in Netzwerken.
- Integrationsmöglichkeiten (aufbau- und ablauforganisatorisch) von Controlling in Netzwerkstrukturen.
- Reflexion der Erfolgsaussichten und Grenzen von Netzwerkcontrolling.
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Aufgaben und Anforderungen des Netzwerkcontrollings
Die wesentlichen Probleme des Controllings ergeben sich an den Systemschnittstellen. Schnittstellen entstehen in Organisationen, wenn zwischen Einheiten mit eigenen Entscheidungsrechten Interdependenzen bestehen und sich daraus ein reziproker Abstimmungsbedarf ergibt. Aufgrund der erhöhten Anzahl von Schnittstellen in Netzwerkorganisationen entstehen weitere Anforderungen an ein Controlling in hybriden Organisationsstrukturen. Informationen müssen über die Schnittstellen transportiert und dafür unter Umständen auch transformiert werden, z.B. in andere Datenformate oder Medien. Dies verursacht Transaktionskosten und beinhaltet zudem die Gefahr der Informationsverzögerung und –verzerrung oder sogar eines Informationsverlustes. Eine Aufgabe des Netzwerkcontrollings ist es, derartige Probleme zu verhindern. Durch ein prozessorientiertes Schnittstellenmanagement werden Informations- und Leistungsflüsse zwischen den Partnern gesteuert. Der Informationsbedarf muss dafür identifiziert und die relevanten Informationen einerseits mit möglichst geringer Verzerrung, Verzögerung und Verlusten, jedoch andererseits auch mit möglichst geringem Aufwand ausgetauscht werden.
Für ein Controlling in Netzwerkorganisationen ist das Controllingkonzept nicht neu zu erfinden. Bestimmte Strukturen und Instrumente lassen sich z.B. aus dem Konzern-, Projekt- und Prozesscontrolling auf das Netzwerkcontrolling übertragen. Eine Aufgabe des Konzerncontrollings, die z. B. für das Netzwerkcontrolling übernommen werden kann, liegt im Aufbau und in der Anpassung eines konzernweit einheitlichen Informationssystems.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die wachsende Bedeutung von Netzwerkorganisationen als Reaktion auf steigenden Wettbewerbsdruck und die damit einhergehende Notwendigkeit eines angepassten Controllings.
2. Theoretische Grundlagen und Begriffsbestimmungen: Darlegung gängiger Controlling-Konzeptionen sowie eine begriffliche Eingrenzung und Zielbestimmung betriebswirtschaftlicher Netzwerkorganisationen.
3. Ausgestaltung eines Controllingsystems für Netzwerkorganisationen: Detaillierte Untersuchung der Anforderungen, Implementierungsmöglichkeiten und der organisatorischen Einbindung von Controllingsystemen in Netzwerkstrukturen.
4. Kritische Würdigung und Ausblick: Zusammenfassende Reflexion der Netzwerkentwicklung und zukünftige Rolle des Netzwerkcontrollings als spezialisierte Führungsunterstützungsfunktion.
Schlüsselwörter
Controlling, Netzwerkorganisation, Netzwerkcontrolling, Unternehmensführung, Interorganisational, Koordination, Planung, Schnittstellenmanagement, Organisation, Synergieziele, Flexibilität, Transparenz, Führungsinstrument, Informationssysteme, Unternehmensnetzwerke.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Etablierung von Controllingsystemen, die speziell auf die Anforderungen von Netzwerkorganisationen zugeschnitten sind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Einordnung von Controlling, der Charakterisierung von Netzwerkorganisationen sowie der praktischen Ausgestaltung der Controlling-Implementierung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die besonderen Anforderungen an das Controlling in Netzwerken zu definieren und die Potenziale sowie Grenzen dieses Führungsinstruments aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die verschiedene Controlling-Ansätze auf die spezifischen Strukturen von Netzwerkorganisationen überträgt und deduktiv ableitet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil (Kapitel 3) stehen die Notwendigkeit des Netzwerkcontrollings sowie die aufbau- und ablauforganisatorische Integration des Controllings in das Netzwerk im Vordergrund.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Netzwerkcontrolling, Koordination, Flexibilität und die Schnittstellengestaltung zwischen selbstständigen Partnern geprägt.
Wie unterscheidet sich Netzwerkcontrolling vom klassischen Konzerncontrolling?
Im Gegensatz zum Konzerncontrolling müssen im Netzwerk die rechtliche Autonomie der Partner und die asymmetrische Informationsverteilung stärker berücksichtigt werden.
Welche Rolle spielt Vertrauen für das Funktionieren des Netzwerkcontrollings?
Vertrauen wird als zentraler weicher Erfolgsfaktor identifiziert, der neben harten, quantifizierbaren ökonomischen Daten für die Kooperationsqualität entscheidend ist.
Welche Bedeutung haben externe Partner für das Controlling im Netzwerk?
Externe Partner können Controlling-Dienstleistungen übernehmen, was Fachkompetenz sichert, aber neue Herausforderungen für den Schutz sensibler Daten mit sich bringt.
- Arbeit zitieren
- Christoph Siemer (Autor:in), 2005, Controlling in Netzwerkorganisationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64965