Die vorliegende Arbeit beginnt zunächst mit einer kurz gehaltenen allgemeinen Übersicht der Shell Jugendstudie, d.h. es soll ihre Entwicklung, Bedeutung und Forschungsweise aufgezeigt werden. Primär behandelt diese Arbeit die drei wichtigsten Lebensbereiche der Jugendlichen -Familie, Schule und Freizeit (Kapitel 2 der 14. Shell Jugendstudie), die Aufschluss darüber geben sollen, welche Werte, Wertehaltungen und Interessen Jugendliche heutzutage haben. Hierzu werden ausgewählte Statistiken der 14. Shell Jugendstudie aufgezeigt und ausgewertet, die hinsichtlich möglicher Ursachen und Gründe der Lebenslage und Lebenseinstellung der Jugendlichen interpretiert werden. Der Blick richtet sich vor allem auf schichtspezifische sowie teilweise auf geschlechterspezifische Befunde. [...]
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Die Shell Jugendstudie
i. Entstehung der Shell Jugendstudie
ii. Die 14. Shell Jugendstudie
III. Die Lebenswelten der Jugendlichen
i. Schule
ii. Familie
iii. Freizeit
IV. Resümee
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis der 14. Shell Jugendstudie den Einfluss sozialer Herkunft auf die Lebensbereiche Familie, Schule und Freizeit und analysiert die damit verbundene Chancenungleichheit unter Berücksichtigung schichtspezifischer Unterschiede.
- Strukturelle Analyse der Shell Jugendstudie als Forschungsinstrument
- Einfluss der sozialen Herkunft auf Schullaufbahn und Bildungserfolg
- Bedeutung der Familie und des elterlichen Vorbilds für Jugendliche
- Differenzierung des Freizeitverhaltens nach Geschlecht und sozialer Schicht
- Zusammenhang zwischen Bildungsaspiration und gesellschaftlichem Wandel
Auszug aus dem Buch
i. Schule
Schule ist zu einem wichtigen Thema der Öffentlichkeit geworden. Das liegt unter anderem daran, dass Bildung z. B. durch die Politik immer bedeutender wird, und dadurch Forschungen wie die „Pisa Studie“, die international Schulleistungen vergleicht, immer populärer. Jugendliche stehen damit unter einen immer höheren Qualifikationsanspruch.
Dazu kommt, dass sich nach der (in der Mitte der 60ger Jahren durch die politischen Vorgaben und infolge demokratischer Entwicklungen in Deutschland eingeleiteten) „Bildungsexpansion“ die Schulzeit erheblich verlängert hat und immer mehr Schüler einen Großteil ihrer Jugendphase in der Schule verbringen. Dies hat zur Folge, dass der Bildungseinrichtung Schule große Aufmerksamkeit dargebracht wird, da sie „[…] als gesellschaftliche Institution mit der Sozialisation Jugendlicher beauftragt […]“ ist. Schule nimmt somit ferner erheblichen Einfluss auf die weitere Laufbahn sowie die Zukunftsoptionen der jungen Menschen.
Festzuhalten ist jedoch, dass es trotz dieser langen Ausbildungszeiten und höheren Qualifikationsanforderungen eine höhere Bildungsaspiration der Jugendlichen gibt.
Die 14. Shell Jungendstudie stellte nun fest, dass noch 48% der befragten Jugendlichen zur Schule gehen und dass es hierbei bis zum 16. Lebensjahr bei Jungen und Mädchen anteilig gleichermaßen der Fall ist.
Auffällig ist allerdings die geschlechtsspezifische Differenzierung der besuchten Schulform und damit auch die der Bildungschancen. „Schlüsseln wir diese Trends nach sozialen und demografischen Kriterien auf, so zeigt sich über die letzten drei Jahrzehnte eine deutliche Steigerung der Bildungsbeteiligung und des Bildungserfolgs von weiblichen Jugendlichen.“ Hurrelmanns Aussage lässt sich anhand der Abbildung 2.9 Besuchte Schulform, entnommen der 14. Shell Jugendstudie (siehe Anhang), nachvollziehen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die Zielsetzung der Arbeit, die sich auf die Analyse der drei Lebensbereiche Familie, Schule und Freizeit der 14. Shell Jugendstudie konzentriert.
II. Die Shell Jugendstudie: Dieses Kapitel erläutert die Entstehungsgeschichte, den methodischen Aufbau als „wiederholte Querschnittsstudie“ und die Bedeutung der Shell Jugendstudie für die deutsche Jugendforschung.
III. Die Lebenswelten der Jugendlichen: Dieser Hauptteil analysiert schicht- und geschlechtsspezifische Unterschiede in den Bereichen Schule, Familie und Freizeit und beleuchtet Korrelationen zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen.
IV. Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass soziale Ungleichheit maßgeblich den Bildungserfolg und die Gestaltung der Lebenswelt Jugendlicher beeinflusst.
Schlüsselwörter
Shell Jugendstudie, Jugendliche, Lebenswelten, Chancenungleichheit, soziale Herkunft, Bildungserfolg, Schichtzugehörigkeit, Schule, Familie, Freizeit, Bildungsaspiration, Sozialisation, Querschnittsstudie, Geschlechterdifferenzierung, Kommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Lebensumfeld Jugendlicher in Deutschland, basierend auf Daten der 14. Shell Jugendstudie, und beleuchtet dabei insbesondere den Zusammenhang zwischen sozialer Schicht und individuellen Chancen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich auf drei Hauptbereiche: Schule, Familie und Freizeit als maßgebliche Entwicklungsinstanzen in der Jugendphase.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie soziale Ungleichheit den schulischen Werdegang und die Lebensgestaltung Jugendlicher beeinflusst und inwiefern eine tatsächliche Chancengleichheit in diesen Lebenswelten existiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt die Sekundäranalyse von Daten der 14. Shell Jugendstudie, einer wissenschaftlich fundierten „wiederholten Querschnittsstudie“, die mittels standardisierter Fragebögen erhoben wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil behandelt die geschlechts- und schichtspezifische Verteilung auf Schulformen, den Einfluss des väterlichen Bildungsabschlusses auf die Zukunftschancen sowie die Auswirkungen des sozialen Umfelds auf das Freizeitverhalten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere: Chancenungleichheit, soziale Herkunft, Bildungsexpansion, schichtbedingte Unterschiede und die 14. Shell Jugendstudie.
Warum spielt die soziale Herkunft bei der Schullaufbahn eine so große Rolle?
Die Studie belegt, dass Jugendliche aus der Unterschicht seltener Gymnasien besuchen und eine stärkere Korrelation zwischen der sozialen Schicht des Elternhauses und dem erreichten Schulabschluss besteht, was die Hypothese mangelnder Chancengleichheit stützt.
Wie beeinflusst das elterliche Vorbild die Jugendlichen?
Die Arbeit zeigt, dass die Familie als soziales Vorbild fungiert: Sowohl der Bildungsabschluss des Vaters als auch die Stabilität der Elternbeziehung wirken sich signifikant auf den Schulerfolg und die Bildungsrisiken der Kinder aus.
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- Vanessa Lichtsinn (Author), 2006, Jugendliche Lebenswelten und schichtbedingte Chancenungleichheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/64974