Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Political Systems - Germany

Rechte Kameradschaften und die NPD

Title: Rechte Kameradschaften und die NPD

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Politics - Political Systems - Germany
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der Einzug der NPD in den sächsischen Landtag 2004 sorgte für Aufsehen in Deutschland. Nach 1968 war dies der erste Einzug in ein Landesparlament. Das gute Abschneiden gerade bei jungen, männlichen Wählern wurde mit der Einbindung von rechten Kameradschaften in die Partei begründet. Gerade in ländlichen Gebieten hatten die Kameradschaften junge Menschen für die NPD gewinnen können. Es ist auch schon seit längerem kein Geheimnis mehr, dass sich die Partei bewusst der, zum Teil militanten, Kameradschafts- und Neonaziszene geöffnet hat. Gemeinsam wurden Aktionen und Demonstrationen geplant und durchgeführt. Auf diese Zusammen-
arbeit zwischen Kameradschaften und NPD stützten sich auch die Verbotsanträge der Bundesregierung, des Bundestags und des Bundesrates gegen die NPD im Jahr 2001.
Daher wird die vorliegende Arbeit die Verbindung zwischen den freien Kamerad-
schaften und der NPD genauer betrachten. Es soll dabei der Frage nachgegangen werden, wie stark die Einbindung von Kameradschaften in die NPD ist und wie sie sich auf die Situation der NPD auswirkt. Und ist die Verflechtung überhaupt so stark, dass von einer gesteigerten Gefährlichkeit der NPD gesprochen werden kann?
Um dies herauszufinden wird zunächst auf die Geschichte der NPD seit Mitte der 90er Jahre eingegangen, da erst ab diesem Zeitpunkt von einer Verflechtung zwischen Kameradschaften und der NPD gesprochen werden kann. Ebenso werden die Kameradschaften genauer untersucht und dabei insbesondere ihre Zusammenarbeit mit der NPD. Unter diesen Gesichtspunkten kommt abschließend noch das NPD Verbotsverfahren in den Blick.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die NPD seit Mitte der 90er Jahre

3. Rechte Kameradschaften

3.1. Organisation

3.2. Programm

4. Die NPD und die Kameradschaften

4.1. Der Beginn der Zusammenarbeit

4.2. Gemeinsame Aktionen

4.3. Zusammenarbeit bei Wahlen

4.4. Kameradschaften und der NPD-Verbotsantrag

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Verflechtung zwischen freien rechten Kameradschaften und der NPD seit Mitte der 1990er Jahre, um deren Auswirkungen auf die Handlungsfähigkeit und Gefährlichkeit der Partei zu analysieren und kritisch zu bewerten.

  • Historische Entwicklung der NPD unter Udo Voigt
  • Organisationsformen und Ideologie der freien Kameradschaften
  • Mechanismen der Zusammenarbeit bei Demonstrationen und Wahlkämpfen
  • Rolle der Kameradschaften bei der parteiinternen Radikalisierung
  • Bedeutung der Kameradschaften im NPD-Verbotsverfahren

Auszug aus dem Buch

3.1. Organisation

Die Gründung der Kameradschaften war eine Reaktion auf die Verbotswelle von neonazistischen Vereinen Anfang der 90er Jahre. Um sich vor dem Zugriff des Staates besser schützen zu können, sammelten sich die Neonazis in losen Verbindungen, den „Kameradschaften“ oder auch „Freien Kameradschaften“. Vordergründig war hierbei nicht die Schaffung einer festen Organisation, sondern die Vernetzung von zersplitterten Gruppen und Aktivisten. (vgl. Grumke/Wagner 2002, S. 391)

Geleitet werden die Kameradschaften bis heute von langjährigen Neonazi-Kadern. Viele dieser Kameradschaften schließen sich für gemeinsame Aktionen in sog. ‚Kameradschaftsbündnissen’ oder auch ‚Aktionsbüros’ zusammen. Diese versuchen nicht nur die einzelnen Kameradschaften zu vernetzen, sondern sie organisieren auch überregionale Aufmärsche und bestimmen die ideologische Ausrichtung. (vgl. Bundesministerium des Innern 2004, S. 51)

An der Spitze dieser Bündnisse stehen in Deutschland die Neonazis Christian Worch, Thorsten Heise und Thomas Wulff. Sie sind schon lange in der Neonazi-Szene aktiv und tragen durch ihre nachhaltige Ausstrahlung zum Erfolg des Modells der ‚Freien Kameradschaften’ bei. (vgl. Speit 2005, S. 21) Alle drei Neonazis gehörten vor der staatlichen Verbotswelle verschiedenen rechten Gruppierungen an. So war Heise der niedersächsische Landesvorsitzende der Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP) und Wulff und Worch Spitzenfunktionäre der ‚Nationalen Liste’. Nach den Verboten 1995 waren es vor allem Wulff und Worch, die das Konzept der lokalen Kameradschaften entwickelten. Dieses Modell ist aufgrund des geringen Organisationsgrades für die zuständigen Behörden schwieriger zu verbieten. „Denn wenn kein Parteistatut, keine Mitgliederliste und keine Vereinskasse vorhanden sind, können auch die staatlichen Behörden kaum Verbote durchsetzen.“ (Speit 2005, S. 19) Dennoch kommt es hin und wieder zu Verboten von Kameradschaften. So wurde im Jahr 2000 der „Hamburger Sturm“ und 2004 die „Fränkische Aktionsfront“ verboten, da sie eine kämpferische Haltung gegen die freiheitliche Grundordnung und für den Nationalsozialismus aufwiesen. (vgl. Röpke/Speit 2005, S. 200)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der NPD-Landtagswahlerfolge und die theoretische Fragestellung nach der Intensität der Kooperation mit Kameradschaften ein.

2. Die NPD seit Mitte der 90er Jahre: Es wird die strategische Umorientierung der Partei unter Udo Voigt beleuchtet, die durch das Drei-Säulen-Konzept und eine verstärkte Öffnung zur neonazistischen Szene geprägt war.

3. Rechte Kameradschaften: Dieses Kapitel analysiert das dezentrale Organisationsmodell sowie die neonazistische Programmatik, die auf ein Gemeinschaftsgefühl und aggressive Ablehnung der demokratischen Ordnung abzielt.

4. Die NPD und die Kameradschaften: Hier wird die praktische Zusammenarbeit bei Kundgebungen, Wahlkämpfen und in internen Parteistrukturen detailliert dargelegt.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass die Verflechtung der NPD mit militanten Kameradschaften entscheidend zu ihrer Mobilisierungskraft und damit auch zu ihrer gewachsenen Gefährlichkeit beiträgt.

Schlüsselwörter

NPD, Rechte Kameradschaften, Neonazismus, Nationaler Widerstand, Udo Voigt, Rechtsextremismus, Politische Mobilisierung, Drei-Säulen-Konzept, Kameradschaftsbündnisse, Rechtsrock, Volksfront, Verbotsverfahren, Politische Radikalisierung, Jugendmilieu, Sachsen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hauptseminararbeit untersucht das Ausmaß und die Auswirkungen der Kooperation zwischen der NPD und freien rechten Kameradschaften, insbesondere in den Jahren nach 1996.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die organisatorische Öffnung der NPD, das Entstehen von Kameradschaftsbündnissen sowie der Einfluss dieser Netzwerke auf die öffentliche Agitation und den Wahlerfolg der Partei.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu bestimmen, wie stark die Einbindung von Kameradschaften in die NPD ist und ob diese Verflechtung von einer gesteigerten Gefährlichkeit der Partei zeugt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die politische Dokumente, Verfassungsschutzberichte und fachwissenschaftliche Publikationen zum Rechtsextremismus auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der NPD unter Udo Voigt, die Organisationsstruktur und Ideologie der Kameradschaften sowie die konkrete Zusammenarbeit bei Demonstrationen und Wahlkämpfen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören unter anderem NPD, Rechte Kameradschaften, Neonazismus, Nationaler Widerstand, Politische Mobilisierung und Volksfront.

Warum war das Drei-Säulen-Konzept für die NPD so wichtig?

Es diente als strategischer Rahmen unter Udo Voigt, um durch die Kombination von Programmatik, Massenmobilisierung auf der Straße und Wahlteilnahme die Partei wieder aus der Bedeutungslosigkeit zu führen.

Welchen Einfluss hatten die Kameradschaften auf die sächsische Landtagswahl 2004?

Laut der Arbeit konnte die NPD durch die Alltagspräsenz der Kameradschaften und deren direkte Ansprache von Jugendlichen in ländlichen Gebieten ein Milieu erschließen, das die Mobilisierung für den Wahlkampf massiv unterstützte.

Wie bewertet der Autor die Rolle des NPD-Verbotsverfahrens?

Der Autor argumentiert, dass das Verfahren zwar aufgrund der V-Mann-Problematik scheiterte, aber dennoch Spannungen innerhalb des rechten Spektrums offengelegt hat und ein Verbot grundsätzlich sinnvoll sein könnte, um der Partei staatliche Privilegien zu entziehen.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Rechte Kameradschaften und die NPD
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Rechtsextremismus in der BRD
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2005
Pages
18
Catalog Number
V65013
ISBN (eBook)
9783638576772
ISBN (Book)
9783656809456
Language
German
Tags
Rechte Kameradschaften Rechtsextremismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2005, Rechte Kameradschaften und die NPD, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65013
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint