Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Economics - Case Scenarios

Demokratisierung und Marktwirtschaft in der VR China

Title: Demokratisierung und Marktwirtschaft in der VR China

Seminar Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Sinologe, M.A. Markus Schilling (Author)

Economics - Case Scenarios
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit soll einen Einblick über die Anwendbarkeit der Ordnungsökonomik Walter Euckens auf die VR China gewähren, um eine Antwort darauf zu finden, ob eine Demokratisierung für einen erfolgreichen und dauerhaften Wandel hin zu einer Marktwirtschaft notwendig ist. Dabei müssen die spezifischen Komponenten des Transformationsprozesses in die Betrachtung einbezogen werden, da man versucht, eine Theorie, die in einem bestimmten historischen Umfeld entstanden ist, auf ein Land anzuwenden, dessen Ausgangssituation in vielen Bereichen sehr unterschiedlich ausgestaltet ist. Aus diesem Grunde möchte ich bei der Begriffsklärung auch auf Eigenheiten der chinesischen Kultur eingehen.

Walter Eucken, Professor der Nationalökonomie an der Universität Freiburg, war in der Nachkriegszeit in Deutschland maßgeblich an der Ausgestaltung der Wirtschaftsordnung beteiligt. An die Stelle der staatlich gelenkten Kriegswirtschaft trat die soziale Marktwirtschaft. Um Inflation und Massenarbeitslosigkeit zu verhindern, sah Walter Eucken die wichtigste Aufgabe der staatlichen Wirtschaftspolitik in der Schaffung eines Systems rechtlicher und institutioneller Regelungen, das den handelnden Wirtschaftssubjekten, den Unternehmen ebenso wie den privaten Haushalten, als Rahmen für ihre Dispositionen vorgegeben wird. Nach Professor Hax kann eine mangelnde Interdependenz der Ordnungen, die weiter unten im Text erklärt wird, negative Rückwirkungen auf die Leistungsfähigkeit einer Wirtschaft, die Beschäftigung und den Wohlstand der Bürger eines Landes haben. 1 Die VR China hat in den letzten 50 Jahren einen beachtlichen Wandel vollzogen: Nach der Machtergreifung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) im Jahre 1949 führte man die sozialistische Planwirtschaft ein und auf politischer Ebene beschritt Mao Zedong einen Weg hin zur klassenlosen Gesellschaft chinesischer Prägung. Der alleinige Herrschaftsanspruch der KPCh blieb dabei bis heute erhalten. Wirtschaftliche Erfolge waren erst unter der Nachfolgeherrschaft Deng Xiaopings zu verzeichnen, die einer Legimitation der Machtausübung durch die KPCh dienen sollten. In der chinesischen Geschichte gab es immer wieder Aufstände und politische Unruhen aufgrund der Verarmung weiter Bevölkerungsschichten, was man als eine Missachtung der ewigen Wahrheit durch die Herrschenden interpretierte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die VR China - ein Sonderfall?

2. Demokratisierung und Marktwirtschaft der VR China im Spiegel der Ordnungsökonomik Walter Euckens

2.1 Die Ordnungsökonomik Walter Euckens

2.1.1 Ordnungsbegriff und Ordnungsformen

2.1.2 Interdependenz der Ordnungen

2.2 Demokratie und Marktwirtschaft

2.2.1 Demokratie

2.2.3 Marktwirtschaft

2.3 Analysen der Interdependenzthese und des chinesischen Transformationsprozesses

2.3.1 Der chinesische Weg des Transformationsprozesses

2.3.2 Die Bedeutung der Interdependenzthese

2.3.3 kurzfristige versus langfristige Gültigkeit der Interdependenzthese

3. Fazit und Perspektiven

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der ordnungsökonomischen Theorie von Walter Eucken auf den Transformationsprozess der Volksrepublik China, um zu klären, ob eine Demokratisierung zwingende Voraussetzung für einen nachhaltigen Wandel zu einer Marktwirtschaft ist.

  • Analyse der ordnungsökonomischen Interdependenztheorie von Walter Eucken
  • Untersuchung der spezifischen Charakteristika des chinesischen Transformationsprozesses
  • Diskussion über das Verhältnis von politischer Demokratie und marktwirtschaftlichem Erfolg
  • Bewertung der Rolle kultureller Faktoren wie des Konfuzianismus im Transformationsprozess
  • Gegenüberstellung von kurzfristigen Erfolgen autoritärer Strukturen und langfristigen Anforderungen an eine funktionierende Marktwirtschaft

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Der chinesische Weg des Transformationsprozesses

Der folgende Abschnitt soll einen Einblick in den Transformationsprozess der VR China ermöglichen und auf die besonderen Eigenheiten dieses Wandels eingehen.

Auf politischer Ebene hält die KPCh ihren Anspruch die alleinige Regierungsgewalt inne zu haben aufrecht und kontrolliert sämtliche Regierungs-, Militär- und Verwaltungsorgane. Oppositionsparteien werden von der KPCh geduldet, verfügen selbst aber über keine politischen Machtmittel, sondern beschränken sich auf eine Kooperation mit der Regierungspartei. Der Prozess der politischen Entscheidungsfindung hat jedoch zunehmend einen konsultativen Charakter bekommen. Expertenmeinungen, Interessen regionaler Verwaltungsorganisationen und einzelne gesellschaftliche Gruppen werden von der Zentralregierung berücksichtigt. 1997 existierten 160 000 registrierte Organisationen, die aus Wirtschaftsverbänden, Selbsthilfegruppen und Vereinen bestehen. Einige sind illegal, werden aber geduldet. Die Mehrheit dieser Organisationen wird von der Regierung kontrolliert, soll aber staatliche Verwaltungsaufgaben reduzieren und Freiräume für die Entwicklung einer modernen Marktwirtschaft schaffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die VR China - ein Sonderfall?: Einführung in die Problemstellung und Einordnung der Relevanz der ordnungsökonomischen Theorie für den chinesischen Kontext.

2. Demokratisierung und Marktwirtschaft der VR China im Spiegel der Ordnungsökonomik Walter Euckens: Theoretische Fundierung durch Euckens Interdependenztheorie und Erläuterung der Begriffe Demokratie und Marktwirtschaft.

2.1 Die Ordnungsökonomik Walter Euckens: Darstellung der Kernkonzepte der Euckenschen Theorie sowie des Ordnungsbegriffs.

2.1.1 Ordnungsbegriff und Ordnungsformen: Detaillierte Betrachtung der staatlichen Ordnungsrahmen und Idealtypen wirtschaftlicher Koordination.

2.1.2 Interdependenz der Ordnungen: Untersuchung des engen Zusammenhangs zwischen wirtschaftlicher Ordnung und Gesellschaftsordnung.

2.2 Demokratie und Marktwirtschaft: Klärung der theoretischen Verbindung und wechselseitigen Bedingtheit von Demokratie und Marktwirtschaft als Basis für die weitere Analyse.

2.2.1 Demokratie: Definition und historische Einordnung des westlichen Demokratieverständnisses.

2.2.3 Marktwirtschaft: Erläuterung der Voraussetzungen und notwendigen Rahmenbedingungen für eine leistungsfähige Marktwirtschaft.

2.3 Analysen der Interdependenzthese und des chinesischen Transformationsprozesses: Praktische Anwendung der theoretischen Grundlagen auf das System der VR China.

2.3.1 Der chinesische Weg des Transformationsprozesses: Beschreibung des hybriden Reformkurses zwischen staatlicher Lenkung und marktwirtschaftlichen Elementen.

2.3.2 Die Bedeutung der Interdependenzthese: Kritische Reflexion der Aussagekraft der Theorie im Lichte verschiedener Definitionsmöglichkeiten und kultureller Faktoren.

2.3.3 kurzfristige versus langfristige Gültigkeit der Interdependenzthese: Analyse der zeitlichen Dimension des chinesischen Wandels und der Zukunftsfähigkeit des aktuellen Modells.

3. Fazit und Perspektiven: Abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse und Bewertung des Zusammenhangs zwischen Demokratisierung und ökonomischem Erfolg.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen.

Schlüsselwörter

Ordnungsökonomik, Walter Eucken, VR China, Marktwirtschaft, Demokratie, Transformation, Interdependenztheorie, KPCh, Konfuzianismus, Wirtschaftswachstum, Reformprozess, Institutionenökonomik, Autokratie, politischer Wandel, Machtmonopol

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob die theoretischen Ansätze der deutschen Ordnungsökonomik nach Walter Eucken auf den politischen und wirtschaftlichen Transformationsprozess der Volksrepublik China angewendet werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen das Wechselspiel von politischer Staatsform und ökonomischer Ordnung, die Charakteristika des chinesischen Transformationsmodells sowie die Rolle von Demokratie für eine dauerhafte Marktwirtschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob eine Demokratisierung zwingend erforderlich ist, um einen erfolgreichen und dauerhaften Wandel Chinas hin zu einer funktionierenden Marktwirtschaft zu gewährleisten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich primär um eine theoretische Analyse, bei der existierende Konzepte der Ordnungsökonomik und Interdependenztheorie auf Fallbeispiele und empirische Beobachtungen des chinesischen Transformationsprozesses angewendet werden.

Welche Themen werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Ordnungsökonomik, eine Definition von Demokratie und Marktwirtschaft sowie eine vertiefende Analyse der aktuellen chinesischen Politik und Wirtschaft, inklusive einer Abwägung zwischen kurzfristigen Erfolgen und langfristigen Risiken.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem die Interdependenz der Ordnungen, der chinesische Transformationsprozess, das Mandat des Himmels, Konfuzianismus sowie die Dichotomie zwischen autokratischer Führung und marktwirtschaftlicher Öffnung.

Inwiefern spielt der Konfuzianismus eine Rolle bei der Argumentation?

Der Konfuzianismus wird als limitierender kultureller Faktor diskutiert, der die direkte Übertragung westlicher Demokratievorstellungen auf China erschwert und eine spezifische chinesische Sichtweise auf politische Legitimation und soziale Harmonie begründet.

Kommt der Autor zu einer eindeutigen Antwort bezüglich der Notwendigkeit von Demokratie?

Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass zwar langfristig eine Kombination aus Demokratie und Marktwirtschaft als günstig für die Leistungsfähigkeit erachtet wird, jedoch nicht zwingend bewiesen ist, dass Chinas Marktwirtschaft notwendigerweise eine Demokratie nach westlichem Vorbild benötigt.

Was unterscheidet diesen Text von anderen Analysen zum chinesischen Wandel?

Der Text hebt sich dadurch hervor, dass er spezifisch das ordnungsökonomische Raster von Walter Eucken nutzt, um den chinesischen Sonderweg der "kontrollierten" Reformen kritisch zu hinterfragen.

Excerpt out of 17 pages  - scroll top

Details

Title
Demokratisierung und Marktwirtschaft in der VR China
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Wirtschaftswissenschaften)
Course
Kolloquium: Die Asien-Pazifik-Region in der Globalisierung - Sozial- und kulturwissenschaftliche Beobachtung von Räumen gesellschaftlichen Wandels
Grade
2,7
Author
Sinologe, M.A. Markus Schilling (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V65031
ISBN (eBook)
9783638576932
ISBN (Book)
9783656815068
Language
German
Tags
Demokratisierung Marktwirtschaft China
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sinologe, M.A. Markus Schilling (Author), 2005, Demokratisierung und Marktwirtschaft in der VR China , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65031
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  17  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint