Im Rahmen des Blockseminars lernte ich das Orff-Schulwerk und die Kodály-Methode kennen. Ich hörte in den zwei Tagen neben diesen Methoden auch viel über Musiktherapie bei Behinderten. Da ich fast 15 Jahre als Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivmedizin auf Intensivstationen mit bis zu 16 Betten gearbeitet habe und auf keiner der Intensivstationen die Musiktherapie kennen lernte, fragte ich mich:Inwieweit findet die Musiktherapie Anwendung in der Intensivpflege? Inwieweit sind Erfolge nachgewiesen?
Welche Möglichkeiten bieten sich für das Intensivpersonal an, mitzuwirken?Nach eingehender Literaturrecherche fand ich Hinweise auf verschiedene Krankenhäuser, die die Musiktherapie zunächst zum wissenschaftlichen Zweck in die Intensivtherapie aufgenommen haben und zu erstaunlichen Erkenntnissen gekommen sind. Beginnen werde ich in meiner Hausarbeit mit der Klärung verschiedener Begriffe und werde anschließend mit einem geschichtlichen Überblick fortfahren. Sodann beschreibe ich die Entwicklung des Gehörs und gehe kurz auf den Dialogaufbau des Menschen mit seiner Umwelt ein. Des Weiteren ist mir auch die Bedeutung der Musik für den Menschen wichtig; eine Erläuterung dieser Bedeutung erfolgt vor der Beschreibung von Musik als Heilmittel. Die schöpferische Musiktherapie ist auf Intensivstationen die am häufigsten gewählte Therapieform. Aus diesem Grund werde ich diese thematisieren und anschließend ein Fallbeispiel von Fr. Dr. Gustorff vorstellen. Im folgenden möchte ich kurz darauf hinweisen, dass im Text bei der Geschlechterbeschreibung nur die männliche Variante aufgrund von Wiederholungs- und Vereinfachungsgründen gewählt wurde. Es ist jedoch jeweils sowohl die weibliche als auch die männliche Form angesprochen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen
2.1 Definitionen
2.1.1 Musik
2.1.2 Musiktherapie
2.1.3 Intensivstation
2.2 Geschichtliche Entwicklung der Musiktherapie
2.3 Entwicklung des Gehörs
2.4 Dialogaufbau
2.5 Bedeutung von Musik für den Menschen
3 Musik als Heilmittel
4 Die Schöpferische Musiktherapie
5 Patienten auf der Intensivstation
5.1 Wahrnehmungen während der Bewusstlosigkeit
5.2 Komatöse Patienten aus musiktherapeutischer Sicht
5.3 Möglichkeiten des Dialogs
6 Behandlungskonzept
Fallbeispiel
7 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendungsmöglichkeiten der Musiktherapie in der Intensivpflege, um zu klären, inwieweit diese Therapieform bei Intensivpatienten wirksam ist und wie das Intensivpersonal aktiv in den therapeutischen Prozess einbezogen werden kann, um die Versorgungssituation und das Wohlbefinden der Patienten zu verbessern.
- Grundlagen der Musiktherapie und ihre historische Einordnung
- Die Bedeutung der akustischen Wahrnehmung für den Menschen
- Methodische Ansätze der schöpferischen Musiktherapie bei komatösen Patienten
- Analyse der subjektiven Wahrnehmung bei Bewusstlosigkeit
- Praktische Behandlungskonzepte und Fallbeispiele aus der Intensivmedizin
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Musik
Die folgende Definition ist besonders deutlich auf den Menschen bezogen und findet deswegen in meiner Hausarbeit vor allen anderen Definitionen Vorrang.
„Musik ist eine universale Erfahrung in dem Sinne, dass alle an ihr teilhaben können; ihre fundamentalen Elemente Melodie, Harmonie und Rhythmus sprechen jeden von uns an. Musik ist auch darin universal, dass ihre Botschaft, der Inhalt ihres Ausdrucks, alle Höhen und Tiefen menschlicher Erfahrung umfassen kann, alle Schattierungen des Fühlens. Sie kann die Seele durch alle Stadien ihrer Erfahrung führen oder begleiten, ganz gleich ob diese nur oberflächlich und verhältnismäßig allgemein sind oder tief und sehr persönlich“ (Nordoff & Robbins in Aldridge 1999: Seite 27).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Motivation der Autorin sowie die zentrale Fragestellung nach der Relevanz und den Erfolgsnachweisen der Musiktherapie in der Intensivpflege.
2 Grundlagen: In diesem Kapitel werden Begriffe wie Musik, Musiktherapie und Intensivstation definiert sowie die historische Entwicklung, die Entwicklung des Gehörs und die Bedeutung von Musik für den Menschen dargelegt.
3 Musik als Heilmittel: Dieser Abschnitt beschreibt die biochemischen und psychologischen Wirkmechanismen von Musik als therapeutisches Mittel zur Schmerzminderung und Entspannung.
4 Die Schöpferische Musiktherapie: Es wird der spezifische Ansatz der Schöpferischen Musiktherapie nach Nordoff und Robbins vorgestellt, der den Menschen in seiner Gesamtheit und mit seinem künstlerischen Potential fokussiert.
5 Patienten auf der Intensivstation: Dieses Kapitel thematisiert die Situation komatöser Patienten, ihre Wahrnehmungsfähigkeit während der Bewusstlosigkeit und die Möglichkeiten eines musiktherapeutischen Dialogs.
6 Behandlungskonzept: Hier wird das konkrete therapeutische Vorgehen auf einer Intensivstation skizziert, von der Anamnese bis hin zur Begleitung des Patienten.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Wirksamkeit der Musiktherapie und fordert eine verstärkte interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie Öffentlichkeitsarbeit.
Schlüsselwörter
Musiktherapie, Intensivstation, Schöpferische Musiktherapie, Bewusstlosigkeit, Koma, Atemrhythmus, Musik als Heilmittel, Patient, Dialog, Anästhesie, Intensivpflege, Wahrnehmung, Klangwelt, Behandlungskonzept, Rehabilitation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration und Wirksamkeit der Musiktherapie im klinischen Setting der Intensivstation.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen der Musiktherapie, die physiologische Wirkung von Musik, die besondere Situation komatöser Patienten und die praktische Anwendung musikalischer Interventionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, inwieweit Musiktherapie auf Intensivstationen angewendet wird, welche Erfolge nachweisbar sind und wie das Personal in den Prozess mitwirken kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche, der Analyse klinischer Studien sowie der Auswertung von Fallbeispielen zur Musiktherapie bei komatösen Patienten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen, eine historische Herleitung, die spezifischen Anforderungen an die Betreuung auf der Intensivstation und ein detailliertes Behandlungskonzept inklusive eines Fallbeispiels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Musiktherapie, Intensivstation, Koma, Behandlungskonzept und interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Wie reagieren komatöse Patienten auf die Musiktherapie?
Die Arbeit zeigt, dass auch komatöse Patienten auf Musik reagieren, etwa durch Veränderungen des Atemrhythmus, gezielte Blickkontakte oder motorische Reaktionen, die den Dialog mit dem Therapeuten ermöglichen.
Warum wird im Buch von der Verwendung von Kopfhörern abgeraten?
Die Autorin warnt vor unkritischem Einsatz von Kopfhörern, da bewusstlose Patienten sich den Reizen nicht entziehen können und eine maßgeschneiderte, beobachtete Musikwahl nach Anamnese essenziell ist, um Überforderungen zu vermeiden.
- Quote paper
- Dipl. Sozial. Päd. (FH) Viktoria Lehrer (Author), 2003, Musiktherapie auf Intensivstationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65050