Über die Motivation von Mädchen einen Frauenberuf zu ergreifen


Hausarbeit, 2003
12 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlage
2.1 Theorien der geschlechtsspezifischen Segregation
2.1.1 Sozialisationstheorie
2.1.2 Humankapitaltheorie

3 Begriffsbestimmung
3.1 Frauenberuf
3.2 Sozialisation

4 Eigene Daten
4.1 Beschreibung der Datenerhebung
4.2 Ergebnisse der Datenerhebung
4.2.1 Daten zur Sozialisationstheorie
4.2.2 Einstellung zum gegengeschlechtlichen Beruf
4.2.3 Daten zu Humankapitaltheorie

5 Fremdstudie

6 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Im Seminar „Weiblich – männlich – menschlich. Soziologische Aspekte von Geschlechtsidentität“ interessierte mich vor allem die Frage, warum junge Frauen überwiegend einen Frauenberuf ergreifen. Ich selbst habe fast 15 Jahre als Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivmedizin auf Intensivstationen mit bis zu 16 Betten gearbeitet und zuvor den typischen Frauenberuf „Krankenschwester“ erlernt. Seit einem Jahr arbeite ich als Lehrerin für Pflegeberufe an einem Bildungszentrum; auch diese Tätigkeit gehört zu den typischen Frauenberufen. Da die Beweggründe vielfältig sein können, konkretisierte ich meine Frage, welche sich aus zwei soziologischen Theorien bildet:

Inwieweit entspricht die Motivation von jungen Frauen zur Berufswahl den Inhalten der Sozialisations- und Humankapitaltheorie?

Werden Frauen weiblich erzogen? Und ergreifen sie deshalb einen Frauenberuf?

Planen junge Frauen häufig Familie und Arbeit zu kombinieren?

Zunächst möchte ich in meiner Hausarbeit die theoretischen Grundlagen zur Sozialisations- und Humankapitaltheorie beschreiben und anschließend einige Begriffe definieren. Als empirische Grundlage stelle ich eigene Ergebnisse einer Datenerhebung aus dem Bereich der Krankenpflege vor.

Diese korrelieren gerade bei der Humankapitaltheorie mit den Daten einer Schweizer Studie zum Berufsbildungsverhalten junger Frauen, welche ich außerdem kurz vorstelle. Im anschließenden Fazit fasse ich Theorien und Ergebnisse zusammen und beschreibe mögliche Konsequenzen.

2 Theoretische Grundlage

Die Sortierung der Menschen in Gruppen ist eine wesentliche Voraussetzung für Ungleichheit. Ein Beispiel hierfür ist die Unterscheidung von Männer- und Frauenberufen, die dazu dient, die Geschlechter separat zu halten, sowohl physisch als auch sozial (vgl. Heintz, Nadai, Fischer, Ummel 1997: Seite 10ff.).

Hervorzuheben ist, dass die Aufspaltung des Arbeitsmarktes in Männer- und Frauenberufe ein sehr stabiles Merkmal in industrialisierten Ländern, wie Deutschland ist (vgl. Heintz, Nadai, Fischer, Ummel 1997: Seite 17). Es macht den Anschein, dass diese Segregation der Berufe auf individuelle Entscheidungen der Menschen beruht; sie ist aber eher die Prägung durch die Gesellschaft. Obwohl es zu einer Angleichung der Bildungschancen gekommen ist, zeigt sich heute noch, dass nur wenige Frauen in hochqualifizierten Berufen arbeiten (vgl. Heintz, Nadai, Fischer, Ummel 1997: Seite 18; vgl. Beck-Gernsheim 1990: Seite 14f und Seite 41).

70 Prozent der jungen Frauen machen eine Berufslehre in den Bereichen Büro, Gastronomie, Hauswirtschaft und Gesundheit (vgl. Statistik 2001 im Anhang).

Viele Frauen arbeiten Teilzeit und in Berufen, die wenig Aufstiegschancen bieten und vergleichsweise schlecht bezahlt werden (vgl. Heintz, Nadai, Fischer, Ummel 1997: Seite 19). Ein Grund der schlechteren Bezahlung liegt in der gesellschaftlichen Wertung; „(...) Kraft zählt mehr als Fingerfertigkeit, technische Kompetenz mehr als soziale“ (Heintz, Nadai, Fischer, Ummel 1997: Seite 23). Wie schon erwähnt ist der Beruf der Krankenschwester ein typischer Frauenberuf; er gilt als personenorientiert, empathisch und fürsorglich.

Die geschlechtsspezifische Segregation[1] der Arbeitswelt wurde durch eine Reihe von Theorien erklärt. Eine dieser Erklärungen lässt sich in akteur- und strukturtheoretische Ansätze unterteilen, wobei die erste Theorie die geschlechtsspezifische Segregation auf individuelle Merkmale und vorberufliche Konstellationen zurückführt und die zweite Theorie rückt die Arbeitswelt selbst in den Mittelpunkt.

In den akteurorientierten Ansätzen unterscheidet man die Humankapital- und Sozialisationstheorie. Beide Theorien führen die berufliche Segregation auf individuelle Merkmale sowie auf Konstellationen zurück, die außerhalb der Arbeitswelt selbst liegen bzw. der beruflichen Laufbahn zeitlich vorgeschaltet sind (vgl. Heintz, Nadai, Fischer, Ummel 1997: Seite 24).

2.1 Theorien der geschlechtsspezifischen Segregation

2.1.1 Sozialisationstheorie

Diese Theorie legt die Ursachen der beruflichen Segregation in die Primärsozialisation, die aus ursprünglich gleichen Individuen solche mit deutlich differenten Präferenzen[2] und Verhaltensstilen macht. Sozialisationstheorien bilden kein einheitliches Theoriegebäude, sondern gliedern sich in theoretisch divergente[3] Ansätze, die von psychoanalytischen über lerntheoretischen bis hin zu kognitiven Entwicklungstheorien reichen. Die Erklärungskraft von Sozialisationstheorien variiert zudem nach Berufsbildungssystemen. In Ländern wie Deutschland, in denen die Berufswahl früh erfolgt, wirkt sich das in der Primärsozialisation verinnerlichte Rollenmodell stärker aus als in Ländern, in denen der Beruf später gewählt wird (vgl. Heintz, Nadai, Fischer, Ummel 1997: Seite 25ff.).

[...]


[1] Trennung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen (z. B. nach Rassen, Sprache , Religion) von einer größeren sozialen Einheit (Wahrig-Burfeind 2000: Seite 848).

[2] Vorrang, Vorzug (Wahrig-Burfeind 2000: Seite 748).

[3] Auseinander strebend, in entgegengesetzter Richtung verlaufend (Wahrig-Burfeind 2000: Seite 218)

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Über die Motivation von Mädchen einen Frauenberuf zu ergreifen
Hochschule
Katholische Stiftungsfachhochschule München
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
12
Katalognummer
V65054
ISBN (eBook)
9783638577144
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Motivation, Mädchen, Frauenberuf
Arbeit zitieren
Dipl. Sozial. Päd. (FH) Viktoria Lehrer (Autor), 2003, Über die Motivation von Mädchen einen Frauenberuf zu ergreifen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65054

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