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Die Europäische Union als regionale Friedensmacht? Zur Leistungsfähigkeit der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik am Beispiel der EU-Missionen auf dem Balkan

Title: Die Europäische Union als regionale Friedensmacht? Zur Leistungsfähigkeit der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik am Beispiel der EU-Missionen auf dem Balkan

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 28 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Camelia Ratiu (Author)

Politics - Topic: European Union
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Wie wohl kein anderer Politikbereich der EU hat sich die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik in den letzten Jahren mit der viel zitierten „Lichtgeschwindigkeit“, wie sie der Hohe Vertreter für die GASP Solana beschrieb, entwickelt. Die Europäische Union wandelt sich zunehmend zu einem internationalen Akteur, der über das gesamte Spektrum an zivilen und militärischen Krisenbewältigungsinstrumenten verfügt und bereit ist, auf internationaler Ebene mehr Verantwortung zu übernehmen. Seit dem Jahre 2003 sieht sich die neu etablierte ESVP durch die Entsendung mehrerer militärischer und polizeilicher EU-Missionen vor eine Reihe praktischer Bewährungsproben gestellt. Vor allem auf dem Balkan, der aufgrund seiner geographischen Nähe eine Schlüsselrolle für die Sicherheit Europas spielt, hat die EU ihr Engagement erhöht und versucht, sich als regionale Friedensmacht zu behaupten. Dementsprechend nimmt sich die vorliegende Arbeit vor, die Leistungsfähigkeit der ESVP anhand der EU-Missionen in Bosnien-Herzegowina und Mazedonien zu untersuchen. Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich zunächst mit der Entwicklung der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik, wobei die für ihre Handlungsfähigkeit relevanten Institutionen und Instrumente hervorgehoben werden sollen. Im zweiten Teil wird auf die militärischen bzw. polizeilichen Missionen der EU in Mazedonien und Bosnien eingegangen, die im Rahmen der ESVP durchgeführt werden. Im dritten Teil soll dann das sicherheitspolitische Engagement der EU auf dem Balkan bewertet und auf die Erfolge und bestehenden Probleme hingewiesen werden. Anschließend werden im Lichte dieser Bilanz die Perspektiven für die Rolle der EU als Friedensmacht zusammengefasst. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die ESVP – eine Bestandsaufnahme

III. Die ESVP-Missionen auf dem Balkan

3.1. Die EUPM in Bosnien-Herzegowina

3.2. Die Operation Concordia in Mazedonien

3.3. Die Operation Proxima

3.4. Die Operation EUFOR-Althea

IV. Die EU als regionale Friedensmacht? Strukturelle Herausforderungen an die ESVP

V. Fazit

VI. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Leistungsfähigkeit der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) anhand der Analyse konkreter EU-Missionen auf dem Balkan. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwiefern sich die Europäische Union als regionale Friedensmacht etablieren kann und welche strukturellen Hürden dabei bestehen.

  • Entwicklung und institutionelle Rahmenbedingungen der ESVP
  • Analyse der polizeilichen und militärischen EU-Missionen auf dem Balkan (EUPM, Concordia, Proxima, EUFOR-Althea)
  • Bewertung der operationellen Erfolge und bestehenden Probleme bei der Krisenbewältigung
  • Identifikation struktureller Herausforderungen an die EU als sicherheitspolitischer Akteur
  • Diskussion über das Verhältnis zwischen militärischem Engagement und zivilen Instrumenten

Auszug aus dem Buch

3.2. Die Operation Concordia in Mazedonien

Am 31. März 2003 startete die EU mit der Operation Concordia in der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien die erste militärische Mission in ihrer Geschichte. Auf Wunsch der Regierung in Skopje und mit Billigung des UN-Sicherheitsrates übernahm die EU die Nachfolge der NATO-Mission Allied Harmony mit der Aufgabe, für die friedliche Entwicklung in der Region zu sorgen und die Umsetzung des Ohrid-Friedensabkommens vom 13. August 2001 militärisch abzusichern. Dem von der internationalen Gemeinschaft vermittelten Abkommen waren monatelange Gefechte zwischen albanischen Rebellen und Terroristen und mazedonischen Polizei- und Streitkräften vorausgegangen. Daraufhin war im Spätsommer 2001 auf Bitten des mazedonischen Staatspräsidenten Trajkowski und mit Billigung der Konfliktparteien die Stationierung einer NATO-Friedenstruppe auf mazedonischem Boden erfolgt.

Die EU-Mission in Mazedonien schloss sich an drei NATO-Operation in der Region an. Die erste NATO-Mission, Essential Harvest genannt, begann im August 2001, war auf einen Monat beschränkt und diente der friedlichen Entwaffnung der albanischen Kämpfer und der Vernichtung von Waffen und Munition durch die NATO-Truppen. Nach Beendigung der Mission wurde eine zweite Operation unter dem Titel Amber Fox ins Leben gerufen, die die Umsetzung des Friedensabkommens und die Sicherheit der in Mazedonien stationierten internationalen Beobachter garantieren sollte. Schließlich wurde diese Mission Mitte Dezember 2002 von der Operation Allied Harmony abgelöst, die bis zur Übernahme des Kommandos durch die EU die Stabilisierung und Sicherung des Landes dirigierte. Die Europäische Union stand nun vor der Aufgabe, die friedenserhaltenden Maßnahmen der NATO weiterzuführen und zur Schaffung eines sicheren Umfeldes in Mazedonien beizutragen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Entwicklung der ESVP ein und formuliert das Ziel, deren Leistungsfähigkeit anhand der Fallbeispiele in Bosnien und Mazedonien zu bewerten.

II. Die ESVP – eine Bestandsaufnahme: Hier wird die historische Entwicklung der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie der Aufbau ihrer Institutionen und Instrumente dargestellt.

III. Die ESVP-Missionen auf dem Balkan: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte Betrachtung der einzelnen EU-Missionen, unterteilt in die EUPM, die Operation Concordia, die Operation Proxima und die Operation EUFOR-Althea.

IV. Die EU als regionale Friedensmacht? Strukturelle Herausforderungen an die ESVP: In diesem Kapitel werden strukturelle Defizite analysiert, wie die Abhängigkeit von NATO-Ressourcen, Finanzierungsfragen und die Notwendigkeit einer besseren Anpassung an lokale Gegebenheiten.

V. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz ab, die betont, dass die EU zwar erfolgreich agiert, jedoch ihre Rolle als Stabilisierungsmacht durch eine breitere Strategie untermauern muss.

VI. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Europäische Union, ESVP, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Balkan, Krisenmanagement, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Friedensmacht, Operation Concordia, EUPM, Operation Proxima, EUFOR-Althea, Konfliktforschung, Berlin-Plus-Abkommen, Institutionelle Strukturen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Leistungsfähigkeit der Gemeinsamen Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) durch die Untersuchung spezifischer EU-Missionen auf dem Balkan.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der ESVP, den operativen Erfahrungen der EU auf dem Balkan sowie der Identifikation struktureller Herausforderungen für die EU als Sicherheitsakteur.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist es, zu bewerten, inwieweit die EU ihrer Ambition gerecht wird, sich als regionale Friedensmacht zu behaupten, und wo ihre Grenzen in der praktischen Krisenbewältigung liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine fallbasierte Analyse der ESVP-Missionen in Bosnien-Herzegowina und Mazedonien, um daraus allgemeinere Erkenntnisse über die Wirksamkeit und Struktur der europäischen Sicherheitspolitik abzuleiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der ESVP-Institutionen, eine detaillierte Beschreibung der vier wichtigsten Balkan-Missionen und eine kritische Diskussion struktureller Defizite.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie ESVP, Krisenmanagement, Balkan-Stabilität, EU-Polizeimissionen und militärische Kapazitäten charakterisieren.

Welche Rolle spielen die "Berlin Plus"-Vereinbarungen für die EU-Missionen?

Die Vereinbarungen sind zentral, da sie der EU ermöglichen, bei ihren Missionen auf militärische Kapazitäten und Mittel der NATO zurückzugreifen, wenn die NATO selbst nicht als Organisation beteiligt ist.

Warum ist die Unterscheidung zwischen "kurzfristigem Krisenmanagement" und "langfristigem Peacebuilding" wichtig?

Die Autorin argumentiert, dass die EU-Missionen bisher zu sehr auf kurzfristige Sicherheitsaspekte und Verbrechensbekämpfung fixiert waren, anstatt tiefgreifende Prozesse wie die Demokratisierung oder zivile Friedenssicherung langfristig zu unterstützen.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Rolle als "Soft Power"?

Das Fazit lautet, dass die EU ihre Stärke primär aus ihrem "Soft Power"-Potenzial, insbesondere der Erweiterungspolitik, zieht, während ihre militärischen Fähigkeiten auf absehbare Zeit ergänzend, aber nicht als dominantes Instrument für die Stabilisierung zu sehen sind.

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Details

Title
Die Europäische Union als regionale Friedensmacht? Zur Leistungsfähigkeit der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik am Beispiel der EU-Missionen auf dem Balkan
College
University of Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Hauptseminar: Friedens- und Konfliktforschung: Das Beispiel Jugoslawien
Grade
1.3
Author
Camelia Ratiu (Author)
Publication Year
2006
Pages
28
Catalog Number
V65176
ISBN (eBook)
9783638578110
ISBN (Book)
9783656507499
Language
German
Tags
Europäische Union Friedensmacht Leistungsfähigkeit Europäischen Sicherheits- Verteidigungspolitik Beispiel EU-Missionen Balkan Hauptseminar Friedens- Konfliktforschung Beispiel Jugoslawien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Camelia Ratiu (Author), 2006, Die Europäische Union als regionale Friedensmacht? Zur Leistungsfähigkeit der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik am Beispiel der EU-Missionen auf dem Balkan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65176
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