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Gerechtigkeit in der Transplantationsmedizin - Sind die Kriterien der Transplantationsmedizin gerecht?

Title: Gerechtigkeit in der Transplantationsmedizin - Sind die Kriterien der Transplantationsmedizin gerecht?

Term Paper , 2006 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christoph Wolf (Author)

Ethics
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Etwas gerecht zu verteilen ist meist mit Überlegungen, oft auch mit Problemen verbunden. Gerade wenn es um die Zuteilung von Organen geht, die doch 1. ökonomisch knapp, 2. unteilbar und 3. zum Teil überlebenswichtig sind, kommt es zu Interessenkonflikten auf der Seite der nachfragenden Patienten. Daher müssen Entscheidungen getroffen werden, diese Interessen in eine (gerechte) Ordnung zu bringen. Um diese Entscheidungen nachzuvollziehen, sollen in dieser Arbeit zu Beginn medizinische Grundlagen der Organallokation dargelegt werden. Daraufhin wird der gesetzliche Rahmen aufgezeigt. Ein Blick in die Praxis der Organtransplantation schließt sich an, bevor die Verteilungsgerechtigkeit anhand von vier verschiedenen Prinzipien erfasst wird. Danach erfolgt eine Diskussion der gesetzlichen Grundlagen und einzelner Verteilungskriterien, wobei sich auf die wichtigsten in Deutschland angewandten Verteilungskriterien beschränkt wird. Ein abschließendes Resümee soll dann die Frage beantworten, ob die angewendeten Kriterien bei der Organallokation gerecht sind.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Organallokation

2.1 Medizinische Grundlagen

2.2 Juristische Grundlagen

3. Praxis der Organallokation

4. Gerechtigkeitstheoretische Überlegungen

4.1 Grundlagen der Verteilungsgerechtigkeit

4.2 Bedürfnisorientierte Verteilung

4.3 Gleichheitsorientierte Verteilung

4.4 Verdienstorientierte Verteilung

4.5 Nutzenorientierte Verteilung

5. Diskussion

5.1 Diskussion der gesetzlichen Vorgaben

5.2 Diskussion der angewandten Allokationskriterien

5.2.1 Gewebeübereinstimmung und Blutgruppenkompatibilität

5.2.2 Seltene Blut- oder Gewebemerkmale

5.2.3 Dringlichkeit

5.2.4 Kalte Ischämiezeit

5.2.5 Losverfahren

5.2.6 Wartezeit

5.2.7 Compliance

6. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische und rechtliche Legitimität der in Deutschland angewandten Kriterien zur Organallokation. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob das aktuelle System den Anforderungen an eine gerechte Verteilung von knappen, unteilbaren lebenswichtigen Ressourcen gerecht wird, indem medizinische Grundlagen, gesetzliche Rahmenbedingungen und gerechtigkeitstheoretische Prinzipien in eine kritische Diskussion gebracht werden.

  • Analyse medizinischer und juristischer Grundlagen der Organspende und -vermittlung
  • Anwendung gerechtigkeitstheoretischer Prinzipien auf die Organallokation
  • Diskussion der gesetzlichen Vorgaben und des Transplantationsgesetzes (TPG)
  • Kritische Bewertung spezifischer Allokationskriterien wie Dringlichkeit, Wartezeit und Compliance

Auszug aus dem Buch

4.2 Bedürfnisorientierte Verteilung

Sucht man nun nach der für die Medizin zutreffenden Sphäre so argumentieren Lachmann und Meuter mit Walzer, der für die Sphäre „Sicherheit und Wohlfahrt“, zu der er auch die Medizin rechnet, eine bedürfnisorientierte Verteilung vorsieht. Im Gerechtigkeitssinne maßgeblich sind in diesem Bereich also nur die Bedürfnisse des Patienten. Einschränkend wird aber darauf verwiesen, dass nicht nur die individuellen Bedürfnisse eine Rolle spielen, sondern auch eine gesellschaftliche und kulturelle Komponente eine Rolle spielt. Also welche Gesundheitsbedürfnisse sollen durch Güter der öffentlichen Hand gedeckt werden.

Es ergibt sich eine gesellschaftliche und kulturelle Differenzierung. Daher gilt einschränkend: Bei von der Gesellschaft anerkannten Gesundheitsbedürfnissen sei die Verteilung nur an den Bedürfnissen der Patienten orientiert. Diese Sichtweise orientiert sich noch am ehesten an der Ergebnisgleichheit, da alle Patienten ihrem Bedarf nach behandelt werden und so eine annähernd gleiche Gesundheit erreichen sollten. Eine vollständig gleiche Gesundheit zu fordern, sei aber abstrakt, da nur bei sehr wenigen Menschen eine vollständig vollkommene Gesundheit mit medizinischen Mitteln erreicht werden kann. Dies würde dazu führen, dass überdurchschnittlich gesunde Menschen künstlich krank gemacht werden müssten! Dies ist nicht nur mit den Grundrechten nicht vereinbar. Von daher geht es also nur darum, jedem kranken Menschen zur bestmöglichen Gesundheit zu verhelfen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Zuteilung knapper Organe ein und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie das Ziel der Arbeit, die Gerechtigkeit der Allokationskriterien zu überprüfen.

2. Grundlagen der Organallokation: Das Kapitel erläutert die medizinischen Voraussetzungen für eine Transplantation sowie den gesetzlichen Rahmen, insbesondere das Transplantationsgesetz, welches die Grundlage für die Organvermittlung bildet.

3. Praxis der Organallokation: Hier werden die sechs Phasen des Transplantationsprozesses skizziert, wobei der Fokus gezielt auf die eigentliche Allokationsentscheidung und die Aufnahme in die Warteliste gelegt wird.

4. Gerechtigkeitstheoretische Überlegungen: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Basis, indem verschiedene Prinzipien der Verteilungsgerechtigkeit – von der bedürfnisorientierten bis zur nutzenorientierten Verteilung – analysiert werden.

5. Diskussion: Dieses Kernkapitel hinterfragt kritisch sowohl die gesetzlichen Vorgaben als auch die einzelnen, in Deutschland angewandten Kriterien wie Gewebeübereinstimmung, Dringlichkeit und Compliance.

6. Resümee: Das Resümee führt die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Kriterien der Organallokation auf Basis theoretischer gerechtigkeitsphilosophischer Überlegungen als gerecht und vertretbar angesehen werden können.

Schlüsselwörter

Organallokation, Transplantationsgesetz, Verteilungsgerechtigkeit, Organspende, Transplantationsmedizin, Warteliste, Dringlichkeit, Nutzenorientierung, Compliance, Gerechtigkeitstheorie, Ethik, Patientenwohl, medizinische Standards, Allokationskriterien, Eurotransplant

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage nach der Gerechtigkeit der Zuteilung (Allokation) von Spenderorganen in Deutschland, einem Bereich, der durch extreme Ressourcenknappheit und hohe ethische Anforderungen geprägt ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die medizinischen Voraussetzungen, der rechtliche Rahmen durch das Transplantationsgesetz sowie die ethische Einordnung und Diskussion der konkreten Verteilungskriterien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die aktuell angewandten Kriterien zur Zuteilung von Organen unter gerechtigkeitstheoretischen Gesichtspunkten als gerecht und begründbar gelten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretisch-analytische Methode gewählt, bei der gerechtigkeitstheoretische Prinzipien auf die bestehenden medizinischen und gesetzlichen Richtlinien angewendet und in einer Diskussion kritisch hinterfragt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung von Verteilungsprinzipien und eine detaillierte Diskussion spezifischer Kriterien wie Wartezeit, Dringlichkeit, Gewebemerkmale und die Compliance des Patienten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Verteilungsgerechtigkeit, Organallokation, Nutzenmaximierung, Utilitarismus und das Transplantationsgesetz.

Warum ist das Kriterium der Compliance besonders umstritten?

Die Compliance ist umstritten, da sie schwer messbar ist und eine Zukunfts-Prognose über das Verhalten eines Patienten erfordert, was bei der Aufnahme in die Warteliste zu Subjektivität und potenzieller Diskriminierung führen kann.

Inwieweit widersprechen sich Dringlichkeit und Erfolgsaussicht?

Das Problem besteht darin, dass bei sehr hoher Dringlichkeit (oft verbunden mit einem kritischen Gesundheitszustand) die Erfolgsaussichten der Transplantation statistisch sinken können, was eine moralisch schwierige Abwägung zwischen Lebensrettung und Effizienz erfordert.

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Details

Title
Gerechtigkeit in der Transplantationsmedizin - Sind die Kriterien der Transplantationsmedizin gerecht?
College
Protestant University of Applied Sciences Berlin  (Studiengang Pflege / Pflegemanagement)
Course
Medizin- und Pflegeethik II
Grade
1,0
Author
Christoph Wolf (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V65182
ISBN (eBook)
9783638578165
ISBN (Book)
9783638694537
Language
German
Tags
Gerechtigkeit Transplantationsmedizin Sind Kriterien Transplantationsmedizin Medizin- Pflegeethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Wolf (Author), 2006, Gerechtigkeit in der Transplantationsmedizin - Sind die Kriterien der Transplantationsmedizin gerecht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65182
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