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Auktionstheorie und Auktionen im Internet

Title: Auktionstheorie und Auktionen im Internet

Diploma Thesis , 2003 , 62 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Simone Rabas (Author)

Economics - Micro-economics
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Summary Excerpt Details

Im Januar 1797 verfasste Johann Wolfgang von Goethe einen Brief an den Verleger Vieweg. Darin bot ihm Goethe sein Werk „Hermann und Dorothea“ unter besonderen Bedingungen an. Der Schriftsteller wollte eine versiegelte Notiz mit seiner Preisforderung an eine dritte Person weiterleiten. Sollte das Angebot des Verlegers über Goethes Forderung liegen, würde „Hermann und Dorothea“ zu dem Preis verkauft werden, den der Schriftsteller notiert hatte. Im Falle eines niedrigeren Angebotes, wollte Goethe die Notiz ungeöffnet zurücknehmen und die Verhandlungen beenden.
Auch wenn es in diesem Beispiel nur einen potentiellen Käufer gibt, handelt es sich um den Mechanismus einer verdeckten Zweitpreis-Auktion, deren Vorzüge William Vickrey 1961 als erster analysierte. Bei dieser Auktionsform geben die beteiligten Bieter verdeckte Gebote für ein Auktionsgut ab. Der Höchstbietende gewinnt die Auktion, zahlt aber nur den Preis des zweithöchsten Gebotes. Die Preisforderung in Goethes versiegelter Notiz stellt in diesem Fall ein zweites Gebot dar.
Neben dem Ziel, einen möglichst hohen Preis für „Hermann und Dorothea“ zu erzielen, war es Goethe ein Anliegen, etwas über den Wert seiner Arbeit zu erfahren. Während der Verleger Auflagenhöhe und Verkaufszahlen einschätzen konnte, fehlten dem Schriftsteller die nötigen Informationen, um seinem Werk einen Preis zu geben. Diese Situation beschreibt einen der wichtigsten Gründe, aus denen Auktionen durchgeführt werden. Hätte Goethe vollständige Informationen über die Wertschätzungen aller potentiellen Verleger gehabt, hätte er einfach einen Preis in Höhe der höchsten Zahlungsbereitschaft festlegen können. Er wusste jedoch nur wenig über den Marktpreis seiner Arbeit. Deshalb führte Goethe eine Auktion durch. Er wollte dem Verleger Informationen über seine Zahlungsbereitschaft entlocken und daraufhin bestimmen, ob und zu welchem Preis „Hermann und Dorothea“ verkauft werden sollte.
Mit der Entwicklung von Online-Auktionsplattformen, wie z.B. eBay, Amazon oder Yahoo! haben Auktionen in den letzten Jahren beträchtlich an Aktualität gewonnen. eBay zählt deutschlandweit rund 12 Millionen Nutzer, weltweit sind es mehr als 60 Millionen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINFÜHRUNG

1.1 ZIEL UND GLIEDERUNG DER ARBEIT

2 GRUNDLAGEN DER AUKTIONSTHEORIE

2.1 DIE STANDARD-AUKTIONEN

2.1.1 ENGLISCHE AUKTION

2.1.2 HOLLÄNDISCHE AUKTION

2.1.3 ERSTPREIS-AUKTION

2.1.4 ZWEITPREIS-AUKTION

2.2 DIE MODELLANNAHMEN

2.2.1 RISIKOBEREITSCHAFT

2.2.2 ZAHLUNGSBEREITSCHAFT

2.2.3 UNTERSCHEIDBARKEIT

2.3 DAS ÄQUIVALENZTHEOREM

2.3.1 ENGLISCHE AUKTION UND ZWEITPREIS-AUKTION

2.3.2 HOLLÄNDISCHE AUKTION UND ERSTPREIS-AUKTION

2.4 LITERATURHINWEIS

3 VERSTEIGERUNG EINES EINZELNEN OBJEKTES

3.1 DAS SYMMETRISCHE MODELL

3.2 ZWEITPREIS-AUKTIONEN

3.2.1 RENTE DES BIETERS

3.2.2 BESTIMMUNG DES OPTIMALEN GEBOTES

3.2.3 ERWARTETE ZAHLUNGEN

3.3 ERSTPREIS-AUKTIONEN

3.3.1 RENTE DES BIETERS

3.3.2 BESTIMMUNG DES OPTIMALEN GEBOTES

3.3.3 DAS SYMMETRISCHE GLEICHGEWICHT

3.3.4 DAS TRADE-OFF PROBLEM

3.3.5 GLEICHVERTEILUNG DER ZAHLUNGSBEREITSCHAFTEN

3.4 ERLÖSVERGLEICH

3.5 WICHTIGE ERGEBNISSE

3.6 MODELLKRITIK

3.7 VON DER TRADITIONELLEN AUKTION ZUR INTERNET-AUKTION

3.8 LATE BIDDING

3.8.1 AUKTIONEN BEI EBAY UND AMAZON

4 VERSTEIGERUNG MEHRERER IDENTISCHER OBJEKTE

4.1 PREISREGELN FÜR VERDECKTE AUKTIONSFORMEN

4.1.1 DISKRIMINIERENDE AUKTION

4.1.2 UNIFORME AUKTION

4.1.3 VICKREY AUKTION

4.2 PREISREGELN FÜR OFFENE AUKTIONSFORMEN

4.2.1 HOLLÄNDISCHE MULTIUNIT AUKTION

4.2.2 ENGLISCHE MULITUNIT AUKTION

4.2.3 AUSUBEL AUKTION

4.3 BIETSTRATEGIEN IN MULTIUNIT AUKTIONEN

4.3.1 VICKREY AUKTION

4.3.2 UNIFORME AUKTION

4.3.3 NACHFRAGEREDUZIERUNG

4.3.4 DISKRIMINIERENDE AUKTION

4.4 WICHTIGE ERGEBNISSE

4.5 OPENIPO: EINE UNIFORME AUKTION IM INTERNET

4.6 DIE AUSUBEL AUKTION ALS EFFIZIENTE ALTERNATIVE

4.6.1 BEISPIEL EINER AUSUBEL AUKTION

5 SCHLUSSBETRACHTUNG

6 ANHANG

6.1 HERLEITUNG DER SYMMETRISCHEN GLEICHGEWICHTSSTRATEGIE BEI GLEICHVERTEILUNG DER ZAHLUNGSBEREITSCHAFTEN

6.2 HERLEITUNG DER ZWEITHÖCHSTEN ORDER STATISTIC

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, die Grundlagen der Auktionstheorie formal darzustellen, auf die Versteigerung einzelner sowie mehrerer identischer Objekte (Multiunit Auktion) zu übertragen und deren Effizienz im Kontext von Internet-Auktionen kritisch zu analysieren.

  • Formale Analyse von Standard-Auktionsformen (Englisch, Holländisch, Erstpreis, Zweitpreis).
  • Untersuchung von Bietstrategien und Auktionsergebnissen bei asymmetrischen und symmetrischen Informationen.
  • Effizienzvergleich von Multiunit-Auktionen (Diskriminierend, Uniform, Vickrey, Ausubel).
  • Analyse der Auswirkungen von Internet-spezifischen Phänomenen wie "late bidding" und "sniping".
  • Bewertung moderner Auktionsmechanismen wie OpenIPO.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Symmetrische Modell

Es werden nun, in Anlehnung an William Vickrey, Versteigerungen eines einzelnen Objektes betrachtet. Wie gezeigt wurde, haben je zwei Auktionsformen äquivalente Bietstrategien und Ergebnisse. Aufgrund dessen genügt es für die anschließenden Modellbetrachtungen lediglich die verdeckten Auktionsformen zu analysieren. Im Anschluss soll formal hergeleitet werden, welche optimalen Bietstrategien zu einem symmetrischen Gleichgewicht führen und welcher Verkaufspreis daraus resultiert. Dazu wird das so genannte symmetrische Modell herangezogen.

Die Annahmen des Modells lauten:

Es bieten N potentielle Käufer für ein einzelnes Verkaufsobjekt.

Der Bieter i misst dem Auktionsgut einen Wert Xi bei, der seiner maximalen Zahlungsbereitschaft entspricht.

Xi ist eine Zufallsvariable, die durch eine Verteilungsfunktion F im Intervall [0,w] verteilt ist, wobei 0 der minimalen und w der maximalen Zahlungsbereitschaft entspricht.

Bieter i kennt seine eigene Zahlungsbereitschaft, also die Realisation xi der Zufallsvariable Xi und er weiß, dass die voneinander unabhängigen Zahlungsbereitschaften aller anderen Bieter durch dieselbe Verteilungsfunktion F verteilt sind.

Durch die Ableitung der Verteilungsfunktion F erhält man die Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion f.

Die Bieter sind risikoneutral und wollen ihren erwarteten Gewinn maximieren.

Es existieren keine Budgetbeschränkungen.

Die Strategie eines Bieters i wird beschrieben durch eine Funktion βi, welche für jede Zahlungsbereitschaft xi das zugehörige Gebot bi bestimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINFÜHRUNG: Einleitung in die Auktionstheorie anhand historischer Beispiele und Erläuterung der Relevanz moderner Internet-Auktionen.

2 GRUNDLAGEN DER AUKTIONSTHEORIE: Erläuterung der vier Standard-Auktionsformen sowie Darstellung grundlegender Modellannahmen wie Risikoneutralität und private-values.

3 VERSTEIGERUNG EINES EINZELNEN OBJEKTES: Formale Analyse und Vergleich der Bietstrategien und Erlöse bei Erstpreis- und Zweitpreis-Auktionen.

4 VERSTEIGERUNG MEHRERER IDENTISCHER OBJEKTE: Analyse von Preisregeln und Bietstrategien für Multiunit-Auktionen sowie Diskussion von Effizienzaspekten bei komplexeren Auktionsformen.

5 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse zur Effizienz von Auktionsverfahren und Empfehlungen für den Einsatz moderner Auktionsformate.

6 ANHANG: Mathematische Herleitung der Gleichgewichtsstrategien und statistischer Größen für die Modellbetrachtungen.

Schlüsselwörter

Auktionstheorie, Erstpreis-Auktion, Zweitpreis-Auktion, Vickrey-Auktion, Multiunit-Auktion, Internet-Auktionen, Bietstrategien, Zahlungsbereitschaft, Nachfragereduzierung, Spieltheorie, Auktionseffizienz, late bidding, OpenIPO, Ausubel-Auktion, Marktmechanismen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit primär?

Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen der Auktionstheorie und analysiert, wie verschiedene Auktionsformate – sowohl für einzelne als auch für mehrere Objekte – strukturiert sind und welche Auswirkungen sie auf das Bietverhalten haben.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?

Zu den Schwerpunkten gehören die Standard-Auktionsformen, die spieltheoretische Modellierung von Geboten, die Analyse von Multiunit-Auktionen sowie die speziellen Herausforderungen von Online-Auktionsplattformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Effizienz verschiedener Auktionsverfahren zu bewerten, insbesondere unter der Frage, welches Verfahren den Bieter mit der höchsten Zahlungsbereitschaft identifiziert und den Zuschlag erteilt.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Autorin nutzt formale, spieltheoretische Analysen, um Gleichgewichtsstrategien zu bestimmen. Dabei werden mathematische Modelle wie Verteilungs- und Wahrscheinlichkeitsdichtefunktionen herangezogen, um das optimale Bietverhalten zu simulieren.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die formale Analyse einzelner Auktionen, den Vergleich von Erst- und Zweitpreis-Auktionen sowie die Erweiterung dieser Konzepte auf Versteigerungen mehrerer Einheiten (Multiunit Auktionen), inklusive der Behandlung von Phänomenen wie "bid shading".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Auktionstheorie, Bietstrategien, Multiunit-Auktion, Effizienz, Nachfragereduzierung und Internet-Auktionen charakterisieren.

Was unterscheidet eBay von Amazon in Bezug auf das Auktionsende?

eBay nutzt meist feste Endzeitpunkte, was zu "late bidding" (sniping) führen kann, um das Überbotenwerden kurz vor Ende zu vermeiden. Amazon hingegen bietet eine automatische Verlängerung der Auktionsdauer an, falls in den letzten Minuten geboten wird, um dieses strategische Bieten zu verhindern.

Warum wird die Ausubel-Auktion als effiziente Alternative diskutiert?

Die Ausubel-Auktion gilt als effizient, da sie das Problem der Nachfragereduzierung ("bid shading") bei Multiunit-Auktionen löst. Sie ist äquivalent zur Vickrey-Auktion und bietet Bietern keinen Anreiz, ihre wahre Nachfrage zu verbergen, was zu einer effizienteren Allokation der Güter führt.

Was ist das "Trade-Off Problem" bei einer Erstpreis-Auktion?

Bieter stehen vor dem Konflikt, dass ein höheres Gebot zwar die Gewinnwahrscheinlichkeit erhöht, jedoch die erzielbare Rente (Differenz aus Wertschätzung und Gebot) verringert. Sie müssen daher ihr Gebot strategisch unter ihre wahre Zahlungsbereitschaft senken.

Excerpt out of 62 pages  - scroll top

Details

Title
Auktionstheorie und Auktionen im Internet
College
University of Frankfurt (Main)  (Lehrstuhl für Industrieökonomie)
Grade
2,0
Author
Simone Rabas (Author)
Publication Year
2003
Pages
62
Catalog Number
V65222
ISBN (eBook)
9783638578417
Language
German
Tags
Auktionstheorie Auktionen Internet
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Rabas (Author), 2003, Auktionstheorie und Auktionen im Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65222
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