This paper tries to explore the functional requisites fulfilled by bodies in human communication, using theoretical concepts drawn from Niklas Luhmann’s systems theory. A closer look will be taken at personal relations and social systems of intimacy taking place in interactions. I will show that human bodies on one hand act as addresses that make persons identifiable, especially in their uniqueness and difference to other persons in modern, polykontextural societies, on the other hand they can be seen as media of communication that allow to communicate tenor essential for systems of intimacy in modern contexts.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung - der Körper zwischen Natur und Kultur
2. Die Funktionen des Körpers für Kommunikation
2.1. Der Körper als Adresse der Kommunikation
2.1.1 Die Einheit der Person im Kontext der Kommunikation
2.1.2. Die Vielheit der Person in der polykontexturalen Gesellschaft
2.1.3. Der Körper als Einheit der Person
2.2. Der Körper als Kommunikationsmedium
2.2.1. Der Körper als Thema der Kommunikation in Intimsystemen
2.2.2. Kommunikation und die Differenz von Information und Mitteilung
2.2.3. Das strukturelle Problem der Inkommunikabilität
2.2.4. Der Körper als Lösung des Problems der Inkommunikabilität
3. Resümee
Zielsetzung und zentrale Themenfelder
Die Arbeit untersucht auf Basis der systemtheoretischen Konzepte von Niklas Luhmann die Funktionen des menschlichen Körpers in der Kommunikation, insbesondere innerhalb sozialer Intimsysteme. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie der Körper als Adressat und Kommunikationsmedium dazu beiträgt, das strukturelle Problem der Inkommunikabilität und die Herausforderungen einer Identitätsbildung in einer polykontexturalen Gesellschaft zu bewältigen.
- Die systemtheoretische Verortung des Körpers als Grenze und Schnittstelle.
- Die Konstitution der Person als Adressat in der Kommunikation.
- Die Rolle des Körpers bei der Überwindung von Inkommunikabilität in Intimbeziehungen.
- Die Differenzierung von Information und Mitteilung in sozialen Systemen.
- Authentizität und Spontaneität als körpergebundene Kommunikationsphänomene.
Auszug aus dem Buch
2.2.4. Der Körper als Lösung des Problems der Inkommunikabilität
Strategien, dieses Problem der Inkommunikabilität von Echtheit zu lösen, müssen daran ansetzen, den Mitteilungsaspekt der Kommunikation zu invisibilisieren, sozusagen die reine Information ohne die Brechung durch das motivbelastete Mitteilungshandeln erkennbar zu gestalten. Eine Möglichkeit ist es daher, von der Zurechnung auf Handeln in den Attributionsmodus des Erlebens zu wechseln. Während bei Handlungen Ereignisse auf das System der Person zugerechnet werden, konstituiert die Kommunikation Erleben durch Zurechnung von Ereignissen auf die Umwelt des Systems (vgl. Luhmann 1978: 124). Dadurch erscheint Verhalten als Reaktion auf Umweltereignisse, und die Brechung durch ein bewusst intendiertes Mitteilungshandeln entfällt. Die Zurechnung von Äußerungen als Erleben, wie es die auch die Semantik der Passion der romantischen Liebe es nahe legt, führt dazu, dass diese Äußerungen eine Authentizität beanspruchen können, die sich durch bewusstes Mitteilen nicht erreichen lässt (vgl. Luhmann 2003: 30).
Die für diese Arbeit entscheidende Frage ist nun aber, welche Rolle der Körper innerhalb dieser Umstellung des Attributionsmodus spielt. Bei der Untersuchung dieses Problems lohnt es sich, auf die Trennung von sozialen Systemen, psychischen Systemen und dem Körper hinzuweisen. Damit ist jedes dieser Systeme Umwelt für die jeweiligen anderen Systeme und gerät damit zur Quelle von Störungen, auf die reagiert werden kann, so dass man diese Reaktion auf das jeweilige System in der Umwelt zurechnen kann und so in den Attributionsmodus des Erlebens wechselt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung - der Körper zwischen Natur und Kultur: Die Einleitung diskutiert die soziologische Stellung des Körpers als "ausgeschlossenes Anderes" und führt in die systemtheoretische Fragestellung der Arbeit ein.
2. Die Funktionen des Körpers für Kommunikation: Das Hauptkapitel analysiert den Körper als notwendige Instanz für die Adressierung von Personen und als Medium, um Einzigartigkeit innerhalb der Kommunikation zu vermitteln.
2.1. Der Körper als Adresse der Kommunikation: Es wird untersucht, wie soziale Systeme durch die Konstruktion der "Person" Komplexität reduzieren und der Körper als Identifikationspunkt fungiert.
2.2. Der Körper als Kommunikationsmedium: Dieser Abschnitt beleuchtet, wie der Körper in Intimsystemen genutzt wird, um trotz struktureller Kommunikationsprobleme Authentizität und Individualität zu thematisieren.
3. Resümee: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass die Inkommunikabilität zwar ein strukturelles Problem ist, der Körper jedoch durch seine Ambivalenzräume als Lösungsmedium für die Kommunikation dient.
Schlüsselwörter
Systemtheorie, Niklas Luhmann, Körper, Kommunikation, Intimsysteme, Inkommunikabilität, Person, Adressabilität, Polykontexturalität, Authentizität, Attributionsmodus, soziale Systeme, psychische Systeme, Interaktion, Erleben.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die soziologische Rolle des Körpers innerhalb der Systemtheorie, insbesondere im Kontext von Kommunikation in persönlichen Beziehungen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die Adressierung von Personen, die Differenz zwischen Information und Mitteilung sowie die Frage, wie Authentizität kommunizierbar gemacht wird.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit analysiert, welche Funktionen der Körper bei der Überwindung des strukturellen Problems der Inkommunikabilität in modernen sozialen Systemen erfüllt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Systemtheorie von Niklas Luhmann basiert und eine funktionale Analyse durchführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Körpers als Adresse, als Kommunikationsmedium und als Lösung für Authentizitätsprobleme in Intimsystemen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Systemtheorie, Kommunikation, Körper, Intimsysteme, Inkommunikabilität und Authentizität bilden den Kern des Vokabulars.
Warum spielt der Körper für die Adressierung eine besondere Rolle?
Der Körper ist im "Hier und Jetzt" lokalisierbar und bietet so einen physischen Identifikationspunkt, der die Einheit der Person im Gegensatz zum "polykontextural gebrochenen" Bewusstsein garantiert.
Was ist das "Problem der Inkommunikabilität" bei Liebeserklärungen?
Sobald Gefühle als "Mitteilung" artikuliert werden, werden sie der Attribution von Motiven unterworfen, was den Verdacht der bewussten Inszenierung oder Täuschung erzeugt und die unmittelbare Authentizität sabotiert.
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- Manuel Wätjen (Author), 2006, Körper und Kommunikation - Die Funktionen des Körpers für die Kommunikation in Intimsystemen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65285