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Die Gebiets- und Verfassungsreform des Kleisthenes und ihre Auswirkungen

Title: Die Gebiets- und Verfassungsreform des Kleisthenes und ihre Auswirkungen

Seminar Paper , 2004 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Matthias Wies (Author)

World History - Early and Ancient History
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Der Alkmeonide Kleisthenes gehört zu den Reformern, die es ermöglichten, dass die Polis Athen die Vorzeigedemokratie in der Antike wurde. In der Athenaion Politeia schreibt der Philosoph Aristoteles von insgesamt elf Verfassungen bis zum Jahr 403 vor Christus. Die Reformen des Kleisthenes werden hierbei an fünfter Stelle genannt. Mit Kleisthenes soll in Athen die Demokratie eingeführt worden sein. Aus heutiger Sicht wissen wir, dass das nicht der Fall war. Auf dem Weg zur Demokratie waren die Reformen sicherlich wegweißend, aber man kann in dieser Zeit noch nicht von einer Demokratie sprechen. Im Jahr 508/507, als Kleisthenes seine Reformvorschläge unterbreitete, kannte man das Wort Demokratie noch gar nicht. Es ist erst viel später entstanden und Aristoteles, der im 4. Jahrhundert lebte, die Verfassungsform Demokratie und somit auch das Wort kannte, transportierte die Demokratie zurück in die kleisthenische Zeit. Wenn man heute von den Reformen des Kleisthenes spricht und was sie bewirkten, dann spricht man von der Isonomie, der Gleichheit.
Nach dem Ende der Tyrannis der Peisistratiden im späten 6. Jahrhundert gewann Kleisthenes den Machtkampf um die Führung im Staat gegen seinen adligen Konkurrenten Isagoras. Dies gelang ihm nur, da er die athenische Bevölkerung auf seiner Seite hatte und er dieser durch seine Reformvorschläge versprochen hatte, sie in Zukunft mehr am politischen Leben zu beteiligen. Kleisthenes, der selbst adliger Abstammung war, wollte die lokalen Machtzentren der Adligen aufbrechen und ihnen somit die Basis für ihre politischen Machtansprüche nehmen. In Zukunft sollte jeder die Möglichkeit besitzen, am politischen Leben der Polis teilzunehmen, es sollte Gleichheit unter allen Bürgern herrschen. Um dies zu erreichen, führte Kleisthenes eine Gebiets- und Verfassungsreform durch, um die gesamte athenische Bevölkerung zu durchmischen.
Im ersten Teil wird die Quellenlage kurz erläutert und dann erklärt, wie Kleisthenes sich gegen seinen Konkurrenten durchsetzen und die Reformen durchführen konnte.
Im zweiten Teil werden die Gebiets- und Verfassungsreform kurz vorgestellt und dann im letzten Teil die Absichten und Auswirkungen erklärt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Quellenlage

2. Ausgangslage

3. Reformmaßnahmen

3.1 Die Gebietsreform

3.2 Die Verfassungsreform

4. Absichten und Auswirkungen

4.1. Gebietsreform

4.1.1 Phylen

4.1.2 Trittyen

4.1.3 Demen

4.2 Boulé – Der Rat der 500

III. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Gebiets- und Verfassungsreform des Kleisthenes im antiken Athen. Ziel ist es, den historischen Kontext des Machtkampfes zwischen Kleisthenes und seinem Gegenspieler Isagoras zu beleuchten und zu analysieren, wie die Reformmaßnahmen zur Durchmischung der Bevölkerung, zum Abbau adliger Machtstrukturen und zur Einführung der Isonomie (Gleichheit) beitrugen, wobei die Forschungsfrage nach der tatsächlichen demokratischen Qualität dieser Maßnahmen und ihrer Bedeutung für die spätere athenische Demokratie im Vordergrund steht.

  • Analyse der historischen Quellenlage zu den Reformen des Kleisthenes.
  • Untersuchung der Ausgangslage und des politischen Machtkampfes im spätarchaischen Athen.
  • Detaillierte Betrachtung der Gebietsreform (Phylen, Trittyen, Demen) als Instrument zur sozialen Durchmischung.
  • Evaluation der neuen Institution des Rates der 500 (Boulé) und ihrer Funktion im politischen System.
  • Kritische Einordnung der Begriffe „Isonomie“ und „Demokratie“ im Kontext des 6. Jahrhunderts v. Chr.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Gebietsreform

„Als Anführer der Menge teilte [Kleisthenes] dann [...] in einer ersten Maßnahme alle Bürger in zehn statt der bisherigen vier Phylen ein [...]. Ferner teilte er das Land nach Demen in dreißig Teile auf, von denen zehn dem Stadtgebiet, zehn der Küste und zehn dem Binnenland zugehörten; diese nannte er Trittyen und loste jeder Phyle drei davon zu [...]. Er setzte auch Demarchoi ein, die dieselbe Aufgabe wie die früher amtierenden Naukraroi hatten; denn er setzte die Demen an die Stelle der Naukrarien.“ Auch bei Herodot findet man die Neuverteilung der athenischen Bevölkerung in zehn neue Phylen (Stämme), statt der bisherigen vier und die Aufteilung der Demen (Gemeinden) auf diese neuen Phylen. Laut den beiden Quellen teilte Kleisthenes die Polis Athen in drei Bereiche, so dass eine regionale Gliederung in ásty (Stadt Athen und das Umland im Umkreis von 10 km und der dortigen Küste), mesógeion (Binnenland) und paralía (Küstengebiet, also die Regionen am Meer, außer des ásty-Gebietes) entstand. Jede der drei Bereiche wurde in zehn Trittyes (Drittel) unterteilt und jeweils eine Trittys aus dem ásty, dem mesógeion und der paralía zu einer Phyle vereinigt. Die Zuordnung der einzelnen Trittyes zu einer Phyle geschah per Los. Die einzelnen Trittyes bestanden ihrerseits aus Demen, also aus kleinen Städten und Dörfern. Die Demen waren so auf die Trittyes verteilt, dass jede Trittys ungefähr eine gleiche Anzahl an erwachsenen Männern besaß, da dieses System auch zur militärischen Aushebung diente. Insgesamt gab es auf Attika wohl 139 Demen, die die Basis und die Grundordnung der gesamten Organisation waren. Da die Demen aber als gewachsene Siedlungen von unterschiedlicher Größe waren und von Natur aus nicht veränder- oder teilbar, musste Kleisthenes auf diese Verhältnisse Rücksicht nehmen. Die Anzahl der Demen in den einzelnen Trittyes war daher unterschiedlich. An der Spitze eines Demos stand der Demarchos, ein Gemeindevorsteher. Er war u.a. für die Führung der Bürger- und Zensusliste verantwortlich, in der jedes männliche Mitglied ab dem 18. Lebensjahr, also jeder Vollbürger, aufgelistet war.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung erläutert die historische Bedeutung des Kleisthenes als Reformer und stellt den Weg Athens zur Isonomie sowie die zentrale Zielsetzung der Gebiets- und Verfassungsreform dar.

Quellenlage: Dieses Kapitel kritisiert die Dürftigkeit und die zeitliche Distanz der Hauptquellen, Herodot und Aristoteles, und betont die Notwendigkeit einer vorsichtigen Interpretation.

Ausgangslage: Es wird die politische Situation nach dem Sturz der Peisistratiden-Tyrannis beschrieben, insbesondere der Machtkampf zwischen Kleisthenes und Isagoras unter Einbeziehung des Volkes.

Reformmaßnahmen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Umstrukturierung Athens durch die Gebiets- und die Verfassungsreform.

Absichten und Auswirkungen: Hier werden die Details zu Phylen, Trittyen, Demen und dem Rat der 500 analysiert, wobei der Fokus auf der Intention der Bevölkerungsdurchmischung liegt.

Zusammenfassung: Das Fazit resümiert, dass Kleisthenes zwar die Isonomie und die Voraussetzungen für eine Demokratie schuf, eine vollendete Demokratie zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht existierte.

Schlüsselwörter

Kleisthenes, Athen, Demokratie, Isonomie, Gebietsreform, Phylen, Demen, Trittyen, Rat der 500, Boulé, Volksversammlung, Isagoras, Tyrannis, Politische Partizipation, Antike

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit behandelt die grundlegenden politischen und administrativen Reformen, die Kleisthenes Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. in Athen einleitete, um die Machtstrukturen der Adelsfamilien aufzubrechen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die soziale Durchmischung der attischen Bevölkerung, die Einführung neuer Verwaltungseinheiten (Phylen, Demen, Trittyen) und die Etablierung des Rates der 500.

Welches primäre Ziel verfolgte Kleisthenes?

Das primäre Ziel war die Etablierung der Isonomie, also der Gleichheit unter den Bürgern, sowie die Schwächung lokaler, adlig dominierter Machtblöcke zugunsten einer stärkeren Partizipation des Volkes.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die sich primär auf die Auswertung und kritische Gegenüberstellung antiker Quellentexte, insbesondere von Herodot und Aristoteles (Athenaion Politeia), stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Quellenkritik, eine Darstellung der Ausgangslage, eine detaillierte Beschreibung der Reformmaßnahmen und eine Untersuchung der politischen Absichten und gesellschaftlichen Auswirkungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Kleisthenes, Isonomie, athenische Reformen, Phylenordnung, Rat der 500 und die Entwicklung der attischen Demokratie.

Warum war die Einführung der neuen Phylen so bedeutsam für die Durchmischung?

Da jede der zehn neuen Phylen aus unterschiedlichen geografischen Gebieten (Stadt, Küste, Binnenland) zusammengesetzt wurde, verloren die alten, regional gebundenen Adelsgeschlechter ihren territorialen Einfluss, was zur sozialen Durchmischung führte.

Welche Rolle spielte der Rat der 500 bei der Einbindung der Bürger?

Der Rat ermöglichte es Bürgern aus verschiedenen Regionen und Schichten, aktiv an der Vorbereitung politischer Entscheidungen mitzuwirken, wodurch eine enge Verzahnung zwischen den lokalen Gemeinden und dem zentralen Polisverband entstand.

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Details

Title
Die Gebiets- und Verfassungsreform des Kleisthenes und ihre Auswirkungen
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
2,0
Author
Matthias Wies (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V65482
ISBN (eBook)
9783638580397
ISBN (Book)
9783656336914
Language
German
Tags
Gebiets- Verfassungsreform Kleisthenes Auswirkungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Wies (Author), 2004, Die Gebiets- und Verfassungsreform des Kleisthenes und ihre Auswirkungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65482
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