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Ist das Konzept der Bürgerkommune ein praktibles Modell für ostdeutsche Städte und Kommunen

Título: Ist das Konzept der Bürgerkommune ein praktibles Modell für ostdeutsche Städte  und Kommunen

Trabajo de Seminario , 2002 , 28 Páginas , Calificación: 1.3

Autor:in: Thomas Welzenbacher (Autor)

Sociología - Vivienda y Sociología urbana
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′Bürgerschaftliches Engagement′ in aller Munde- dieser Terminus steht für eine neue Hoffnung im politischen Diskurs in Deutschland′ (Braun 2000: 3). Für wahr, beobachtet man den aktuellen politischen Diskurs kann man dem nur zustimmen. Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung liegen im Trend. Vor allem Kommunalpraktiker in Wissenschaft und Politik sehen darin die Möglichkeit, die Probleme der Städte zu lösen. Die Frage ist allerdings stets, inwieweit diese Hoffnung berechtigt ist.

Das Konzept der Bürgerkommune ist wohl das aktuell am meisten diskutierte Leitbild, das Lösungsansätze in diesem Zusammenhang konzeptionalisiert hat. Im Kern geht es darum, lokales Engagement ‚jenseits′ der Erwerbsarbeit stärker als bisher zu fördern, anzuerkennen und zu stärken. Das heißt, es sollen die kommunalen, politisch administrativen System dahingehend umgestaltet werden, so dass BürgerInnen als Auftraggeber, als Mitgestalter und als Kunden agieren können (Bogumil 2001: 12). Aus dieser politischen Zielsetzung ergeben sich mehrere Fragen, die mit Blick auf die Situation in Ostdeutschland diskutiert werden sollen.

Um dem hier behandelnden Thema eine äußeren Rahmen zu geben, soll in einem ersten Schritt die Bedeutsamkeit des Bürgerschaftlichen Engagements im Zusammenhang mit der Krise der Stadt′ skizziert werden. In einem zweiten Schritt soll das Konzept der ‚Bürgerkommune′ in seinen unterschiedlichen Dimensionen (Auftraggeber -, Kunden-, und Mitgestalterrolle) vorgestellt werden. Im Anschluss daran soll untersucht werden, inwieweit die Hoffnungen, die an dieses Konzept geknüpft sind, begründet sind. Insbesondere soll die Frage interessieren, inwieweit gemeinwohlorientiertes Handeln unter allen Gruppen der Gesellschaft gleich verteilt ist. In diesem Zusammenhang sollen neuere empirische Studien herangezogen werden, die sich mit der Struktur von Bürgerschaftlichen Engagement bei Erwerbstätigen und Arbeitslosen befassen. Wenngleich eine solche Perspektive eine Geschlechterperspektive nahe legt, soll mit Blick auf die vorgegebene Länge der Arbeit auf diesen Aspekt verzichtet werden. Die Diskussion darüber wird allerdings zeigen, dass die Sozialfigur ‚Bürgerkommune′ die vollmündigen Versprechungen nicht halten kann; sie kann gar im schlimmsten Fall soziale Ungleichheit verstärken.
[...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Die ‚Bürgerkommune’ als zukünftiges Leitbild der Stadt

1.1 Die Rückkehr der GemeindebürgerInnen

1.2 Die BürgerInnen als Auftragsgeber, Kunde und als Mitgestalter

1.2.1 Der Bürger in der Auftragsgeberrolle

1.2.2 Der Bürger als Kunde

1.2.3 Der Bürger in der Mitgestalterrolle

2. Was ist wenn...

2.1 Das Dilemma gesellschaftlicher Reformen- die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis

2.1.1 Strategien, die eine Resozialisierung von Aufgaben und Institutionen ermöglichen sollen und die den Bürger und die Bürgerinnen als politischen Partner ankennen, sind voraussetzungsvoll

2.1.2 Bürgerschaftliches Engagement versus korporatistische Arrangements

2.2 Der Blick auf die andere Seite

2.2.1 Das Problem der Arbeitslosigkeit

2.2.2 Der ‚Erwerbsstatus’ korreliert mit dem Bürgerschaftlichen Engagement

2.2.3 Welche Folgen können sich daraus ergeben?

3. Das Netzwerk der Solidarität – ein frommes Heilsversprechen?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht, inwiefern das Konzept der „Bürgerkommune“ ein praktikables Modell für ostdeutsche Städte darstellt, wobei insbesondere die Auswirkungen gesellschaftlicher Ungleichheiten und der Transformationsprozesse auf die Bürgerbeteiligung analysiert werden.

  • Analyse des Leitbilds „Bürgerkommune“ und dessen unterschiedlicher Bürgerrollen.
  • Untersuchung der Diskrepanz zwischen politischer Theorie und der kommunalen Praxis.
  • Betrachtung der Rolle von Arbeitslosigkeit beim bürgerschaftlichen Engagement.
  • Kritische Reflexion der Voraussetzungen für eine gelingende demokratische Partizipation.
  • Hinterfragung der sozialen Integrationskraft bürgerschaftlichen Engagements in Ostdeutschland.

Auszug aus dem Buch

1.2.1 Der Bürger in der Auftragsgeberrolle

BürgerInnen in der Rolle als Auftragsgeber bedeutet allgemein gesprochen, Entscheidungsbefugnisse zu dezentralisieren, damit sich BürgerInnen öffentlich am Prozess der Gesetzgebung und an den Entscheidungen beteiligen können. Erst dann, so die Schlussfolgerung, kann zivilgesellschaftliche Selbstbestimmung erlangt werden. Weil aber die Kommunalpolitik bürgerschaftliches Engagement bislang noch nicht als zentrales politisches Profilierungsfeld entdeckt hat, bedarf es neuer Formen bzw. der Stärkung von kooperativen Demokratieelementen. In diesem Zusammenhang wird etwa darüber nachgedacht, unterschiedliche formelle wie informelle kooperative Demokratieelemente entweder in den Gemeindesatzungen zu verankern oder sie in freier Vereinbarung entstehen zu lassen. Das heißt, in Zukunft sollen Mediationsverfahren, Zukunftswerkstätten, Runde Tische, Planungszellen auf der einen, wie Planungsfeststellungsverfahren verstärkt zum Einsatz kommen.

Diese Vorschläge sind nicht unmittelbar neu, existieren doch bereits seit den 90er Jahren nicht gesetzlich vorgeschriebene Partizipationsangebote, die es ermöglichen, sich an den städtischen Planungsprozessen zu beteiligen. Neu ist allerdings die Forderung, da wo es notwendig erscheint, professionelle Moderatoren und Mediatoren einzusetzen. Damit soll versucht werden, konfligierende Interessen besser zu steuern und konstruktiv bei Konflikten zu intervenieren (Enquete- Kommission, 2002). Zudem soll das Instrumentarium Bürgerbefragungen bzw. direktdemokratische Verfahren häufiger genutzt bzw. ausgebaut werden. Es wird aber betont, dass diese Zielvorgabe nur gelingen kann, wenn künftig die Verfahrenshürden (Herabsetzung des Unterschriftenquorums und des Zustimmungsquorums) niederer gesetzt werden (Enquete- Kommission, 2002). In diesem Zusammenhang sollen die LuK- Technologien, als eine Ergänzung traditioneller Formen der Kommunikation, eine bedeutendere Rolle spielen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die ‚Bürgerkommune’ als zukünftiges Leitbild der Stadt: Dieses Kapitel führt in das Konzept der Bürgerkommune ein und definiert die Rollen der BürgerInnen als Auftraggeber, Kunden und Mitgestalter zur Bewältigung der städtischen Krise.

2. Was ist wenn...: Hier werden kritische Fallstricke und Stolpersteine beleuchtet, die bei der Umsetzung von Bürgerbeteiligung auftreten können, mit besonderem Fokus auf die Situation in Ostdeutschland und den Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Engagement.

3. Das Netzwerk der Solidarität – ein frommes Heilsversprechen?: Das abschließende Kapitel hinterfragt kritisch, ob das Leitbild der Bürgerkommune die sozialen Hoffnungen erfüllen kann oder ob es bestehende Ungleichheiten eher verschärfen könnte.

Schlüsselwörter

Bürgerkommune, Bürgerschaftliches Engagement, Ostdeutschland, Bürgerbeteiligung, Kommunalpolitik, Arbeitslosigkeit, Zivilgesellschaft, Demokratie, Sozialstruktur, Verwaltungsreform, Partizipation, Empowerment, Gemeinwohl, Transformationsprozess.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Konzept der „Bürgerkommune“ auf seine praktische Anwendbarkeit in ostdeutschen Kommunen und beleuchtet die damit verbundenen Hoffnungen und Risiken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Umgestaltung der kommunalen Verwaltung, die verschiedenen Rollen des Bürgers im Gemeinwesen sowie die empirische Analyse von bürgerschaftlichem Engagement unter Bedingungen von Transformation und Arbeitslosigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu hinterfragen, ob die „Bürgerkommune“ als Modell geeignet ist, soziale Integration zu fördern, oder ob sie soziale Ungleichheiten in ostdeutschen Städten ungewollt verstärken könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse auf Basis aktueller Fachliteratur und zieht Ergebnisse empirischer Studien, wie des Freiwilligensurveys 1999, zur Untermauerung der Argumentation heran.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die institutionellen Rahmenbedingungen für Bürgerbeteiligung, die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis in der Kommunalpolitik sowie die Korrelation zwischen Erwerbsstatus und bürgerschaftlichem Engagement.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Bürgerkommune, Bürgerschaftliches Engagement, Ostdeutschland, Partizipation, Zivilgesellschaft und soziale Ungleichheit.

Warum ist die Situation in Ostdeutschland besonders relevant?

Die Arbeit argumentiert, dass durch den Transformationsprozess nach 1989 spezifische soziale Probleme und infrastrukturelle Defizite bestehen, die bei der Übertragung westdeutscher Modelle der Bürgerbeteiligung berücksichtigt werden müssen.

Welches Fazit zieht der Autor zur "Bürgerkommune"?

Der Autor warnt vor einem unkritischen Optimismus und schlussfolgert, dass das Konzept ohne eine gezielte Ressourcenbereitstellung und Förderung eines kritischen Bewusstseins dazu führen kann, dass soziale Ungleichheit weiter zunimmt.

Final del extracto de 28 páginas  - subir

Detalles

Título
Ist das Konzept der Bürgerkommune ein praktibles Modell für ostdeutsche Städte und Kommunen
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Sozialwissenschaften)
Curso
Proseminar: Ungleichheit und städtische Milieus in Ostdeutschland
Calificación
1.3
Autor
Thomas Welzenbacher (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
28
No. de catálogo
V6551
ISBN (Ebook)
9783638140942
Idioma
Alemán
Etiqueta
Konzept Bürgerkommune Modell Städte Kommunen Proseminar Ungleichheit Milieus Ostdeutschland
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Thomas Welzenbacher (Autor), 2002, Ist das Konzept der Bürgerkommune ein praktibles Modell für ostdeutsche Städte und Kommunen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6551
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