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Zweitspracherwerb

Titel: Zweitspracherwerb

Seminararbeit , 2005 , 18 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Mirjam Rothenbacher (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Unter dem Begriff Zweitspracherwerb wird im folgenden jede Aneignung einer weiteren Sprache (neben der Muttersprache) verstanden, wobei die einzelnen Formen dieses Aneignungsprozesses sich nach Lernalter (gleichzeitig/nachzeitig zum Erstspracherwerb) und Lernkontext (natürlich/gesteuert) weiter differenzieren lassen […] Besteht für die Lerner keine Möglichkeit, außerhalb der Schule mit Sprechern Kontakt aufzunehmen, die diese Sprache als Muttersprache sprechen, wird vom Erwerb einer Fremdsprache gesprochen“.
Die Zweitsprache ist also Sprache des Landes, in dem man zwar lebt, in dem man aber entweder selbst oder einer seiner nahen Vorfahren nicht geboren ist, was meist äußerst eingeschränkte Kenntnisse der deutschen Sprache zur Folge hat. Die komplexe Thematik Zweitspracherwerb betrifft demnach die in Deutschland lebenden „Nicht-Deutschen“ oder Ausländer,die sich auf einen längeren Aufenthalt mit ihren Familien in Deutschland eingerichtet haben und die es zu integrieren gilt. Dafür sind natürlich viele Faktoren zuständig, die hier verständlicherweise nicht alle behandelt werden können. In der folgenden Arbeit soll ausschließlich auf die sprachliche Integration eingegangen werden, also auf den Zweitspracherwerb Deutsch, u. z. insbesondere auf den nachzeitigen und den gesteuerten, da dieser einen mehr oder minder großen Bestandteil des Lehrerberufs - abhängig von der Schulart - ausmacht. Das Entstehen der Problematik soll aufgezeigt, der heutige Stand der Dinge dargelegt und Lösungsvorschläge unterbreitet werden.
Zu den Fakten: Heute leben 7,3 Mio. Ausländer in Deutschland, was bei 82,5 Mio. Einwohnern insgesamt einem Anteil von knapp 9% entspricht, davon besuchen allein ca. 960.000 deutsche Schulen, einem Anteil von knapp 10% ausgehend von einer Gesamtschülerzahl von 9,7 Mio. Schülern. Ca. 235.000 von ihnen besuchen eine Hauptschule - ein Anteil von 16% (!) gemessen an der Gesamtzahl aller Hauptschüler in Deutschland, 87.500 besuchen eine Realschule (6,8% aller Realschüler) und immerhin 90.000 besuchen ein Gymnasium, was aber lediglich einem Anteil von 3,9% bei den Gymnasiasten entspricht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geschichte des Zweitspracherwerbs

2.1 „Die Ausländer“ in der Bundesrepublik Deutschland

2.2 Deutsch als Zweitsprache (DaZ) – Die Anfänge

2.3 DaZ in Bayern – von den 80ern bis heute

3 Die wichtigsten Hypothesen der Zweitspracherwerbsforschung und die Folgerungen daraus

4 Die Bedeutung der Muttersprache

5 Konsequenzen für den Unterricht

6 Bibliographie

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und Ansätze zur sprachlichen Integration von Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache in das deutsche Schulsystem. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie ein gezielter Zweitspracherwerb unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen, theoretischer Hypothesen und pädagogischer Notwendigkeiten gestaltet werden kann, um eine erfolgreiche schulische Teilhabe zu ermöglichen.

  • Historische Entwicklung der Ausländerpädagogik und des DaZ-Unterrichts in Deutschland und Bayern.
  • Analyse zentraler theoretischer Hypothesen (Kontrastiv-, Identitäts- und Interlanguage-Hypothese).
  • Bedeutung der Muttersprache für den erfolgreichen Erwerb einer Zweitsprache.
  • Konsequenzen für die Unterrichtspraxis und methodische Anforderungen an Lehrkräfte.
  • Zielkonflikte zwischen Segregation, Assimilation und Integration.

Auszug aus dem Buch

Die wichtigste These ist die Kontrastivhypothese

Eine der ersten und wohl auch die wichtigste These ist die Kontrastivhypothese von Fries (1945) und Lado (1957). Sie geht davon aus, dass der Lerner seine Vorgehensweise beim Gebrauch der Muttersprache (Erstsprache; L1) ständig auf die Zweitsprache (L2) überträgt. Weisen die beiden Sprachen eine ähnliche oder gar die gleiche Struktur auf, gelingt ein positiver Transfer (korrektes Ergebnis in der Zielsprache) und L2 kann zügig und richtig erlernt werden; sind die Sprachen völlig unterschiedlich, spricht man von negativem Transfer, d. h. es kommt zu muttersprachlich bedingten Fehlern (Interferenzen) in der Zielsprache.

Die Kontrastivhypothese scheiterte allerdings bei dem Versuch, Lernschwierigkeiten auf der Grundlage eines systematischen Sprachvergleichs vorauszusagen. Der auf den ersten Blick einleuchtende Erklärungsansatz wurde der Komplexität des L2-Erwerbs nicht gerecht. Auch methodisch geriet die behavioristische Methode, die auf dem strikten Primat des Mündlichen vor dem Schriftlichen sowie auf Drill und Einschleifen basierte, in die Kritik. Ihr Hauptverdienst war, dass Fehler beim Erwerb der Zielsprache ab jetzt als etwas positives angesehen wurden, denn sie konnten zum einen Aufschluss über den jeweiligen Sprachstand geben, zum anderen waren sie Zeuge der kreativen und aktiven Leistung des Probanden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Definition des Zweitspracherwerbs ein und beleuchtet die aktuelle statistische Situation von Schülern mit nicht-deutscher Muttersprache in Deutschland.

2 Geschichte des Zweitspracherwerbs: Dieser Abschnitt beschreibt die historische Entwicklung der Einwanderung sowie die pädagogischen Reaktionen darauf, mit Fokus auf die verschiedenen Ansätze in Bayern.

3 Die wichtigsten Hypothesen der Zweitspracherwerbsforschung und die Folgerungen daraus: Hier werden wissenschaftliche Theorien wie die Kontrastiv- und Interlanguage-Hypothese vorgestellt, um den Spracherwerbsprozess besser zu verstehen.

4 Die Bedeutung der Muttersprache: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Erstsprache für den Erfolg beim Erlernen einer neuen Sprache, insbesondere unter dem Aspekt des Schwellenniveaus.

5 Konsequenzen für den Unterricht: Hier werden praktische Empfehlungen für den Schulalltag abgeleitet, wobei die Kommunikationsfähigkeit als zentrales Ziel hervorgehoben wird.

6 Bibliographie: Das Verzeichnis listet die verwendeten Quellen und weiterführende Links zur Thematik auf.

Schlüsselwörter

Zweitspracherwerb, DaZ, Sprachintegration, Kontrastivhypothese, Interlanguage, Muttersprache, Schwellenniveau-Hypothese, Kommunikationsfähigkeit, Pädagogik, Migration, Schulsystem, Deutschunterricht, Fehleranalyse, Fremdsprachenunterricht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die Herausforderungen beim Zweitspracherwerb von Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit beleuchtet die historische Entwicklung des DaZ-Unterrichts, wissenschaftliche Erwerbshypothesen sowie didaktische Konsequenzen für den Lehreralltag.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Status quo der sprachlichen Integration aufzuzeigen und Ansätze für einen effektiveren Unterricht zu formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachwissenschaftlicher Literatur und der Analyse von Sprachlernhypothesen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Ausländerpädagogik und eine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Spracherwerbstheorien.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Zu den prägenden Begriffen gehören Zweitspracherwerb, Integration, Interlanguage und kommunikativer Sprachunterricht.

Warum wird die Kontrastivhypothese kritisiert?

Sie konnte Lernschwierigkeiten nicht vollständig vorhersagen und wurde den komplexen Prozessen des Zweitspracherwerbs nicht gerecht.

Welchen Stellenwert hat die Muttersprache für den Autor?

Der Autor betont, dass ein gewisses Kompetenzniveau in der Muttersprache die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Erlernen der Zielsprache ist.

Was versteht man unter dem in der Arbeit erwähnten Semilingualismus?

Dies bezeichnet einen Zustand, in dem ein Lerner sowohl in der Muttersprache als auch in der Zweitsprache unzureichende Kompetenzen aufweist.

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Details

Titel
Zweitspracherwerb
Hochschule
Universität Regensburg  (Didaktik der deutschen Sprache und Literatur)
Veranstaltung
Deutsch als Zweitsprache in der Grund- und Hauptschule
Note
2,3
Autor
Mirjam Rothenbacher (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
18
Katalognummer
V65569
ISBN (eBook)
9783638580984
ISBN (Buch)
9783656790914
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zweitspracherwerb Deutsch Zweitsprache Grund- Hauptschule
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mirjam Rothenbacher (Autor:in), 2005, Zweitspracherwerb, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65569
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