In dieser Seminararbeit soll der Aspekt der Angebotskosten, welche für die privaten Unternehmen in der Vorlaufphase von PPP-Projekten entstehen, genauer betrachtete werden. Diese Transaktionskosten dürfen im Rahmen einer Beteiligung einer Unternehmung an einer PPP-Ausschreibung nicht vernachlässigt werden, da diese im Vergleich zu den Kosten einer konventionellen Ausschreibung verhältnismäßig hoch sind. Die Bearbeitungskosten bei normalen funktionalen Ausschreibungen belaufen sich auf 0,5 bis 1,5 % der Bausumme. Für das eigentliche PPP-Geschäft betragen die Vorlaufkosten hingegen bis zu 5 % der Objektsumme. Dabei sind vor allem für kleinere Projekte diese Kosten relativ hoch.6 Im ersten Teil der Seminararbeit soll aufgeführt werden, was unternommen wurde, um entsprechende Informationen bzgl. der Angebotskosten zu erhalten. Im Anschluss daran wird näher auf den Prozess der Angebotsphase aus Sicht des Unternehmens eingegangen. Dazu gehört folglich die Darstellung besonders relevanter Kostenpositionen, die sich beim potenziellen Auftragnehmer ergeben. Des Weiteren soll an einem anonymisierten Projekt eine konkrete Bezifferung vorgenommen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Informationsbeschaffung
2.1 Allgemeine Aussagen zur Beschaffung relevanter Informationen
2.2 Übersicht zu den befragten Unternehmen
2.3 Probleme bei der Informationsbeschaffung
3. Angebotskosten in der Vorlaufphase von PPP-Projekten
3.1 Allgemeine Aussagen zu PPP-Angebotskosten
3.2 Darstellung des Angebotsprozess
3.3 Phasen des Angebotsprozess und der damit verbundene Aufwand
3.3.1 Vorbereitungsphase
3.3.2 Ausschreibungsselektion
3.3.3 Bildung einer Bietergemeinschaft bzw. eines Konsortiums
3.3.4 Teilnahmewettbewerb
3.3.5 Phase der Angebotsbearbeitung und Angebotserstellung
3.3.6 Bieterverhandlungsverfahren
3.4 Angebotskosten beeinflussende Faktoren
3.5 Entschädigung bei erfolglosem Angebot
4. Angebotskosten für ein anonymisiertes PPP-Projekt
4.1 Allgemeine Rahmenbedingungen des Projekts
4.2 Aufschlüsselung der Angebotskosten des Projekts
4.3 Überblick Angebotskosten verschiedener PPP-Projekte
5. Probleme und Lösungen in der Angebotsphase von PPP-Projekten
5.1 Themenbereich: Teilnahmewettbewerb
5.2 Themenbereich: Angebotsbearbeitung/ -kosten
6. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung und Analyse der Angebotskosten, die für private Unternehmen in der Vorlaufphase von Public Private Partnership (PPP)-Projekten im öffentlichen Hochbau entstehen, um die hohen finanziellen Eintrittshürden transparent zu machen.
- Analyse des Angebotsprozesses bei PPP-Projekten
- Identifikation und Quantifizierung relevanter Kostenpositionen
- Untersuchung der Probleme bei der Informationsbeschaffung
- Diskussion von Lösungsansätzen zur Reduzierung der Angebotskosten
- Fallbeispielbasierte Darstellung von Angebotskosten
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Vorbereitungsphase
Sollte es im Unternehmen noch kein entsprechendes Geschäftsfeld PPP geben, so ist dieses zunächst durch die Bildung eines entsprechenden Projektteams zu initiieren. Dabei ist vor allem darauf zu achten, dass die personellen Voraussetzungen für eine aktive PPP-Beteiligung vorhanden sind. Neben technischen Kenntnissen ist besonders kaufmännisches Know-how in der Finanzierung notwendig. Ebenso müssen im Unternehmen freie Ressourcen, da in vielen Baufirmen die Belastung der technischen und kaufmännischen Führungsspitze mit dem operativen Tagesgeschäft meist so groß ist, dass für die Beschäftigung mit neuen Bereichen keine Zeit vorhanden ist.
Das Team zur Bearbeitung eines PPP-Angebots besteht vorzugsweise aus Ingenieuren aus den Bereichen Architektur, Versorgungstechnik sowie Kaufleute und Juristen. Die Größe des Projektteam ist jeweils abhängig von Projektvolumen und Bearbeitungszeit. So kamen bei der Angebotsbearbeitung des PPP-Projektes Schulen in Witten durch die Strabag Projektentwicklung GmbH Köln folgende Personen zum Einsatz:
- Planung: 2 Architekten, 2 Fachplaner, 1 Bauphysiker
- Kalkulation: 2,5 Kalkulatoren (Bau), 1,5 Kalkulatoren (Betrieb)
- Recht/ Steuern: 1 Jurist
- Finanzierung: 1,5 Banker/ Berater
- Projektmanagement: 1,5 Projektleiter
Dem Bauunternehmen entstehen durch den Aufbau eines neuen Geschäftsfeldes weitere Kosten im Personalbereich. Insbesondere sind die Personalkosten in der Phase der Angebotsbearbeitung nicht zu vernachlässigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Diese Einleitung erläutert die wachsende Bedeutung von PPP-Projekten aufgrund knapper öffentlicher Haushalte und definiert die Forschungsfrage bezüglich der hohen Angebotskosten für Privatunternehmen.
2. Informationsbeschaffung: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen bei der Datenerhebung durch Experteninterviews mit verschiedenen Bauunternehmen und Verbänden sowie die Schwierigkeiten bei der Informationsbeschaffung.
3. Angebotskosten in der Vorlaufphase von PPP-Projekten: Das Kernkapitel detailliert den gesamten Prozess von der Vorbereitung bis zu den Verhandlungsrunden und identifiziert die verschiedenen Phasen und Faktoren, die maßgeblich zu den hohen Angebotskosten beitragen.
4. Angebotskosten für ein anonymisiertes PPP-Projekt: Hier wird anhand eines realen, anonymisierten Projektbeispiels eine konkrete Kostenaufschlüsselung vorgenommen, um die Verteilung der Vorlaufkosten transparent zu machen.
5. Probleme und Lösungen in der Angebotsphase von PPP-Projekten: Dieses Kapitel fasst die identifizierten Probleme wie mangelnde Transparenz und hohe Kosten auf und leitet daraus praxisnahe Lösungsansätze wie Standardisierungen ab.
6. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Notwendigkeit von PPP-Projekten zur Infrastrukturfinanzierung und betont die Notwendigkeit, durch Standardisierungen die hohen Eintrittsbarrieren für Bauunternehmen zu senken.
Schlüsselwörter
Public Private Partnership, PPP, Angebotskosten, Vorlaufphase, Bauwirtschaft, Angebotsbearbeitung, Teilnahmewettbewerb, Bietergemeinschaft, Transaktionskosten, HOAI, Finanzierungsmodell, Projektgesellschaft, öffentliche Hand, Infrastrukturvorhaben, Kostenanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den hohen Angebotskosten, die für private Bauunternehmen in der Vorlaufphase von PPP-Projekten entstehen, und analysiert, warum diese im Vergleich zu konventionellen Ausschreibungen deutlich höher liegen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind der Ablauf des Angebotsprozesses bei PPP-Projekten, die Zusammensetzung der Transaktionskosten, die Rolle von Bietergemeinschaften sowie die Problematik von Sunk Costs für erfolglose Bieter.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die in der Vorlaufphase anfallenden Kostenpositionen transparent zu machen und zu untersuchen, wie diese Kosten für mittelständische Bauunternehmen beeinflusst werden, um letztlich Lösungsansätze für eine effizientere Gestaltung anzubieten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und empirischen Daten, die durch persönliche und telefonische Experteninterviews mit Vertretern von am Markt agierenden Bauunternehmen gewonnen wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert schrittweise den Prozess der Angebotsphase, von der Vorbereitung und dem Teilnahmewettbewerb bis hin zur Angebotskalkulation und den Verhandlungen, inklusive einer detaillierten Kostenaufschlüsselung an einem anonymisierten Fallbeispiel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie PPP, Angebotskosten, Vorlaufphase, Transaktionskosten und Bietergemeinschaft maßgeblich definiert.
Warum sind die Kosten bei PPP-Projekten so viel höher als bei konventionellen Ausschreibungen?
Die Kosten sind aufgrund der hohen Individualität der Projekte, der notwendigen Lebenszykluskalkulation über 30 Jahre, der komplexen Finanzierungsmodelle und des hohen Aufwands für externe Berater und Experten so hoch.
Was ist ein "k.o.-Kriterium" bei der Ausschreibungsselektion?
Ein typisches k.o.-Kriterium ist der Grundsatz, dass jeder Bieter seine Angebotskosten selbst trägt, oder die politische Absicherung eines Projekts, die bei Fehlen zur Nichtteilnahme des Unternehmens führt.
Können unterlegene Bieter ihre Kosten zurückfordern?
In der Regel gehen unterlegene Bieter leer aus; sie müssen ihre Aufwendungen als sogenannte "Sunk Costs" abschreiben, da nur in Einzelfällen minimale Entschädigungszahlungen geleistet werden, die meist nur einen kleinen Bruchteil der tatsächlichen Kosten abdecken.
- Quote paper
- Michael Krzyzanek (Author), 2005, Angebotskosten und Aufwand von Unternehmen in der Vorlaufphase von PPP-Projekten im öffentlichen Hochbau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65573