Internationale Aspekte ökonomisch determinierter Wettermanipulationen


Seminararbeit, 2006

20 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Wetterprognosen
2.1 Genaue Wetterprognosen, eine wichtige Voraussetzung
2.2 Zeitliche und örtliche Genauigkeit
2.3 Bedeutung für die Modifikation des Wetters

3. Wettermanipulationen
3.1 Grundlagen der Wetterbeeinflussung
3.2 Einsatzmöglichkeiten von Wettermodifikationen mit ökonomischem Hintergrund
3.3 Wettermodifikationen auf kurzer Distanz
3.3.1 Hagelabwehr im deutschsprachigen Raum
3.3.2 Wolkenbeeinflussung über kleinen Arealen
3.3.3 Sonnenschein für kommerzielle Veranstaltungen
3.4 Manipulationen aus größerer Entfernung und über größeren Gebieten

4. Schlussbetrachtung 17 Literaturverzeichnis

1. Einführung

Seit hunderten von Jahren versucht die Menschheit das Wetter auf verschiedene Art und Weise zu beeinflussen. In den meisten Fällen bilden ökonomische Interessen den Grund für den Wunsch, die Wetterbedingungen zu ändern. Doch wie weit ist die Wissenschaft heute, wenn es darum geht, möglichst treffsichere Modifikationen des Wetters, z. B. zur Verhinderung oder Verstärkung von Regenfällen, zur Hagelabwehr oder zur Abwehr von Unwetterkatastrophen durchzuführen, um dadurch wirtschaftliche Mehrwerte zu schaffen?

Der ökonomische Anreiz das Wetter zu manipulieren, liegt vor allem in der Schadensvermeidung und Ertragssteigerung durch die künstlich veränderten Wetterverhältnisse begründet.

Im zweiten Kapitel dieser Arbeit wird zunächst das Thema Wetterprognosen betrachtet, da nur durch eine genaue Ermittlung der zukünftig an einem bestimmten Ort herrschenden Wettergegebenheiten auch eine sinnvolle Entscheidung darüber getroffen werden kann, wo genau man eine Modifikation durchführen sollte (DeFelice, 2006). Im dritten Kapitel wird auf das Hauptthema dieser Arbeit eingegangen: Wettermodifikationen und ihre Genauigkeit.

Es wird zunächst der ökonomische Nutzen von Wettermanipulationen herausgestellt und dann erläutert, wie sich Modifikationen sowohl über kleineren als auch über größeren Gebieten durchführen lassen und welche Bedeutung dies auf die Präzision hat, sowie welche Fehlerquellen zu Ungenauigkeiten führen können. In der Schlussbetrachtung wird ein Fazit darüber gezogen, wie weit die Wissenschaft bei der örtlich und zeitlich genauen Bestimmung des Wetters ist und welche Bedeutung eine solche Genauigkeit für die Ökonomie hat.

Nicht Bestandteil dieser Arbeit werden die Frage nach den Kosten von Wettermanipulationen sein und auch nicht der Aspekt, ob derartige Operationen in einzelnen Fällen wirtschaftlich tragfähig sind. Unbestritten ist, dass Wetterkontrolle wirtschaftlichen Nutzen bringt. Wie groß dieser ausfällt, wird in dieser Arbeit nicht betrachtet.

2. Wetterprognosen

Die Variablen, die bekannt sein müssen, um dann entscheiden zu können, wie man sie durch gezielte Manipulation ändert, sind in erster Linie der Luftdruck, Wind, Bewölkung, Temperatur und Niederschlag in ihren einzelnen Ausprägungen. Diese Facetten sind es, die man im Allgemeinen als das Wetter bezeichnet.

Die heutigen Wettervorhersagen werden in Zusammenarbeit von modernen Computersystemen und unter der Nachveredelung von Meteorologen erstellt (Göber, 2005).

2.1 Genaue Wetterprognosen, eine wichtige Voraussetzung

Um einen gewollt künstlichen Einfluss auf das Wetter an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit ausüben zu können, ist es ausschlaggebend zu wissen, welches Wetter zu diesem bestimmten Zeitpunkt an diesem bestimmten Ort herrschen wird. Möchte man es z. B. über einem festgelegten Gebiet regnen lassen, dann ist es von größter Wichtigkeit über die Windverhältnisse, die vorhandenen Wolkenkonstellationen usw. aufgeklärt zu sein.

Wichtigste Vorraussetzung für die Ermittlung des Wetters ist eine genaue und umfassende Datenerhebung. Weltweit werden in einem 6-Stundenzeitraum die Daten folgender Einrichtungen erfasst, die es gilt auszuwerten:

4000 - 5000 automatischer und bemannter Wetterstationen (SYNOPSs) 600 - 700 Wettermeldungen von Schiffen (SHIPS)

800 Driftbojen (unbemannte, in den Weltmeeren driftende Wetterplattformen, die Daten zur Wassertemperatur und Luftdruck liefern)

42000 Bodenwindangaben, von allen Weltmeeren, per Satellit

600 - 700 Radiosondenaufstiege

3000 - 4000 automatische und manuell übermittelte Wind- und Temperaturangaben von Flugzeugen aus.

13000 von Satelliten ermittelte Temperaturprofile und Winddaten (Göber, 2005, S. 3ff)

Diese Masse von Daten wird gesammelt und danach mit hochmodernen Computersystemen ausgewertet (Wulfmeyer, 2004). Die Ergebnisse dieser Analysen werden mit weiteren EDV-Systemen statistisch nach brauchbaren Daten gefiltert, die Ergebnisse verfeinert und von Einrichtungen wie dem Deutschen Wetterdienst auf spezifische mathematisch physikalische Modelle der numerischen Wettervorhersage übertragen. Es folgt eine subjektive Interpretation der Ergebnisse durch einen Meteorologen, der dann die so ermittelten Wettervorhersagen an den Kunden weitergibt (Göber, 2005).

Je umfassender die Datenerfassung ist und je größer die Rechenleistung der Auswertungssysteme, desto genauere Vorhersagen lassen sich erstellen. Insbesondere durch die zahlen- und qualitätsmäßige Ausweitung der Datenerfassungsmöglichkeiten rund um den Globus konnten Verbesserungen, was die Präzision und zeitlich frühere Vorhersage von Wetterzuständen angeht, erzielt werden. Ökonomisch gesehen ist dies ebenfalls ein wichtiger Punkt, wenn man z. B. an die Schadenverhinderung oder zumindest Verminderung von Hochwasserkatastrophen wie dem Elbehochwasser denkt. Das Projekt COPS1, welches unter anderem von der Universität Hohenheim und der Universität Karlsruhe durchgeführt wird, soll wichtige Fortschritte bei zeitlichen und räumlichen Vorhersagen von Unwetterkatastrophen ergeben (Wulfmeyer, 2005).

In dieser Situation lässt sich eine Verbindung zum Thema ökonomisch determinierte Wettermanipulation ziehen und es mag die Frage aufkommen, ob durch frühzeitig genaue Wetterprognosen Unwetter eher vorhergesehen werden können und im zweiten Schritt durch gezielte Manipulation des Wetters verhindert werden könnten, um volkswirtschaftliche Schäden zu minimieren. Auf den zweiten Aspekt wird innerhalb des dritten Kapitels dieser Arbeit eingegangen.

2.2 zeitliche und örtliche Genauigkeit

Die Meteorologie unterscheidet zwischen verschiedenen Prognosezeithorizonten:

Kürzestfristvorhersage Kurzfristvorhersagen Mittelfristvorhersagen Langfristvorhersagen (Göber, 2005, S.2)

0 bis 12 Stunden im Voraus +12 bis +72 Stunden im Voraus +72 Stunden bis 10 Tagen im Voraus mehr als 10 Tage im Voraus Zur Überlegung, ob zur Verhinderung von drohenden Unwettern Wettermanipulationen in Betracht kommen könnten, sind maximal Mittelfristvorhersagen von Relevanz, da die Prognosen mit steigendem Zeithorizont auch an Genauigkeit verlieren. Da es bei Wettermodifikationen jedoch wichtig ist, genau zu wissen, wann in einem bestimmten Gebiet welches Wetter herrscht oder welcher genaue Bereich von drohenden starken Regenfällen gefährdet ist, sind zur Entscheidung, wo genau welche Wolken modifiziert werden sollen, vor allem die Kürzest- und Kurzfristvorhersagen von Relevanz. Allein zur Frühwarnung vor Unwetterkatastrophen ist es natürlich zusätzlich von Bedeutung, drohende Unwetter möglichst weit im Voraus bestimmen zu können(Wulfmeyer, 2005). Da diese Arbeit sich jedoch in erster Linie mit der Präzision von Wettermanipulationen bezogen auf genau determinierte Gebiete beschäftigt, sind im folgenden mit Prognosen Kürzest- und Kurzfristprognosen gemeint.

Je größer die zeitliche und räumliche Genauigkeit sein muss, die verlangt wird, in diesem Fall zur Verhinderung oder Abschwächung z. B. von Regen über einem bestimmten Gebiet, desto größer wird der so genannte rmse-Fehler sein. Der rmse-Fehler stellt ein Fehlermaß bzw. einen Toleranzbereich für die Richtigkeit einer Vorhersage dar. Wenn man also den Toleranzbereich bei der Stärke von Regenfällen, Windstärken, Temperaturen usw. größer wähle, wäre natürlich auch eine prozentual gesehen genauere Vorhersage möglich. Für genau determinierte Wettermanipulationen reicht die Prognosegenauigkeit, die man von Vorhersagen aus den Medien her kennt, natürlich nicht aus und der Toleranzbereich müsste dementsprechend eng gesteckt werden (Göber, 2005 S.8ff).

Es müssen für den Erhalt einer Vorhersage mit einer sehr hohen Eintrittswahrscheinlichkeit, die zumindest heutzutage nie absolut sicher ist, Abstriche, z. B. bei der Vorhersagedauer, gemacht werden. Laut M. Göber stoßen heutige Meteorologen bei Bestimmung des genauen Wetters über einem relativ kleinen Gebiet, wie einem Flughafen, in einen Vorhersage-Zeithorizont von 13 -18 Stunden; Windböen haben eine Vorhersehbarkeit von etwa 24 Stunden. (Göber, 2005)

2.3 Bedeutung für die Modifikation des Wetters

Diese punktgenauen Prognosen, die beim Flughafenbetrieb darüber entscheiden, ob die Wettersituation Start- und Landeerlaubniserteilung zulässt, sind für das Thema punktoder gebietsgenaue Wettermanipulation interessant.

Die Rosenheimer Hagelabwehr, die sich auf „Wolkenimpfung“ zur Verringerung und Vermeidung von Hagel spezialisiert hat (dazu mehr im dritten Kapitel) beschäftigte bereits Mitte der 80er Jahre über 200 Wetterbeobachter und Meteorologen, um möglichst genaue Entscheidungsgrundlagen darüber zu erhalten, wann und wo ein Einsatz in Betracht käme.(Rosenheimer Hagelabwehr, 2006) Durch den Zukauf und Einsatz eigener Radargeräte und verbesserter EDV-Prognosesysteme versuchen kommerzielle Hagelabwehr-Anbieter, wie die Rosenheimer Hagelabwehr, Südflug und Hail-Air immer weitere Verbesserungen bei der Ermittlung der zu manipulierenden Wolkengebiete durch genaue Prognosen zu erreichen (Pachatz, 2005, S.30ff.).

Des Weiteren ist es ökonomisch sinnvoll zu erfahren, wie genau sich Wettermanipulationen aus größerer Entfernung durchführen lassen bzw. größere Gebiete kontrollieren lassen, um größere Unwetter verhindern zu können oder zumindest den durch sie verursachten Schaden zu minimieren.

[...]

1 Convective and Orographically-induced Precipitation Study, kurz: Regenbildung durch Gebirgseinflüsse und Wärmekonvektion

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Internationale Aspekte ökonomisch determinierter Wettermanipulationen
Hochschule
Universität Hamburg  (Wirtschaftspolitik)
Veranstaltung
Internationale Organisationen
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
20
Katalognummer
V65576
ISBN (eBook)
9783638581059
ISBN (Buch)
9783638767163
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Genauigkeit von Wettermanipulationen und volkswirtschaftliche Bedeutung
Schlagworte
Internationale, Aspekte, Wettermanipulationen, Organisationen, Wettermanipulation
Arbeit zitieren
Daniel Steinberger (Autor), 2006, Internationale Aspekte ökonomisch determinierter Wettermanipulationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65576

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