Die Ökonomie des Brain Drain


Seminararbeit, 2006

25 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Institut für Volkswirtschaftslehre
der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Lehrstuhl für Mikroökonomie
Seminar zur Realen Außenwirtschaft
Sommersemester 2006

Die Ökonomie des Brain Drain

von

Christoph Hinrichs

Studienfach: Betriebswirtschaftslehre
Abgabetermin: 24. Mai 2006 
8. Fachsemester

 

 

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis  II
Tabellenverzeichnis  III
Abbildungsverzeichnis  IV
Abkürzungsverzeichnis  V
Symbolverzeichnis  VI

1 Einleitung  1

2 Abgrenzung der Sichtweisen der klassischen und neueren Brain Drain Literatur  1

3 Analyse der Auswirkungen der Migration Hochqualifizierter in Abgabeländern  2
3.1 Erläuterung des Modellrahmens  2
3.2 Untersuchung der klassischen Brain Drain Theorie  5
3.3 Untersuchung eines möglichen Brain Gain durch Rückkopplungseffekte  7
3.3.1 Analyse der Auswirkungen temporärer Auswanderung  7
3.3.2 Analyse der Auswirkungen von Rückzahlungsströmen  9
3.3.3 Analyse der Auswirkungen von Netzwerkeffekten  11

4 Empirische Schätzung des Brain Drain/Gain  12
4.1 Datenmaterial und Vorgehensweise der Schätzung  12
4.2 Ergebnisse der Schätzung  13
4.3 Interpretation der Schätzergebnisse  14

5 Kritische Würdigung der Ergebnisse  14

Anhang  VII

Literaturverzeichnis   IX

 

 

1 Einleitung

Die fortschreitende Globalisierung der Märkte und des Wettbewerbs führt insbesondere zwischen den hoch entwickelten Industrienationen zu einem verstärkten Wettbewerb um die internationale Elite der Wissenschaft und Wirtschaft. Der Trend, dass hoch qualifizierte Arbeitskräfte in ein Land emigrieren, in dem sie ein höheres Wohlstandsniveau erreichen können, wird durch die von vielen OECD Ländern verfolgten selektiven Immigrationspolitik verschärft (vgl. Docquier und Marfouk, 2006, S.152).1 Die daraus resultierende verstärkte Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften wird zumeist ohne Rücksicht auf die Konsequenzen für die Abgabeländer befriedigt (vgl. Beine u.a., 2003, S. 4f.). Tatsächlich zeigt die Studie von Docquier und Marfouk (2006, S. 164), dass die Anzahl der Immigranten in OECD Ländern im Zeitraum 1990-2000 um 40% gestiegen ist. Die Zuwachsrate der Immigranten mit einem tertiären Bildungsabschluss beträgt in diesem Zeitraum sogar 63%. Die Migration der qualifizierten Arbeitskräfte weist Konsequenzen für die beteiligten Volkswirtschaften auf. Während die Aufnahmeländer grundsätzlich von der Aufnahme der Eliten profitieren, hat die Emigration für die Abgabeländer auf den ersten Blick negative Auswirkungen. Ziel dieser Arbeit ist es daher, die Auswirkungen der Migration hoch qualifizierter Arbeitskräfte im Abgabeland zu analysieren. Dazu werden zunächst die Sichtweisen der klassischen und der neueren Brain Drain Literatur in einem Grundlagenkapitel voneinander abgegrenzt. Im Anschluss daran erfolgt dann im Kapitel 3 eine modelltheoretische, ökonomische Analyse anhand einer Arbeit von Docquier und Rapoport (2005). Anschließend wird dann eine empirische Schätzung des Ausmaßes des Brain Drain anhand einer Studie von Beine u.a. (2003) dargestellt. Die Arbeit schließt mit einer kritischen Würdigung der Ergebnisse.

2 Abgrenzung der Sichtweisen der klassischen und neueren Brain Drain Literatur

Die Auswirkungen eines Brain Drain auf die Abgabeländer werden in der klassischen Brain Drain Literatur der 60er und 70er Jahre als negativ erachtet.2 Während Grubel und Scott (1966) noch konstatieren, dass der Volkswirtschaft lediglich die Grenzprodukte der emigrierenden Kräfte verloren gingen, zeigen Bhagwati und Hamada (1974), dass die Auswirkungen auf die zurückbleibenden Einwohner auf Grund externer Effekte wesentlich schädlicher sind als von Grubel und Scott angenommen. Es entstehen Verluste in der Wohlfahrt der Abgabeländer, wenn der verloren gehende Beitrag der Emigranten zur Wohlfahrt bspw. in Form sozialer Bildungsrenditen größer ist als das private Grenzprodukt der Arbeitskräfte. Unter der Annahme öffentlich finanzierter Ausbildung verlieren die Abgabestaaten durch die Migration Hochqualifizierter zusätzlich Rückzahlungsströme ihrer Bildungsinvestitionen durch zukünftig fehlende Steuereinnahmen. Da sich qualifizierte und unqualifizierte Kräfte im Produktionsprozess ergänzen, führt ein Mangel an qualifizierten Kräften außerdem zu einer geringeren Produktivität der Unqualifizierten sowie zu einem größeren Ungleichgewicht im Lohnniveau (vgl. dazu Docquier und Rapoport, 2005, S.3). Klenow und Rodriguez-Clare (2004) zeigen zudem, dass ein hoch qualifizierter Humankapitalbestand notwendig ist, um ausländische Direktinvestitionen und Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen zu generieren.

Neuere Ansätze der Literatur zeigen neben den negativen Effekten des Brain Drain auch positive Konsequenzen (Brain Gain) für die Abgabeländer auf. Beine, Docquier und Rapoport (2001) stellen fest, dass für die Individuen einer Volkswirtschaft durch die Möglichkeit einer späteren Migration Anreize geschaffen werden, in ihre Ausbildung zu investieren, so dass der durchschnittliche Humankapitalbestand einer Volkswirtschaft steigen kann, wenn die sich dadurch ebenfalls erhöhende Emigrationsrate den positiven Effekt nicht umkehrt. Außerdem führen Rückkoppelungseffekte wie bspw. Rückzahlungsströme (vgl. Cinar und Docquier, 2004), die Rückkehr von Emigranten (vgl. Dos Santos und Postel-Vinay, 2003) und Netzwerkeffekte zu einer Verbesserung der Wohlfahrt abgebender Länder.

[....]


1 Als bedeutsamste Staaten, die eine selektive Immigrationspolitik betreiben, können Australien, Kanada und die USA genannt werden (vgl. z.B. Hunger, 2003, S. 33 ff.).

2 Nach einer Definition von Beine u.a. (2003), welche im Folgenden genutzt werden soll, versteht man unter „Brain Drain“ die Abwanderung von überdurchschnittlich ausgebildeten Kräften aus Entwicklungsländern in entwickelte Länder.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Die Ökonomie des Brain Drain
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Institut für Volkswirtschaftslehre)
Veranstaltung
Seminar Reale Außenwirtschaft
Note
1,7
Autor
Jahr
2006
Seiten
25
Katalognummer
V65592
ISBN (eBook)
9783638581189
Dateigröße
524 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Brain, Drain, Seminar, Reale, Außenwirtschaft
Arbeit zitieren
Christoph Hinrichs (Autor), 2006, Die Ökonomie des Brain Drain, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65592

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