Das heutige Unternehmensumfeld ist gekennzeichnet durch eine hohe Umweltdynamik. Für die Unternehmen ist es überlebenswichtig, sich ständig weiterzuentwickeln und sich den verändernden Rahmenbedingungen anzupassen. Bei diesen Wandlungsprozessen stellt sich unter anderem die Problematik des Widerstands der Mitarbeiter, was zu einem Rückfall in alte Strukturen führen kann. Im Gegensatz zur Vergangenheit sind die Unternehmen daher verstärkt auf die Nutzung der Kreativitäts- und Wissenspotentiale der Mitarbeiter angewiesen. Die sich aus diesem Zusammenhang ergebenden Fragestellungen lauten wie folgt:
●Wie lässt sich der Unternehmenswandel in Form einer strategischen Erneuerung kennzeichnen und wie ist die Phase der Verstetigung in diesen Wandlungsprozess einzuordnen?
●Was besagt das Kaizen Konzept und inwiefern spiegelt es sich im Kontinuierlichen Verbesserungsprozess des Unternehmens wider?
●Wie sind das Vorschlagswesen und der Qualitätszirkel als ausgewählte Verbesserungsinstrumente zur Umsetzung des Kaizen Konzeptes zu beurteilen?
Die vorliegende Arbeit untersucht inwiefern das aus Japan stammende, mitarbeiter-orientierte Kaizen Konzept geeignet ist, um die nach einem Unternehmenswandel nötige Nachhaltigkeit der Ergebnisse in einer Verstetigungsphase zu erzielen. Dazu werden in einem Grundlagenkapital zunächst der Prozess des Unternehmenswandels sowie das Kaizen Konzept erläutert. Im anschließenden Analyseteil werden als ausgewählte Instrumente des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW) und das Qualitätszirkel-Konzept analysiert und beurteilt, weil diese die in der Praxis bedeutsamsten partizipativen Führungsinstrumente darstellen.
Inhaltsverzeichnis
A. Problemstellung
B. Grundlagen des Change Managements im Unternehmenswandel
I. Kennzeichnung des Unternehmenswandels
II. Abgrenzung der Phase der Verstetigung
III. Kennzeichnung des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses
1. Abgrenzung sekundärorganisatorischer Verbesserungskonzepte
2. Inhalte des Kaizen-Konzepts
3. Übertragbarkeit des Kaizen-Ansatzes auf westliche Betriebe
C. Analyse und Beurteilung ausgewählter Elemente des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses
I. Das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW)
1. Kennzeichnung des BVW
2. Ziele des BVW
3. Anforderungen an das BVW
4. Beurteilung des BVW
II. Das Qualitätszirkel-Konzept
1. Kennzeichnung von Qualitätszirkeln
2. Ziele von Qualitätszirkeln
3. Anforderungen an Qualitätszirkeln
4. Beurteilung von Qualitätszirkeln
D. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern das aus Japan stammende, mitarbeiterorientierte Kaizen-Konzept dazu geeignet ist, nach einem Unternehmenswandel die notwendige Nachhaltigkeit der Ergebnisse in einer Phase der Verstetigung zu erzielen.
- Grundlagen des Change Managements und die Einordnung der Phase der Verstetigung.
- Theoretische Kennzeichnung und Abgrenzung des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP).
- Detaillierte Analyse des Betrieblichen Vorschlagswesens (BVW) als Führungsinstrument.
- Untersuchung des Qualitätszirkel-Konzepts hinsichtlich seiner Wirksamkeit.
- Beurteilung der Übertragbarkeit japanischer Managementmethoden auf westliche Unternehmen.
Auszug aus dem Buch
3. Übertragbarkeit des Kaizen Ansatzes auf westliche Unternehmen
Kaizen ist eine prozessorientierte Art zu denken, die vom westlichen innovations- und ergebnisorientierten Denken abzugrenzen ist. Das sich verändernde Marktumfeld (steigender Wettbewerb, Globalisierung etc.) erfordert, dass das westliche Management neben innovativen und umfangreichen Fortschritten zusätzlich kontinuierliche Verbesserungen in kleinen Schritten anstreben muss. Grundsätzlich lässt sich Kaizen auch auf westliche Unternehmen übertragen. Voraussetzung ist dafür allerdings ein Abweichen vom häufig zu beobachtenden kurzfristigen Gewinnmaximierungsgrundsatzes. Denn das Kaizen Konzept besagt, dass sich das Problembewusstsein der Mitarbeiter nachhaltig ändern muss, um dadurch mit stetigen Verbesserungen Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Die daraus resultierenden monetären Erfolge stellen sich jedoch häufig erst langfristig ein.
Außerdem ist es notwendig das japanische Konzept im Hinblick auf rechtliche Vorschriften sowie unternehmerische, gesellschaftliche und kulturelle Bedingungen an hiesige Verhältnisse anzupassen. Während die Gruppenorientierung in Japan die Basis kontinuierlicher Verbesserungen darstellt, steht dieser Teamorientierung der westliche Individualismus gegenüber. Die positive Einstellung der Japaner zu stetigem Wandel durch Disziplin und Unterordnung privater Interessen unter die betrieblichen Ziele, ist entscheidend für den Erfolg einer Kaizen Strategie. Die Implementierung einer Kaizen orientierten Unternehmenskultur und damit verbunden die Möglichkeit des kollektiven Lernens kann im Westen durch ein vertrauensvolles Kooperationsklima sowie einen partizipativen Führungsstil geschaffen werden, was im folgenden Analyseteil genauer erläutert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Problemstellung: Darstellung der hohen Umweltdynamik und der Notwendigkeit, Mitarbeiter zur Sicherung nachhaltiger Veränderungsergebnisse in Wandlungsprozesse einzubinden.
B. Grundlagen des Change Managements im Unternehmenswandel: Erläuterung des Wandlungsmanagements sowie Definition der Verstetigungsphase als kritischen Bestandteil zur Sicherung von Wettbewerbsvorteilen.
C. Analyse und Beurteilung ausgewählter Elemente des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses: Kritische Untersuchung von BVW und Qualitätszirkeln als Instrumente zur praktischen Umsetzung von KVP-Prinzipien.
D. Schlussbetrachtung: Fazit, dass beide untersuchten Instrumente die Kaizen-Anforderungen nur bedingt erfüllen, wobei das Qualitätszirkel-Konzept aufgrund seiner Gruppenorientierung tendenziell zu bevorzugen ist.
Schlüsselwörter
Kaizen, Kontinuierlicher Verbesserungsprozess, KVP, Change Management, Unternehmenswandel, Verstetigungsphase, Betriebliches Vorschlagswesen, BVW, Qualitätszirkel, Ideenmanagement, Partizipation, Mitarbeiterorientierung, Nachhaltigkeit, Wettbewerbsvorteile, Prozessoptimierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert, wie Unternehmen nach strategischen Wandlungsprozessen dauerhaft stabil bleiben und welche Rolle dabei Kaizen-orientierte Ansätze spielen.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die Themenfelder umfassen Change Management, die Definition von Verstetigungsphasen sowie die operative Gestaltung von KVP-Instrumenten wie dem Vorschlagswesen und Qualitätszirkeln.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel besteht darin, zu bewerten, ob das Kaizen-Konzept zur langfristigen Sicherung von Wandlungsergebnissen geeignet ist und wie es in deutschen Betrieben implementiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse und Beurteilung partizipativer Führungsinstrumente basierend auf einschlägiger betriebswirtschaftlicher Fachliteratur.
Welche Instrumente werden im Hauptteil explizit behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich primär auf das Betriebliche Vorschlagswesen (BVW) und das Qualitätszirkel-Konzept als konkrete Instrumente des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument am besten?
Kaizen, KVP, Change Management, Unternehmenswandel, Verstetigungsphase, Ideenmanagement und Qualitätszirkel.
Warum wird das Qualitätszirkel-Konzept in der Arbeit positiv hervorgehoben?
Es wird bevorzugt, da es im Gegensatz zum klassischen BVW eine ausgeprägte Gruppenorientierung bietet, die eher dem ursprünglichen Kaizen-Ansatz entspricht.
Welche Rolle spielt der Betriebsrat laut dieser Untersuchung?
Der Betriebsrat sollte frühzeitig in den KVP-Prozess einbezogen werden, um als Promotor zu fungieren und die notwendigen Betriebsvereinbarungen für eine erfolgreiche Einführung zu sichern.
- Quote paper
- Christoph Hinrichs (Author), 2006, Kaizen als Ansatz in der Phase der Verstetigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65595