Entwicklung, Aufbau und Inhalt des Lehrplans Katholische Religionslehre


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005
17 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1. Entwicklung des Lehrplans
2.2. Curriculum
2.3. Auswirkungen auf den Religionsunterricht

3. Aufbau der Lehrpläne
3.1. Inhalte der Lehrpläne
3.2. Unterschiede und Gemeinsamkeiten

4. Resümee

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Ein Lehrplan [...] enthält die Lehrziele; eine Zusammenfassung der Lehrinhalte; Art und Anzahl der Lernerfolgskontrollen (z.B. mündliche oder schriftliche Prüfungen), wobei diese häufig auch in so genannten Prüfungsordnungen gesondert behandelt werden; gegebenenfalls auch eine Liste der Grundlagenliteratur [...]; neuerdings auch die Kompetenzen, die die Schüler erreichen sollen [...].“[1]

Der Lehrplan wird von den Kultusministerien der Länder vorgegeben und dient dazu Inhalt und Organisation des Unterrichts zu regeln. Ein Lehrplan erfüllt verschiedene Funktionen: Er unterstützt die Lehrkraft bei der Planung und gibt Impulse für weitere Unterrichtsideen.

Der erste Teil meiner Hausarbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung des Lehrplans bis zum Curriculum und deren Auswirkungen auf den heutigen Katholischen Religionsunterricht.

Im zweiten Teil meiner Hausarbeit steht der Vergleich zwischen dem Alten und dem Neuer Lehrplan im Mittelpunkt. Dabei hat mich die folgende Frage beschäftigt:

Warum wurde ein neuer Lehrplan zur Erprobung entworfen?

Zu diesem Zweck werden der inhaltliche und formale Aufbau der Lehrpläne skizziert. Um die Frage beantworten zu können werden beide Lehrpläne dargestellt und später verglichen (Unterschiede und Gemeinsamkeiten).

Auf diese verschiedenen Punkte werde ich im Folgenden näher eingehen.

2. Theoretische Grundlagen

Für die Gestaltung der Lehrpläne des katholischen Religionsunterrichts sind zwei verschiedene Einrichtungen zuständig. Zum einen der Staat und zum anderen die Kirche.[2]

Der Staat gibt gewisse Rahmenbedingungen vor: „Diese Vorgaben beziehen sich auf organisatorische Maßnahmen (Besetzung der Lehrplankommissionen, Verlauf der Erstellung von Lehrplänen, Bedingungen für deren Erprobung und Einführung) und auf pädagogisch-didaktische Sachverhalte – (Beschreibungsform von Zielen und Inhalten, pädagogischer Freiraum des Lehrers, die Vernetzung der einzelnen Unterrichtsfächer, Einbeziehung in ein Schulkonzept).“[3]

Der kirchliche Einfluss findet sich am deutlichsten bei der Anbindung der hier thematisierten Lehrpläne an das Synodenpapier wieder. „Die Kirchen bestimmen den Inhalt des RU – und wirken bei der Erstellung von Lehrplänen für den RU mit.“[4]

2.1 Entwicklung des Lehrplans

Die Lehrpläne dienen der Lehrkraft als Unterstützung für seine Unterrichtseinteilung und –planung. Zudem erfüllen sie verschiedene Aufgaben: „Lehrpläne haben Steuerungs-, Entlastungs- und Anregungsfunktion.“[5]

Als nächstes soll der Weg zu unserem heutigen Lehrplan untersucht und aufgezeigt werden.

Am Anfang basierte der Lehrplan für den Katholischen Religionsunterricht hauptsächlich auf „[...] traditionsgebundene Stoffsammlungen zum Glaubensbekenntnis, zum Vater-unser, zu den Zehn Geboten und zu den Sieben Sakramenten. Zielvorstellungen mit entsprechenden Hinweisen für den Religionslehrer wurden in der Präambel genannt.“[6] Auch die Interessen der SchülerInnen wurden vernachlässigt: „Was Schüler mit dem Thema für ihr Leben und ihren Glauben anfangen sollten, wurde nicht explizit bedacht und als relevant angesehen.“[7] „Mit Ausnahme des Bereichs Sittenlehre bzw. christliche Moral boten sie daher kaum Ansatzpunkte für ein Thematisieren der Erfahrungen und Fragen der Schüler.“[8] Diese Stoffsammlungen beinhaltet der Fuldaer Plan von 1925.

2.2 Curriculum

„Der Begriff >Curriculum< (der Wortbedeutung nach Zeitablauf, aber auch Handlungs-, Gedanken- oder Entwicklungsablauf), taucht in der Pädagogik im 17. Jahrhundert als Bezeichnung für Lehrpläne auf.“[10] Allerdings unterscheidet sich der Begriff des Curriculums wesentlich von dem des Lehrplans (Stoffverteilungsplan): Der ‘Stoffverteilungsplan’ berücksichtigt nur ‘Lerninhalte’ und ‘Lernorganisation’, im Gegensatz zu den curricularen Plänen, die noch um die ‘Lernziele’ ergänzt werden.[9]

„Ein curricularer Lehrplan geht also zum einen von einer anderen Ausrichtung des Unterrichts aus, er versucht aber zugleich, diese Ausrichtung wissenschaftlich zu verantworten.“[11] Das Curriculum übernimmt dabei die Aufgabe Ziele, sowohl für die Lehrkraft als auch für den Schüler, festzulegen und diesen entsprechend beispielhaften Unterrichtsstoff zuzuordnen.

Im Laufe der Jahre verschwindet der Begriff des Curriculums, stattdessen tritt der Begriff des Lehrplans immer mehr in den Mittelpunkt.

Erst 1967 durch ein von Saul Benjamin Robinsohn veröffentlichtes Werk (‘Bildungsreform als Revision des Curriculum’) wird das Curriculum wieder thematisiert. „Die zentrale Forderung lautet: Bildungsinhalte müssen den Bedürfnissen der Zeit angepasst werden. Kriterium für ihre Auswahl kann nicht mehr die umfassende Berührung mit den geistigen Fundamenten unserer Kultur sein, sondern die Ausstattung für das Verhalten in der Welt.“[12] Dabei definiert Robinsohn Curriculum nach drei Teilaspekten: Das Curriculum ist ein Gerüst, welches Lernziele und -inhalte zusammenhält. Zudem legt es die Gestaltung und Durchführung von Lernprozessen fest und wie diese überprüft werden können. „Curriculum stellt objektive Kriterien für die Planung von Erziehungsprozessen sowie für die Auswahl und Funktion von Bildungsinhalten bereit.“[13]

Der Schüler steht für Robinsohn im Mittelpunkt des Unterrichts. Die Lehrkraft hat die Aufgabe, den Schüler zu einem selbständigen Menschen zu erziehen, der bereit ist Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. „So werden Bildung und Erziehung als Ausstattung zur Bewältigung von Lebenssituationen und als Hilfen zu gelingendem Leben verstanden.“[14] Daraus leitet Robinsohn ‘Bildungsziele’ ab: „Kommunikation, Bereitschaft zur Veränderung, Fähigkeit zur Wahl, Fähigkeit zur Autonomie.“[15]

Für den Aufbau eines Curriculums schlägt er drei Schritte vor:

1. „Es müssen Situationen identifiziert werden, in denen sich gegenwärtiges und zukünftiges Leben abspielt, d.h. Situationen, die den Menschen in seiner Existenz herausfordern und ihn zum Handeln veranlassen;
2. es müssen Qualifikationen [...] bestimmt werden, die zur Bewältigung dieser Lebenssituationen erforderlich sind [...], wobei es sich um Qualifikationen handelt, die der Mensch im Bildungsvorgang erwerben soll;
3. schließlich werden Bildungsinhalte und Lerngegenstände ausgewählt, die Gewähr dafür bieten, dass mit ihrer Hilfe die erforderlichen Qualifikationen erreicht werden können.“[16]

Die Curriculumstheorie von Robinsohn wurde in die Pädagogik integriert und im Laufe der Zeit diskutiert und weiterentwickelt. „Es ist nur darauf hinzuweisen, dass die Entwicklung von geschlossenen Curricula mit ihrer genauen Festlegung und Einengung des Unterrichtes hin zu offenen Curricula ging, bei denen der Gestaltungsfreiraum von Lehrern und Schülern größer wurde [...].“[17]

Der weitere Forschungsstand zum Thema Curriculum soll hier nicht weiter verfolgt werden.

[...]


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Lehrplan

[2] Die Fußnote bezieht sich auf das Kapitel 2, Vgl. Hofmeier, S.86-87

[3] Hofmeier, S. 86

[4] Ebd., S. 87

[5] Ebd., S. 87

[6] Hofmeier, S. 88

[7] Frisch, S. 53

[8] Weidmann, S. 81

[9] Die Fußnote bezieht sich auf das Kapitel 2.2., Vgl. Hofmeier, S.89-97 + Frisch, S. 52-62

[10] Hofmeier, S. 89

[11] Ebd., S. 54

[12] Hofmeier, S. 89

[13] Frisch, S. 56

[14] Ebd., S. 57

[15] Ebd., S. 57

[16] Hofmeier, S. 89

[17] Frisch, S. 60

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Entwicklung, Aufbau und Inhalt des Lehrplans Katholische Religionslehre
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Die Didaktik des Religionsunterrichts - eine Einführung:
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V65641
ISBN (eBook)
9783638581585
Dateigröße
529 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Aufbau, Inhalt, Lehrplans, Katholische, Religionslehre, Didaktik, Religionsunterrichts, Einführung
Arbeit zitieren
Larissa Drewa (Autor), 2005, Entwicklung, Aufbau und Inhalt des Lehrplans Katholische Religionslehre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65641

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