„Pädagogisch professionell handelt eine Person, die gezielt ein berufliches Selbst aufbaut, das sich an berufstypischen Werten orientiert, sich eines umfassenden pädagogischen Handlungsrepertoires zur Bewältigung von Arbeitsaufgaben sicher ist, sich mit sich und anderen Angehörigen der Berufsgruppe Pädagogen in einer nichtalltäglichen Berufssprache verständigt, ihre Handlungen unter Bezug auf eine Berufswissenschaft begründen kann und persönlich die Verantwortung für 1 Handlungsfolgen in ihrem Einflussbereich übernimmt.“ Die vorliegende Arbeit stellt den Werdegang des Lehrers bzw. Lehrerin vom 18. Jahrhundert bis in die heutige Gegenwart dar. Dabei spielen einmal historische Begebenheiten eine Rolle, wie auch die Emanzipation der Frau mit dem Augenmerk auf den Beruf Lehrerin. Aber auch die Studienratskarriere im 3. Reich soll etwas untersucht werden und die schon zu dieser Zeit vorherrschende „Überproduktion“ an Lehrpersonal aufzeigen. In den beiden letzten Punkten wird der Lehrer im heutigen Berufsalltag analysiert und unter Punkt 6. der Lehrerberuf im Kontext zur Wissensgesellschaft behandelt.
In der abschließenden Betrachtung soll als Ergebnis stehen, wie sich der Lehrerberuf gewandelt hat und wie es zu jeder Zeit Probleme gab und gibt, wie der Lehrerberuf von den Lehrern selbst gesehen wird, wie dieser Berufstand in der Bevölkerung sich widerspiegelt und wie zu jeder Zeit versucht wurde, den Lehrer zu „ändern“ und zu verstehen. [...]
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Der Lehrerberuf im 18. und 19. Jahrhundert
- 2.1 Die Anfänge des gebildeten Lehrers
- 2.2 Rechtliche Normierungsvorschläge für die Lehrer und deren Berufslaufbahn im 19. Jhd
- 2.3 Die Staatsprüfung als Bestimmungszahl für die Berufslaufbahn des Lehrers (1810-1917)
- 3. Wissenschaftliche Prüfungen der Lehrämter
- 3.1 Ausgangslage der 1920er Jahre
- 3.2 Wissenschaftliche Prüfungen der Lehrämter
- 3.3 Entwicklung des Schuldienstes
- 3.4 Die Entwicklung der Besoldung der Lehrer und Direktoren
- 3.5 Verdrängung und Integration
- 4. Frauen im Lehrerberuf
- 4.1 Berufswahl Lehrerin
- 4.2 Freude am Beruf
- 4.3 Bevorzugte Schulstufe/ Fächerkombinationen
- 4.4 Stellung der Lehrerin in Beruf und Gesellschaft
- 5. Der Lehrer in der heutigen Zeit
- 5.1 Funktionen und Leistungen des Lehrerberufs
- 5.2 Die Lernarbeit und die Lehrer im 21. Jahrhundert
- 5.3 Erwartungen an die Schüler und Veränderungen im Schulleben
- 5.4 Erwartungen an den heutigen Lehrer und eines guten Unterrichts
- 6. Die Schule in der heutigen Wissensgesellschaft
- 6.1 Der Bürokratismus der Schule
- 6.2 Gegenwärtige Reformbewegungen im Spiegel von PISA
- 7. Abschließende Betrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, den Werdegang des Lehrerberufs vom 18. Jahrhundert bis in die heutige Zeit zu beleuchten. Dabei werden sowohl historische Entwicklungen als auch die Emanzipation der Frau mit dem Fokus auf den Beruf der Lehrerin untersucht. Zudem wird die Studienratskarriere im 3. Reich beleuchtet und die bereits in dieser Zeit bestehende „Überproduktion“ an Lehrpersonal aufgezeigt. Die letzten Kapitel widmen sich der Analyse des Lehrerberufs im heutigen Berufsalltag und beleuchten die Rolle des Lehrerberufs im Kontext zur Wissensgesellschaft.
- Die historische Entwicklung des Lehrerberufs vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart
- Die Rolle der Frau im Lehrerberuf und die Emanzipation der Lehrerin
- Die Studienratskarriere im 3. Reich und die „Überproduktion“ an Lehrpersonal
- Die Analyse des Lehrerberufs im heutigen Berufsalltag
- Der Lehrerberuf im Kontext zur Wissensgesellschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 2 beleuchtet die Anfänge des gebildeten Lehrers im 18. Jahrhundert und die Vereinheitlichung des Schulwesens durch den Staat. Es werden die rechtlichen Normierungsvorschläge für die Lehrer und deren Berufslaufbahn im 19. Jahrhundert sowie die Bedeutung der Staatsprüfung als Bestimmungszahl für die Berufslaufbahn des Lehrers (1810-1917) analysiert. Kapitel 3 befasst sich mit den wissenschaftlichen Prüfungen der Lehrämter, der Entwicklung des Schuldienstes und der Besoldung der Lehrer und Direktoren. Es werden zudem die Prozesse der Verdrängung und Integration im Lehrerberuf behandelt. Kapitel 4 widmet sich den Frauen im Lehrerberuf, analysiert die Berufswahl der Lehrerin, ihre Freude am Beruf, die Bevorzugung bestimmter Schulstufen und Fächerkombinationen sowie die Stellung der Lehrerin in Beruf und Gesellschaft. Kapitel 5 erörtert die Funktionen und Leistungen des Lehrerberufs in der heutigen Zeit. Es beleuchtet die Lernarbeit und die Lehrer im 21. Jahrhundert, die Erwartungen an die Schüler und die Veränderungen im Schulleben sowie die Erwartungen an den heutigen Lehrer und eines guten Unterrichts. Kapitel 6 widmet sich der Schule in der heutigen Wissensgesellschaft und analysiert den Bürokratismus der Schule sowie gegenwärtige Reformbewegungen im Spiegel von PISA.
Schlüsselwörter
Die zentralen Themen der Arbeit sind die Entwicklung des Lehrerberufs, die Professionalisierung und Normierung der Lehrerbildung, die Rolle des Staates im Schulwesen, die Bedeutung der wissenschaftlichen Prüfungen, die Integration und Verdrängung von Lehrerinnen und Lehrern, die Position der Lehrerin in der Gesellschaft und die Herausforderungen des Lehrerberufs in der heutigen Wissensgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Wie entwickelte sich der Lehrerberuf im 19. Jahrhundert?
Im 19. Jahrhundert wurde der Lehrerberuf zunehmend staatlich normiert und professionalisiert, insbesondere durch die Einführung der Staatsprüfung (ab 1810).
Wann erhielten Frauen Zugang zum Lehrerberuf?
Die Emanzipation der Frau im Lehrerberuf begann verstärkt im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, wobei Lehrerinnen oft auf bestimmte Schulstufen beschränkt waren.
Was charakterisierte den Lehrerberuf im Nationalsozialismus?
Die Zeit war geprägt von ideologischer Gleichschaltung, einer „Überproduktion“ an Lehrpersonal und der Instrumentalisierung des Berufsstandes für die NS-Erziehung.
Welche Rolle spielt die „Wissensgesellschaft“ heute für Lehrer?
In der Wissensgesellschaft wandelt sich die Rolle des Lehrers vom reinen Wissensvermittler hin zum Lernbegleiter, der Schülern Kompetenzen zum eigenständigen Wissenserwerb vermittelt.
Was kritisieren aktuelle Reformbewegungen wie PISA?
Sie bemängeln oft den hohen Bürokratismus der Schulen und fordern eine stärkere Ergebnisorientierung sowie eine bessere individuelle Förderung der Schüler.
- Citar trabajo
- Jan Griesbach (Autor), 2005, Die Genese des Lehrerberufs vom 18. Jhd. bis in die Gegenwart, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65682