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Entwicklung und soziale Kontexte des englischen Oratoriums im 18. und 19. Jahrhundert

Title: Entwicklung und soziale Kontexte des englischen Oratoriums im 18. und 19. Jahrhundert

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Martin Förster (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Das Oratorium ist eine musikalische Gattung von relativ großer innerer Variabilität, die
partiell durch den jeweiligen sozialen Kontext erklärt werden kann. Vorliegende Arbeit
beschreibt die Entwicklung der Gattungsmerkmale des englischen Oratoriums im 18. und
19.Jhd. und setzt diese in Beziehung zu den entsprechenden gesellschaftlichen Bedingungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. 18.Jhd.: das Händel-Oratorium

dreiteiliges dramatisches Libretto

Konzertoratorium

alttestamentliches Sujet

Bedeutung des Chors

Aufführungskontexte

2. 19.Jhd.: Modulation der Gattung durch religiöse Spannungen

Messiah-Typ

Mendelssohn-Typ

religiöse Spannungen

Chororatorium

Church-Oratorio

Village-Oratorio

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung des englischen Oratoriums im 18. und 19. Jahrhundert und setzt die Gattungsmerkmale in direkten Bezug zu den gesellschaftlichen Bedingungen und religiösen Wandlungsprozessen der jeweiligen Zeit.

  • Einfluss von Georg Friedrich Händel auf die Etablierung der Gattung.
  • Unterschiedliche Oratorientypen (Messiah-Typ, Mendelssohn-Typ, etc.) im 19. Jahrhundert.
  • Die Rolle sozialer Kontexte, wie das Bürgertum und religiöse Spannungen.
  • Aufführungskontexte (Lenten-Oratorios, Musikfeste, Gottesdienst).
  • Wandel der Oratorienfunktion: Von der Konzertform zur Kirchenmusik.

Auszug aus dem Buch

Bedeutung des Chors

Oft wird auf die besondere Bedeutung des Chors in Händels Oratorien hingewiesen (s. z.B. Smither 1977[II]:350,352; Smither 1987[III]:201; Mielke-Gerdes [MGG Oratorium]:784). Dies ist zum Teil richtig, muss aber relativiert werden. Das quantitativ große Gewicht des Chors im englischen Oratorium unterscheidet dieses vom italienischen und macht es dem deutschen ähnlich (Smither 1977[II]:352). Unter genealogischem Aspekt unterscheidet sich das englische Oratorium hinsichtlich des Chors jedoch deutlich vom deutschen Oratorium. Während das Gewicht des Chors beim deutschen Oratorium ein Hinweis auf den kirchlichen Entstehungskontext ist, zeigt es beim englischen Oratorium lediglich eine stilistische Orientierung (der Librettisten) am antiken griechischen Drama an (Smither 1977[II]:352).

Diese stilistische Ausrichtung am griechischen Drama verwundert nicht, basieren doch die ersten Oratorien von Händel (‚Esther’, ‚Athalia’) auch inhaltlich auf antiken Stoffen.

Die Feststellung, der Chor sei essentielles Ingredienz des englischen Oratoriums im 18.Jhd., ist allein im Vergleich mit nicht-englischen Oratorientypen gültig: in Hinsicht auf Quantität hebt sich das englische Oratorium signifikant vom italienischen ab; genealogisch ist eine Unterscheidung zum deutschen möglich. Im Binnenvergleich mit den anderen Elementen (Arien, Duette etc.) des englischen Oratoriums hat der Chor hingegen keine dominante Stellung. Händels Oratorien waren – von prominenten Ausnahmen (‚Messiah’, ‚Israel in Egypt’) abgesehen – primär von nicht-chorischen Partien bestimmte Werke.

Zusammenfassung der Kapitel

1. 18.Jhd.: das Händel-Oratorium: Dieses Kapitel analysiert die Etablierung des englischen Oratoriums durch Händel unter Berücksichtigung von Libretto-Struktur, Konzertform, Sujet-Wahl, Chorrolle und Aufführungskontexten.

2. 19.Jhd.: Modulation der Gattung durch religiöse Spannungen: Das Kapitel beschreibt die Auffächerung des Oratoriums in sechs Typen (Messiah, Mendelssohn, Chororatorium, Church-Oratorio, Village-Oratorio) als Reaktion auf gesellschaftliche und religiöse Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Englisches Oratorium, Georg Friedrich Händel, Gattungsmerkmale, Sozialer Kontext, 18. Jahrhundert, 19. Jahrhundert, Bürgertum, Messiah-Typ, Mendelssohn-Typ, Chororatorium, Church-Oratorio, Village-Oratorio, Religiöse Spannungen, Musikfeste, Konzertoratorium.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung des englischen Oratoriums vom 18. bis zum 19. Jahrhundert und beleuchtet, wie gesellschaftliche Bedingungen die Gattungsmerkmale prägten.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?

Die Arbeit untersucht die Musikgeschichte, den sozialen Kontext des Bürgertums, religiöse Konfliktlinien wie den Evangelikalismus und die gattungstheoretische Differenzierung verschiedener Oratorientypen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den engen Zusammenhang zwischen der musikalischen Gattungsentwicklung und den sozio-kulturellen Veränderungen in England aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methodik wird angewandt?

Es erfolgt eine musikgeschichtliche Typologiebildung, bei der Gattungsmerkmale (Struktur, Choranteil, Dramatik) den historischen und sozialen Rahmenbedingungen gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil ist zweigeteilt: Er analysiert erst das Händel-geprägte 18. Jahrhundert und anschließend die komplexe Modulation und Diversifizierung der Gattung im 19. Jahrhundert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Händel-Oratorium, soziale Distinktionsfunktion, bürgerliche Kunstform, Bach-Renaissance und die Einteilung in verschiedene Oratorientypen wie den Messiah- oder Mendelssohn-Typ.

Was unterscheidet den Mendelssohn-Typ von früheren Modellen?

Er stellt eine Synthese aus dem dramatischen Händel-Typ und dem reflektierenden Messiah-Typ dar und führt zudem den Bach’schen Choral in das englische Oratorium ein.

Warum wird das Village-Oratorio als gattungsgeschichtliches "Dead End" bezeichnet?

Da es sich um rein chorische Gebrauchsmusik ohne künstlerischen Anspruch handelte, entzog es sich dem Spannungsfeld zwischen Religion und Kunst, das die Entwicklung anderer Oratorientypen vorantrieb.

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Details

Title
Entwicklung und soziale Kontexte des englischen Oratoriums im 18. und 19. Jahrhundert
College
Dresden Technical University
Grade
1,0
Author
Martin Förster (Author)
Publication Year
2006
Pages
16
Catalog Number
V65713
ISBN (eBook)
9783638582193
ISBN (Book)
9783638767798
Language
German
Tags
Entwicklung Kontexte Oratoriums Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Förster (Author), 2006, Entwicklung und soziale Kontexte des englischen Oratoriums im 18. und 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65713
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