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Inwiefern wirkt sich die Parteiorganisation bei Wahlen aus? Deutsche und amerikanische Parteien im Vergleich

Title: Inwiefern wirkt sich die Parteiorganisation bei Wahlen aus? Deutsche und amerikanische Parteien im Vergleich

Term Paper , 2006 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jennifer Janzer (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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So beginnt Peter Lösche im Heft 283 der „Informationen zur politischen Bildung“, in dem es um das politische System der USA geht. Er bezieht diese Aussage zum einen auf die heterogen zusammengesetzte Gesellschaft, aber auch auf das politische System. Die USA lassen sich nicht ohne weiteres mit Europa vergleichen: Durch die spezifische Entstehung und Entwicklung dieses Staates herrschen dort andere Werte, andere Strukturen der Gesellschaft und nicht zuletzt ein anderes Politikverständnis vor. Der wichtigste Unterschied gegenüber der deutschen Demokratie ist wohl die nahezu unantastbare Stellung des Präsidenten. Dieser ist Staatsoberhaupt und Regierungschef zugleich und kann nicht vom Parlament abgesetzt werden. Daraus ergibt sich, dass der Präsident für europäische Verhältnisse über ungewöhnlich viel Macht verfügt. Im Gegensatz dazu hat der deutsche Bundeskanzler zwar die Richtlinienkompetenz inne, ist aber vom Parlament abhängig. Zudem ist nicht der Kanzler sondern der Bundespräsident das eigentliche Staatsoberhaupt. Schon hieran lassen sich wesentliche Unterschiede zwischen der amerikanischen Präsidialdemokratie und der deutschen parlamentarischen Demokratie erkennen. Im Rahmen dieser Hausarbeit soll ein Teil des Regierungssystems, der ebenfalls gravierende Unterschiede zu anderen demokratischen Regierungssystemen aufweist, behandelt werden: Das amerikanische Parteiensystem. Grundsätzlich haben Parteien die Aufgabe, in der Gesellschaft vorhandene Interessen zu bündeln und diese ins politische System einzuspeisen. Ulrich von Alemann definiert Parteien als „[…] auf Dauer angelegte, freiwillige Organisationen, die politische Partizipation für Wähler und Mitglieder anbieten, diese in politischem Einfluss transformieren, indem sie politisches Personal selektieren, was wiederum zur politischen Integration […] beiträgt […].“ 2 Aufgrund der Tatsache, dass in Demokratien unterschiedliche Meinungen und Anschauungen akzeptiert sind, ist das Parteiensystem hier pluralistisch organisiert. Parteien sind auch nur in Zusammenhang mit einem pluralistischen System sinnvoll, da die einzelne Partei nur hier mit anderen Parteien in Konkurrenz steht. In demokratischen Systemen haben Parteien mehrere Funktionen zu erfüllen: Zum einen sind sie für die Kandidatenauswahl zuständig. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.1.) Parteiorganisation

2.1.1.) Allgemeines

2.1.2.) Organisationsebenen

2.2.) Wahlen

2.2.1.) Kandidatenaufstellung

2.2.2.) Wahlkampf

2.2.3.) Wahlkampffinanzierung

3.) Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Einfluss der Parteiorganisation auf Wahlen durch einen vergleichenden Blick auf das deutsche und das amerikanische Parteiensystem, um die Unterschiede in der Machtverteilung zwischen Partei und Kandidat zu verdeutlichen.

  • Vergleich der Parteiorganisation in Deutschland und den USA
  • Analyse der Kandidatenaufstellung und der Rolle von Vorwahlen
  • Untersuchung der Professionalisierung und Personalisierung von Wahlkämpfen
  • Vergleich der staatlichen und privaten Wahlkampffinanzierung
  • Bewertung der Abhängigkeit von Kandidaten gegenüber ihren Parteien

Auszug aus dem Buch

2.1.1.) Allgemeines

Hinsichtlich der Parteiorganisation gibt es zwischen den amerikanischen und den deutschen Parteien gravierende Unterschiede. Oftmals wird in Zusammenhang mit amerikanischen Parteien behauptet, dass sie kaum mehr als Dachverbände sein können, da die Einzelstaaten der USA jeweils über eine eigene Parteiorganisation verfügen. Amerikanische Parteien weisen kaum Gemeinsamkeiten mit den deutschen auf. Sie kennen keine formale Mitgliedschaft, es werden keine Mitgliedsbeiträge gezahlt und es gibt kein Parteibuch. Zwar können sich die Bürger bei den Vorwahlen als Anhänger der demokratischen oder der republikanischen Partei registrieren lassen oder sie können sich als freiwillige Helfer in den Gemeinden oder beim Wahlkampf melden- jedoch bleibt die Bindung an eine bestimmte Partei immer eher eine gefühlsmäßige Bindung.

Man kann formal gesehen nicht aus einer Partei ein- oder austreten. Mitglied ist, wer sich zugehörig fühlt. Das macht es in Meinungsumfragen schwer, Anhänger einer bestimmten Partei zu identifizieren. Man spricht in den USA deshalb von Wählervereinigungen. Das entspricht der Minimaldefintion von amerikanischen Parteien: A party is to elect- eine Partei ist dazu da, dass sie Kandidaten für öffentliche Ämter stellt und diese dann vom Volk gewählt werden. Die amerikanischen Parteien sind fragmentiert und dezentralisiert und somit ein Ausdruck einer sozial vielfältigen, kulturell, regional und lokal segmentierten Gesellschaft. Im Unterschied dazu ist es bei deutschen Parteien wichtig, dass sie die Politik maßgeblich mitgestalten oder sogar bestimmen. Der politische Einfluss der amerikanischen Parteien ist dagegen sehr begrenzt, da die konkrete Ausgestaltung der Politik dem Präsidenten obliegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Die Einleitung führt in die fundamentalen Unterschiede zwischen der deutschen parlamentarischen Demokratie und dem amerikanischen Präsidialsystem ein und definiert den Fokus auf das Parteiensystem.

2.1.) Parteiorganisation: Dieses Kapitel erläutert die strukturellen Unterschiede zwischen den lose organisierten amerikanischen Wählervereinigungen und den stärker institutionalisierten deutschen Parteien sowie deren Organisationsebenen.

2.2.) Wahlen: Dieser Abschnitt analysiert den Prozess der Kandidatenaufstellung, die mediale Gestaltung des Wahlkampfs und die signifikanten Unterschiede in der finanziellen Ausstattung und Abhängigkeit von Spenden.

3.) Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass amerikanische Parteien insgesamt weniger Einfluss auf Wahlen nehmen und ihre Kandidaten durch Vorwahlen und private Finanzierung eine höhere Unabhängigkeit von der Parteistruktur aufweisen.

Schlüsselwörter

Parteiorganisation, USA, Deutschland, Wahlen, Wahlkampf, Parteiensystem, Vorwahlen, Kandidatenaufstellung, Wahlkampffinanzierung, PACs, Personalisierung, Mediatisierung, Professionalisierung, Parteibindung, Politische Willensbildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit vergleicht die Einflüsse der Parteiorganisation auf Wahlprozesse in den USA und in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Organisation von Parteien, der Art der Kandidatenaufstellung, den modernen Wahlkampfmethoden und den jeweiligen Finanzierungsmodellen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich unterschiedliche Regierungssysteme auf die Parteistruktur und die Abhängigkeit der Kandidaten von ihrer Partei auswirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird für diesen Vergleich verwendet?

Es wird eine vergleichende Analyse der Parteiensysteme auf Grundlage theoretischer Konzepte und politologischer Fachliteratur durchgeführt.

Welche Inhalte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die interne Struktur amerikanischer Parteien, die Auswirkungen von Vorwahlen auf die Kandidatennominierung und die zunehmende Professionalisierung durch mediale Inszenierung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Kern der Arbeit beschreiben?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Parteienwettbewerb, Wahlkampffinanzierung, institutionelle Verankerung und Personalisierung charakterisieren.

Warum sind amerikanische Parteien laut Autor eher als Wählervereinigungen zu verstehen?

Aufgrund fehlender formaler Mitgliedschaft, fehlender Mitgliedsbeiträge und der Ausrichtung auf die reine Bereitstellung von Kandidaten für öffentliche Ämter.

Welchen Einfluss haben PACs (Political Action Committees) auf den amerikanischen Wahlkampf?

PACs dienen als wichtige Finanzierungsquelle für Kandidaten, erhöhen jedoch die Abhängigkeit von externen Geldgebern und fördern eine größere Autonomie gegenüber der Partei.

Inwiefern unterscheidet sich die Kandidatenaufstellung in den beiden Ländern?

In Deutschland geschieht dies meist durch Parteiversammlungen und Listenaufstellung, während in den USA verstärkt Vorwahlen (Primaries) das Nominierungsrecht direkt in die Hände der Bürger legen.

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Details

Title
Inwiefern wirkt sich die Parteiorganisation bei Wahlen aus? Deutsche und amerikanische Parteien im Vergleich
College
University of Koblenz-Landau
Course
Europäische Demokratien im Vergleich
Grade
1,7
Author
Jennifer Janzer (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V65846
ISBN (eBook)
9783638587723
ISBN (Book)
9783656805045
Language
German
Tags
Inwiefern Parteiorganisation Wahlen Deutsche Parteien Vergleich Europäische Demokratien Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jennifer Janzer (Author), 2006, Inwiefern wirkt sich die Parteiorganisation bei Wahlen aus? Deutsche und amerikanische Parteien im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65846
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