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Identifikationsmechanismen der Erzählerfigur in Christian Krachts "Faserland"

Title: Identifikationsmechanismen der Erzählerfigur in Christian Krachts "Faserland"

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 26 Pages , Grade: 1

Autor:in: Helmut Wagenpfeil (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Der Autor Christian Kracht mußte sich oft dem Vorwurf gegenübersehen, sein Protagonist in “Faserland” zeichne sich häufig durch eine starke Parallelität zu seiner eigener Biographie aus. Leicht lassen sich solche biographischen Spuren in “Faserland" finden wie etwa die Zeit Krachts im Internat Salem.
Bei einer Analyse der Erzählsituation stellt sich jedoch die Frage wie wichtig dieser Umstand für das Buch an sich ist. Ist dieses zwanghafte Suchen nach den Autorpersonalien nicht eher Boulevardjournalismus denn ernsthafte Rezension? Die Erzählerfigur bleibt eine autonome literarische Figur, immer getrennt vom Autor, auch wenn die Bezüge zur Realität des Autors so ins Auge springen wie in diesem Fall.
Die namenlose Hauptfigur in “Faserland” ist ein konstruierter Handlungsträger, der uns Einblicke in ein fiktives Geschehen vermittelt, welches uns durch eine gewissenhafte Rezeption die Möglichkeit bietet bestimmte gesellschaftliche Zusammenhänge zu erkennen. Als solche will ich diese Erzählerfigur hier auch betrachten.
Diese Untersuchung soll zeigen, wie es sich mit der Identifikation des Hauptakteurs in Krachts Roman verhält und welche Schlüsse aus der Konstruktion der Figur gezogen werden können.
Dazu werde ich zunächst die Erzählsituation näher beleuchten und im weiteren Verlauf die Sprache des Romans dahingehend untersuchen, welche Aufschlüsse sie über die Erzählerfigur zuläßt. Nächster Prüfungspunkt soll die Plotstruktur sein, d.h. die verschiedenen Segmente, aus denen die Handlung zusammengesetzt ist. Eine Analyse der Konzeption des Ich-Erzählers und anderer Figuren soll schließlich die Erstellung der Identifikationsmechanismen der Erzählerfigur in „Faserland" vervollständigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Relevanz biographischer Bezüge

2. Analyse der Erzählsituation nach Stanzel

2.1 Modus

2.2 Person

2.3 Perspektve

2.4 Erlebendes/Erzählendes Ich

3. Sprache

4. Plotstruktur

4.1 Einschübe

4.1.1 Kindheitserinnerungen

4.1.2 Obskure Geschichten

4.2 Intention der Einschübe

4.3 Gemutmaßte Geschichten

4.4 Bewegung von Nord nach Süd

4.5 Figurenkonstellation

4.6 Verteilung dramatischer Höhen und Tiefen

5. Figurenkonzeption

5.1 Präliminarien

5.2 Nebenfiguren

5.3 (Stereo)Typen

5.4 Politisches Verständnis

5.5 Kategorisierung durch Ästhetik

6. Schluß: Die Erzählerfigur als Spiegel der Jugendkultur?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion der Erzählerfigur in Christian Krachts Roman "Faserland" und hinterfragt, inwieweit diese Figur zur Identifikation einlädt oder ein bewusst konstruiertes literarisches System darstellt. Im Fokus steht dabei die Analyse der Erzählsituation, der Sprache, der Plotstruktur sowie der Figurenkonzeption, um die zugrunde liegende soziale und ästhetische Haltung des Protagonisten zu dechiffrieren.

  • Analyse der Erzählsituation nach dem System von Franz Stanzel
  • Untersuchung der Sprache als Manifestation der Identität und Haltung
  • Erforschung der Plotstruktur als vom Erzähler konstruiertes System
  • Deutung der Figurenkonzeption und Identifikationsmechanismen
  • Beurteilung des Romans als Spiegelbild oder Zustandsbeschreibung einer spezifischen Jugendkultur

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung: Relevanz autobiographischer Bezüge

Der Autor Christian Kracht mußte sich oft dem Vorwurf gegenübersehen, sein Protagonist in “Faserland” zeichne sich häufig durch eine starke Parallelität zu seiner eigener Biographie aus. Leicht lassen sich solche biographischen Spuren in “Faserland" finden wie etwa die Zeit Krachts im Internat Salem. Bei einer Analyse der Erzählsituation stellt sich jedoch die Frage wie wichtig dieser Umstand für das Buch an sich ist. Ist dieses zwanghafte Suchen nach den Autorpersonalien nicht eher Boulevardjournalismus denn ernsthafte Rezension? Die Erzählerfigur bleibt eine autonome literarische Figur, immer getrennt vom Autor, auch wenn die Bezüge zur Realität des Autors so ins Auge springen wie in diesem Fall.

Die namenlose Hauptfigur in “Faserland” ist ein konstruierter Handlungsträger, der uns Einblicke in ein fiktives Geschehen vermittelt, welches uns durch eine gewissenhafte Rezeption die Möglichkeit bietet bestimmte gesellschaftliche Zusammenhänge zu erkennen. Als solche will ich diese Erzählerfigur hier auch betrachten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Relevanz biographischer Bezüge: Thematisiert die kritische Abgrenzung zwischen Autorbiografie und fiktionaler Erzählerfigur.

2. Analyse der Erzählsituation nach Stanzel: Anwendung des Stanzel-Systems zur Einordnung des Ich-Erzählers als Reflektorfigur.

3. Sprache: Untersucht den "kunstvoll gebauten Erzählton" und die spezifische, auf Identität abzielende Sprachwahl des Protagonisten.

4. Plotstruktur: Analysiert den chronologischen Handlungsverlauf, die Einschübe und die symbolische Nord-Süd-Bewegung.

5. Figurenkonzeption: Beleuchtet die Darstellung von Nebenfiguren und Stereotypen durch die Augen des Protagonisten.

6. Schluß: Die Erzählerfigur als Spiegel der Jugendkultur?: Reflektiert über die Repräsentativität der Figur für ein Segment der damaligen Jugendgeneration.

Schlüsselwörter

Christian Kracht, Faserland, Erzählsituation, Franz Stanzel, Reflektorfigur, Identifikation, Plotstruktur, Popliteratur, Konsumästhetik, Identitätskonstruktion, deutsche Gegenwartsliteratur, Ich-Erzähler, Figurenkonzeption, Jugendkultur, Subjektivität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die literarische Konstruktion der Erzählerfigur in Christian Krachts Roman "Faserland" unter Anwendung narratologischer Methoden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Erzählsituation, der Sprachgestaltung, dem Aufbau der Plotstruktur und der Analyse der Figurenkonstellation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu zeigen, wie sich die Erzählerfigur durch ihre Wahrnehmung und Konstruktion manifestiert und welche Rückschlüsse dies auf das Identitätsverständnis des Protagonisten zulässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung stützt sich primär auf das Erzähltheorie-Modell von Franz Stanzel, ergänzt durch literaturwissenschaftliche Analyse von Sprache und Plotstrukturen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Erzählperspektiven (Modus, Person, Perspektive), die sprachliche Gestaltung, die strukturelle Analyse der Episoden sowie eine detaillierte Figuren- und Motivbetrachtung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit fokussiert auf Begriffe wie Identitätskonstruktion, Konsumästhetik, Reflektorfigur und die soziokulturelle Verortung der Figur innerhalb der Popliteratur.

Wie bewertet der Autor das "Nord-Süd-Gefälle" im Roman?

Es wird als Fluchtbewegung interpretiert, bei der die geografische Bewegung von Norden nach Süden als Suche nach einem weniger bedrückenden, idyllischen Zustand fungiert.

Welche Bedeutung haben die "Kindheitserinnerungen" und "Einschübe" im Plot?

Diese dienen der Figur dazu, ihren eigenen Hintergrund zu beleuchten und ihre Standpunkte indirekt zu vermitteln, wobei sie meist assoziativ in den chronologischen Ablauf eingebettet sind.

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Details

Title
Identifikationsmechanismen der Erzählerfigur in Christian Krachts "Faserland"
College
LMU Munich  (Institut für Deutsche Philologie)
Course
HS Pop und Literatur
Grade
1
Author
Helmut Wagenpfeil (Author)
Publication Year
2001
Pages
26
Catalog Number
V6584
ISBN (eBook)
9783638141222
ISBN (Book)
9783638639460
Language
German
Tags
Faserland Kracht Popliteratur Stuckrad - Barre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Helmut Wagenpfeil (Author), 2001, Identifikationsmechanismen der Erzählerfigur in Christian Krachts "Faserland", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6584
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