Sozialpädagogische Filmkritik: Jim Carroll


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Vorbemerkung

2. Sozialpädagogische Filmkritik Jim CarrollIn den Straßen von New York
2.1. Kurzübersicht
2.2. Sozialpädagogische Inhaltsanalyse
2.3. Sozialpädagogische Arbeitsfelder
2.3.1. Was ist Abhängigkeit?
2.3.2. Heroin – Ein Abriss
2.3.3. Der Weg in die Sucht
2.3.4. Rehabilitation
2.4. Sozialpädagogische Beurteilung

3. Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Vorbemerkung

Die vorliegende Arbeit soll den Film Jim Carroll – In den Straßen von New York unter sozialpädagogischen Gesichtspunkten untersuchen. Dabei wird zu­nächst ein Abriss der inhaltlichen Aspekte dargeboten, ehe im An­schluss eine weitergehende Analyse eines im Film behandelten sozialpäda­gogischen Ar­beitsfeldes und dessen theoretischen Hintergründen durchgeführt werden soll. Abschließend soll eine sozialpädagogische Beurteilung des Films die Qualität der filmischen Aufbereitung und Bearbeitung des in Frage kommenden sozial­pädagogischen Arbeitsfeldes beleuchten.

2. Sozialpädagogische Filmkritik: Jim Carroll – In den Straßen von New York

2.1. Kurzübersicht

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2. Sozialpädagogische Inhaltsanalyse

Jim CarrollIn den Straßen von New York zeichnet die auf Tatsachen basierende Drogenlaufbahn des gleichnamigen Schriftstellers und Musikers nach, der während der sechziger Jahre im Alter zwischen dreizehn und sechzehn Jahren in die Ab­wärtsspirale aus Drogen, Sucht und Abhängigkeit geriet. Die ursprüngliche Hand­lung wird allerdings in die neunziger Jahre verlegt.[2]

Das sozialpädagogische Arbeitsfeld, in dem der Film spielt, ist die Sucht- und Drogenhilfe. Im Speziellen geht es hier um die Heroinsucht des Protagonisten. Ausdrücklich als Sozialarbeiter oder Sozialpädagogen benannte Personen tre­ten nicht auf. Allein Reggie Porter, der Basketballpartner aus früheren Tagen und selbst ehemals drogenabhängig, zeichnet sich durch Tatkraft und ent­schlossene Hilfe aus. Es ist allerdings davon auszugehen, dass der endgültige Entzug im Gefängnis von Fachleuten angeleitet und begleitet wird, wobei diese Helfer gänzlich ungezeigt und unerwähnt bleiben.

Der Aufbau des Films stellt hinsichtlich der Inszenierung eines Drogenschick­sals einen typischen Verlauf einer Drogenkarriere dar: Ausge­hend vom sozialen Milieu und der gewohnten Welt Jims, werden die Motive und Auslöser des exzessiven Drogenkonsum inszeniert, ehe die Zuschauer im weiteren Fortgang den Beginn des Teufelskreises, den Abstieg in die Niederungen von Beschaf­fungskriminali­tät und Elend, einen gescheiterten Entzugsversuch und sogar erste Schritte in die Prostitution vor Augen geführt bekommen. Den Abschluss bildet die von außen angestoßene Rettung und Läuterung des Protagonisten.[3]

Das soziale Milieu, in dem Jim lebt, lässt sich als einfach, aber einigermaßen gefestigt beschreiben. Seine Mutter geht einer regelmäßigen Arbeit als Reini­gungskraft in einem Hotel nach und zeichnet sich vor allem durch ihre starke Gläubigkeit aus, die sich in Jims katholischer Schule widerspiegelt, an der er allerdings körperliche Gewalt und einen aufdringlichen Basketballtrainer er­dulden muss.

Anfangs sollte der Drogenkonsum Jim und seinen Freunden noch eine „ Inten­sivierung des Lebens durch den Rausch[4] ermöglichen. Nach dem Tod des Freundes Bobby werden die Drogen und insbesondere das Heroin aber zum scheinbar einzigen Ausweg aus der Sinnkrise, „ zum einzigen Erleichterung verschaffenden Hilfsmittel in einer Welt, die keine Stütze bieten kann.“[5] Doch ist es in Wahrheit der Anfang eines schier unaufhaltsamen Abgleitens in einen Sumpf aus Drogen, eines Abstieges in die Niederungen aus Sucht und Abhän­gigkeit. Schonungslos wird dem Zuschauer vor Augen geführt, wie sich Jims Verfassung mehr und mehr verschlechtert.

Lediglich in einer einzigen Szene werden die scheinbar positiven Wirkungen des Heroins dargestellt: Jim bewegt sich in Zeitlupe lächelnd durch eine farbenfrohe Blu­menwiese und bringt sein Erleben dieser Situation wie folgt zum Ausdruck: „ Ob Leid, Schmerz, Traurigkeit oder Schuldgefühle, alles wurde völlig wegge­spült.“ Doch sogleich folgt der abrupte Wechsel, die nächste Szene zeigt Jim in einem elenden Zustand im Badezimmer der mütterlichen Wohnung. Von nun an wird Jim unerbittlich in den Sog der Drogen hinabgezogen. Er umschreibt die Situation als „ verrückten Traum “, der ein „ Eigenleben “ führt und nicht zu stoppen ist. Hatte er sich zu Beginn des Films über die heroinabhängige Diane Moody noch lustig gemacht, trifft ihn das Schicksal nun selbst. Mit dem Kommentar „ Und plötzlich bist Du zu allem fähig “ werden, in Form einer Traumvision Jims, die möglichen Fol­gen des Drogenkonsums im Hinblick auf Enthemmung und Ge­waltbereitschaft eingeleitet: In seinen Träumen schießt Jim den unge­liebten und brutalen Lehrer Father McNulty, unter dem er Demütigungen und Gewalt erfahren hat, sowie einige seiner Mitschüler skrupellos und schein­bar voller Befriedigung nieder.[6]

Die Fähigkeiten zur schlussendlichen Überwindung der Abhängigkeit sind von Beginn an in Jims Persönlichkeit und seinen Talenten vorhanden: Die „ sinn­stiftenden Ambitio­nen[7] des Basketballs und Schreibens der Tagebucheinträge bilden schließlich die Basis für eine erfolgreiche Be­wältigung der Drogenab­hängigkeit. Ein weiterer Faktor, der für die Rehabilitation wichtig erscheint, liegt „ in der als positives Gegenmodell entwickelten Figur des Freundes Neutron, der dem Rest der Clique eine Alternative zum Drogenkonsum vor­lebt: Er springt früh genug von den Drogenexperimenten ab und verfolgt ziel­strebig den Traum, ein erfolgrei­cher Basketballspieler zu werden.“[8] Sein Er­scheinen in einem Fernsehbericht über ein Basketballspiel ist es dann auch, dass Jim erstmals wirklich über seine eigene Situation nachdenken lässt und möglicherweise den Grundstein zur Bewältigung der Drogensucht legt.

[...]


[1] Inhaltsbeschreibung auf dem Klappentext der VHS.

[2] Goette, Sabine und Renate Röllecke: Illegale Drogen in populären Spielfilmen. Eine kommentierte Übersicht zum Thema illegale Drogen ab 1995 mit ergänzenden Handlungsempfehlungen für den Einsatz von Spielfilmen im Rahmen der Suchtprävention, Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2004, S. 28.

[3] Goette, Sabine und Renate Rölle>

[4] Goette, Sabine und Renate Rölle>

[5] ebd.

[6] Goette, Sabine und Renate Rölle>

[7] ebd.

[8] ebd.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Sozialpädagogische Filmkritik: Jim Carroll
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
17
Katalognummer
V65892
ISBN (eBook)
9783638586887
ISBN (Buch)
9783638767835
Dateigröße
583 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialpädagogische, Filmkritik, Carroll
Arbeit zitieren
Sven Köhler (Autor), 2006, Sozialpädagogische Filmkritik: Jim Carroll, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65892

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