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Aspekte der deutsch-polnischen Beziehungen während der Regierungszeit der rot-grünen Koalition

Title: Aspekte der deutsch-polnischen Beziehungen während der Regierungszeit der rot-grünen Koalition

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 21 Pages , Grade: 2,0 (polnisches System: 4-)

Autor:in: Andreas Lorek (Author)

Politics - Topic: German Foreign Policy
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Summary Excerpt Details

Mit den Wendejahren 1989/1990 wurde ein grundlegender Neubeginn in den deutschpolnischen Beziehungen möglich und notwendig. Der Versöhnungsprozess zwischen Deutschland und Polen konnte beginnen. Beide Staaten arbeiteten an einem normalisierten Verhältnis: Wichtige Schritte auf diesem Weg waren die Anerkennung der Grenzen im Dezember 1990 und der Nachbarschaftsvertrag vom Juni 1991.
Die damaligen Außenminister Krzysztof Skubiszewski und Hans-Dietrich Genscher prägten im Jahre 1990 zum ersten Mal den Begriff der „deutsch-polnischen Interessensgemeinschaft“ (vgl. Bielecki 2001: 6). Diese Formel wurde in den folgenden Jahren fortwährend für das besondere Verhältnis zwischen Deutschland und Polen verwendet. Fast kein Politiker vergaß bei offiziellen Anlässen zu betonen, dass die deutsch-polnischen Beziehungen so gut wie niemals zuvor in der Vergangenheit seien. Beide Staaten verfolgten als gemeinsames Ziel die Aufnahme Polens in NATO und EU. Deutschland präsentierte sich in den Verhandlungen stets als Anwalt Polens.
Die positiven Entwicklungen schienen allerdings nicht von anhaltender Dauer zu sein. „Die deutsch-polnischen Beziehungen haben Mitte der Neunzigerjahre die Stagnationsphase erreicht“ (Sakson 2000: 972) wurde von Beobachtern bemerkt. Mehrere Ereignisse führten zu Missverständnissen und Irritationen auf beiden Seiten der Oder. Nach der Bundestagswahl 1998 folgte ein Regierungswechsel. Bisher wurde Helmut Kohl als Partner und Freund von Polen geschätzt. Es war nicht klar, was von dem neuen Kanzler Gerhard Schröder erwartet werden konnte. In Polen reagierte man mit Skepsis und Unsicherheit auf die neue Situation. Nach den Neuwahlen im Jahr 2005 verlor die rot-grüne Koalition ihre Regierungsmehrheit. Angela Merkel führt seitdem eine große Koalition aus CDU/CSU und SPD.
Aus der heutigen Perspektive ist es möglich zu erörtern, wie sich die Regierungsjahre der rotgrünen Koalition von 1998 bis 2005 auf die deutsch-polnischen Beziehungen ausgewirkt haben. Mehrere Ereignisse führten in dieser Zeit zu Missstimmungen und Irritationen. In dieser Arbeit sollen einige dieser Irritationen und Krisen in den deutsch-polnischen Beziehungen analysiert werden. Zu Anfang werden der Start der neuen Regierung 1998 und die damit ausgelösten Befürchtungen in Polen geschildert, anschließend die verschiedenen Kontroversen in den deutsch-polnischen Beziehungen dargestellt. Dabei wird nach historisch bedingten und durch aktuelle Umstände beeinflussten Konflikten unterschieden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. EINE NEUE DEUTSCHE REGIERUNG

3. KONFLIKTE IN DEN DEUTSCH-POLNISCHEN BEZIEHUNGEN

3.1. HISTORISCH BEDINGTE KONFLIKTE

3.1.1. Rückgabe von Kulturgütern

3.1.2. Entschädigung von ehemaligen Zwangsarbeitern

3.1.3. Das Thema der Vertriebenen

3.1.4. Entschädigungsforderungen

3.2. DURCH AKTUELLE UMSTÄNDE ENTSTANDENE SCHWIERIGKEITEN UND KONFLIKTE

3.2.1. EU-Osterweiterung

3.2.2. Gestaltung der Europäischen Union

3.2.3. Irak-Konflikt

3.2.4. Erdgas-Pipeline durch die Ostsee

4. BEWERTUNG

5. AUSBLICK UND FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die deutsch-polnischen Beziehungen während der Regierungszeit der rot-grünen Koalition von 1998 bis 2005, um aufzuzeigen, wie sich verschiedene politische Ereignisse und Krisen auf das bilaterale Verhältnis ausgewirkt haben.

  • Analyse des Regierungswechsels 1998 und der damit verbundenen Skepsis in Polen
  • Untersuchung historisch bedingter Konflikte (z.B. Zwangsarbeiterentschädigung, Vertriebenenproblematik)
  • Bewertung aktueller politischer Herausforderungen wie EU-Osterweiterung und Irak-Konflikt
  • Erörterung der Bedeutung der Erdgas-Pipeline durch die Ostsee für das gegenseitige Vertrauen
  • Reflexion über die Zukunft der deutsch-polnischen „Interessensgemeinschaft“

Auszug aus dem Buch

3.2.4. Erdgas-Pipeline durch die Ostsee

Schwierig in den deutsch-polnischen Beziehungen ist die unterschiedliche Einschätzung Russlands. Das Land stellt für Polen keine akute, aber eine latente Gefahr dar. Für Deutschland gibt es diese Gefahr quasi nicht mehr (vgl. Bender 2005: 7). Aus diesem Grund sah man in Polen die Männerfreundschaft zwischen dem deutschen Bundeskanzler Schröder und dem russischen Präsidenten Putin sehr misstrauisch.

Besonders kontrovers wird in Polen die geplante Erdgas-Pipeline durch die Ostsee gesehen. Die Absichterklärung für den Bau wurde unmittelbar vor der Bundestagswahl 2005 im Beisein von Bundeskanzler Schröder und dem russischen Präsidenten Putin von den ausführenden Firmen beschlossen. Am 9. Dezember 2005 wurde mit dem Bau der Leitungen begonnen.

Diese neue Gaspipeline konkurriert mit bereits bestehenden, die durch die Ukraine, Belarus und Polen führen. Bei Nutzung dieser Erdgasleitungen fallen im Gegensatz zu der Ostsee-Pipeline jeweils Transitgebühren an. Demgegenüber ist die Pipeline durch die Ostsee wesentlich teurer als eine Landverbindung. Deutschland sieht in dem Projekt den Ausbau einer „strategischen Partnerschaft“ und „Energiepartnerschaft“ mit Russland. In Polen werden durch dieses Projekt hingegen tief sitzende Ängste über die beiden Nachbarn ausgelöst, da sich diese in der Geschichte schon mehrfach auf Polens Kosten geeinigt haben (vgl. Götz 2005).

Die Ankündigung, dass Gerhard Schröder Aufsichtsratsvorsitzender im Baukonsortium der Ostsee-Pipeline werden soll, sorgte für weiteres Unverständnis in Polen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den historischen Neuanfang der deutsch-polnischen Beziehungen nach 1989 und skizziert die Problematik zunehmender Irritationen während der rot-grünen Regierungszeit.

2. EINE NEUE DEUTSCHE REGIERUNG: Dieses Kapitel beschreibt den Amtsantritt von Gerhard Schröder 1998 und die daraus resultierende Verunsicherung sowie die Erwartungshaltungen der polnischen Seite.

3. KONFLIKTE IN DEN DEUTSCH-POLNISCHEN BEZIEHUNGEN: Hier werden zentrale Streitpunkte analysiert, unterteilt in historisch bedingte Altlasten wie Kulturgüter und Zwangsarbeiterfragen sowie aktuelle politische Konflikte wie die EU-Osterweiterung und der Irak-Konflikt.

4. BEWERTUNG: Das Kapitel bewertet die Unstimmigkeiten der letzten Jahre als teils historisch begründete Dynamik und reflektiert über die Rolle Polens und Deutschlands in der europäischen Mitte.

5. AUSBLICK UND FAZIT: Der Ausblick betont die Notwendigkeit neuer Impulse für die bilaterale Integration und die Erarbeitung gemeinsamer Visionen für eine künftige Ostpolitik.

Schlüsselwörter

Deutsch-polnische Beziehungen, rot-grüne Koalition, Gerhard Schröder, Interessensgemeinschaft, Zwangsarbeiter, Vertriebene, EU-Osterweiterung, Irak-Konflikt, Ostsee-Pipeline, Geschichte, Versöhnung, Außenpolitik, Misstrauen, strategische Partnerschaft, Europa.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und den Belastungsproben der deutsch-polnischen Beziehungen während der Regierungszeit von Gerhard Schröder zwischen 1998 und 2005.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von historisch bedingten Konflikten wie der Entschädigungsfrage sowie auf aktuellen politischen Differenzen, etwa zur EU-Integration und zur Energiepolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Ursachen für Missstimmungen und Krisen zu identifizieren und zu erörtern, wie sich die rot-grüne Ära auf das bilaterale Vertrauensverhältnis ausgewirkt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse politischer Ereignisse, Stellungnahmen und bestehender Studien, um die Dynamik der bilateralen Beziehungen historisch und aktuell einzuordnen.

Was wird im Hauptteil detailliert beleuchtet?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung historischer Altlasten sowie eine Darstellung von Konflikten, die durch aktuelle politische Umstände wie den Irak-Konflikt oder die EU-Osterweiterung entstanden sind.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Interessensgemeinschaft, deutsch-polnische Beziehungen, politische Irritationen und die Neudefinition der Rolle beider Staaten in Europa geprägt.

Welche Rolle spielt die Erdgas-Pipeline in diesem Zusammenhang?

Die Ostsee-Pipeline wird als Symbol einer problematischen Energiepartnerschaft zwischen Deutschland und Russland gesehen, die in Polen historisch begründete Ängste vor einer erneuten Übergehung polnischer Interessen auslöst.

Wie bewertet der Autor den Regierungswechsel von 1998?

Der Autor zeigt auf, dass der Regierungswechsel zunächst zu Verunsicherung und Skepsis in Polen führte, da die klare Kontinuität zur Ära Kohl in Frage gestellt wurde.

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Details

Title
Aspekte der deutsch-polnischen Beziehungen während der Regierungszeit der rot-grünen Koalition
College
Warsaw University  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Deutsch-Polnische Beziehungen nach dem 2. Weltkrieg
Grade
2,0 (polnisches System: 4-)
Author
Andreas Lorek (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V65897
ISBN (eBook)
9783638586917
ISBN (Book)
9783656789987
Language
German
Tags
Aspekte Beziehungen Regierungszeit Koalition Deutsch-Polnische Beziehungen Weltkrieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Lorek (Author), 2006, Aspekte der deutsch-polnischen Beziehungen während der Regierungszeit der rot-grünen Koalition , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65897
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