Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - General and Theories of International Politics

Integration in Lateinamerika. Neofunktionalistische und intergouvernementalistische Elemente im Mercosur

Title: Integration in Lateinamerika. Neofunktionalistische und intergouvernementalistische Elemente im Mercosur

Diploma Thesis , 2006 , 113 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Seit Beginn der 1990er Jahre erlebt Lateinamerika eine kaum für möglich gehaltene neue Integrationsdynamik. Die weltweiten Regionalisierungstendenzen innerhalb einer zunehmend globalisierten Weltordnung haben offensichtlich auch diese Region erfasst. Als das bisher erfolgreichste und ehrgeizigste Integrationsprojekt in Lateinamerika gilt dabei der Mercosur. Während es aktuell zahlreiche Beispiele für regionale Zusammenschlüsse gibt, handelt es sich hier um einen Kooperationsansatz, dessen verpflichtender Charakter und dessen ordnungspolitischer Umfang wohl nur noch von der Integration Europas überboten werden. Zwar ist etwa die NAFTA bedeutender bezüglich ihrer Wirtschaftskraft, jedoch ist ihre Integrationsintensität erheblich geringer. Letzteres gilt auch für die zahlreichen übrigen lateinamerikanischen Integrationsprojekte, ebenso wie für die asiatische ASEAN oder die afrikanische SADC bzw. ECOWAS.
Aufgrund der enormen globalen Bedeutung derartiger Prozesse setzen sich die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen mit dem Thema Integration auseinander. Das Forschungsinteresse ist dabei ebenso vielseitig wie die Disziplinen selbst. Es liegt auf der Hand, dass z.B. die Wirtschaftswissenschaften bemüht sind, die ökonomischen Implikationen der Regionalisierungsprozesse zu untersuchen und auszuwerten, etwa um Handlungsempfehlungen an Politik und Unternehmen geben zu können. Aber auch innerhalb der Sozialwissenschaften beschäftigt sich nicht zuletzt die Politikwissenschaft mit dem Phänomen integrativer Entwicklungen. Hier wurde eine Reihe divergierender Theorien erarbeitet und diskutiert, deren Anspruch es war und ist, Integrationsprozesse zu erklären. Das ideale empirische Betätigungsfeld bot dabei in jüngerer Vergangenheit nahezu ausschließlich der europäische Einigungsprozess, dessen „idealtypischer“ Verlauf den Nährboden für die theoretische Entwicklung darstellte. Dies hatte zur Folge, dass anderen Integrationsprojekten relativ wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde und dass diese vor allen Dingen in der Theorieentwicklung kaum Berücksichtigung fanden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Theoretische Grundlagen für die Analyse des Mercosur

1. Der Neofunktionalismus

1.1 Die ursprüngliche Formulierung des Neofunktionalismus bei Haas

1.2 Die Erweiterung der neofunktionalistischen Perspektive

1.3 Weitere Differenzierung des Neofunktionalismus

1.3.1 Erste Korrekturen: Leon N. Lindberg und Ernst B. Haas

1.3.2 Grundlegende Revisionen des Neofunktionalismus

1.3.2.1 Philippe Schmitter: Akteursstrategien und Entscheidungszyklen

1.3.2.2 Das Modell von Lindberg / Scheingold

1.3.2.3 Joseph S. Nye: Prozessmechanismen und Integrationsbedingungen

1.3.3 Resümee zu den neofunktionalistischen Differenzierungen

1.4 Die Renaissance des Neofunktionalismus

1.5 Zusammenfassung der neofunktionalistischen Theorie

2. Der Intergouvernementalismus

2.1 Die Formulierung des Intergouvernementalismus bei Hoffmann

2.1.1 Die zentrale Rolle der Nationalstaaten

2.1.2 Hoffmanns Kritik am funktionalistischen Erklärungsmodell

2.1.3 Logic of Diversity als dynamisches Element

2.1.4 Resümee zum Intergouvernementalismus bei Hoffmann

2.2 Der liberale Intergouvernementalismus Moravcsiks

2.2.1 Grundsätzliche Prämissen und Intergovernmental Institutionalism

2.2.2 Die Erweiterung des Ansatzes

2.2.3 Resümee zum Intergouvernementalismus bei Moravcsik

2.3 Zusammenfassung der intergouvernementalistischen Theorie

C. Theoretisches Analyseraster: Wesentliche Erklärungsmuster beider Theorien als Basis für die Analyse des Mercosur

1. Wesentliche Erklärungsmuster des Neofunktionalismus

1.1 Technisch-funktionale Zusammenarbeit als Ursprung von Integration

1.2 Die Akteure des Integrationsprozesses im Sog funktionaler Sachzwänge

1.3 Gemeinschaftliche Institutionen und nationale Eliten als Integrationsgestalter

1.4 Spill-over als dynamisches Element im Integrationsprozess

2. Wesentliche Erklärungsmuster des Intergouvernementalismus

2.1 Institutionelle Strukturen: Zwischenstaatliche Verhandlungen statt Supranationalismus

2.2 Nationale Interessen, Macht und Souveränität als bestimmende Größen

2.3 Die Nationalstaaten als entscheidende Akteure

2.4 Integration als innenpolitisches Instrument

2.5 Inner- und zwischenstaatliche Verhandlungen als Erklärungsmodell

3. Zusammenfassende Darstellung des Analyserasters

D. Neofunktionalistische und intergouvernementalistische Elemente im Mercosur-Prozess

1. Neofunktionalistische Elemente im Mercosur

1.1 Technisch-funktionale Zusammenarbeit als Ursprung von Integration? Die Anfänge des Mercosur

1.2 Die Akteure des Integrationsprozesses im Sog funktionaler Sachzwänge

1.2.1 Der Globalisierungsprozess als Weichensteller

1.2.2 Transnationale Vernetzungen im Wirtschaftssektor

1.2.3 Sackgasse Importsubstitution

1.2.4 Die Verschuldungskrisen der 1980er Jahren

1.2.5 Die brasilianische Finanzkrise von 1999 und ihre Folgen

1.2.6 Das Vertragswerk des Mercosur

1.2.7 Resümee

1.3 Gemeinschaftliche Institutionen und nationale Eliten als Integrationsgestalter

1.3.1 Supranationale Institutionen als Katalysator im Integrationsprozess

1.3.1.1 Supranationale Strukturen im Mercosur

1.3.1.2 Einfluss gemeinschaftlicher Institutionen auf den Integrationsprozess

1.3.2 Nationale Eliten als relevante Akteure im Mercosur

1.3.2.1 Die Verbände im Mercosur-Prozess

1.3.2.2 Die Parteien im Mercosur-Prozess

1.3.3 Resümee

1.4 Spill-over als dynamisches Element im Mercosur-Prozess

1.4.1 Spill-over auf institutioneller Ebene

1.4.2 Bürgerintegration als potentieller spill-over

1.4.3 Gemeinsame Strukturpolitik als Folge von spill-over

1.4.4 Weitere Beispiele möglicher spill-over

1.4.5 Resümee

1.5 Zusammenfassung der neofunktionalistischen Elemente im Mercosur

2. Intergouvernementalistische Elemente im Mercosur

2.1 Institutionelle Strukturen des Mercosur: Zwischenstaatliche Verhandlung statt Supranationalismus

2.2 Nationale Interessen, Macht und Souveränität als bestimmende Größen im Mercosur-Prozess

2.2.1 Nationalstaatliche Interessen als ausschlaggebende Größe

2.2.1.1 Integration als strategische Allianzbildung

2.2.1.2 Die Bedeutung von nationalen Interessen in bi- und multilateralen Verhandlungen

2.2.1.3 Noch immer Rivalen: Brasilianisch-argentinische Handelskonflikte

2.2.1.4 Der argentinisch-uruguayische „Zellulosekrieg“

2.2.2 Nationalstaatliche Macht als bestimmender Faktor

2.2.2.1 Der Mercosur als machtpolitisches Instrument Brasiliens

2.2.2.2 Verhandlungsmacht als Triebfeder der Integration

2.2.2.3 Die Bedeutung relativer Machtverhältnisse im Mercosur-Prozess

2.2.3 Souveränität als oberste Priorität

2.2.3.1 Gemeinschaftsorgane und Souveränitätstransfer als kalkulierte Handlungen der Nationalstaaten

2.2.3.2 Brasilien als Verfechter nationalstaatlicher Souveränität

2.2.4 Resümee

2.3 Die Nationalstaaten als entscheidende Akteure im Mercosur

2.3.1 Der Einfluss von gemeinschaftlichen Institutionen

2.3.2 Die Nationalstaaten als entscheidende Gestalter

2.4 Der Mercosur als innenpolitisches Instrument

2.5 Inner- und zwischenstaatliche Verhandlungen als Erklärungsmodell für die Entwicklung des Mercosur

2.6 Zusammenfassung der intergouvernementalistischen Elemente im Mercosur

3. Ergebnisse der Untersuchung

3.1 Der Mercosur: Ergebnis funktionaler Sachzwänge?

3.2 Der Mercosur: Spielball nationaler Regierungen?

3.3 Fazit

E. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die politikwissenschaftlichen Theorien des Neofunktionalismus und des Intergouvernementalismus geeignet sind, den lateinamerikanischen Integrationsprozess am Beispiel des Mercosur zu erklären. Ziel ist die Überprüfung, welche der theoretischen Kernaussagen und Erklärungsmuster dieser beiden Konzepte sich in der empirischen Entwicklung des Mercosur-Bündnisses wiederfinden lassen.

  • Anwendung von Neofunktionalismus und Intergouvernementalismus auf den Mercosur
  • Untersuchung von supranationalen Institutionen versus nationalstaatlicher Dominanz
  • Analyse von spill-over-Effekten und funktionalen Sachzwängen
  • Rolle nationaler Regierungen als zentrale Akteure und Gestalter
  • Bewertung des Mercosur als Instrument der innenpolitischen Machtstärkung

Auszug aus dem Buch

1.1 Technisch-funktionale Zusammenarbeit als Ursprung von Integration

Ein Integrationsprozess beginnt aus neofunktionaler Perspektive mit der Zusammenarbeit verschiedener Staaten auf ökonomischer Ebene. Erste Kooperationen finden in einzelnen wirtschaftlichen Bereichen statt, die gemeinhin als „technisch“ bezeichnet werden und somit kaum politische Brisanz enthalten. Als Motivation für die Zusammenarbeit führt der Neofunktionalismus zum einen die Notwendigkeit der Kooperation aufgrund einer zunehmenden funktionalen Differenzierung und Segmentierung des Wirtschaftsbereichs an. Zum anderen verweist er auf die Erkenntnis der rationalen Akteure, durch ein gemeinsames Vorgehen effizienter agieren zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung stellt das Forschungsvorhaben vor, den Mercosur mithilfe von Neofunktionalismus und Intergouvernementalismus zu analysieren und ein entsprechendes Analyseraster zu entwickeln.

B. Theoretische Grundlagen für die Analyse des Mercosur: In diesem Kapitel werden die theoretischen Konzepte des Neofunktionalismus und des Intergouvernementalismus in ihrer Entwicklung und ihren wesentlichen Inhalten detailliert vorgestellt.

C. Theoretisches Analyseraster: Wesentliche Erklärungsmuster beider Theorien als Basis für die Analyse des Mercosur: Hier werden die Kernthesen der Theorien herausgefiltert, um ein systematisches Analyseraster für die empirische Untersuchung des Mercosur-Prozesses zu erstellen.

D. Neofunktionalistische und intergouvernementalistische Elemente im Mercosur-Prozess: Dieser Teil bildet den Hauptteil der Arbeit, in dem die entwickelten Analyseraster praktisch auf den Mercosur angewandt und die jeweiligen Integrationsfaktoren detailliert geprüft werden.

E. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert über das Potential und die Grenzen der angewandten Integrationstheorien im lateinamerikanischen Kontext.

Schlüsselwörter

Mercosur, Neofunktionalismus, Intergouvernementalismus, Integration, Lateinamerika, Spill-over, Nationalstaaten, Souveränität, Institutionen, Wirtschaftspolitik, Kooperation, Interessenkalkül, Politikwissenschaft, Regionalisierung, Außenpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den lateinamerikanischen Integrationsprozess, konkret den Mercosur, auf Basis zweier bedeutender politikwissenschaftlicher Theorien, um zu prüfen, welche dieser Konzepte zur Erklärung des Prozesses geeignet sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit konzentriert sich auf die theoretischen Ansätze des Neofunktionalismus und des Intergouvernementalismus sowie deren Anwendung auf reale politische und wirtschaftliche Entwicklungen im Mercosur-Raum.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Aussagen von Neofunktionalismus und Intergouvernementalismus am Beispiel des Mercosur zu überprüfen und festzustellen, welches Erklärungsmodell eine höhere Aussagekraft für diesen spezifischen regionalen Integrationsprozess besitzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoriegestützte Fallstudie, bei der zunächst aus der Literatur ein Analyseraster entwickelt und dieses anschließend auf empirische Daten und Entwicklungsverläufe des Mercosur angewandt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung und eine empirische Anwendung, in der jeweils neofunktionalistische und intergouvernementalistische Elemente auf ihre Relevanz für den Mercosur-Prozess geprüft werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Integration, Mercosur, Neofunktionalismus, Intergouvernementalismus, spill-over-Effekte, nationale Souveränität und die Rolle der Nationalstaaten als Akteure.

Warum wird der Intergouvernementalismus als besonders relevant für den Mercosur bewertet?

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass der Mercosur stark durch nationale Regierungen gesteuert wird, die ihre Souveränität wahren wollen, was die intergouvernementalistische Sichtweise besonders stützt.

Wie bewertet der Autor die Rolle supranationaler Institutionen im Mercosur?

Der Autor stellt fest, dass sich diese Institutionen in einem sehr frühen Stadium befinden und kaum nennenswerte Impulse zur Vertiefung der Integration geben können, da sie den nationalen Interessen untergeordnet bleiben.

Excerpt out of 113 pages  - scroll top

Details

Title
Integration in Lateinamerika. Neofunktionalistische und intergouvernementalistische Elemente im Mercosur
College
University of Passau
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2006
Pages
113
Catalog Number
V65990
ISBN (eBook)
9783638583800
Language
German
Tags
Integration Lateinamerika Neofunktionalistische Elemente Mercosur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2006, Integration in Lateinamerika. Neofunktionalistische und intergouvernementalistische Elemente im Mercosur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65990
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  113  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint