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Mündliche Befragungsmethoden (Interview)

Title: Mündliche Befragungsmethoden (Interview)

Seminar Paper , 2001 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Thorsten Gabbert (Author)

Didactics - Business economics, Economic Pedagogy
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Summary Excerpt Details

Die Durchführung von mündlichen Befragungen ist ein gesellschaftlich weit verbreitetes Instrument zur Beschaffung von Informationen über bestimmte Sachverhalte. Im Rahmen der pädagogischen Diagnostik stellt die mündliche Befragung neben der schriftlichen Befragung und dem Instrument der Beobachtung ein wesentliches Instrument dar, um Informationen zur Optimierung des pädagogischen Handelns zu gewinnen.
Die mündliche Befragung ist für Lehrtätigkeiten von großer Bedeutung, um Lernprozesse voranzutreiben und um bessere Lernergebnisse zu erhalten. Ziel dieser Ausführungen ist es, wesentliche Merkmale von mündlichen Befragungen herauszuarbeiten, die verschiedenen Arten von mündlichen Befragungsmethoden zu kategorisieren und auf mögliche Fehlerquellen bei der Durchführung von mündlichen Befragungen aufmerksam zu machen.
Zu diesem Zweck werden im Anschluss an dieses einleitende Kapitel Fragen generell nach unterschiedlichen Gesichtspunkten klassifiziert und die wesentlichen Merkmale von offenen und geschlossenen Fragen sowie von direkten und indirekten Fragen herausgearbeitet. Außerdem werden spezielle Fragetypen (Motivationsfragen und Suggestivfragen) erläutert. Das dritte Kapitel befasst sich zunächst mit möglichen Kriterien, nach denen die Befragungsgespräche eingeteilt werden können (Standardisierungsgrad, Strukturierungsgrad und Interviewerverhalten). Anschließend werden verschiedene Befragungsmethoden vorgestellt. Im vierten Kapitel werden Erkundungsgespräche und mündliche Prüfungen als mündliche Befragungsmethoden im schulischen Bereich erörtert und mögliche Fehlerquellen bei der Durchführung dieser mündlichen Befragungsmethoden aufgezeigt. Außerdem werden mögliche Maßnahmen vorgestellt, die zu einer Vermeidung dieser Fehler beitragen. Das fünfte Kapitel fasst die wesentlichen Aussagen dieser Seminararbeit zusammen.

Excerpt


Gliederung

1. Fragestellung und Vorgehensweise

2. Klassifizierung von Fragen

2.1 Offene und geschlossene Fragen

2.2 Direkte und indirekte Fragen

2.3 Motivations- und Suggestivfragen

3. Klassifizierungsmöglichkeiten von mündlichen Befragungen

3.1 Strukturierungs- und Standardisierungsgrad von mündlichen Befragungen

3.2 Interviewerverhalten: Weiche, harte und neutrale mündliche Befragung

3.3 Mündliche Befragungsmethoden im außerschulischen Bereich: Vernehmung, Diagnostik, Meinungsbefragung

4. Mündliche Befragungsmethoden im schulischen Bereich: Erkundungsgespräche und mündliche Prüfungen

4.1 Anwendungsbereiche

4.2 Fehlerquellen von mündlichen Befragungen

4.3 Mögliche Maßnahmen zur Reduzierung der Fehler

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die mündliche Befragung als ein zentrales Instrument der pädagogischen Diagnostik. Ziel ist es, verschiedene Befragungsmethoden zu kategorisieren, deren spezifische Merkmale herauszuarbeiten und potenzielle Fehlerquellen bei der Durchführung zu identifizieren, um durch entsprechende Maßnahmen die Qualität des pädagogischen Handelns zu optimieren.

  • Klassifizierung von Fragetechniken (offen, geschlossen, direkt, indirekt, Suggestivfragen)
  • Unterscheidung von Standardisierungs- und Strukturierungsgraden bei Befragungen
  • Analyse des Interviewerverhaltens (weich, hart, neutral)
  • Mündliche Befragungen im schulischen Kontext (Erkundungsgespräche und Prüfungen)
  • Strategien zur Fehlerreduzierung und zur Verbesserung der Gesprächsatmosphäre

Auszug aus dem Buch

3.2 Interviewerverhalten: Weiche, harte und neutrale Befragung

Mündliche Befragungen lassen sich desweiteren auch einteilen nach dem Verhalten des Interviewers. In der Literatur wird diesbezüglich unterschieden zwischen weichem, hartem und neutralem Interviewerverhalten (vgl. Atteslander, 2000, S. 143 ff., Kleber, 1992, S. 213 f.).

Bei einer weichen Befragung spielt der Interviewer weitgehend eine passive Rolle und lässt den Befragten den Gang des Gesprächs bestimmen (vgl. Atteslander, 2000, S. 144). Der Interviewte redet spontan, er wird vom Fragenden nicht unterbrochen und nicht dazu angehalten, das Thema zu wechseln (vgl. Atteslander, 2000, S. 144). Die Reaktions- und Einflussmöglichkeiten sind für den Befragten in einem weichen Interview am größten, es werden viele offene Fragen gestellt, und sowohl der Strukturierungs- als auch der Standardisierungsgrad sind relativ niedrig.

Das harte Interview strukturiert die Situation am stärksten (Atteslander, 2000, S. 145). Die Reaktions- und Einflussmöglichkeiten des Interviewten sind gering, der Befragte soll ohne überlegen zu können zu spontanen Antworten verleitet werden, damit ein möglichst hoher Wahrheitsgehalt der Antworten erreicht wird (vgl. Abschnitt 2.2 dieser Ausführung, indirekte Befragung). Es soll verhindert werden, dass der Befragte seine Antworten beschönigen oder nur oberflächliche Aspekt darstellen kann (vgl. Atteslander, 2000, S. 145).

Die neutrale Befragung möchte eine sachliche, unpersönliche Beziehung zwischen dem Interviewer und dem Befragten erzeugen, die Gefühlsebene zwischen den beiden Parteien soll nach Möglichkeit nicht berührt werden, um eine größtmögliche Objektivität zu gewährleisten (vgl. Atteslander, 2000, S. 145). Es werden uniforme Interviewsituationen angestrebt, um die Vergleichbarkeit der Informationen zu erhöhen. Direkte Fragen und ein mittlerer Standardisierungs- und Strukturierungsgrad kennzeichnen das Gespräch.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Fragestellung und Vorgehensweise: Die Einleitung begründet die Relevanz der mündlichen Befragung für die pädagogische Diagnostik und umreißt die Struktur der Arbeit.

2. Klassifizierung von Fragen: Dieses Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Fragetypen wie offenen, geschlossenen, direkten und indirekten Fragen sowie Motivations- und Suggestivfragen.

3. Klassifizierungsmöglichkeiten von mündlichen Befragungen: Es werden Kriterien zur Einteilung von Befragungen erläutert, insbesondere der Strukturierungs- und Standardisierungsgrad sowie verschiedene Formen des Interviewerverhaltens.

4. Mündliche Befragungsmethoden im schulischen Bereich: Erkundungsgespräche und mündliche Prüfungen: Dieses Kapitel befasst sich mit dem praktischen Einsatz, den typischen Fehlerquellen und Lösungsstrategien im schulischen Alltag.

5. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung reflektierten pädagogischen Handelns bei mündlichen Befragungen.

Schlüsselwörter

Pädagogische Diagnostik, mündliche Befragung, Interviewtechnik, Strukturierungsgrad, Standardisierungsgrad, Erkundungsgespräch, mündliche Prüfung, Fehlerquellen, Fragetechnik, Interviewerverhalten, pädagogisches Handeln, Lernprozesse, Suggestivfragen, Gesprächsführung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der mündlichen Befragung als einem zentralen diagnostischen Instrument im Bildungsbereich und analysiert, wie diese effektiv und methodisch korrekt eingesetzt werden kann.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit deckt die Klassifizierung von Fragetechniken, die Analyse von Interviewsituationen und die Anwendung in schulischen Kontexten wie Prüfungen und Erkundungsgesprächen ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, Merkmale mündlicher Befragungen herauszuarbeiten, Kategorien für die Durchführung zu definieren und auf mögliche Fehlerquellen aufmerksam zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse, in der er gängige wissenschaftliche Positionen zu Befragungsmethoden gegenüberstellt und für die pädagogische Praxis synthetisiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Klassifizierung von Fragen, die methodische Einordnung von Befragungssituationen und die konkrete Anwendung im Schulalltag inklusive Fehlervermeidungsstrategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind pädagogische Diagnostik, Befragungsmethoden, Interviewtechnik, Strukturierungsgrad und schulische Leistungsbeurteilung.

Warum sind Suggestivfragen in einem Erkundungsgespräch problematisch?

Da sie den Befragten in eine vom Interviewer gewünschte Richtung drängen, verhindern sie den Erhalt ehrlicher und unverfälschter Meinungen, was die diagnostische Validität mindert.

Wie unterscheidet sich ein „weiches“ von einem „harten“ Interview?

Während beim weichen Interview der Befragte den Gesprächsverlauf weitgehend bestimmt, zielt das harte Interview auf eine starke Strukturierung ab, um den Befragten zu spontanen, weniger beschönigten Antworten zu bewegen.

Welche Rolle spielt die Gesprächsatmosphäre in der pädagogischen Diagnostik?

Eine angenehme Atmosphäre ist essentiell, um das Vertrauensverhältnis zu stärken, die Auskunftsbereitschaft zu erhöhen und sicherzustellen, dass Prüflinge ihr tatsächliches Leistungspotenzial abrufen können.

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Details

Title
Mündliche Befragungsmethoden (Interview)
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
1,7
Author
Thorsten Gabbert (Author)
Publication Year
2001
Pages
17
Catalog Number
V66039
ISBN (eBook)
9783638583961
ISBN (Book)
9783638793414
Language
German
Tags
Mündliche Befragungsmethoden Interview
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thorsten Gabbert (Author), 2001, Mündliche Befragungsmethoden (Interview), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66039
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