Als Lebenserwartung des Menschen bezeichnet man üblicherweise den Zeitraum zwischen seiner Geburt und seinem Tod. So ist die „Lebenserwartung...bestimmt durch die Anzahl der Jahre, die ein Neugeborenes durchschnittlich leben würde, wenn die bei seiner Geburt herrschenden Lebensumstände und Sterblichkeitsraten während seines gesamten Lebens konstant blieben.“ 1 Abgesehen von der Lebenserwartung bei Geburt gibt es noch die „fernere Lebenserwartung (Zahl der in einem bestimmten Lebensjahr noch zu erwartenden Lebensjahre).“ 2 Die Lebenserwartung heutzutage ist auf der Welt sehr unterschiedlich verteilt. So weisen hauptsächlich afrikanische Staaten im Vergleich zu den industrialisierten Ländern eine sehr geringe Lebenserwartung auf. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Datensatz
2.1. Datensatzbeschreibung
2.2. Verknüpfung und Einschränkung der unterschiedlichen Datenquellen
2.3. Datenaufbereitung
3. Cox-Modell – Verfahren zur Analyse von Verlaufsdaten
4. Ergebnisse des allgemeinen Modells
5. Ergebnisse der spezifischen Modelle
5.1. Krebs als Todesursache
5.2. Herzkreislauferkrankung als Todesursache
6. Schluss
7. Anhang
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht in der wissenschaftlichen Untersuchung verschiedener Einflussfaktoren auf die individuelle Lebenserwartung innerhalb der Bevölkerung der Vereinigten Staaten von Amerika. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie sich demographische, sozioökonomische sowie gesundheitsrelevante Verhaltensweisen auf das Sterberisiko auswirken.
- Analyse von Mortalitätsfaktoren mittels Cox-Regression (proportionales Hazard-Modell)
- Untersuchung von anthropometrischen Merkmalen wie Body-Mass-Index und Körpergröße
- Einbezug sozioökonomischer Variablen wie Einkommen, Bildung, Ehestand und Wohnort
- Berücksichtigung von gesundheitsrelevantem Verhalten wie Rauchen, Kaffeekonsum und physischer Aktivität
- Vergleichende Analyse zwischen dem allgemeinen Modell und spezifischen Todesursachen (Krebs und Herzkreislauferkrankungen)
Auszug aus dem Buch
3. Cox-Modell – Verfahren zur Analyse von Verlaufsdaten
Die Regressionen für diese Arbeit wurden mit Hilfe des Statistikprogramms SPSS durchgeführt. Die verwendete Methode, die Einflussfaktoren auf die Mortalität der Personen zu schätzen, ist die sogenannte Cox-Regression.
Das Cox-Modell hat seinen Namen von dem englischen Statistiker D. Cox, der es entwickelt hat. Es ist eine beliebte statistische Methode, um Überlebensdaten zu analysieren und wird auch proportionales Hazard Modell genannt.
Ähnlich wie beispielsweise die multiple lineare Regression kommt das Cox-Modell bei Untersuchungen zum Einsatz, bei denen man sich für mehrere Einflussgrößen interessiert, die alle gleichzeitig einen Effekt auf die Zielvariable haben sollen. Man verwendet es häufig im medizinischen Bereich, wenn es darum geht, die „...Relevanz bzw. das Ausmaß des Therapieeffekts hinsichtlich des Überlebens von Patienten unter gleichzeitiger Berücksichtigung weiterer relevanter Einflussfaktoren im Rahmen einer multiplen Überlebenszeitanalyse zu untersuchen“ (Ziegler et al: 2004; 129: T1-3). Man kann also damit den Effekt einer Therapie auf die Überlebenszeit einer Person schätzen. Die Verwendung dieses Modells ermöglicht es uns den Hazard - das Risiko – für den Tod zu schätzen. Um Überlebensdaten zu analysieren, wird im Cox-Modell eine Zeitspanne benötigt. Dies ist der Zeitraum zwischen den zwei interessierenden Ereignissen. In der vorliegenden Arbeit sind dies der Zeitpunkt der Untersuchung einer Person und deren Tod. Aus diesem Grund gibt es im Modell eine Statusvariable, die für jede einzelne Beobachtung angibt, ob die jeweilige Person verstorben ist. Personen, die bis zum Ende der weiterverfolgenden Studie nicht verstorben sind, werden als zensiert eingestuft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Lebenserwartung, skizziert deren globale Verteilung und leitet die Forschungsfrage bezüglich der spezifischen Einflussfaktoren in den USA her.
2. Datensatz: Hier werden die verwendeten Quellen, insbesondere die NHANES II- und NHANES II Mortality Study, beschrieben sowie die methodischen Schritte der Datenverknüpfung und Aufbereitung erläutert.
3. Cox-Modell – Verfahren zur Analyse von Verlaufsdaten: Die theoretischen Grundlagen der Cox-Regression als statistisches Verfahren zur Schätzung des Mortalitätsrisikos werden vorgestellt.
4. Ergebnisse des allgemeinen Modells: Dieser Teil präsentiert die Regressionsergebnisse für das allgemeine Sterberisiko, aufgeteilt nach demographischen, anthropometrischen und Verhaltensvariablen.
5. Ergebnisse der spezifischen Modelle: Die Analyse wird auf die zwei Haupttodesursachen, Krebs und Herzkreislauferkrankungen, fokussiert und nach Geschlechtern getrennt betrachtet.
6. Schluss: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse über den Einfluss von Lebensstil und sozioökonomischem Status auf die Lebenserwartung sowie einem Ausblick auf weitere mögliche Forschungsvariablen.
7. Anhang: Der Anhang enthält ergänzende Daten, wie die Lebenserwartung im internationalen Vergleich sowie detaillierte Häufigkeitstabellen der verwendeten Variablen.
Schlüsselwörter
Lebenserwartung, USA, Cox-Regression, Mortalität, Gesundheitsdaten, NHANES II, Body-Mass-Index, Sterberisiko, sozioökonomische Faktoren, Rauchen, physische Aktivität, Krebserkrankung, Herzkreislauferkrankung, Statistik, demographische Analyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Seminararbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren die individuelle Lebenserwartung in den USA beeinflussen, basierend auf statistischen Daten aus den 70er bis 90er Jahren.
Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?
Die Analyse umfasst anthropometrische Daten (wie Körpergewicht), den sozioökonomischen Hintergrund (wie Einkommen und Bildung) sowie gesundheitsrelevante Verhaltensweisen wie Rauchen und körperliche Aktivität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch eine statistische Analyse zu identifizieren, welche dieser Faktoren das Mortalitätsrisiko signifikant erhöhen oder senken, wobei zwischen Männern und Frauen sowie spezifischen Todesursachen unterschieden wird.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es wird die Cox-Regression (auch proportionales Hazard-Modell genannt) verwendet, um den Einfluss der verschiedenen Variablen auf das Sterberisiko zu quantifizieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Beschreibung der Datensätze, die methodische Einführung des Cox-Modells und die detaillierte Präsentation der Regressionsergebnisse sowohl für das allgemeine Modell als auch für spezifische Todesursachen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Konzepte sind Lebenserwartung, Cox-Modell, Mortalitätsrisiko, Lebensstilfaktoren und sozioökonomische Einflüsse.
Welchen Einfluss hat das Rauchen konkret auf das Mortalitätsrisiko in dieser Studie?
Die Ergebnisse zeigen ein deutlich erhöhtes Sterberisiko für Zigarettenraucher, wobei sowohl die lebenslange Erfahrung als Raucher als auch das Verhalten zum Untersuchungszeitpunkt berücksichtigt wurden.
Wie unterscheidet sich das Risiko bei Krebserkrankungen zwischen Stadt und Land bei Männern?
Die Untersuchung deutet darauf hin, dass Männer, die in Städten wohnen, ein signifikant höheres Risiko aufweisen, an Krebs zu sterben, möglicherweise bedingt durch Stressfaktoren oder Umweltbelastungen.
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- Bernard Weininger (Author), 2006, Einflussfaktoren auf die individuelle Lebenserwartung in den USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66098