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Verlorengegangene Ethik? Betrug und Fälschung in der Wissenschaft

Titre: Verlorengegangene Ethik? Betrug und Fälschung in der Wissenschaft

Dossier / Travail , 2007 , 37 Pages , Note: 1,0 (sehr gut)

Autor:in: Marcel Bohnert (Auteur)

Ethique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Im November des Jahres 2005 stockt der »scientific community« der Atem: Ersten Presseberichten zufolge gibt es Unstimmigkeiten in den Arbeiten des weltweit anerkannten Genforschers Hwang Woo-Suk. Der Südkoreaner kann auf zwei Bahn-brechende Veröffentlichungen zurückblicken, die ihm weltweite Anerkennung und den Status eines Nationalhelden eingebracht haben: 1999 macht der einstige Tierarzt mit der Präsentation geklonter Rinder von sich reden. Der weltweite Durchbruch gelingt ihm 2004, als das Wissenschaftsmagazin »Science« eine Studie publiziert, in der beschrieben wird, wie er aus Körperzellen des Menschen Embryonen klont, aus denen sich Stammzellen entwickeln. Diese Sensation macht den Koreaner weltberühmt und weckt neue Hoffnung in der Bekämpfung schwerer Krankheiten.

Der »Paukenschlag« folgt nur ein knappes Jahr nach der Stammzell-Publikation: Roh Sung Il, ein Mitautor des in »Science« veröffentlichten Forschungsberichtes, teilt der Öffentlichkeit mit, dass neun der elf publizierten Stammlinien erfunden sind und löst damit einen der größten wissenschaftlichen Fälschungsskandale unserer Zeit aus. In der Folgezeit bricht Hwangs Klon-Imperium in sich zusammen: Eine umgehend gebildete Expertenkommission bestätigt Ende 2005, dass Hwang in erheblichem Umfange gefälscht hat.

Neben dem ruinierten Ruf der koreanischen Wissenschaft und dem Schaden für die internationale Stammzellforschung ergeben sich aus diesem Fall auch weitreichende Fragen an das allgemeine System der Wissenschaft. Vielerorts spricht man von einer »verloren gegangenen Wissenschaftsethik«. Wie war es Hwang möglich, seine gefälschten Forschungsergebnisse in renommierten Fachzeitschriften wie »Nature« und »Science« zu publizieren? Wie und warum kommt es überhaupt zu Betrug und Fälschung in der Wissenschaft? Welche Möglichkeiten haben Betroffene und Institutionen, zu reagieren oder Fehlverhalten von vornherein auszuschließen?

Schlüsselwörter: Betrug, Fälschung, Plagiat, Pseudowissenschaft, Parawissenschaft, Wissenschaftsethik, Forschungsgelder, Publish or Perish, Zitations-Kartelle, Peer Review, Whistle Blowers, Wissenschaftskriminalität, Ehrenkodex, DFG, NSF, NIH, ORI, DMRC, DCSD


Marcel Bohnert ist Offizier und Doktorand an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen

2.1 Verortung der Wissenschaft

2.1.1 Schulwissenschaft

2.1.2 Populärwissenschaft

2.1.3 Parawissenschaft

2.1.4 Pseudowissenschaft

2.2 Arten wissenschaftlichen Fehlverhaltens

2.2.1 Täuschung

2.2.2 Betrug

2.2.3 Fälschung

2.2.4 Plagiat

2.2.5 Wissenschaftlicher Witz

3 Fälle wissenschaftlichen Fehlverhaltens

3.1 Herrmann/Brach/Mertelsmann

3.2 Ausnahmefall oder Regel?

4 Gründe für wissenschaftliches Fehlverhalten

4.1 Freiheit von Forschung und Lehre

4.2 Publish or Perish

4.3 Zitations-Kartelle

4.4 Forschungsgelder

4.5 Unübersichtlichkeit

5 Maßnahmen gegen wissenschaftliches Fehlverhalten

5.1 Whistle Blowers

5.2 Peer Review-Verfahren

5.3 Ehrenkodex deutscher Wissenschaftsorganisationen

5.4 Maßnahmen zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten

5.5 Blick ins Ausland

5.5.1 USA: National Science Foundation/National Institutes of Health

5.5.2 Dänemark: Danish Committee on Scientific Dishonesty

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik von Betrug und Fälschung in der modernen Wissenschaft, analysiert deren Hintergründe, Motive und Verbreitung und diskutiert geeignete Maßnahmen zur Qualitätssicherung und ethischen Selbstkontrolle im Wissenschaftssystem.

  • Grundlegende Begriffsbestimmungen (Schul-, Para- und Pseudowissenschaft)
  • Analyse prominenter Fälschungsfälle in der deutschen und internationalen Forschung
  • Untersuchung systemischer Ursachen (Publikationsdruck, Wettbewerb, Ressourcenabhängigkeit)
  • Bewertung von Präventionsmechanismen wie Ombudswesen und Peer-Review-Verfahren
  • Vergleichende Betrachtung internationaler Lösungsansätze

Auszug aus dem Buch

3.1 Herrmann/Brach/Mertelsmann

Auch die deutsche Forschungsgemeinschaft hat ihren »Paukenschlag« bereits hinter sich. Der liegt mittlerweile knapp neun Jahre zurück und hat einen nicht weniger brisanten Inhalt als die Fälschungen des koreanischen Hwang Woo Suk:

Seit Anfang der 1990er Jahre verzeichnet man erstaunliche Fortschritte in der deutschen Krebsforschung. Neben Studien des renommierten Heidelberger Krebsforschungszentrums versetzt das Forscherduo Friedhelm Herrmann und Marion Brach die internationale Fachwelt in Staunen. Ansehen gewinnt es vor allem durch Studien zu Genen und zellulären Botenstoffen, durch die sie weltweit Hoffnung im Kampf gegen Krebs wecken. Herrmann hatte 1986 beim „Pionier der Gentherapie in Deutschland“20, Professor Doktor Roland Mertelsmann, habilitiert und trifft 1988 erstmals die Doktorandin Brach, die er in seine Abteilung an der Mainzer Universitätsklinik aufnimmt. Zwischen beiden entwickelt sich auch eine private Beziehung. 1995 stößt der junge Molekularbiologe Doktor Eberhard Hildt zur Arbeitsgruppe Herrmann/Brach am Max-Delbrück-Zentrum in Berlin. Er wechselt, wie viele Mitglieder der Forschungsgruppe, Anfang 1996 mit Brach und Herrmann zur Ulmer Universität. Hier fallen ihm Ungereimtheiten auf Bildern einer 1995 im »Journal of Experimental Science« publizierten Studie auf. Zudem wird ihm durch Kollegen zugetragen, dass Brach vermutlich Ergebnisse einer japanischen Forschungsgruppe unter ihrem Namen veröffentlicht hat. Da die beiden Forscher Hildt auf seine Anschuldigungen hin unter Druck setzen, wendet dieser sich Anfang 1997 an seinen Doktorvater Professor Peter Hans Hofschneider vom Max-Planck Institut für Biochemie. Hofschneider bestätigt die Manipulationen und bittet Claus Bartram, Leiter des Heidelberger Instituts für Humangenetik, um eine Stellungnahme. Auch dieser attestiert der 1995 veröffentlichten Studie Fälschungen.21 Hofschneider und Bartram unternehmen zunächst einen weiteren klärenden Schritt, in dem sie sich an Brach wenden und sie zu einer Stellungnahme auffordern. Zur Überraschung der beiden Wissenschaftler gesteht Brach und belastet gleichzeitig Herrmann als Initiator der Fälschungen. Dieser wiederum weist alle Anschuldigungen von sich.22

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den weitreichenden Fälschungsskandal um den südkoreanischen Forscher Hwang Woo-Suk und leitet die Fragestellung der Arbeit bezüglich der Ethik im Wissenschaftssystem ein.

2 Definitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe der Wissenschaftsverortung und verschiedene Tatbestände wissenschaftlichen Fehlverhaltens wie Täuschung, Betrug, Fälschung und Plagiat voneinander abgegrenzt.

3 Fälle wissenschaftlichen Fehlverhaltens: Hier wird der deutsche Fälschungsfall Herrmann/Brach/Mertelsmann detailliert geschildert und die Frage diskutiert, ob wissenschaftliches Fehlverhalten eher eine Regel oder ein Ausnahmefall ist.

4 Gründe für wissenschaftliches Fehlverhalten: Das Kapitel analysiert systemische Ursachen für Fehlverhalten, insbesondere den Publikationsdruck (Publish or Perish), Konkurrenz, Zitations-Kartelle und finanzielle Abhängigkeiten.

5 Maßnahmen gegen wissenschaftliches Fehlverhalten: Es werden präventive und repressive Maßnahmen vorgestellt, darunter die Rolle von Whistleblowern, Ombudsgremien, Peer-Review-Verfahren sowie nationale Lösungsmodelle aus den USA und Dänemark.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer selbstkritischen Auseinandersetzung innerhalb der Wissenschaft sowie den Paradigmenwechsel weg von rein quantitativen Bewertungskriterien.

Schlüsselwörter

Wissenschaftsethik, wissenschaftliches Fehlverhalten, Fälschung, Betrug, Plagiat, Publikationsdruck, Publish or Perish, Ombudswesen, Peer-Review, Forschungsethik, Stammzellforschung, wissenschaftliche Integrität, Qualitätssicherung, Whistleblowing, Wissenschaftsbetrug

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Krise in der Wissenschaft, ausgelöst durch Betrug und Fälschung, und analysiert die Ursachen sowie Lösungsstrategien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Fehlverhalten, die Analyse von Skandalen, systemische Gründe wie Publikationszwang und die Wirksamkeit von Kontrollmechanismen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Betrug in der Wissenschaft entsteht, welche Motive zugrunde liegen und welche Strukturen zur Qualitätssicherung notwendig sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf Fachliteratur, Berichten über Fälschungsfälle und einer quantitativen Studie zum wissenschaftlichen Fehlverhalten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Begriffsdefinitionen, die Analyse konkreter Fälschungsfälle (Hwang, Herrmann/Brach/Mertelsmann), die Untersuchung von Ursachen und die Diskussion von Präventionsmaßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Wissenschaftsethik, Fehlverhalten, Publikationsdruck, Fälschung und Qualitätssicherung.

Welche Bedeutung hat der "Paukenschlag" im Kontext der Arbeit?

Der Autor verwendet den Begriff "Paukenschlag" für gravierende Fälschungsskandale (wie bei Hwang oder Herrmann/Brach), die das Vertrauen in die Forschung erschüttern und Reformen anstoßen.

Wie bewertet der Autor das US-amerikanische System im Vergleich zum deutschen?

Der Autor sieht das US-amerikanische System, insbesondere das Office of Research Integrity (ORI), als Vorbild für eine rigorosere, zentralisierte Sanktionierung und Kontrolle.

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Résumé des informations

Titre
Verlorengegangene Ethik? Betrug und Fälschung in der Wissenschaft
Université
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Professur für Katholische Theologie unter besonderer Berücksichtigung der Sozialwissenschaften und der Sozialethik)
Cours
Typen ethischer Argumentation
Note
1,0 (sehr gut)
Auteur
Marcel Bohnert (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
37
N° de catalogue
V66118
ISBN (ebook)
9783638588423
ISBN (Livre)
9783638671156
Langue
allemand
mots-clé
Verlorengegangene Ethik Betrug Fälschung Wissenschaft Typen Argumentation Thema Plagiat
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Marcel Bohnert (Auteur), 2007, Verlorengegangene Ethik? Betrug und Fälschung in der Wissenschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66118
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Extrait de  37  pages
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