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Marina Abramovic und Ulay "Relation Works". Innerhalb des Entwicklungsprozesses der europäischen Performance

Title: Marina Abramovic und Ulay "Relation Works". Innerhalb des Entwicklungsprozesses  der europäischen Performance

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andreas Taut (Author)

Art - Installation / Action/Performance Art / Modern Art
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Summary Excerpt Details

Von dem Künstlerpaar Marina Abramović und Ulay geht eine unweigerliche Faszination aus. Sie erfasste nicht nur mich selbst, sondern auch die Hörer meines Referates. Man benötigt wenig Redekunst, um das Publikum an das Thema zu binden. Die Begeisterung beginnt schon, setzt man sich mit wenigen ihrer Aktionen auseinander. Folgt man seinem Enthusiasmus, gelangt man in ein Bild aus Raum und Zeit, in welchem die Performances nur Schattierungen sind. Ihre gemeinsame Schaffensphase liest sich wie eine Legende der Katharsis und der Liebe. Jeder Moment beider Lebensläufe, jede Performance, jede Aussage fügt sich diesem umfassenden Kunstwerk, ist dessen zwingender Bestandteil. Dies und die damit einhergehende Faszination machen es schwierig, eine eingrenzende Fragestellung für eine Hausarbeit zu finden. Dennoch werde ich es versuchen, auch wenn ich dadurch ein lieb gewonnenes, ganzheitlich vollkommenes Bild aufbreche. Ich werde ihre Performance-Tätigkeit in die Entwicklung der europäischen Performance Art einordnen, folglich Parallelitäten und Bezüge zu anderen Künstlern ihrer Zeit und das Besondere ihres Schaffens aufzeigen. Ich grenze dabei Environments, Videoarbeiten und Installationen kategorisch aus den Betrachtungen aus. Weiterhin konzentriere ich mich vorderrangig auf die gemeinsamen Arbeiten unter >Relation Works<. Unter dieser Einengung des Sichtfeldes bleiben natürlich die Beobachtungen zum Entwicklungsprozess, zum philosophischen Hintergrund, zum Lebensgefühl beider und zum Aufbau der Performances an der Oberfläche haften. Ich zwänge also das vieldimensionale Bild aus Raum und Zeit in die Zweidimensionalität der Sprache. Bevor ich dies vollziehe, möchte ich den Leser in die Grundzüge des Schaffens von Marina Abramović und Ulay einweisen. Dadurch kann ich die Besonderheiten innerhalb der europäischen Performance einfacher und leichter verständlich aufzeigen. In einem ersten Schritt skizziere ich das Bild der Legende, und führe so in den chronologischen Verlauf ihrer Tätigkeit ein. Darauf folgend betrachten wir die Fotografie einer Performance, um die Grundzüge ihrer Arbeiten zu formulieren. Diese werden im Hauptteil genutzt, in dem wir nach ihrer Herkunft in der Entwicklung der Performance Art fragen.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Die Legende vom „Traumpaar der Kunstszene“

2. Die Struktur ihrer Performances im Schnelldurchlauf

3. >Relation Works< innerhalb des Entwicklungsprozesses der europäischen Performance

3.1 Überschreiten von körperlichen Grenzen

3.2 Zeremonie und Ritual

3.3 Energien, Energiefelder, Energieübertragung

3.4 Konzentration auf eine Idee

3.5 Männlichkeit - Weiblichkeit

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das künstlerische Schaffen von Marina Abramović und Ulay im Kontext der europäischen Performance Art. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie eine Kommunikation verbalisiert werden kann, die das Vermögen des Wortes übersteigt, insbesondere durch die Analyse der gemeinsamen Werke unter dem Titel >Relation Works<.

  • Einordnung der Performance-Tätigkeit in die europäische Performance-Geschichte.
  • Analyse der Rolle von Schmerz, Ausdauer und Energieübertragung in den Aktionen.
  • Untersuchung der spirituellen und rituellen Dimensionen der Performances.
  • Betrachtung der Geschlechterpolarität und deren Überwindung.
  • Fokussierung auf die methodische Reduktion auf eine einzige, konkrete Idee.

Auszug aus dem Buch

3.4 Konzentration auf eine Idee

Die Beschränkung der performativen Handlung auf die Hervorhebung eines einzigen Details, mit anderen Worten die Umsetzung einer einzelnen Idee, gilt als „typische Eigenschaft der europäischen Performance“ in den 70er Jahren. Man verzichtete auf jegliche „>illustrierende<, >unterhaltsame< oder >narrative< Elemente“ und bezog die Erwartungen des Publikums nicht in die unmittelbare Planung der Aktion ein.

Dieses strukturelle Mittel wurde nicht nur im Europa der 70er Jahre angewandt. Wir finden es in den Performances von Vito Acconci und von Yoko Ono (Abschnitt 3.1 und 3.3) wieder, die auch aufgrund dieser Einfachheit als wegweisend gelten. Dieses Mittel lässt sich ebenfalls in zahlreichen Aktionen der Gutai-Gruppe nachweisen. So kämpft beispielsweise Kazuo Shiraga in Doru ni idomu (Kämpfen mit Schlamm, 1955) ausschließlich mit Schlamm.

Indem die Handlung auf eine einzige Idee fokussiert wird, erhält sie für den Blick und die Empfindung des Betrachters eine sehr starke Assoziations- und Strahlungskraft. Einen steten Beweis für dieses Vermögen bietet die Fotographie von Rest Energie (1980, Abb. 7). Sie lässt den Betrachter, gleichwohl der Bannung des performativen Geschehens auf Papier, an der Energie zwischen beiden Künstlern teilhaben. Die absolute Einschränkung des Geschehens gewährleistet weiterhin, dass der Betrachter von einer visuell und auditiv dominierten zu einer spirituellen Wahrnehmung geleitet wird.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Einführung in die Faszination des Künstlerpaares und methodische Eingrenzung der Arbeit auf die gemeinsamen Arbeiten unter >Relation Works<.

1. Die Legende vom „Traumpaar der Kunstszene“: Beschreibung der biografischen Hintergründe von Marina Abramović und Ulay sowie der Entwicklung ihrer künstlerischen Partnerschaft.

2. Die Struktur ihrer Performances im Schnelldurchlauf: Analyse des strukturellen Aufbaus mittels einer Fallstudie der Performance Relation in Time.

3. >Relation Works< innerhalb des Entwicklungsprozesses der europäischen Performance: Systematische Untersuchung der Performances unter den Aspekten Grenzüberschreitung, Ritual, Energie, Ideenkonzentration und Geschlechterpolarität.

3.1 Überschreiten von körperlichen Grenzen: Erläuterung der psychischen und physischen Selbstversuche als Mittel zur Erkenntnis.

3.2 Zeremonie und Ritual: Analyse der rituellen Handlungsstrukturen als Abgrenzung zur westlichen Ratio.

3.3 Energien, Energiefelder, Energieübertragung: Untersuchung der energetischen Wirkung der Performances auf das Publikum.

3.4 Konzentration auf eine Idee: Darstellung der minimalistischen Reduktion als essenzielles Merkmal der europäischen Performance der 70er Jahre.

3.5 Männlichkeit - Weiblichkeit: Analyse der sexuellen Dualität und deren Aufhebung in den gemeinsamen Arbeiten.

4. Schlussbemerkung: Kritische Reflexion über die Unvollständigkeit sprachlicher Beschreibungen für das Gesamtkunstwerk der Performances.

Schlüsselwörter

Marina Abramović, Ulay, Performance Art, Relation Works, Körpergrenzen, Zeremonie, Ritual, Energieübertragung, Männlichkeit, Weiblichkeit, Katharsis, Bewusstseinszustand, Körperkunst, 70er Jahre, spirituelle Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das künstlerische Schaffen von Marina Abramović und Ulay und deren Bedeutung innerhalb der europäischen Performance Art.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Überschreiten körperlicher Grenzen, der Einsatz von Ritualen, die Erzeugung energetischer Felder und die Auseinandersetzung mit der Geschlechterpolarität.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die spezifischen Merkmale der Performances des Paares zu identifizieren und zu untersuchen, wie sie das „Vermögen des Wortes“ durch ihre künstlerische Praxis übersteigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt vor allem Bildbetrachtungen und eine kunsthistorische Einordnung der Performances in den Kontext der europäischen Aktionskunst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in fünf Schwerpunkte: Grenzüberschreitung, Zeremonie/Ritual, Energie, die Konzentration auf eine Idee und die sexuelle Dualität zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Relation Works, Energieübertragung, körperliche Grenzen, Ritual und die spirituelle Transformation durch Performance.

Wie interpretieren die Künstler die Rolle der Energie?

Die Künstler verstehen Energie als ein Resultat einer spezifischen Handlung, die durch die Zeremonie potenziert wird und eine spirituelle Kommunikation zwischen Akteuren und dem Publikum ermöglicht.

Welche Rolle spielt die „Konzentration auf eine Idee“ für die Künstler?

Diese Reduktion auf ein einziges Detail ist ein zentrales strukturelles Mittel, um die Assoziationskraft der Aktion zu steigern und den Betrachter zur spirituellen Wahrnehmung zu führen.

Wie unterscheidet sich die Arbeit von „normaler“ Performance-Kunst?

Die Arbeit betont, dass Abramović und Ulay durch ihre radikale Fokussierung auf die Energieübertragung und ihre spezifische Paar-Polarität eine in der Performance-Art der 70er Jahre einmalige Position einnahmen.

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Details

Title
Marina Abramovic und Ulay "Relation Works". Innerhalb des Entwicklungsprozesses der europäischen Performance
College
Dresden Technical University  (Fakultät für Kunstpädagogik)
Course
Hauptseminar: Körper - Raum - Handlung in der Kunst des 20./21. Jahrhunderts
Grade
1,0
Author
Andreas Taut (Author)
Publication Year
2003
Pages
22
Catalog Number
V66127
ISBN (eBook)
9783638588461
ISBN (Book)
9783656036081
Language
German
Tags
Marina Abramovic Ulay Relation Works Innerhalb Entwicklungsprozesses Performance Hauptseminar Körper Raum Handlung Kunst Jahrhunderts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Taut (Author), 2003, Marina Abramovic und Ulay "Relation Works". Innerhalb des Entwicklungsprozesses der europäischen Performance, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66127
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