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Die Rechtslage der Christen in den ersten beiden Jahrhunderten

Title: Die Rechtslage der Christen in den ersten beiden Jahrhunderten

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 17 Pages , Grade: 2

Autor:in: Stephan Holm (Author)

World History - Early and Ancient History
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Wenn verschiedene Religionen aufeinandertreffen, kommt es leider oft zu Vorurteilen, Streitigkeiten oder sogar kriegerischen Auseinandersetzungen. Auch das Christentum, das heute auf der ganzen Welt weit verbreitet ist, musste sich zum Anfang seines Bestehens immensen feindlichen Einflüssen stellen und um seinen Fortbestand kämpfen. In diesem Buch geht es um die Christenverfolgung durch die Römer in den ersten beiden nachchristlichen Jahrhunderten. Es gilt die Fragen zu klären, wie es dazu kam, dass die Gruppe der Christen zum Staatsfeind wurde, und ob es gesetzliche reichsweite Grundlagen gab, die das Vorgehen gegen diese neue Religion einheitlich regelten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die ersten Christlichen Gemeinden

3. Nero und der Brand Roms

4. Der Briefwechsel zwischen Plinius und Trajan

4.1 Der Christenbrief des Plinius

4.2 Trajans Reskript

5. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rechtslage der Christen im Römischen Reich während der ersten beiden nachchristlichen Jahrhunderte. Ziel ist es, die Gründe für die Stigmatisierung der Christen als Staatsfeinde zu analysieren und zu klären, ob einheitliche reichsweite gesetzliche Grundlagen für deren Verfolgung existierten.

  • Die Lebensweise und Selbstisolation der ersten christlichen Gemeinden.
  • Die Rolle des Brandes in Rom als Auslöser für die Christenverfolgung unter Kaiser Nero.
  • Die Analyse der Korrespondenz zwischen Plinius dem Jüngeren und Kaiser Trajan.
  • Die Prüfung, ob juristische Spezialgesetze gegen das Christentum existierten.

Auszug aus dem Buch

4.1 Der Christenbrief des Plinius

Der sogenannte Christenbrief aus dem Jahre 112, den Plinius, der Statthalter der Provinz Bithynien am Schwarzen Meer, wo es auch viele Christen gab, an den Kaiser Trajan schrieb, gibt tieferen Einblick in die Handhabung der Bestrafung der Christen nach Nero und Domitian. Zwischen 111 und 113 schrieb Plinius unregelmäßig insgesamt 61 Briefe an Trajan. In diesem einen geht es darum, wie er mit festgenommenen Christen verfahren solle. Ihm scheinen genaue Instruktionen diesbezüglich nämlich zu fehlen.

Zunächst schildert Plinius, dass er an Gerichtverhandlungen gegen Christen zuvor noch nie teilgenommen hatte, was nur seine Unwissenheit über die ganze Problematik und die Gruppe der Christen zum Ausdruck bringt. Ganz klar schreibt er, dass er nicht wüsste, wie man die Christen bestrafen solle. Er fragt sich, „ob der Name allein, wenn keine Verbrechen vorliegen, oder ob nur mit dem Namen verbundene Verbrechen bestraft werden sollen.“ Hier gilt der Ausdruck „nomen ipsum“, der Name allein, als Anklagepunkt. Des weiteren schildert Plinius, wie er bei den Christen, die ihm bisher angezeigt wurden, gehandelt hat. Er hat sie gefragt, ob sie wirklich Christen seinen, und sofern sie dies bejahten, hat er sie ein zweites und schließlich ein drittes Mal gefragt. Bekannten sich die Christen bis zum Schluss zu ihrem Glauben, wurden sie schlussendlich hingerichtet. „In den bithynischen Christenprozessen war Anklagevorwurf, Gegenstand der Verhandlung und Grund der Bestrafung ausschließlich das Christsein; dieses wurde als ein todeswürdiges Verbrechen betrachtet.“ So unsicher und ratlos Plinius auch während seines ganzen Briefes erscheint, zeigt er sich lediglich in der Sache, dass diese Menschen getötet werden müssten, keinesfalls unsicher, also scheinen ihm diese Vorgehensweisen aus früheren Zeiten in anderen Gebieten des Reiches bekannt zu sein. Von der Problematik in Bithynien schien Plinius allerdings überrascht gewesen zu sein. Die tatsächliche Tragweite wurde ihm erst allmählich bewusst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die schwierige Quellenlage der frühen Christenverfolgung und skizziert das Forschungsziel, die gesetzliche Grundlage und die Gründe für den Status der Christen als Staatsfeinde zu eruieren.

2. Die ersten Christlichen Gemeinden: Dieses Kapitel beschreibt die Lebensweise der frühen Christen, deren Abgrenzung von der heidnischen Umwelt und die daraus resultierenden Vorurteile, die sie als Gefahr für den römischen Staat erscheinen ließen.

3. Nero und der Brand Roms: Der Text analysiert die Rolle Neros beim Brand von Rom 64 n. Chr. und wie die Christen als Sündenböcke für eine gezielte Verfolgung herhalten mussten, um den Verdacht vom Kaiser abzulenken.

4. Der Briefwechsel zwischen Plinius und Trajan: Das Kapitel untersucht anhand der Korrespondenz, wie unsicher römische Statthalter im Umgang mit Christen waren und dass mangels eines expliziten Reichsgesetzes das bloße Christsein zum Anklagepunkt wurde.

4.1 Der Christenbrief des Plinius: Dieser Unterpunkt fokussiert auf die Unwissenheit des Statthalters Plinius bei den Prozessführungen und sein Unverständnis bezüglich der strafrechtlichen Einordnung des christlichen Glaubens.

4.2 Trajans Reskript: Der Unterpunkt verdeutlicht, dass Kaiser Trajan keine allgemeine Neuregelung erließ, sondern lediglich Richtlinien für eine ordentliche Verfahrensdurchführung gab, die keine systematische Suche vorsahen.

5. Resümee: Die Zusammenfassung schließt mit der Erkenntnis, dass es zu keiner Zeit eine systematische reichsweite Gesetzgebung gegen Christen gab und die Verfolgung auf Vorurteilen und lokaler Willkür basierte.

Schlüsselwörter

Christenverfolgung, Römisches Reich, Antike, Kaiser Nero, Plinius der Jüngere, Kaiser Trajan, Rechtsgeschichte, Christliche Gemeinden, Märtyrertod, Brand Roms, Institutum Neronianum, Toleranzedikt, Staatsfeind, Religionsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Rechtslage und der Verfolgung der frühen Christen im Römischen Reich während der ersten beiden Jahrhunderte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die soziale Struktur der ersten christlichen Gemeinden, die Auswirkungen des Brandes von Rom unter Nero sowie die administrative Handhabung der Christenprozesse unter Kaiser Trajan.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu klären, wie die Gruppe der Christen zum Staatsfeind wurde und ob es eine reichsweite gesetzliche Grundlage für ihre Verfolgung gab.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse antiker Quellen, insbesondere die Schriften von Tacitus, Plinius dem Jüngeren und Aussagen über die Korrespondenz mit Kaiser Trajan.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Entstehung der Christenverfolgung unter Nero als Sündenbockstrategie sowie die Dokumentation der Rechtsunsicherheit bei Statthaltern im zweiten Jahrhundert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Christenverfolgung, römisches Staatsrecht, religiöse Intoleranz und die Korrespondenz zwischen Verwaltung und Kaiser geprägt.

Warum galt das Christsein im Römischen Reich als so problematisch?

Da Staat und Religion eng miteinander verwoben waren, wurde der monotheistische Ausschließlichkeitsanspruch der Christen als Bedrohung für die Loyalität gegenüber dem Staat und als Gefährdung der Stabilität angesehen.

Gab es eine explizite gesetzliche Grundlage für die Verfolgung?

Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass es kein allgemeines reichsweites Gesetz gegen das Christentum gab; die Praxis basierte eher auf lokalen Richtlinien und der Willkür des jeweiligen Kaisers oder Statthalters.

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Details

Title
Die Rechtslage der Christen in den ersten beiden Jahrhunderten
College
University of Flensburg  (Geschichte)
Course
Rom und die Christen
Grade
2
Author
Stephan Holm (Author)
Publication Year
2001
Pages
17
Catalog Number
V6612
ISBN (eBook)
9783638141482
ISBN (Book)
9783640098873
Language
German
Tags
Antike Christenverfolgung Römer Christentum Christen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Holm (Author), 2001, Die Rechtslage der Christen in den ersten beiden Jahrhunderten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6612
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