Nachdem eine Auseinandersetzung mit dem Begriff „Aufmerksamkeit“ erfolgt, werden Diagnosekriterien für ADS ohne Hyperaktivität nach DSM-III und DSM-IV vorgestellt. Außerdem werden Erklärungsansätze zur Entstehung der Störung geliefert. Hierbei werden biologisch-somatische Faktoren und psychosoziale Faktoren aufgegriffen, die Aufmerksamkeitsstörung aber auch als Handlungsbeeinträchtigung beleuchtet. Es folgen Ausführungen zur Therapie und die Präsentation eines Fallbeispiels.
Inhaltsverzeichnis
1. Was versteht man unter „Aufmerksamkeit“?
2. Wie äußern sich Aufmerksamkeitsstörungen?
3. Wie entstehen Aufmerksamkeitsstörungen? - Erklärungsansätze
3.1. Aufmerksamkeitsstörung als Handlungsbeeinträchtigung
3.2. Aufmerksamkeitsstörung aufgrund biologisch-somatischer Faktoren
3.2.1. Hirnschädigung
3.2.2. Reizüberflutung und Übererregung
3.2.3. Aktivierungsmangel
3.2.4. Gestörte Immunregulation
3.3. Aufmerksamkeitsstörung aufgrund psychosozialer Faktoren
4. Wie können Aufmerksamkeitsstörungen therapiert werden?
5. Fallbeispiel
7. Überarbeitung und Vertiefung des Fallbeispiels
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen von Aufmerksamkeitsstörungen ohne Hyperaktivität bei Kindern im schulischen Kontext. Ziel der Ausarbeitung ist es, theoretische Erklärungsansätze für die Entstehung derartiger Störungen darzulegen und diese anhand eines konkreten Fallbeispiels aus der schulpraktischen Erfahrung zu veranschaulichen sowie praxisnahe Unterstützungsmaßnahmen aufzuzeigen.
- Definition und Arten der Aufmerksamkeit
- Klinische Symptomatik von Aufmerksamkeitsstörungen
- Biologische und psychosoziale Erklärungsmodelle
- Therapeutische Ansätze und medikamentöse Behandlung
- Praxisnahe Fallanalyse eines Schülers
- Fördermaßnahmen für den Unterrichtsalltag
Auszug aus dem Buch
Fallbeispiel
Während der Schulpraktischen Studien I war ich in einer Integrationsklasse tätig. Von 24 Kindern waren sieben Integrationskinder mit Sprachstörungen, LRS, Dyskalkulie und ADS. Drei der Kinder waren von Aufmerksamkeitsstörungen betroffen, davon zwei Schüler ohne, ein Schüler mit Hyperaktivität. Jonathan war einer der beiden Kinder ohne Hyperaktivität.
Bei diesem Kind trat der Entwicklungsrückstand erst mit etwa 3 bis 4 Jahren auf. Er belief sich zum Zeitpunkt meines Praktikums auf ungefähr 14 Monate. Im Vorschulalter fanden Förderungsmaßnahmen statt, die Vorbereitungsklasse wurde besucht. Die erste Integrationsklasse wurde freiwillig wiederholt. Die Aufmerksamkeitsstörung wurde und wird medikamentös mit dem Präparat Ritalin® behandelt um die Aufmerksamkeit zu fokussieren. Jonathan ist sehr leicht ablenkbar sowie konzentrationsschwach und benötigt ständig Ermunterung zur Weiterarbeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was versteht man unter „Aufmerksamkeit“?: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Aufmerksamkeit und differenziert fünf wissenschaftliche Aufmerksamkeitsarten, die für die Informationsverarbeitung bei Kindern relevant sind.
2. Wie äußern sich Aufmerksamkeitsstörungen?: Hier werden die Diagnosekriterien für Aufmerksamkeitsstörungen ohne Hyperaktivität nach dem DSM-System erläutert und verschiedene Schweregrade der Störung definiert.
3. Wie entstehen Aufmerksamkeitsstörungen? - Erklärungsansätze: Das Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene Ätiologien, wobei zwischen biologisch-somatischen Faktoren, handlungsbezogenen Beeinträchtigungen und psychosozialen Einflüssen unterschieden wird.
4. Wie können Aufmerksamkeitsstörungen therapiert werden?: Es werden therapeutische Grundideen zur Kompetenzförderung sowie ergänzende Möglichkeiten der Pharmakotherapie und deren gesellschaftliche Kontroversen beleuchtet.
5. Fallbeispiel: Das Kapitel stellt die individuelle Entwicklung und Schulsituation eines konkret beobachteten Kindes mit einer Aufmerksamkeitsstörung dar.
7. Überarbeitung und Vertiefung des Fallbeispiels: Eine theoretische Reflexion des Fallbeispiels, die durch konkrete, auf den Schüler zugeschnittene Unterrichtsmaßnahmen ergänzt wird.
Schlüsselwörter
Aufmerksamkeitsstörung, ADS, Hyperaktivität, Lernstörung, Konzentration, Handlungsbeeinträchtigung, Entwicklungsrückstand, Ritalin, Pharmakotherapie, Förderpädagogik, Integrationsklasse, Metakognition, Diagnostik, Verhaltensauffälligkeit, Unterrichtsunterstützung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Symptomatik, den Ursachen und der Förderung von Kindern, die unter Aufmerksamkeitsstörungen ohne Hyperaktivität leiden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Aufmerksamkeitsbegriffs, verschiedene Erklärungsmodelle zur Entstehung der Störung sowie praxisnahe Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für betroffene Kinder zu entwickeln und Lehrkräften methodische Ansätze zur Unterstützung im Unterricht an die Hand zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Fachliteratur sowie einer qualitativ-deskriptiven Fallstudie, die auf eigenen Beobachtungen im schulpraktischen Einsatz beruht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Aufmerksamkeitsstörungen, die Diskussion verschiedener Erklärungsansätze und die detaillierte Darstellung eines Fallbeispiels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Aufmerksamkeitsstörung, ADS, Handlungsbeeinträchtigung, pädagogische Förderung und Diagnosekriterien.
Warum ist das Fallbeispiel für die Arbeit wichtig?
Das Fallbeispiel verdeutlicht die theoretischen Symptome am konkreten Beispiel eines Schülers und zeigt die Herausforderungen der 1-zu-1-Betreuung im Hort- und Schulalltag auf.
Welche Maßnahmen werden konkret für den Unterricht vorgeschlagen?
Vorgeschlagen werden unter anderem ein Wechsel von Anspannungs- und Entspannungsphasen, die Strukturierung des Unterrichts durch visuelle Hilfen und die Einführung eines Verhaltenscodex mit operanter Verstärkung.
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- Susann Sulzbach (Autor), 2005, Aufmerksamkeitsstörungen ohne Hyperaktivität, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66146