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Japan und die Nullzinsgrenze

Title: Japan und die Nullzinsgrenze

Seminar Paper , 2006 , 34 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Markus Maisch (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Die Problematik einer unteren Grenze der nominellen Zinsen, bei der die Geldpolitik mit ihren herkömmlichen Instrumentarien nicht mehr in der Lage ist auf die wirtschaftliche Entwicklung der Ökonomie Einfluss zu nehmen, schien Anfang der Neunziger Jahre in der wissenschaftlichen Diskussion keine Rolle mehr zu spielen. Dies änderte sich jedoch nachdem Japan in ein Depressionsumfeld aus Deflation und Rezession geriet und selbst Reposätze nahe null die Volkswirtschaft nicht wiederbeleben konnten. Angesichts dieser Situation wurde die Theorie der Liquiditätsfalle, sowie die Anwendung unkonventioneller geldpolitischer Lösungsvorschläge wieder intensiver diskutiert.
Nach der Einführung in die klassische Theorie der Nullzinsgrenze und der Vorstellung eines moderneren Ansatzes von Krugman (Gliederungspunkt 2), wird in diesem Papier auf die wirtschaftliche Entwicklung Japans in den Neunzigern, mögliche Gründe für Krise und die Reaktionen der Bank of Japan (BoJ) eingegangen (Gliederungspunkt 3). Danach werden die in der Wissenschaft diskutierten und vorgestellten alternativen Lösungsmöglichkeiten zur Überwindung des deflationären Umfelds unter der Restriktion der Nullzinsgrenze vorgestellt (Gliederungspunkt 4). Beendet wird die Arbeit mit einem Blick auf die aktuelle Situation Japans und einem wirtschaftspolitischen Ausblick.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einführung in die Problematik

2.) Die Theorie der Nullzinsgrenze

2.1) Die Klassische Konzeption der Liquiditätsfalle

2.2) Die Neuinterpretation nach Krugman unter Berücksichtigung erwartungstheoretischer und intertemporaler Aspekte

2.3) Kritische Betrachtung des Modells Krugman’s

3.) Japans makroökonomische Situation in den Neunziger Jahren, Gründe für die Krise und die Reaktionen der Bank of Japan

3.1) Wachstumsschwäche, das Platzen der Spekulationsblase und die Krise der Banken

3.2) Das Ungleichgewicht zwischen Sparen und Investitionsnachfrage

3.3) Wechselkursbedingte Argumentation der Krise

3.4) Kritische Betrachtung der geldpolitischen Reaktionen der Bank of Japan und die Diskussion über die tatsächliche Existenz einer Liquiditätsfalle

4.) Alternative geldpolitische Möglichkeiten unter der Nullzinsgrenze

4.1) Einsatz der Reputation der Notenbank – Inflation- und Price-Level-Targeting

4.2) Ausweitung der monetären Basis und Offenmarktpolitik unter Ausnutzung des Portfolio- und Kreditkanals

4.3) Negative Normalzinsen durch Besteuerung von Geld

4.4) Der Wechselkurs als geldpolitisches Instrumentarium

4.5) Fiskalpolitische Möglichkeiten

5.) Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomische Problematik Japans in den 1990er Jahren, insbesondere das Phänomen der Liquiditätsfalle und der Nullzinsgrenze, mit dem Ziel, die Wirksamkeit geld- und fiskalpolitischer Lösungsansätze unter diesen restriktiven Bedingungen wissenschaftlich zu evaluieren.

  • Analyse der klassischen Liquiditätsfalle nach Keynes sowie deren Neuinterpretation durch Paul Krugman.
  • Aufarbeitung der makroökonomischen Krise Japans in den 1990er Jahren und der Reaktionen der Bank of Japan.
  • Kritische Diskussion alternativer geldpolitischer Instrumente wie Inflation-Targeting und geldmengenorientierte Ansätze.
  • Bewertung unkonventioneller Maßnahmen wie Währungsinterventionen und Besteuerungsmodelle für Geld.
  • Untersuchung der Grenzen fiskalpolitischer Stimulierung bei hoher Staatsverschuldung.

Auszug aus dem Buch

2.1) Die Klassische Konzeption der Liquiditätsfalle

Das klassische Konzept einer absoluten Untergrenze des nominalen Zinssatzes geht auf J.M Keynes zurück, der diesen Spezialfall der Geldtheorie als erster ansprach. Die Geldnachfrage ist nach Keynes abhängig von der Liquiditätspräferenz der Wirtschaftssubjekte. Die Zinselastizität ist dabei wie folgt definiert: η = dMD / MD : di / i (1)

Hat der Nominalzins seine Untergrenze erreicht, wird die in (1) beschriebene Zinselastizität der Geldnachfrage unendlich elastisch (Abbildung 1). Die Akteure der Volkswirtschaft erwarten daher zukünftig steigende Zinsen und folglich sinkende Wertpapierkurse. In dieser Situation, in der der Nominalzins bei Null oder nahe Null angelangt ist, sind somit Wertpapiere und Geld für die Wirtschaftssubjekte perfekte Substitute. Die Geldpolitik verfügt in dieser keynesschen Liquiditätsfalle gemäß der klassischen Lehrbuchansicht über keinerlei expansive Gestaltungsmöglichkeiten mehr, da zusätzliche Liquidität immer weiter gehalten wird und keine wirtschaftlich belebenden Impulse erzeugen kann.

Diese Situation kann zudem noch durch die Tatsache verschlimmert werden, dass der Realzins, bei auf Null beschränkten Nominalzinsen, durch deflationäre Schocks erhöht wird. Dadurch kann eine Rezession sowohl ausgelöst, als auch vertieft werden. Dieses Dilemma wurde insbesondere an der Situation Japans in der zweiten Hälfte der Neunziger Jahre deutlich, in der sich die japanische Volkswirtschaft in einem Teufelskreis aus Rezession, Nullzinsen und Deflation befand.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einführung in die Problematik: Dieses Kapitel skizziert den Übergang Japans in eine Phase der Stagnation und Deflation, die das Interesse an der Theorie der Liquiditätsfalle wiederbelebt hat.

2.) Die Theorie der Nullzinsgrenze: Hier werden die theoretischen Grundlagen von Keynes und Hicks sowie Krugmans modernere, auf Erwartungshaltungen basierende Neuinterpretation der Liquiditätsfalle dargelegt und kritisch hinterfragt.

3.) Japans makroökonomische Situation in den Neunziger Jahren, Gründe für die Krise und die Reaktionen der Bank of Japan: Dieses Kapitel analysiert die Ursachen der japanischen Wirtschaftskrise, wie das Platzen der Vermögensblase und strukturelle Ungleichgewichte, und bewertet die geldpolitische Reaktion der Zentralbank.

4.) Alternative geldpolitische Möglichkeiten unter der Nullzinsgrenze: Hier werden verschiedene unkonventionelle Lösungsansätze, darunter Inflationsziel-Strategien, quantitative Lockerungen und fiskalpolitische Optionen, auf ihre theoretische Wirksamkeit und praktische Umsetzbarkeit geprüft.

5.) Ausblick: Der abschließende Teil blickt auf die Situation in Japan im Jahr 2006 und zieht ein Fazit über die Lehren für die moderne Geldpolitik im Kontext der Liquiditätsfalle.

Schlüsselwörter

Liquiditätsfalle, Nullzinsgrenze, Bank of Japan, Deflation, Rezession, Geldpolitik, Inflation-Targeting, Quantitative Easing, Fiskalpolitik, Preisstabilität, Nominalzins, Realzins, Wechselkursstabilität, Japanische Wirtschaft, Spekulationsblase.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Herausforderungen, vor denen die Geldpolitik steht, wenn sich eine Volkswirtschaft an der Nullzinsgrenze befindet und durch Deflation und Rezession gelähmt wird, illustriert am Beispiel Japans in den 1990er Jahren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die theoretische Modellierung der Liquiditätsfalle, die Analyse der spezifischen Krisenursachen in Japan sowie die Diskussion über unkonventionelle geldpolitische Maßnahmen zur Überwindung der Stagnation.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, warum die japanische Wirtschaft trotz Nullzinsen in der Deflation verharrte und welche geldpolitischen Instrumente – jenseits der konventionellen Zinspolitik – in der Lage wären, das Wachstum wieder anzuregen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse ökonomischer Modelle (wie IS-LM und Krugmans Modell) sowie der empirischen Auswertung makroökonomischer Daten zur japanischen Wirtschaftsentwicklung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Problematik, die Analyse der historischen Hintergründe der japanischen Krise und eine detaillierte Prüfung alternativer geld- und fiskalpolitischer Lösungsoptionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Liquiditätsfalle, Nullzinsgrenze, Deflation, quantitative Lockerung, Inflations-Targeting und makroökonomische Stabilisierung gekennzeichnet.

Warum ist das Krugman-Modell für diese Analyse so wichtig?

Krugmans Modell liefert die theoretische Basis für das Verständnis, wie Deflationserwartungen und Glaubwürdigkeitsprobleme der Notenbank den Wirkungsgrad herkömmlicher Geldpolitik bei Nullzinsen vollständig neutralisieren können.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Bank of Japan?

Der Autor kritisiert die teilweise zögerliche Reaktionsweise der Bank of Japan und stellt die Frage, ob durch eine frühzeitige Anwendung unkonventionellerer Ansätze eine Überwindung der Depression früher möglich gewesen wäre.

Was besagt die „Wechselkursbedingte Argumentation“ der Krise?

Diese Sichtweise postuliert, dass nicht inländische Strukturprobleme, sondern ein zu starker Yen und negative Erwartungen an den Devisenmärkten Japans Zinsen auf historischem Tiefstand hielten und das Land in die Falle führten.

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Details

Title
Japan und die Nullzinsgrenze
College
University of Hohenheim  (Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik)
Grade
1,3
Author
Markus Maisch (Author)
Publication Year
2006
Pages
34
Catalog Number
V66180
ISBN (eBook)
9783638588713
Language
German
Tags
Japan Nullzinsgrenze
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Maisch (Author), 2006, Japan und die Nullzinsgrenze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66180
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