Spricht man von Sozialplanung oder insbesondere Jugendhilfeplanung, dann ist damit eine Planung auf infrastruktureller Handlungsebene gemeint. In der sozialen Arbeit geht es dabei, um die angemessene Versorgung von Personengruppen mit Angeboten der sozialen Unterstützung und Förderung. Bei der damit verbundenen Infrastrukturplanung geht es um das fachliche und fachpolitische Verfahren und die Entscheidungsvorbereitung dessen. Infrastrukturplanung hat ihren Schwerpunkt auf der strategischen Ebene, diese muss aber die alltäglichen Abläufe der Sozialen Arbeit berücksichtigen, um in die Praxis wirkungsvoll und nützlich umgesetzt werden zu können. Aus diesem Wissensstand heraus beschäftigen wir uns zentral mit den Fragen, wie solch eine Planung in einzelnen Schritten stattfindet und wie sie dann letztendlich umgesetzt wird, bzw. seit der gesetzlichen Verpflichtung 1990/ 91 (§§ 79/80 KJHG) umgesetzt werden muss/ sollte. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Was ist Kinder-/Jugendhilfeplanung?
- Anfänge der Planung
- Planungsansätze der 70er
- Planungsorientierung in den 80er Jahren
- Planung in den 90er Jahren
- Gesetzliche Grundlagen (KJHG)
- Planungsschritte
- Ziel-/Konzeptentwicklung
- Bestandsfeststellung/Bedarfsermittlung
- Bevölkerungs-/ und Sozialstruktur
- Handlungsstruktur des Jugendamtes
- Soziale Infrastruktur
- Maßnahmenentwicklung
- Evaluation und Fortschreibung
- Mitwirkung der Kinder und Jugendlichen
- Partizipation
- Alters- und entwicklungsspezifische Grundlagen
- Konzeptionen und Methoden der Beteiligung
- Beispiel Spielplatzplanung
- Bedeutung für Städte und Landkreise
- Spielplatzplanung ist auch Wohnraumplanung
- vielfältige Möglichkeiten
- Planungsbeteiligung
- typische Probleme im Planungsprozess
- Schlussfolgerungen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Kinder- und Jugendhilfeplanung als einem wichtigen Instrument zur systematischen Gestaltung und Entwicklung der Handlungsfelder der Jugendhilfe. Ziel ist es, einen umfassenden Einblick in die Planungsprozesse und die rechtlichen Grundlagen der Kinder- und Jugendhilfeplanung zu geben. Dabei werden die Anfänge der Planung, die verschiedenen Planungskonzepte und die gesetzlichen Rahmenbedingungen im KJHG beleuchtet.
- Entwicklung und Geschichte der Kinder- und Jugendhilfeplanung
- Rechtliche Grundlagen und die Rolle des KJHG
- Planungsschritte und -methoden in der Praxis
- Partizipation von Kindern und Jugendlichen in Planungsprozessen
- Herausforderungen und Probleme in der Kinder- und Jugendhilfeplanung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in das Thema der Kinder- und Jugendhilfeplanung und beschreibt sie als eine Planung auf infrastruktureller Handlungsebene, die auf die angemessene Versorgung von Personengruppen mit Angeboten der sozialen Unterstützung und Förderung ausgerichtet ist. Sie beleuchtet die historische Entwicklung der Planung und die Entstehung des KJHG, welches die Jugendhilfeplanung zur Pflichtaufgabe machte.
Es werden verschiedene Planungsansätze der 70er Jahre vorgestellt, darunter der bedürfnisorientierte, der bedarfsorientierte und der sozialökologische Ansatz. Die Arbeit beschreibt die wichtigsten Schritte des Planungsprozesses, einschließlich der Zielentwicklung, der Bestandsaufnahme, der Bedarfsermittlung, der Maßnahmenentwicklung und der Evaluation.
Besonderes Augenmerk wird auf die Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen in Planungsprozessen gelegt, wobei die Bedeutung von Partizipation, alters- und entwicklungsspezifische Grundlagen und Konzeptionen und Methoden der Beteiligung hervorgehoben werden. Das Beispiel der Spielplatzplanung verdeutlicht die vielfältigen Möglichkeiten und Herausforderungen der Planung in der Praxis.
Die Arbeit schließt mit einer Analyse typischer Probleme im Planungsprozess und den daraus resultierenden Schlussfolgerungen.
Schlüsselwörter
Kinder- und Jugendhilfeplanung, Jugendhilfe, KJHG, Planungsansätze, Partizipation, Bedarfsermittlung, Maßnahmenentwicklung, Evaluation, Spielplatzplanung, Soziale Arbeit.
Was ist Kinder- und Jugendhilfeplanung (KJP)?
KJP ist ein systematisches Verfahren auf infrastruktureller Ebene, um die soziale Unterstützung und Förderung für Kinder und Jugendliche bedarfsgerecht zu planen und umzusetzen.
Welche gesetzliche Grundlage hat die Jugendhilfeplanung?
Die Planung ist seit 1990/91 gemäß den §§ 79 und 80 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG/SGB VIII) eine gesetzliche Pflichtaufgabe der Jugendämter.
Welche Schritte umfasst der Planungsprozess?
Der Prozess besteht aus Zielentwicklung, Bestandsfeststellung, Bedarfsermittlung, Maßnahmenentwicklung sowie der abschließenden Evaluation und Fortschreibung.
Wie können Kinder und Jugendliche an der Planung beteiligt werden?
Durch Partizipationsmethoden, die auf das Alter und die Entwicklung der Kinder zugeschnitten sind, wie zum Beispiel bei der Spielplatzplanung.
Was ist der Unterschied zwischen Bedarfs- und Bestandsermittlung?
Die Bestandsfeststellung erfasst vorhandene Einrichtungen und Dienste, während die Bedarfsermittlung prüft, welche Angebote tatsächlich für die aktuelle Bevölkerung nötig sind.
- Citar trabajo
- Anke Hartwig (Autor), 2004, Kinder-/Jugendhilfeplanung (KJP), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66200